von weisellos bis drohnenbrütig

Verhalten, Anatomie und Krankheiten der Bienen

von weisellos bis drohnenbrütig

Beitragvon Karlheinz » 31. März 2015, 18:21

wie lange dauert es erfahrungsgemäß, bis bei einem weisellosen Volk, welches mangels Brut nicht nachschaffen kann, sog. Drohnenmütterchen entstehen? Gibt es hierzu zeitliche Angaben?
Gruß
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Re: von weisellos bis drohnenbrütig

Beitragvon andreasE » 31. März 2015, 19:47

Karlheinz hat geschrieben:wie lange dauert es erfahrungsgemäß, bis bei einem weisellosen Volk, welches mangels Brut nicht nachschaffen kann, sog. Drohnenmütterchen entstehen? Gibt es hierzu zeitliche Angaben?
Gruß
Karlheinz


... bei der Carnika vier Wochen, bei der Dunklnen Biene drei Wochen und bei den nordafrikanischen Rassen zwei Wochen.
Das sind aber nur ungefähre Angaben zu den Zeitpunkten, ab wann die Drohnenmütterchen anfangen zu stiften. Sie beginnen sich aber schon viel früher zu entwickeln, da das Königinnenpheromon maßgeblich dazu beiträgt die Entwicklung der Eierstöcke bei Arbeiterinnen zu verhindern.

Gruß
Andreas
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Re: von weisellos bis drohnenbrütig

Beitragvon Karlheinz » 31. März 2015, 19:57

Danke Andreas,
das ist ja mal eine superklare Aussage.
Ich dachte, künftig die Fluglinge ohne Kö erstmal mit Milchsäure zu behandeln. Ein paar Tage also ohne Kö.....
Gruß
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Re: von weisellos bis drohnenbrütig

Beitragvon Simon » 31. März 2015, 20:09

Das ist eine schlechte Option, ich würde für dem Flugling offene Brut einhängen, die Völker werden sonst mächtig unruhig und möglicherweise gehen einige Bienen ab.
Bis ein Volk drohnenbrütig wird dauert es unterschiedlich lange, bei einem Könginnenverlust im Winter kann es zwei Monate lang ohne sichtbare legende Arbeiterinnen gehen, bei Begattungsablegern dauert es etwa 3-4 Wochen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
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Re: von weisellos bis drohnenbrütig

Beitragvon Karlheinz » 31. März 2015, 20:29

Simon hat geschrieben:Das ist eine schlechte Option, ich würde für dem Flugling offene Brut einhängen, die Völker werden sonst mächtig unruhig und möglicherweise gehen einige Bienen ab.
Bis ein Volk drohnenbrütig wird dauert es unterschiedlich lange, bei einem Könginnenverlust im Winter kann es zwei Monate lang ohne sichtbare legende Arbeiterinnen gehen, bei Begattungsablegern dauert es etwa 3-4 Wochen.


ok, aber bevor ich die offene Brut reinhänge erst MS, ok?
dieser Punkt ist mir nicht ganz klar.....
Gruß
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Re: von weisellos bis drohnenbrütig

Beitragvon Simon » 31. März 2015, 20:38

Um ein weiselloses Volk kurzfristig zu versorgen genügt offene Brut, ein Flugling sollte nach einem guten Flugtag behandelt werden. Was soll aus dem Flugling werden ohne Königin?
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Re: von weisellos bis drohnenbrütig

Beitragvon Karlheinz » 31. März 2015, 21:02

ok, klar...
Gruß
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Re: von weisellos bis drohnenbrütig

Beitragvon FranzBurnens » 1. April 2015, 18:30

Simon hat geschrieben:Um ein weiselloses Volk kurzfristig zu versorgen genügt offene Brut

'kurzfristig' => für eine kurze Weile?

- Oder besteht Aussicht, dass die aus der Brut gezogene Nachschaffungsweisel in den nächsten drei Wochen begattet wird? / Und wird es das Volk am Ende noch geben, wenn in dieser Zeitspanne keine neuen Bienen nachwachsen, die alten aber sterben?
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Re: von weisellos bis drohnenbrütig

Beitragvon HaroldBerlin » 1. April 2015, 22:32

FranzBurnens hat geschrieben:
Simon hat geschrieben:Um ein weiselloses Volk kurzfristig zu versorgen genügt offene Brut

'kurzfristig' => für eine kurze Weile?

- Oder besteht Aussicht, dass die aus der Brut gezogene Nachschaffungsweisel in den nächsten drei Wochen begattet wird? / Und wird es das Volk am Ende noch geben, wenn in dieser Zeitspanne keine neuen Bienen nachwachsen, die alten aber sterben?


In den nächsten drei Wochen wird sicherlich in den allerwenigsten Fällen eine Königin begattet werden...
Ich habe im letzten Sommer die von Simon beschriebene Auswirkung auch beobachten können: Zweimal frische Brutwabe und obwohl trotz langer Weisellosigkeit immer noch keine Königin gezogen war, war das Volk nicht drohnenbrütig und ganz friedlich.
Zuletzt geändert von HaroldBerlin am 8. Juli 2015, 12:40, insgesamt 1-mal geändert.
Noch hier? Wir sind doch alle da: http://dreilichs.de/if/
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Re: von weisellos bis drohnenbrütig

Beitragvon Hamamelishonig » 7. Juli 2015, 19:03

Simon hat geschrieben:... Was soll aus dem Flugling werden ohne Königin?

eigentlich hatte ich in den letzen 6 Jahren schon alles gehabt und alle denkbaren Fehler hinter mir und mit 50 den Irrglauben zwischen den Ohren, nun zu wissen was die Frauen machen.
So täuscht man sich. Grade die Ableger/Fluglingkontrolle wieder intensiver gemacht, weil ich die Zweiwabenfuttertaschen durch Einwabentaschen getauscht und um eine Wabe erweitert habe, dabei alle Waben gezogen und bei einem Ableger Drohnenbrütigkeit festgestellt, was noch nichts besonderes wäre um dieses Mistgeschick hier öffentlich zu machen.

Ein Ableger ist Weisellos,Drohnenmütterchenlos und vollkommen brutlos. Nicht eine gestiftete Zelle zu sehen mit Futtersaft, nicht eine verdeckelte Brutzelle zu sehen, die Bienen laufen vereinzelt über die Waben, die Masse , grob geschätzt 2-3000 Bienen, also so 1.5 Liter als Volumen, sitzt unten geballt auf dem Gitterboden wie ein kleiner Schwarm am Ast, Futter dagegen wurde letzte Woche vor den heissen Tagen noch abgenommen und eingelagert, also zahlreiche Waben haben Futterkränze. Keine Ahnung was da los ist, auch von Räuberei ist nicht zu sehen, saubere Waben, sauberes Flugbrett, links und rechts daneben 1a Ableger mit einem hervorragenden Brutnest.

Also zwei Kästen, die übermorgen früh abgekehrt werden müssen... bei letzterm weiss ich nicht, ob ich diese wirklich abkehre sondern mit der grünen Frutti-Stange behandle.
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Re: von weisellos bis drohnenbrütig

Beitragvon waldimker » 7. Juli 2015, 22:03

Hab ich so ähnlich auch gesehen neulich. Volk mit noch mit Bienen besetzten Waben im Brutraum. Voll mit Futter und Pollen bis zur letzten Zelle. Kein Stift, keine Made, nix.
Dieses Forum wird bald abgeschaltet. Wir starten ein neues, wo wir User uns neu sammeln können. URL: http://dreilichs.de/if/
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Re: von weisellos bis drohnenbrütig

Beitragvon FranzBurnens » 25. November 2016, 17:22

Was könnte man jetzt, wo's kühl ist, mit einem drohnenbrütigen Volk anfangen? Abfegen und einem intakten zufliegen lassen, würde für die meisten Bienen wohl zum Kältetod führen. - Weiß aktuell leider nicht, ob Kö oder Afterweiseln Ursache sind.

Abschütteln über einem schwachen, weiselrichtigen, um dieses zu verstärken? (Leerzarge, ASG). Wie groß das Risiko, dass die vorhandene Kö im Empfängervolk dabei hops geht?

Einfach aufsetzen würde evtl. bewirken, dass die Bienen aus dem weiselrichtigen Volk dem drohnenbrütigen bei der Aufzucht helfen, nehme ich an.
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Re: von weisellos bis drohnenbrütig

Beitragvon summserum » 28. November 2016, 18:18

FranzBurnens hat geschrieben:Was könnte man jetzt, wo's kühl ist, mit einem drohnenbrütigen Volk anfangen? Abfegen und einem intakten zufliegen lassen, würde für die meisten Bienen wohl zum Kältetod führen. - Weiß aktuell leider nicht, ob Kö oder Afterweiseln Ursache sind.

Abschütteln über einem schwachen, weiselrichtigen, um dieses zu verstärken? (Leerzarge, ASG). Wie groß das Risiko, dass die vorhandene Kö im Empfängervolk dabei hops geht?

Einfach aufsetzen würde evtl. bewirken, dass die Bienen aus dem weiselrichtigen Volk dem drohnenbrütigen bei der Aufzucht helfen, nehme ich an.


Hallo, mein Vorschlag:
Ich würde aktuell nichts machen.
Wenns dann mal 14 oder 15 Grad hat, was ja die letzten Winter immer mal vorgekommen ist, würde ich das Volk durchsehen und die Königin suchen und abdrücken. Dann das Volk ohne Papier usw. auf ein anderes mit Königin aufsetzen. Die Königin dort hat ja einen Hofstaat der auf sie aufpasst und die Afterweiseln werden nicht wie vollwertige Königinnen akzeptiert. Gibt evtl. im zeitigen Frühjahr ein wenig Drohnenbrut.

Wenn du die Königin nicht findest, würde ich die Randwaben ohne Brut in die Zarge abkehren und in eine neue Zarge setzen. Diese neue Zarge dann bienenfrei auf das andere Volk setzen. Auf diese Zarge ein Absperrgitter und darauf die Zarge mit den Drohnenbrutwaben und den Bienen des Problemvolkes. Dann die Drohnenbrutwaben in die Kiste abkehren, bis diese leer ist. Dann müsstest du die Königin falls vorhanden über dem Absperrgitter finden können. Die Bienen gehen ja durch das Absperrgitter zu ihren (Rand)Waben. Drohnenbrutwaben einschmelzen. Leere Zarge und Absperrgitter wegnehmen. Je nach Temperatur gibt's mehr oder weniger Verluste. Viel Erfolg.

Viele Grüße
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Re: von weisellos bis drohnenbrütig

Beitragvon FranzBurnens » 28. November 2016, 21:49

Es waren 6-8°C, da habe ich die Bienen des drohnenbrütigen Volks über ASG in Leerzarge einem anderen Volk zugefegt. Manche sind aufgeflogen und hatten die Chance, sich in der Nachbarbeute einzuschmuggeln. Einige fanden nicht dorthin und krabbelten noch 'was auf der Erde herum.

In der Leerzarge kam es zunächst zur Bildung einer kleinen Traube (Volk war bereits schwächer als vermutet). Heute, zwei Tage später, liegen nur noch verendete Bienen auf dem ASG, schätzungsweise 10% der Übergangs-Traube (darunter hoffentlich die Drohnenmütterchen - von Kö keine Spur). Die übrigen müssen sich wohl zum Empfängervolk nach unten durchgezwängt haben.
Die bienenfreie Zarge des aufgelösten Volks wird einem anderen Einzarger aufgesetzt, Futter soll ja nicht verkommen, vielleicht nützt es noch 'was.

Bei Gelegenheit müsste dann mal nachgeschaut werden, ob die Weisel des Empfängervolks alles gut überstanden hat.
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