Leinölfreaks

und weniger einfache Beuten

Leinölfreaks

Beitragvon hubi » 22. Februar 2013, 15:57

An die Leinölfreaks hier.
Wie oft streicht ihr eine neue Beute? Einmal oder öfters?

Hubi
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon Oliver » 22. Februar 2013, 17:05

nie :thumbsup:
Grüße
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon YoYo » 22. Februar 2013, 19:27

Ganz frisches Holz nimmt ja nicht so viel Leinölfirnis auf. Daher reicht da erst mal ein Anstrich. Wenn das Holz dann nach zwei-drei Jahren angewittert ist, also das Lignin an der Oberfläche zerstört ist, nimmt das Holz sehr viel mehr Öl auf.
Ich habe die Zargen dann auf die Seite gestellt und dann ordentlich die sich dann oben befindliche Fläche gestrichen bis nichts mehr einzog. Evtl. nach kurzer Zeit nochmal nachstreichen. Nach dem Antrocknen kann man dann die nächste Seite streichen.
Der Aufwand lohnt sich. Das Holz wird wasserabweisend und ist auf viele Jahre geschützt. Die wasserabweisende Wirkung nimmt aber nach einiger Zeit ab, dadurch atmet das Holz dann auch wieder besser.
Man kann Leinölfirnis auch mit Erdfarben mischen. Dadurch erhöht sich die Stabilität des Anstrichs gegen die UV-Strahlung enorm. Die Oberflächen leiden nämlich auf der der Sonne zugewandten Seite am meisten.

Viele Grüße
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon beeatwork » 24. Februar 2013, 21:56

Hallo Yoyo,

Yoyo hat geschrieben: 'Man kann Leinölfirnis auch mit Erdfarben mischen. Dadurch erhöht sich die Stabilität des Anstrichs gegen die UV-Strahlung enorm. Die Oberflächen leiden nämlich auf der der Sonne zugewandten Seite am meisten.'

Woher bekommst Du die Erdfarben? Welchen Typ nimmst Du?

Für den zweiten Anstrich, sollte nicht vergessen werden, dass die Oberfläche aufgeraut werden muss. Das Leinöl geht sonst keine Verbindung mit den Holz, bzw. der ersten Schicht ein. Das Anstreichen verliert seinen Sinn. Siehe Verarbeitung von Ölen auf Holzoberflächen auf Wikipedia http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... &section=3 OO;

Ich meine Böden mit Biofarbe gestrichen und auf Möbelnägel gesetzt, damit keine Wasser von unten gezogen werden kann. Die Zargen habe ich mit Leinölfirnis gleich nach der Übernahme von Dehner 2x dick (max. aufnehmbare Nässe) von Außen gestrichen. Sollte jetzt die Zarge kaputt gehen, gibt's ne Neue. :bigrin:

Gruß Peter
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon hubi » 24. Februar 2013, 22:11

leinölfirnis kann auch mit eisenoxid pigmenten gefärbt werden.
Gruß Hubi
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon YoYo » 25. Februar 2013, 10:54

allgemein zu Erdfarben: http://kremer-pigmente.de/erdfarben.htm

im Speziellen der Ocker:http://kremer-pigmente.de/ocker-gelb.htm
http://www.chemikus.de/sites/bp_ocker.htm


Die Pigmente bekommt man problemlos in einem Künstlerbedarfsladen, in der Bucht und natürlich auch bei Kremer im Onlineshop. Den Laden in Stuttgart hat Kremer im Herbst aufgegeben.

Viele Grüße
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon Distelbauer » 25. Februar 2013, 18:01

Kann pures Leinöl, also kein Firnis auch mit Farben gemischt werden?

Gruß Georg
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon YoYo » 25. Februar 2013, 20:26

Klar, es kann auch reines Leinöl gemischt werden.
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon imker » 25. Februar 2013, 20:55

Mal eine ( ähem, genauer gesagt vier) Frage(n) zum Leinölfirnis :

habt ihr keine Bedenken wegen der eingesetzten Trocknungsmittel, den Sikkativen ?
Das sind doch Schwermetallsalze ? Nun ist nicht jedes Schwermetall mit Eigenschaften wie Blei oder Plutonium versehen, nicht alle sind Gesundheitsschädlich.

Welche Metallsalze werden denn nun beim Leinölfirnis verwendet? Weiß das jemand hier im Forum?
mit Grüßen von Arnold
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon mahagugu » 25. Februar 2013, 21:41

Anfangs habe ich auch das teure Leinöl verwendet. Billiges Altöl , das entsorgt gehört mit Wachs
tuts grad a so .
Da ich das aber nicht immer bekommen habe, habe ich schließlich Sonnenöl verwendet und das
entweder gleich mit der Heißluftpistole getrocknet oder einfach draußen gestrichen.

Wachs und Altöl braucht halt ca. länger als ein Monat bis mans angreifen kann --- mit Sonnenöl
allein gehts schneller.

Man kann ruhig mehrmals streichen, macht aber glaub ich nicht viel Sinn.
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon knackbock » 26. Februar 2013, 08:12

imker hat geschrieben:Welche Metallsalze werden denn nun beim Leinölfirnis verwendet? Weiß das jemand hier im Forum?


In meinem ist Mangan. Soweit ich das beurteilen kann, ist das nicht dramatisch. Ansonsten hat man noch Blei und Kobalt benutzt, ich glaube das wird heute aber eben wegen der Bedenken nicht mehr gemacht.
Zumindest sollte es so sein; man kann natürlich auf die Idee kommen das der allerbilligste Firnis aus Fernost vielleicht doch noch mit Blei sikkativiert ist...

Angenehmen Tag noch!
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon YoYo » 26. Februar 2013, 18:09

Ich sehe kein Problem in den Sikkativen. Das sind geringe Mengen und ich denke nicht, dass in der EU noch irgendwo Blei drin ist. Selbst Bleikristallgläser sind mittlerweile verboten. Ich tippe auch auf Cobalt, Zink oder Eisen.

Außerdem wird auch doppelt gekochtes Leinöl als Leinölfirnis verkauft. Kochen kann man übrigens das Öl auch selber, je länger man kocht, desto härter und dunkler wird das ausgehärtete Öl. Damit es tiefer einzieht kann man es noch mit Balsamterpentinöl verdünnen.

Viele Grüße
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon sam » 26. Februar 2013, 20:10

Warum überhaupt so einen Aufwand betreiben mit Farben zumischen...
Leinöl allein bringt übrigens keinen UV-Schutz

Ich habe alles mit Biopin Wetterschutzlasur gestrichen und das Material sieht immernoch sehr gut aus!

http://www.biopin.de/wetterschutzlasur.html
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon indi » 26. Februar 2013, 20:23

sam hat geschrieben:Warum überhaupt so einen Aufwand betreiben mit Farben zumischen...
Leinöl allein bringt übrigens keinen UV-Schutz

Ich habe alles mit Biopin Wetterschutzlasur gestrichen und das Material sieht immernoch sehr gut aus!

http://www.biopin.de/wetterschutzlasur.html



na endlich mal einer, der etwas ordentliches verwendet.
ich hatte mich mal mit biopin mal in verbindung gesetzt, ob es für unsere bienis geeignet ist.
es ist !!!
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon Bienenweide » 15. April 2013, 21:28

Hallo Sam,

wieviele Beuten hast Du mit Biopin behandelt? Kannst du mal ein Bild posten?

Ich habe mir gerade meine nagelneuen Beuten mit Biopin Wetterschutzlasur versaut.
Das Zeug stinkt wie Hölle. Ich hoffe, der Honig nimmt den Geruch nicht an.

Eine Beute habe ich seit einer Woche auf dem Tiefgaragenstellplatz (gut belüftet, es zieht dort wie sau).
Wenn man in die Garage kommt riecht es immernoch nach Farbe.
Auf dem Balkon habe ich noch eine. Den ganzen Tag, Sonne und Wind. Stinkt auch.

Also dann doch lieber einer Lasur mit Blauem Engel, die selbst frisch beim Verstreichen nicht stinkt.
Ich habe von dem Zeug sogar Kopfschmerzen bekommen.

Viele Grüße
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon sam » 15. April 2013, 22:17

Was bringt ein Bild, das nicht riecht? Verwendet hab ich Wetterschutzlasur in Kastanie.
Ich hab damit alles gestrichen, insgesamt über 30 Beuten und keinerlei Probleme.
Nach 24 Stunden ist der erste Anstrich eingezogen und ich streiche ein zweites mal.
nach widerum 24 Std. sind die Beuten staubtrocken, vor der benutzung hab ich sie dann etwa 1-2 Wochen stehen lassen.
Die beuten riechen dann noch leicht nach der Lasur, das vergeht aber. Von Gestank kann nicht die rede sein, denn es riecht angenehm im Vergeich zu anderen Anstrichen.
Es wird nur aussen gestrichen, der Honig schmeckt nicht anders, und die Bienen verhalten sich natürlich.

Ich hab mehrere Imker im Bekanntenkreis die diese Lasur (auch in anderen Farben) verwenden und keiner hat sich je beklagt!
Was da passiert ist weiß ich nicht, im Zweifelsfall wende dich an den Hersteller...
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon Bienenweide » 12. Mai 2013, 13:56

Danke für die Antwort.

Da kann es sich wohl nur um eine "Produktionsschwankung" gehandelt haben.
Meine Beuten waren wirklich tagelang unerträglich und fühlen sich jetzt rauh-klebrig an. :evil:

Vom Hersteller Biopin habe ich bisher keine Antwort bekommen. (seit 4. April 2013)

Letzte Woche haben wir unsere Gartenbank mit Xyladecor Farbe gestrichen. Die riecht beim Streichen angenehm und nach dem Trocknen fast gar nicht mehr. (1 Tag später)
Die Bank fühlt sich glatt an und man setzt sich wieder gerne darauf. Gut, dass ich die nicht mit Biopin gestrichen habe.

Von einem anderen Imker habe ich Pigrol Beutenschutz Lasur empfohlen bekommen. Sie kann sogar in der Bio-Imkerei verwendet werden, riecht ebenfalls nicht und kostet nur ein paar Euro mehr.

Ich würde ganz klar sagen: Finger weg von Biopin Wetterschutzlasur. Damit macht man sich unglücklich, wenn man eine feine Nase hat.

P. S. Kannst Du vielleicht trotzdem mal ein Bild der Beuten hoch laden? Danke
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon Galvon » 12. Mai 2013, 15:08

Oliver hat geschrieben:nie :thumbsup:


Dito :thumbsup:

Meine Beuten stehen aber auch geschützt (Bienenhaus/Bienenstand).

Ich hatte mir eine Dose gekauft, dann aber mit einem Tischlermeister (ebenfalls Imker) gesprochen....der mir erklärte, das Beuten, solange Luftaustausch stattfindet, auch ohne Anstrich seeehr lange leben. Er streicht seine auch nicht und die stehen im Freien (mit Metalldeckel gegen Regen).

PS: Man soll, wenn man die Beuten streichen will, diese trotzdem erst eine Saison in Gebrauch haben.
Lieben Gruß

Andreas

Ich imker mit den Landmädels (15 Völker) im DNM (10/11/12 Rähmchen) und arbeite ohne Drohnenrahmen! Ab 2014 Test und evtl. Umstieg auf Dadant Blatt 12er!
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon HaroldBerlin » 18. Mai 2013, 10:20

hubi hat geschrieben:An die Leinölfreaks hier.
Wie oft streicht ihr eine neue Beute? Einmal oder öfters? Hubi


Hätte denn jemand bitte mal ein Bild einer mit Leinölfirnis gestrichenen Beute nach einigen Jahren? Stehe nämlich auch vor der Entscheidung.... Und würde daher gerne mal wissen, wie de sich halten, vergrauen usw...

Leinöl mag ich, vergrauen oder verwittern eher nicht. Bunt ist schick aber wohl das am wenigstens haltbare und Biolasuren fast so teuer wie de Beute ;)
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon Simon » 18. Mai 2013, 21:55

HaroldBerlin hat geschrieben:Hätte denn jemand bitte mal ein Bild einer mit Leinölfirnis gestrichenen Beute nach einigen Jahren? Stehe nämlich auch vor der Entscheidung.... Und würde daher gerne mal wissen, wie de sich halten, vergrauen usw...

159
Die Zargen sind etwa 10 Jahre alt, wurden vermutlich 2x mit Leinöl eingelassen, man kann sie auch streichen wenn sie 2-3 Jahre alt und angegraut sind, die graue Oberfläche dunkelt dann sehr stark ab. Die "Leinölbeuten" sehen immer ziemlich rustikal aus, genau mein Ding. ;)
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
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Re: Leinölfreaks

Beitragvon HaroldBerlin » 19. Mai 2013, 16:27

Danke für die schnelle Reaktion!
Bei ungefähr zehn Jahren bin ich echt erstaunt - und kann abschätzen, wie sehr die sich verändern...
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