Oberes Flugloch

und weniger einfache Beuten

Oberes Flugloch

Beitragvon AngoraAngy » 20. Februar 2017, 08:34

Huhu ihr Lieben.

Hat hier schonmal jemand eine Magazinbeute mit oberem Flugloch verwendet? Ich spiele sowieso mit dem Gedanken, das mal zu probieren, weil es verschiedentlich als vorteilhaft beschrieben wird (z.B. http://bushfarms.com/beestopentrance.htm). Und bei dem Volk, das bei meiner Mutter auf dem Balkon steht und offenbar Probleme hat, über das Geländer zu fliegen, wäre das vielleicht eine Erleichterung. Mit HR drauf wäre das obere Flugloch dann oberhalb des Geländers.
Lagern die Bienen dann trotzdem den Honig oberhalb der Brut? Denn eigentlich mögen sie ihn ja fluglochfern, das wäre in dem Fall unten. Wobei unten natürlich trotzdem noch ein kleines Loch für die Drohnen wäre, da ich mit Absperrgitter arbeite.
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Re: Oberes Flugloch

Beitragvon kamikaze » 21. Februar 2017, 22:27

Ich denke, es hat niemand Erfahrung mit einem oberen Flugloch.

Zander/Böttcher schreiben von Versuchen von 1840. Der geringere Wärmeverlust sei zu vernachlässigen,
kritisch gesehen wird das Ausräumen des Totenfalles im Frühjahr. Über die Verteilung von Brut und Honig wird nichts erwähnt.

Das Problem würde sich erledigen, wenn nach dem Reinigungsflug und bei passenden Temperaturen
die Böden der Beuten getauscht oder vom Totenfall befreit werden.

Die ganz persönliche Meinung zur Verteiliung von Brut/Honig:
Brutwaben dürften sich auf den mittleren Waben der Magazine entwickeln,
Honig wird an den Randwaben gestapelt bzw. im hinteren Bereich der Brutwaben,
also keine horizontale Teilung.
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Re: Oberes Flugloch

Beitragvon halloersmal » 22. Februar 2017, 14:37

Ich denke auch, dass sich zu dem Thema bisher keiner ausführliche Gedanken gemacht hat.
Es wäre interessant zu sehen wie und ob das funktioniert. Könnte mir auch vorstellen, dass der Totenfall im Winter ein Nachteil sein kann. Wenn es tatsächlich so funktioniert dass die Bienen den Honig fluglochfern, also unten einlagern, wäre das spitze. Dann entfällt das ständige Honigzargenheben. Auch die genannten Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen. Mit offenem Gitterboden kann ich mir allerdings nur schwer vorstellen dass die Bienen den Honig unten einlagern, so kurz vor der frischen Luft...
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Re: Oberes Flugloch

Beitragvon bienenbodo » 22. Februar 2017, 15:37

Doch, es gibt Erfahrungen dazu:

https://www.youtube.com/watch?v=-rwDPXJdJG8 ...zum oberen Flugloch bis 2:10 "vorspulen"...
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Re: Oberes Flugloch

Beitragvon Hamamelishonig » 22. Februar 2017, 18:30

Bei mir ist der film nur 1.16 lang :lol:
Oberes Flugloch finde ich gut, wenn mein Nachbar das macht, das erleichtert die Räuberei und damit meinen Ertrag
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Re: Oberes Flugloch

Beitragvon kurt » 22. Februar 2017, 19:15

Hamamelishonig hat geschrieben:Bei mir ist der film nur 1.16 lang :lol:

Witz, Witz... ;)

Für alle, die ihn nicht verstanden haben: der Film ist 1 Stunde und 16 Minuten lang, nicht 2 Stunden und 10 Minuten. Und vorspulen sollte man bis 0 Stunden, 2 Minuten und 10 Sekunden.

Habe nicht das ganze Video geschaut, vielleicht käme die Antwort da direkt oder indirekt vor: er sagt, dass er beim oberen Eingang eine "better ventilation" hätte -- aber imkert der mit offenen (Gitter-) oder mit geschlossenen Böden? (Das würde wohl einen Unterschied machen bei der Belüftung -- offener Boden könnte für ziemlich viel Zugluft sorgen...) Die nächste wichtige Frage wäre, ob die Bienen den Honig "fluglochfern" (jetzt also unten) einlagern, oder immer noch "oben"?

Muss mir den ganzen Film mal bei Gelegenheit anschauen. Danke an bienenbodo für den Link :thumbsup:
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Re: Oberes Flugloch

Beitragvon waldimker » 22. Februar 2017, 19:20

ich hab den teil auch geschaut.
so ziemlich alles, was er als vorteil anbringt, hat bei uns keinen Bestand. Vornehmlicher Grund für die Sache waren die Stinktiere.
Ein oberes Lüftungsloch ist in Nordamerika Standard - zumindst im Winter. Ein Flugloch in die Honigräume während der Honigsaison auch (also ein zweites). Früher gabs das hierzuland auch in den Honigräumen.
Er spricht davon, dass er ein extra Flugloch für Drohnen unten braucht, wenn ein ASG drin ist. Spricht dafür, dass die Brut unten ist.

wer mit Naturbau arbeitet oder ohne Drohnenschneiden wird mit einer 10 mm Bohrung als Drohnenloch nciht hinkommen. Und auch sonst halte ich das für unzureichend. Das verstopft ja ruckzuck.
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Re: Oberes Flugloch

Beitragvon AngoraAngy » 25. Februar 2017, 15:13

Nun, dann werde ich es wohl einfach ausprobieren müssen... Mehr als schiefgehen kanns ja nicht.
Meine Mutter verweigert jede Veränderung an "ihrem" Volk, das bleibt genau so stehen wie es steht und es wird auch nichts probiert... :roll: Aber bei mir zuhause kann ich ja machen was ich will L)
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Re: Oberes Flugloch

Beitragvon waldimker » 25. Februar 2017, 16:36

äh - warum? "musst Du das ausprobieren?"
Michael Bush hat das lediglich der Stinktiere wegen getan. Und dann aht er noch ein paar gute Gründe gefunden: er muss das Gras nicht mähen um die Kästen, er kann sie bodennah aufstellen (er wohnt auf Sand) usf...
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Re: Oberes Flugloch

Beitragvon AngoraAngy » 25. Februar 2017, 23:19

Weil ich gern Dinge ausprobiere. Und wenn Michael Bush einen Weg gefunden hat, 200 Völker zu bearbeiten ohne sich kaputt zu machen, warum soll ich dann nicht das eine oder andere auch so machen? Ich hab zwar im Moment nur 3 Völker, aber die sind nicht mein einziger Lebensinhalt ;)
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Re: Oberes Flugloch

Beitragvon waldimker » 26. Februar 2017, 09:35

Ich hab mir einige seiner Vorträge angeschaut und ein bisserl gelesen. Da ist einiges an begrüßenswerten Ansätzen. Ich kann allerdings nicht sehen, dass er sich mehr Arbeit einspart als die meisten Berufsimker das tun. Es hört sich immer noch nach sehr viel an, was es naturgemäß ist bei 200 Völkern. Das obere Flugloch spielt mit die geringste Rolle. Ich sehe nicht, wie DAS Arbeit spart? Kein Gras mähen?
Immerhin: Er sucht einen "apprentice" - einen unbezahlten - der ihm während der Saison unentgeltlich hilft. Auch seine Kursteilnehmer werden im Angebot schon darauf hingewiesen, dass sie ihm bei der Arbeit bei den Bienen helfen sollen. Vllt. ist das der entscheidende Ansatz, Arbeit zu sparen? ;)

Es lässt sich nicht alles auf unsere Verhältnisse übertragen. Ableger überwintern mit integrierter Heizung wär bei uns eher nciht nötig z.B.

Wo er sich viel Arbeit erspart ist darin, dass er keine so sackschweren Zargen sein eigen nennt wie es leider sonst gebräuchlich ist. Vllt. waren die Menschen früher kräftiger?
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Re: Oberes Flugloch

Beitragvon halloersmal » 2. März 2017, 19:44

Bitte berichte uns im Herbst von deinen Erfahrungen. Es würde mich auch brennend interessieren ob der honigraum nach unten wandert der ne das heben desselben entfällt...
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Re: Oberes Flugloch

Beitragvon waldimker » 2. März 2017, 21:27

ne, der wandert nicht nach unten. da bin ich recht sicher. wie sollte der bush sonst honig ernten? alles oben abräumen und dann die aufsätze von ganz unten hochhieven?
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Re: Oberes Flugloch

Beitragvon AngoraAngy » 3. März 2017, 23:13

Das ist genau das was mich irritiert. Einerseits heißt es, die Bienen wollen den Honig fluglochfern lagern. Bei den Strohstülpern mit Flugloch oben hab ich gelesen dass man den Korb einfach umdreht und die Honigwaben unten rausschneidet. Und andererseits hat der Michael die HR oben drauf... Und diese Verwirrung werde ich nur durch die MuP* aus der Welt schaffen können.





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Re: Oberes Flugloch

Beitragvon keinimker » 4. März 2017, 00:46

Kann man Strohkörbe und Rähmchenzargen vergleichen? Ich habe gedacht, dass der Korbimker den ganzen korb ausräumt. Dann ist es egal wo der Honig eingelagert ist.
Ich hatte auch schon ein Volk, welches im Herbst in eine untergesetzte Zarge noch ausgebaut hat und dort fleißig Honig eingelagert hat. Zwei "Etagen" höher aber auch reichlich. Dazwischen gab es über den Winter die Wintertraube, die den Honig ganz unten nicht gebraucht hat.
Gruß
Harald
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Re: Oberes Flugloch

Beitragvon waldimker » 4. März 2017, 08:21

Nochmal zu Michael Bush:

Mit Räuberei hatte ich zu Beginn meiner Imkerlaufbahn auch zu kämpfen. Seit ein paar Jahren nicht mehr. Das einzige Mal als ich Räuberei hatte vor zwei Jahren zuletzt, da hat die Königin nicht getaugt. Die Eier haben sich nicht entwickelt. Ein neuer KS. Hat sich das Futter aus dem Fütterer klauen lassen.
Der Michael Bush meint, die Räuberbienen riechen, wenn ein Volk weisellos ist (oder so wie das beschriebene) und räubern deswegen verstärkt. Ich halte das für Umdrehen der Ursachen. Die Bienen im beräuberten Volk merken: Wir sind weisellos (oder fast). Und verteidigen sich deswegen nicht.
Ergo meine Hypothese: Ein rund laufendes Volk wird nicht beräubert. Füttern hin, füttern her.

Nun hat Michael Bush sich lang und breit über das Räubern ausgelassen und wie gefährlich das Füttern sei usf. Ich befürchte, seine oberen Fluglöcher begünstigen das Räubern ungemein. Und ganz besonders, wenn man dann noch oben füttert...
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