Erlanger Magazin

und weniger einfache Beuten

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Beitragvon kamikaze » 30. Juli 2016, 21:04

Im Buch "der Wochenend-Imker" wurde die Erlanger Beute vorgestellt und beschrieben. Die dort beschriebene Betriebsweise würde uns auf Anhieb sehr zusagen.
Wir möchten nächstes Frühjahr mit einer kleinen Bienenhaltung beginnen. Wer hat Erfahrung mit dem Erlanger und kann aus der Praxis berichten?
Interessant wäre zu wissen, ob jemand in unserer Nähe (Südpfalz) solche Beuten benutzt oder sogar welche verkauft, vielleicht sogar mit Bienen. Dann könnten wr im Frühjahr gleich loslegen.
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon Simon » 30. Juli 2016, 22:28

Hallo Kamikaze,
das Buch von Herrn Weiß beschreibt detailliert und nachvollziehbar eine Völkerverführungsvariante wie es die meisten modischen Bücher der Imkerbücherschwemme nicht bringen. Eine Erlanger Beute ist dazu aber nicht nötig, dazu müsste man dem Zanderrähmchen die Ohren abschneiden, was eindeutig nicht wesensgemäß gegenüber dem Rähmchen ist.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon FranzBurnens » 31. Juli 2016, 08:04

Vorsicht!
In der - mir bekannten - letzten Auflage wird eine Aktualisierung suggeriert, die nur die Aufmachung, nicht aber den Inhalt betrifft.
Deshalb ist der Text an vielen Stellen kaum noch als aktuell zu bezeichnen, nicht nur eine Ansichtssache sondern auch eine der Bienengesundheit -
also unbedingt eine weitere Quelle zu diesen Fragen hinzuziehen.
Das Positive an der Erlanger: sie beinhaltet nur 9 Rähmchen und sollte also nicht ganz so schwer zu handeln sein wie die Hohenheimer. Dafür ist aber wohl mehr Holz verwendet, was den Vorteil wieder relativiert.

Was noch: Weiß beschreibt eine Menge Vorgehensweisen bei der Völkerführung, die sehr ausgereift wirken, aber doch etwas kompliziert in der Umsetzung. Bestimmt nicht so einfach - und auch etwas überkandidelt - für Anfänger. Der Titel "WE-Imker" scheint mir da eher ein Marketing-Einfall als dem Anspruch der Einfachheit zu genügen.
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon imkeralex124 » 31. Juli 2016, 08:40

Hallo, das buch habe ich auch seeit Jahren imn Regal und gucke schn lange nicht mehr rein.

In einigen Kisten imkerte ich ein paar Jahre neben meinen anderen Langstrothern und betreue gelegentlich einen Kollegen wenn er Hilfe brauch. Kurz: ich halte diese Kiste für eine alles verkomplizierende Fehlkonstruktion. Ich kenne noch jemanden der dieses auch so meint und leider wegen vorgerückten Alters nicht mehr auf anderes umstellt. lg
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon Simon » 31. Juli 2016, 09:10

Mag sein dass es mittlerweile Module praxistauglicherer Betriebsweisen gibt, ich finde das Buch dennoch gut strukturiert und vor allem hat Herr Weiß die Dinge ausprobiert von denen er umfänglich berichtet, das ist vielfach nicht mehr der Fall bei den Büchern vom Krabbeltisch. Zum Vergleich und Weiterbildung taugt die Lektüre gut, es fügt sich wenn man noch eine 2. und Drittlektüre zu rate zieht, die Ausgabe von 1996 hat den Charme der 70er.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon kamikaze » 31. Juli 2016, 09:29

Welches Buch ist denn als Zweitlektüre lesenswert?

Und worin liegt die "verkomplizierende Fehlkonstruktion" beim Erlanger Magazin? Für uns sieht alles gleich aus: Magazin mit 9 oder 10 Rähmchen...
Die Idee mit dem Kippbeschlag und dem Falz finden wir als Laien gut. Wir denken, dass das Kippen für uns Senioren dadurch einfacher würde.

Und danke für die die schnellen Kommentare!
lg kamikaze
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon imkeralex124 » 31. Juli 2016, 09:39

Die Bücher sind i.O., wenn auch aus den 80igern. Bei vielem gibts nichts neues zu sagen, besonders bei der Zuchtpraxis.
Nur diese Kiste! lg
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon imkeralex124 » 31. Juli 2016, 09:49

Die Kiste besteht aus viel zu vielen Einzelteilen. Die langen bzw. kurzen Ohren bei Zander machen mir nichts. Der Innenraum der Zarge ist zu kanpp bemessen und wenn die Hoffmanseitenteile bei Feuchtigkeit quellen oder mit Proplis überzogen sind hast du ein Problem die Rähmchen rauszuziehen. lg
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon kamikaze » 31. Juli 2016, 10:18

Passiert das auch bei den speziellen rähmchen mit den kunststoffseitenteilen, die es für die erlanger gibt?
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon mmoe » 31. Juli 2016, 10:27

Moin!

kamikaze hat geschrieben:Die Idee mit dem Kippbeschlag und dem Falz finden wir als Laien gut.


Klingt gut, aber eine rundumlaufende Falz ist nervig. Auch beim Einsatz von viel Rauch
produziere ich jede Menge Bienen-Briefmarken (Segeberger). Wesentlich mehr als mit
den einfach Kisten mit Rutschleisten (Hohenheimer). Da klebt maximal eine drunter, wenn
ich nicht so drauf achte.

Tipp: Im hiesigen Imkerverein haben einige Altvordere mit sogenannten Trogbeuten angefangen.
Ich kann dazu aus der Praxis heraus nichts sagen, aber ich höre viele positive Dinge. Neben
einigen grundsätzlichen schwierigen Sachen. U.a. wird immer die rückenschonende Arbeitsweise
genannt.


Viel Erfolg!
Viele Grüße
Marco
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon FranzBurnens » 31. Juli 2016, 13:17

kamikaze hat geschrieben:Welches Buch ist denn als Zweitlektüre lesenswert?


Keines gefällt allen. Schaut euch doch mal dieses an: Franz Lampeitl, Bienen halten [auch als Entscheidungshilfe für die Auswahl der Beutenformen]

kamikaze hat geschrieben: Für uns sieht alles gleich aus: Magazin mit 9 oder 10 Rähmchen...

Kiste mit 10 Stück voll Honig kann 25 kg wiegen. Die hebt man nicht nur einmal im Jahr ab ...
d.h. bei 9 geht es um paar Prozent weniger Gewicht
- meint: insgesamt ist es im Vorhinein schon wichtig zu überlegen, welche Dimensionierung von Honigräumen man sich zumuten möchte. Es gibt auch da Unterschiede
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon propolis » 31. Juli 2016, 14:14

Ich finde lange Ohren deutlich leichter zu handeln, gerade als Anfänger, die kurzen Ohren finde ich sehr fummelig. Gegen Rückaua helfen Halbzargen.
LG, propolis
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon Hamamelishonig » 31. Juli 2016, 15:07

Simon hat geschrieben:....was eindeutig nicht wesensgemäß gegenüber dem Rähmchen ist.

Das ist eine nette Beschreibung :D ich hätte es eher auf den oder die bezogen, die hinter dem Kasten mit den kurzen Halteohren arbeiten muss.

Ich hab mir im Frühjahr das arbeiten in Dadanzzargen zeigen lassen und plane nun fuers nächste Jahr auch ein Rähmchen durch einen Schied zu ersetzen, dass man auch in der Standardzarge mit 9 Rähmchen arbeitet. Für zahlreiche Dinge erscheint mir das Schieden durchaus sinnvoll, beispielsweise zum auslaufen lassen von Waben, zur leichteren Bearbeitung des Wabenblocks, indem zuerst der Schied gezogen wird und somit gleich Platz entsteht, ohne dass Bienen gerollt werden bis hin zum Schied, der bis zum Boden reicht, versehen mit Durchgang für Bienen und Sperre für Königinnen und Drohnen (relativ einfache Form eines Isolators )

Somit kann man auch mit unserer Standardzarge jederzeit auch mit 9 Waben arbeiten. Hauptargument für die Materialwahl ist m.E. aber woher man Bienenmaterial bezieht und ob man Wabenmaterial mit Kollegen tauschen will. Grade im laufenden Anfängerkurs sehe ich wieder, wie sinnvoll es ist, dass alle mit dem selben Gerät arbeiten. Da passt dann jedes Zusatzteil, das man sich bei Bedarf kurz bei Kollegen leiht und auch jede Wabe, wenn man mal wieder eine Brutwabe mit frischer Brut benötigt oder selber Waben mit zahlreichen Weiselzellen übrig hat.....
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon kamikaze » 1. August 2016, 12:35

imkeralex124 hat geschrieben:Die Kiste besteht aus viel zu vielen Einzelteilen. Die langen bzw. kurzen Ohren bei Zander machen mir nichts. Der Innenraum der Zarge ist zu kanpp bemessen und wenn die Hoffmanseitenteile bei Feuchtigkeit quellen oder mit Proplis überzogen sind hast du ein Problem die Rähmchen rauszuziehen. lg


Welche Einzelteile meinst Du?
Wenn wir uns die verschiedenen Beuten anschauen, haben alle einen Boden, Magazine, Futterzarge und Deckel. Mehr Teile hat die Erlanger doch auch nicht, oder haben wir da was übersehen?
Und wenn wir die entsprechenden Rähmchen mit den Kunststoffseitenteilen für die Erlanger nehmen, dürfte doch nichts quellen, oder?

LG
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und danke für die Beiträge
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon Hamamelishonig » 1. August 2016, 15:17

Also mehr Teile als unsere Hohenheimer Einfachbeute hat die Erl. beute auch nicht
http://www.imkereibedarf-franz.de/index.php?a=333
Mich würden die Beschläge aber mehr stören als diese bringen, denn die Kippkontrolle lernt man in 5 Minuten perfekt zu beherschen. Zudem muss man dran denken, dass man die Beutenteile zum Transport anders handhabt, dann stören diese wiederum, z.B. beim Abtransport des Honigraumes zw. zwei Blechdeckel. Aber wenn sich ein Neuimker auf eine Beute festgelegt hat, hilft nur ausprobieren und damit arbeiten. Ggf. ist das was für Imker, die nur im eigenen Hausgarten damit arbeiten. Wir denken da immer an die Anforderungen beim Wandern....
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon Hamamelishonig » 1. August 2016, 15:18

Also mehr Teile als unsere Hohenheimer Einfachbeute hat die Erl. beute auch nicht
http://www.imkereibedarf-franz.de/index.php?a=333
Mich würden die Beschläge aber mehr stören als diese bringen, denn die Kippkontrolle lernt man in 5 Minuten perfekt zu beherschen. Zudem muss man dran denken, dass man die Beutenteile zum Transport anders handhabt, dann stören diese wiederum, z.B. beim Abtransport des Honigraumes zw. zwei Blechdeckel. Aber wenn sich ein Neuimker auf eine Beute festgelegt hat, hilft nur ausprobieren und damit arbeiten. Ggf. ist das was für Imker, die nur im eigenen Hausgarten damit arbeiten. Wir denken da immer an die Anforderungen beim Wandern....
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon kamikaze » 1. August 2016, 15:56

danke für die Info.
Na, wir wollen nicht wandern, nur im Garten eine handvoll Bienen halten, mehr als vier Völker werden es wohl nicht. :bigrin:
und hier ist zum gleichen Preis schon die Futtertrog dabei
http://www.apisolar.de/erl_magazin.html
LG
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon Hamamelishonig » 1. August 2016, 16:58

Was kostet die Kiste mit Rähmchen und 3 Zargen?
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon Karlheinz » 1. August 2016, 17:05

Der größte Nachteil der Erlanger Beute ist hier noch gar nicht erwähnt worden:
Wenn die 9 Rähmchen drin sind, ist keinerlei Platz mehr ein Rähmchen etwas zur Seite zu drücken um es dann ohne Bienen zu rollen herauszuziehen. Die Rähmchen sitzen einfach zu eng!
Gruß
Karlheinz
Unwissenheit erzeugt viel mehr Sicherheit, als es das Wissen tut. (Charles Darwin)
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon kamikaze » 1. August 2016, 17:50

Hamamelishonig hat geschrieben:Was kostet die Kiste mit Rähmchen und 3 Zargen?


uns liegt ein Preisangebot vor, allerdings ohne Rähmchen
Varrroaboden, 3 Zargen, Futtertrog, Deckel
167 Euro

LG
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon Hamamelishonig » 1. August 2016, 17:59

Unser Standard. https://www.dehner-bienen.de/shop/zande ... big?page=1 für
155 Teuronen mit 30 Rähmchen (8;) und wenn es unbedingt 9 sein sollten, halt ein Trennschied rein und für Billigsucher geht das im Bausatz noch günstiger
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon Hössi » 1. August 2016, 19:48

Ich habe Erlanger noch im Einsatz. Die Kiste ist und bleibt eine Fehlkonstruktion! Grund: das beste am Zanderrähmchen, nämlich die langen Ohren wurden entfernt. Und was noch viel schlimmer wiegt: das lichte Innenmaß ist mindestens 15-20 mm zu knapp bemessen.
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon imkeralex124 » 1. August 2016, 22:05

kamikaze hat geschrieben:
imkeralex124 hat geschrieben:Die Kiste besteht aus viel zu vielen Einzelteilen. Die langen bzw. kurzen Ohren bei Zander machen mir nichts. Der Innenraum der Zarge ist zu kanpp bemessen und wenn die Hoffmanseitenteile bei Feuchtigkeit quellen oder mit Proplis überzogen sind hast du ein Problem die Rähmchen rauszuziehen. lg


Welche Einzelteile meinst Du?
Wenn wir uns die verschiedenen Beuten anschauen, haben alle einen Boden, Magazine, Futterzarge und Deckel.

Diese Teile sind alle bei jeder Beute gleich. Nur die einzelnen Teile dann bestehen aus zu vielen kompliziert zu fertigen und eigentlich überflüssigen Einzelteilen.

Vor kurzem sagte mir jemand aus Erlangen der diese Beute auch hat dass der Konstrukteur einen Combi hatte. Wenn er ein Volk mit drei Zargen, Boden und Deckel stehend transportieren wollte passte es nicht in den Kofferraum. Darum wurde die Beute gefalzt, geriegelt und scharniert und so eng gehalten, dass beim liegend transportieren nichts auseinanderfiel und die Rähmchen nicht klapperten und die Bienen zerdrückten und verrückt machten.

Dass es einfacher geht wurde z.B. mit dem Langstroth System schon hundert Jahre vorher vorgemacht.
lg

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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon Hössi » 3. August 2016, 11:28

Bestimmt hatte Langstroth damals einen anderen Combi.... :bigrin:
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon Simon » 3. August 2016, 12:29

https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/bie ... auplan.pdf
Der Bauplan zum Nachbasteln. Welchen Sinn machen die kupierten Zanderohren? Ist es nur die Vereinfachung bei der Herstellung oder hat sich der Erfinder noch was anderes dabei gedacht? Eine Zanderzarge mit Griffmulden ist sehr unergonomisch, man sieht es am Titelbild des Wochenend-Imkers wie wenig Haltemöglichkeit die Zarge bietet.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon imkeralex124 » 4. August 2016, 07:53

Karl Weiss: Der Wochenendimker 5. Aufl. 1985 S. 207 sieht man den liegenden Transport in einem Caravan. lg
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon Simon » 4. August 2016, 08:07

Zwei 10er Zandermagazine auf drei Etagen bekomme ich liegend in den Kombi, der abgebildete Ford Granada ist ausladend groß, aber ob drei Völker nebeinander gepasst haben?
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon Hamamelishonig » 4. August 2016, 09:54

kamikaze hat geschrieben:Na, wir wollen nicht wandern, nur im Garten eine handvoll Bienen halten, mehr als vier Völker werden es wohl nicht. :bigrin:
und hier ist zum gleichen Preis schon die Futtertrog dabei
LG

Also wenn die Bienenhaltung im Garten stattfinden soll, sind alle Diskussionen bezüglich der Vorteile der Erl. Beute beim wandern erst mal Nebensache. Was bei mir repräsentativ im Garten steht soll praktikabel bedienbare sein und nach was aussehen, verführbar eben. Man will es ja auch zeigen... mein Haus, mein Auto, meine Bienenkästen...?
Raehmchen mit abgeschnittenen Ohren kann man einem Laien kaum in die Hand geben, da ist die Katastrophe schon vorprogrammiert, dem Laien fällt das rähmchen aus der Hand.
Wenn es also keine dehnerkiste sein soll, wie wäre es mit http://www.bergwinkel.net/imkereiproduk ... ander.html ?
Mit bergwinkel kann man zweifach Punkten http://www.bergwinkel.net/unternehmen.html
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon Boettger » 5. August 2016, 00:08

Amüsant was ihr so alles über die Erlanger Beute zu berichten wisst.

Ich imkere an meinem Stand mit der Erlanger Beute. Die Betriebsweise von Karl Weiß kann man natürlich adaptieren (vermutlich funktioniert sie auch heute noch), man muss es aber nicht. Ich imkere mehr oder weniger nach Dr. Liebig, insbesondere was Absperrgitter, Wabenhygiene und Varroabehandlung anbelangt. Geht mit der Erlangener Beute wunderbar.

Die Kippbeschläge, den hinteren Verschluss und den Falz habe ich zu schätzen gelernt. Nicht etwa weil ich die Zargen in meinem Auto liegend transportiere (was für ein Quatsch) sondern weil man die Bienen ohne zusätzliche Sicherungsmaßnahmen (Spanngurte etc.) bedenkenlos transportieren kann. Das ist auch gerade bei Ablegern recht praktisch). Für die Kippkontrolle kann man den vorderen Beschlag nutzen (das mache ich meistens) und so mit einer Hand den BR sichern während man auf Weiselzellen prüft. Wer das nicht will, schiebt die Zarge - wie bei der Liebig-Beute auch -einfach weiter nach hinten und stellt ab. Arbeitet man zu zweit, lässt sich die Kippkontrolle mittels Beschlag auch mit ein oder zwei Honigräumen durchführen ohne die Honigräume eigens abnehmen zu müssen.

Ich mag den Falz in Kombination mit dem Kippbeschlag weil damit immer gesichert ist, dass die Zargen nach der Kontrolle wieder richtig und bienendicht aufeinandersitzen. Ich kenne das von anderen Beutensystemen her auch anders. Der Falz macht nur dem mehr Arbeit, der die Beuten selber bauen will.
Bewährt haben sich Falz und Beschläge auch beim Transport von geernteten Honigzargen oder auch beim Umtragen von Rähmchen aller Art (honigfeucht, Mittelwände, etc.). Boden drunter, Deckel drauf, die Verschlüsse zugedreht und schon hat man einen bienensicheren Transportbehälter - stapelbar, unverrutschbar und problemlos an den Griffen zu tragen.

Ach ja die Griffmulden... Ich komme damit prima zurecht. Ganze Zargen mit Honig oder Bienen zu tragen erfordert Kraft. Wer die nicht hat kommt mit Griffleisten auch nicht besser klar. Beim Selbstbau der Beuten sind Griffleisten besser als Griffmulden weil einfacher herzustellen.

Die Erlanger Beute wurde auch und vor allem als Wanderbeute konzipiert. Deshalb verstehe ich auch die hier geschilderten Probleme nicht. Man kann sie im Garten benutzen - man kann mit ihnen aber auch perfekt wandern gehen. Ursprünglich wurde dazu auch der hohe Erlanger Boden konzipiert. Diese diente als zusätzlicher Trommelraum für Wanderungen und als Hilfe zur Aufstellung am Wanderplatz (Bodenhöhe). Das ganze eben ohne "Spanngurtgemurkse".
Die kompletten Erlanger Beuten gibt es heute in verschiedenen modernen Formen. (Die Beute aus der Bauanleitung der LWG, die oben verlinkt ist, ist allerdings in Teilen veraltet und so heute kaum zu empfehlen). Ich habe meine Erlanger von Apisolar (nicht weit von Erlangen entfernt) und bin mit ihnen hochzufrieden.

Die Beute bietet Platz für 9 Rähmchen (Zander). Die Ohren sind etwas kürzer, die Rähmchen lassen sich aber gut greifen. Ich greife sowieso nicht nur an den Ohren sondern benutze immer auch die Hoffmann-Schenkel dazu. So ist der Griff für mich sicherer und auch weniger ermüdend. Ich kann da keinen Nachteil zu den langen Ohren erkennen.

Ob nun 9 Rähmchen oder 10 Rähmchen: Für das eine Volk wären 10 vielleicht "besser", für das andere sind 9 perfekt. Im nächsten Jahr sieht das vielleicht schon wieder ganz anders aus. Imkern kann man mit beiden Varianten. Ich war mit den Erträgen meiner Völker eigentlich immer zufrieden. Ableger auf einer Zarge kann man auch auf 9 Rähmchen gut überwintern, man muss den Futterstand im Frühjahr aber unbedingt im Auge behalten.

Ein möglicher Nachteil der Erlanger Bauweise ist der geringere Leerraum neben den Rähmchen. Bei mir sind das ca. 5 mm. Achtet man nicht sorgfältig darauf, dass man die Rähmchen immer ohne Abstand zueinander belässt, schrumpft dieser Abstand recht schnell auf 0 mm. Über den Winter quellen die Rähmchen etwas auf. Jeder Spalt wird verpropolisiert und so lässt sich speziell im Frühling bei den ersten Durchsichten das erste Rähmchen nur mit handwerklichem Geschick und einem guten Stockmeisel aus der Beute hebeln. Mit etwas Übung geht das aber und im Sommer ist das kein Problem mehr.
Beim Verstellen der Zargen erweist sich die Enge Bauweise vielleicht aber auch als Vorteil, weil die Rähmchen beim Transport nicht oder kaum verrutschen können.

Ich will eigentlich gar kein Plädoyer für die Erlanger Beute halten - soll doch jeder das nehmen was ihn oder sie glücklich macht! Aber ich kann (auch im Vergleich zur 10er Liebig-Beute) schon behaupten, dass man in der Erlanger Beute mindestens genauso gut, erfolgreich und modern imkern kann wie in anderen Magazinbeuten auch.

Gruß
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Re: Erlanger Magazin

Beitragvon andreasE » 5. August 2016, 13:02

@ Boettger

Super Beitrag!
Das sehe ich auch so.

Gruß
Andreas
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