Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

und weniger einfache Beuten

Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon waldimker » 17. November 2015, 11:09

Hallo Imkers!

Ich wollte eigentlich alle meine zukünftigen Beuten mit Leinöl einlassen (mit Pigmenteinmischung zwecks Farbgebung). Nun habe ich bei einigen Beuten, die grad im feuchten Schatten stehen, bemerkt, dass sie unschöne schwarze Flecken bekommen. Ich hatte sowas schonmal an Futterzargen, die ich im Herbst draußen gelassen hatte (also alles "normal" überdacht, d.h. mind. 5 cm Dachüberstand allseitig).
Das verwendete Leinöl ist billiges "Pferdefutter"Öl. Ich verwende es problemlos seit Jahren zum Holzschutz im Innenbereich wo Hartöl unnötig wäre (ich habe mittlerweile eine gewisse Erfahrung mit ölen im Innenbereich).
Verarbeitungsfehler kommen meiner Ansicht nach nicht in Betracht.

Meine Frage: Die schwarzen Flecken sind ja vermutlich Pilze. Wird das Holz nun schneller zerstört als wenn es ungestrichen wäre? Oder bleibt das an der Oberfläche?
(Andererseits hatte ich auch an ungestrichenen Beuten schwarze Flecken und Bereiche und zwar da wo winters die Sonne nicht hinkommt.)
Es wäre ja ein Unding, sich die Mühe zu machen, zu ölen und dann mit schneller zerfallenden Beuten belohnt zu werden.

Und: ja, ich weiß, dass ungestrichene Beuten jahrzehntelang halten. Ich hätte halt gern noch das eine oder andere Jahrzehnt dazu gehabt.
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon imkeralex124 » 17. November 2015, 12:29

Mit Leinöl gestrichene Beuten dunkeln von braun bis fast schwarz-braun. das ist bei allen meinen Zargen so. lg
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon waldimker » 17. November 2015, 13:46

und schwarze Flecke?
Oder dunkeln die schön gleichmäßig bei Dir?
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon beeo » 17. November 2015, 18:38

Das Öl kann nicht verhindern dass Wasser ins Holz einzieht, solange du es nicht schaffst (und das klappt nicht mit ökonomisch sinnvollem Einsatz) wirklich das ganze Brett zu derart zu ölen dass für das Wasser kein Platz mehr bleibt. Deshalb sind diese Beutenteile genauso gefährdet wie die unbehandelten.
Dass Nadelholz dass wir hier benutzen ist nicht dicht genug und arbeitet auch zu viel. Nichtmal ölen und anschließend wachsen und auf Hochglanz polieren (so das gehen würde bei WK) könnte vollständigen Schutz bieten.
Aber du kannst recht sicher davon ausgehen dass die Ölung den Verfall verzögert, schließlich haftet Wasser doch tendentiell schlechter an der Oberfläche, dringt tendentiell weniger ein etc.
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon honigmaul » 17. November 2015, 19:05

Hallo Bienenfreunde!

Ob eine Beute gestrichen ist oder nicht, hat mit der Lebensdauer nicht direkt was zu tun.

Die Fäulniss beim Holz beginnt ja nicht an der Oberfläche, sonder in den tiefen Ritzen wo der Schmutz und die Feuchtigkeit haften bleiben. Das Streichen hat nur mit der "Schönheit" was zu tun.

Für eine lange Lebensdauer ist es wichtig, dass das Wasser entweder gar nicht zum Holz gelangen oder zumindest schnell wieder abfließen kann. Weiters ist es noch von Vorteil, wenn das Holz der Zugluft ausgesetzt ist. Z. B. kann sich unter einer Blechabdeckung Kondenswasser bilden. Da ist es dann günstig, wenn das Ganze etwas hinterlüftet ist, sodass die Zugluft durchstreichen kann. Eine ordentlich abgedeckte Beute überlebt den Imker auf alle Fälle. Man denke an die jahrhunderte alten Almhütten, da streicht auch niemand das Holz.

Manche Oberflächen verkürzen sogar die Lebensdauer. Z.B. bei Lacken kann es passieren, dass das Holz nicht mehr atmungsaktiv ist und das Wasser durch Ritzen zwar eindringen, aber nacht mehr abtrocknen kann.

MfG
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon imkeralex124 » 17. November 2015, 19:08

Die Zargen dunkeln alle mehr oder weniger unterschiedlich. Also, es ist kein Schönheitswettbewerb. Ich habe ein paar hundert, teilweise schon 20 bis 25 Jahre alt und sie stehen drausen bei Wind und Wetter und erfüllen ihre Aufgabe. Wenn einzelne Zargen defekt gingen, dann langs an der Holzqalität oder an der Verarbeitung. Manche habe ich schon zwei oder drei mal oder öfter mit einfachem warmen Leinöl satt gestrichen. Da geht so alle fünf Jahre oder bei Bedarf. Nach mehrfachem Anstrich gibt es so eine Art harzige Schicht ausen. Die Zargen sind in der Regel aus Weymouthkiefer.
lg
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon beeo » 17. November 2015, 19:11

honigmaul hat geschrieben:Ob eine Beute gestrichen ist oder nicht, hat mit der Lebensdauer nicht direkt was zu tun.


Doch schon, aber nicht "digital". Der Schutz im Sinne von Nicht-nass-werden kann verbessert werden, indem das Wasser eben weniger gut anhaftet und damit automatisch relativ weniger Wasser ins Holz einziehen kann.

Und wie bei den von dir zitierten Holzhütten verwende ich keine Blechdeckel sondern Abdeckungen die doch die eine oder andere Handbreit überstehen. Da gilt dann halt, je schräger der Regen desto nass ;-)
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon waldimker » 17. November 2015, 19:45

Liebe Kollegen,

Beiträge, die mir gefallen. Nicht so emotionsgeladen, praktisch, solide, auf Dauer gedacht.

Janz praktisch:

@Honigmaul:
Du hast sicher recht, die Ritzen sind das Problem. Ich versuche satt Leim zu verwenden um möglichst wenig solche Ritzen zu lassen. Dennoch wird Leinöl tatsächlich wie beeo sagt, verhindern dass Wasser eindringt. Bzw. weniger. Denn: Die Poren sind "voll". voll öl.
Ich sehe das täglich bei meinem Holzfußboden aus Esche. Der ist mit Hartöl geölt (2x, obwohl ein Schreiner meinte, 1x reicht, mehr könne das Holz nicht aufnehmen. Oberfläche wird aber glatter so). Das sind rein natürliche Öle, nur eine Mischung mit unter anderem Leinöl. Roch ein bisschen nach Fritöse im und um`s Haus rum... wochenlange Aushärtzeit übrigens. Diesen Boden kann ich mit einem Nass-Spritz-Saug-Gerät putzen und all der Kram den unser zweijähriger verschmiert, verkleckert und rumschmeißt, ist wieder weg. Flecken gibt es nicht, weil die Poren voll sind. Selbst eine Milchdusche hat er gut überstanden.
Leinöl ist nur nicht "so gut". Aber wir wollen die Kirche halt im Dorf lassen.

@beeo: Du meinst, die schwarzen Pilze (die ja eigentlich auch auf unbehandelten Beuten auftreten könnne?)) seien nicht so schlimm weil sie nicht in die Tiefe dringen? Nicht, dass die Leinöl-Weymouthkiefer-Salat essen...
Der Dachüberstand ist sicher das A und O. Und dann ... kommt der Oberflächen schutz, der bei Öl TIEFER dringt als z.B. bei Lacken, was ganz richtig beschrieben wurde. Ich habe käufliche Lasuren verwendet teilweise. Die sind schön, aber sobald ein Kratzer dran kommt schaut das rohe Holz heraus...
Deshalb - und weil bei Bioland und auch bei Demeter diese Lasuren nicht zugelassen sind, habe ich eigene Lasuren hergestellt. Nur will ich mir die Arbeit nicht machen und dann zuschauen wie es noch schlimmer wird als ohne...
(Die Lasuren sind spottbillig, allerdings "säuft" Weymouthkiefer Leinöl...)
Hab zufällig gelesen, dass die Zugabe von Eisenoxidrot (Eisen III) Biozid wirken würde. Früher nahm man Blei(menninge), was recht schädlcih ist. Ich hab z.T. Eisenoxidrot mit eingemischt, weiß aber nicht, ob das wirklich Eisen III ist... und ob die Menge reicht. Eisenoxidrot ist spottbillig. 7 Euro/kg oder so. Superfarbe.

Ich stimme mit Dir überein, "digitale" Lebenszeitverlängerung wird`s nicht geben. Aber wenn die Zargen, die ich jetzt baue, mich aushalten (ich möchte schon 100 werden und möglichst lange imkern L) ) und ein Teil davon vererbt werden könnten, wär schon prima.

@imkeralex:
Du nimmst den Überstand auf dem holz nicht ab? Also nicht mit dem Tuch abwischen das Nasse? Nimmst du ein spezielles Leinöl? Immer im Sommer oder streichst Du auch winters. Hab gehört, Leinöl härtet nicht mehr unter 12 Grad.
Ich hab das bei unserm Hühnerhäuschen so gemacht: wir hatten noch so ne öko-Grundierung übrig und dann fett Leinöl drauf. Hat ewig gedauert bis das fest war... aber scheint zu halten.
Die Mehrfach-Ölung über die Jahre.... das wird`s dann wohl bringen. Denn Leinöl blättert nicht ab, wie Lacke oder manche Lasuren, sondern erodiert...

Die alten Almhütten haben den Vorteil in einem recht "trockenen" Klima zu stehen. Ähnliches funktioneirt z.b. in einem relativ milden aber sehr feuchten Schwarzwaldtal nicht (unser Haus steht so.... :auge: )
Die kalten Winter in den Alpen machen dem Holz gar nix, wäre es wärmer, gäbs Gammel. So gibt's in den Alpen wohl auch Dachschindeln, die schon seit einem Jahrhundert oder länger dicht sind....
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon beeo » 17. November 2015, 20:04

Also Waldi, wenn du dich weiter über den einen oder anderen Forumsteilnehmer aufregst wirste keine 100! ;-) Aber solltest du es werden singe ich an deinem Grab Halleluia von Leonard Cohen ;-)

Die Esche ist ein Hartholz, ca. doppelte Dichte und feinfasriger. Das gibt ne ganz andere Oberfläche. Das Hartöl hast vll. sogar in gelöster Form aufgebracht, zieht besser rein (ins Holz und in den Kopf beim Schnüffeln ;-). Und dann arbeitet der Fußboden noch deutlich weniger. Und dann isses halt auch bissl wärmer bei dir als bei den Beuten draußen...

Ob die Pilze nicht schlimm sind will ich nicht beurteilen, das was ich über Holz(-bearbeitung) weiß gehört zur Innenanwendung... Und wenn es da Pilze gibt würde ich erstmal woanders Hand anlegen ;-)
Ich befürchte aber dass der Pilz von irgendwas leben muss. Wasser hat er, Luft und Sonne isser vielleicht gar nicht so erpicht drauf. Ob Wasser genügt wag ich zu bezweifeln, ich denke er wird dir schon an der Substanz rumnagen...
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon waldimker » 17. November 2015, 21:16

Hey beeo,

ich übe mich in Geduld und "Wurstigkeit" wenn mir einer auf die Nerven geht. Und bis ich 100 bin ist mir das meiste eh schnuppe... ;)

Ja, der Pilz, der Pilz. Gute Frage, das. Und keiner kanns mir beantworten? Schnief.
Hier steh ich nun ich alter Tor und bin so schlau als wie zuvor!

Dass das Hartholz Esche eine andere Oberfläche gibt ist einzusehen und schon sinnlich wahrzunehmen. Schon beim Hobeln scheidet sich da das Feine vom Gröberen. Ich hatte übrigens kein Lösemittel drin, es war wirklich das reine Öl. Bei einem andern Boden hatte ich die Variante mit Orangenöl, da wurd mir schummrig. Die Oberfläche mein ich ist besser ohne das Lösemittel. Aber ist auch ein anderes Holz mit anderem Alter undundund...
Bei meinen Beuten löse ich die Pigmente übrigens mit Orangenöl und mische dann mit Leinöl.
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon beeo » 17. November 2015, 22:00

Je nachdem was ich mache nutze ich erst mal eine Lösung aus einem Öl und Balsamterpentin (Oder zumeist das ganze als fertige Lösung, zB von Kreidezeit). Wenn das trocken ist direkt mit einem Öl, mächtig einpolieren. Dann ggfs. ne Schicht Wachs und das ganze aufpolieren. Dann hast ne beanspruchbare Oberfläche (bei entsprechender Vorbereitung natürlich...)

Im Beutenbau hab ich mich bisher keiner Illusion hingegeben etwas retten zu können, deshalb nur eine dünnschichtige Lasur die einzieht bei den Böden, ansonsten nix. Aber das weißt du ja. Wobei eine natürliche Vergrauung auch ein Schutz darstellt. (Klar, n hammermäßiger Schutz is das nich ;-)
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon imkeralex124 » 17. November 2015, 22:29

@ waldimker
ich pinsle die Zargen im Frühjahr wenn ich sie für den Einsatz bereit mache. Vorher stehen sie im trockenen Schuppen. Ich verwende einfaches Leinöl, das ich etwas in einem Stieltöpfchen auf dem Herd warm mache - nicht kochen und mit einem breiten Lasurpinsel auftrage. Abwischen tue ich nichts. Das Öl dringt ziemlich schnell ein und nach ein paar Tagen ist es trocken. Das Leinöl beklomme ich im 10 l Kanister von einem Raps und Lein-anbauer der sein Öl selbst presst und vermarktet. Ich stelle meine Bienen an seinen Rapsacker und das Öl ist der Lohn dafür. lg
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon waldimker » 17. November 2015, 23:06

@imkeralex:
klingt gut!
Braucht Raps Bestäubung durch Bienen?!

@beeo:
ne, wusst ich nicht. was für eine Lasur?
Balsamterpentin...hat mir grad mein Arzt verschrieben, höhö. Das misch ich dann auch unters Leinöl. Welche Anteile?
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon imkeralex124 » 17. November 2015, 23:28

@ waldimker
wenn 30 Völker an einem 10 ha Rapsacker stehen bringts auch dem Bauern mehr Körner und der Raps blüht dann auch gleichmäßiger ab. Er hat den Vergleich mit anderen Äckern. Es ist ihm jedenfalls ein paar Kanister Öl wert. lg
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon Simon » 18. November 2015, 14:41

Leinöl macht das Holz an der Oberfläche härter und lässt es weniger aufquellen, UV Schutz ist nicht gegeben. Die Oberfläche wird grau, das ist zunächst mal kein Pilz. Streicht man die blassen Weymouthkiefernkisten bevor sie anwittern reagiert das Holz ungleichmäßig auf das Wetter, man sieht wo zuerst Wasser eindringt, das sieht fleckig aus. Trägt man den Schutz zu dick auf könnte es auch sein dass Wasser unter der sperrenden Leinölschicht eingeschlossen ist und Stockflecken entstehen? Mir gefällt die Camouflage-Schieferfarbe, die Kisten bleiben erst mal unbehandelt und werden (oder auch nicht) nach 2-3 Jahren geölt. Ich hab den Verdacht dass Leinöl das Wasser verdrängt und die Kisten schrumpfen? Könnte es auch sein dass frisch gezimmerte und geölte Zargen schneller reißen?
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon Hochleistungsbiene » 18. November 2015, 17:07

waldimker hat geschrieben:Braucht Raps Bestäubung durch Bienen?!


Die Frage müsste imho eigentlich eher heißen: "Braucht Raps eine zusätzliche Bestäubung durch Bienen?"

Das ist dann sicher stark von der jeweiligen Situation abhängig.
Das heißt die Bestäubung müsste der minimierende Faktor zur Ertragsbildung sein, wenn sie zusätzlichen Ertrag oder Qualität bringen sollte.

Der Raps hat in Bezug auf die Blüten einiges an Reserven. Nur ein kleiner Teil der Blüten(knospen) wird tatsächlich zur Schote. Bzw. kann von der Pflanze überhaupt ernährt werden. Der größte Teil wird also sowieso recht früh abgeworfen. Da würde es also nix bringen, wenn die zusätzlich noch bestäubt wären. (Theoretisch würden durch überzählige befruchtete und zu lange unnötig ernährte Blüten, bis die dann doch abgeworfen werden, sogar Reserven der Pflanze vergeudet, oder nur verkümmerte Früchte ausbilden.)

Neben dem Wind sollten es z.B. allein die Rapsglanzkäfer (die im Knospenstadium in größerer Zahl ein Schädling, während der Blüte in gemäßigter Zahl dann aber ein Nützling sind) ganz gut schaffen die paar wenigen benötigten Blüten ausreichend zu befruchten...

Argumente wie z.B. bei Obst oder Erdbeeren, wo man einzelne schöne Früchte (Qualitätsverbeserung) will, bringen beim Raps eher weniger, da kleiner Früchte (weniger Körner pro Schote) durch besser ausgebildete einzelne Körner kompensiert werden.

Würde gern mal einen Versuch durchführen, indem man auf einen richtig großen Schlag auf eine Stelle ein paar Völker stellt. Unterstellt man, dass die Bienen nahe am Stand besser bestäuben als am anderen Ende des (großen!) Schlages, könnte man das bei nennenswerten Ertragssteigerungen gut anhand einer Ertragskartierung durch den Mähdrescher erkennen. Der mißt dabei während des Dreschends dauernd den Ertrag und stellt das dann mittels GPS farblich auf einer Karte dar. (Die normalen Ertragsschwankungen durch die Inhomogenität der Schläge müsste man anhand der Vorjahreskarten "rausfiltern".)
Hier bei mir in Hessen sind die Schläge dafür aber zu klein und Ertragskartierung daher auch kein Standart. Währe eher was für jemanden aus den (Nord-)Osten oder besser noch die Riesigen Flächen in USA, Kanada oder Australien...

Irgendwelche Ergebnisse aus Treibhausversuche, oder wilde Experimente mit Insektennetzen halte ich genauso für eine realitätsfremde Glaubenssache wie den Vergleich mit anderen Schlägen.

Könnte man seriös einen Nutzen für Raps durch die Bienen belegen und beziffern, wäre das sicher ein sehr großer Nutzen für alle Imker.
Da stellt sich halt die Frage, warum das noch keiner gemacht hat, wo die Bestäubungsleistung doch immer so phänomenal wichtig sein soll...? :roll:
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon Boettger » 18. November 2015, 23:57

Reines Leinöl halt ich persönlich nicht für so prickelnd.
Ich streiche meine Beuten mit Fußbodenhartöl auf Leinölbasis (Kreidezeit). Dem Leinöl werden - wenn ich mich richtig erinnere -Terpentine und natürliche Harze zugemischt, die dem Anstrich bzw. der Beute richtig gut tun. 2x eingestrichen wird das frische Holz wunderschön bernsteinfarben angefeuert. Für die Hobbypraxis ist es ein recht passabler Wetterschutz auf Naturbasis und schützt die Oberfläche auch ausreichend vor Kratzern etc. Die Trocknungszeit ist mit ca. 24 h deutlich kürzer als bei reinem Leinöl.
Im Zuge der Wabenhygiene (also i.d.R. nach drei Jahren) gehe ich kurz mit der Ziehklinge über die Oberfläche und streiche die Zargen einmal mit dem Fußbodenhartöl nach. Graue oder angegraute Flächen dunkeln dabei wunderschön nach - ich steh da drauf.

Probleme mit der Feuchtigkeit habe ich höchstens am Beutenboden evtl. auch mal auf der ersten Zarge durch Spritzwasser. Die Böden haben deswegen sowieso eine kürzere Lebensdauer. Die Zargen stecken solchen Episoden durch die Rotation ganz gut weg soweit ich das bis jetzt sagen kann. Aber alles was einmal zu naß geworden ist sollte ausgetauscht, richtig durchgetrocknet und nochmal eingelassen werden.

Wenn neue, frisch gestrichene Beuten einreißen, liegt das m.E. übrigends nicht am Ölen. Die Faktoren dafür sind wohl eher die Holzfeuchte (zu trocken bzw. zu naß), die Konstruktionsweise (z.B. Schrauben statt Zinken) und die Verleimung der Bretter.
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon Karlheinz » 19. November 2015, 09:31

irgendwie drängt es mich, hier auch noch meinen Senf dazu zu geben:
Reines Leinöl ist imho ungeeignet, da es ranzig wird und mit dem Trägermaterial Holz zu schimmeln und faulen neigt. Es trocknet auch nicht wirklich vollständig ab, wodurch dieser Prozess ständig weitergeht.
Leinölfirnis allgemein ist erst mal auch höchst bedenklich, wegen der zum schnelleren Trocknen eingesetzten Sikkative (meist Schwermetallsalze). Verwendet man trotzdem "Leinölfirnis", muss man unbedingt auf die Qualität achten. Hier gibt es von einigen Herstellern auch unbedenkliche (weil ungiftige) Produkte. Baumarkt-Leinöl gehört da aber eher nicht dazu.
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon HaroldBerlin » 19. November 2015, 11:35

waldimker hat geschrieben:@imkeralex:
Braucht Raps Bestäubung durch Bienen?!


Es ist wohl wie so oft "additiv" - schaden tut es keinesfalls!
Zuletzt geändert von HaroldBerlin am 19. November 2015, 11:42, insgesamt 2-mal geändert.
Noch hier? Wir sind doch alle da: http://dreilichs.de/if/
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon waldimker » 19. November 2015, 11:38

@Karlheinz:
was empfiehlst Du denn dann?

Übrigens "trocknet" Leinöl nicht, sondern härtet aus. Es ist irgendein chemischer Vorgang, der mit "Trocknung" wohl nicht gut beschrieben ist.
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon imkeralex124 » 19. November 2015, 14:05

Karlheinz hat geschrieben:Reines Leinöl ist imho ungeeignet, da es ranzig wird und mit dem Trägermaterial Holz zu schimmeln und faulen neigt. Es trocknet auch nicht wirklich vollständig ab, wodurch dieser Prozess ständig weitergeht.

Ich pinsle seit ca 20 Jahren Leinöl und kann das leider nicht bestätigen. lg
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon waldimker » 19. November 2015, 15:14

Simons Erklärung, dass evtl. nicht ganz trockenes Holz bepinselt wurde bei mir - könnte in diesem Falle richtig sein, denn die Beuten waren über Winter draußen, standen dann leer draußen rum und wurden nach kurzem Abschleifen angestrichen. 100%ig trocken waren die sicher nicht.
Und andererseits wäre die Theorie, dass lokal Wasser eindringt und Stockflecken gibt, auch denkbar, gerade wenn das Holz nicht trocken war.

@imkeralex:
ich glaub dir. in der Theorie muss das auch gehen! wenns bei dir in der Praxis geht...
Trockenes Holz, UV-Licht, das wird's wohl sein.

Ich wird mal mit Balsamterpentinöl verdünnen und weiter pinseln.
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon Karlheinz » 19. November 2015, 19:28

@ Waldimker
richtig, der Begriff "trocknen" ist nicht korrekt, aushärten trifft es besser. Wenn feuchtes Holz mit Leinöl oder Leinölfirnis behandelt wurde und dann nicht luftig gelagert wird, stockt es auch. Bei luftiger Lagerung aber nicht, das ist ja gerade der Vorteil bei Leinölfirnis, im Gegensatz zu Lacken. Leinölfirnis wird auch im Bootsbau verwendet, eben weil Feuchtigkeit wieder aus dem Holz entweichen, (aber teils auch eindringen) kann. Leinöl und Leinölfirnis lassen das Holz atmen.
Reines Leinöl neigt da aber durchaus eher zum stocken als Leinölfirnis, auch wenn Andere diese Erfahrung in 20 Jahren noch nicht gemacht haben mögen.
Beim Streichen mit Leinölfirnis hilft "viel" nicht wirklich viel. Und sehr hilfreich ist, wenn die Hölzer nach dem Streichen bei möglichst windigem Wetter im Freien "getrocknet" werden. Man darf das Holz aber nicht im Leinöl "ersaufen", denn dann ist´s mit dem Atmen auch vorbei und die Gefahr des Stockens steigt.
Meine Erfahrung aus dem Bootsbau... Kann man aber gerne auch anders sehen...
Gruß
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon waldimker » 19. November 2015, 19:41

was man zusetzen um -Firnis zu bekommen?
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon Karlheinz » 19. November 2015, 20:03

waldimker hat geschrieben:was man zusetzen um -Firnis zu bekommen?

Uuups, da muss ich jetzt passen.
Bei Leinölfirnis sind Sikkative zugesetzt, die das Leinöl schneller "trocknen" lassen. Aber was sonst im Einzelnen zugesetzt wird....
Im Wesentlichen geht es bei der Firnis um eine schnellere "Trocknung". Manche Hersteller mischen Harze mit ein, die aber auch der schnelleren Trocknung ´, äh... Aushärtung dienen, z.B. Le Tonkinois. (Imho das Beste was es zum Bootsbau gibt, weiss aber nicht, ob die für Bienenbehausungen zu empfehlen sind, Thema Sikkative)
Gruß
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon waldimker » 19. November 2015, 21:05

warum ist nun Leinöl(firnis) im Bootsbau gut (für was eigentlich?) und im Beutenbau nicht?
Mir geht`s vor allem darum: Wenn Stockflecken oder Schimmel oder Pilze: Bleiben die an der Oberfläche oder fressen die sich umso schneller in das leinölgetränkte Holz rein?
Ich denke, wenn das Leinöl erstmal ausgehärtet ist, passiert da nicht mehr viel. Das kann aber ja Jahre dauern.
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon Karlheinz » 19. November 2015, 22:08

waldimker hat geschrieben:warum ist nun Leinöl(firnis) im Bootsbau gut (für was eigentlich?) und im Beutenbau nicht?
Mir geht`s vor allem darum: Wenn Stockflecken oder Schimmel oder Pilze: Bleiben die an der Oberfläche oder fressen die sich umso schneller in das leinölgetränkte Holz rein?
Ich denke, wenn das Leinöl erstmal ausgehärtet ist, passiert da nicht mehr viel. Das kann aber ja Jahre dauern.


Ich baue historische Kajaks mit Holzgerippe und einer Haut darüber. Leinölfirnis schützt das Holzgerippe, welches extremer Belastung (Biegung in Wellen, Feuchtigkeit, Hitze, Kälte) ausgesetzt ist. Beim Bootsbau kommt es auf mehr oder weniger schädlicher Schwermetalle nicht so sehr an wie beim Beutenbau. Da will man sicher keine Schwermetalle! Deshalb wird hier nicht einfach Leinölfirnis irgendwelcher Herkunft verwendet. Wer sehr pingelig ist, nimmt eben Leinöl. Auch ok, braucht nur länger beim "trocknen" und kann, wenn nicht gut belüftet dann stocken, schimmeln. Wenn abgetrocknet, was bei mangelnder Belüftung viele Wochen dauern kann, ist alles gut. Wichtig ist dünnes auftragen, d.h. das Holz soll nicht tropfnass sein vom Leinöl. Dünn auftragen und gut ist´s. Und dann windiges Wetter, so trocknet´s sehr rasch. Die Flecken sind eher ein Schönheitsfehler. Hast Du da aber vielleicht trotzdem mal ein Bild davon?
Gruß
Karlheinz
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon waldimker » 20. November 2015, 10:32

Hallo Karlheinz,

würde gern ein Bild einstellen. Aber der Fotoapparat ist bei der Frau, die kommt vermutlich dieses WE nicht weil Schnee angesagt ist und so Handy-Dinger gibt`s bei uns nicht.
Ich würd aber mal drauf zurückkommen.

Du meinst also: Wenn das Leinöl mal ausgehärtet ist - ist gut? Würdest Du mehrfach auftragen (natürlich erst nach gründlichster Aushärtung der ersten Schicht)? Scheuen würd ich das schon... Ich hab die Kästen - seit ich in Großserie gegangen bin - nicht mehr geschliffen, nur gehobelt. Bei den ersten zehn dachte ich noch: na, die sollen supi werden... jetzt machen die soviel Arbeit (im Keller liegen grad Bretter zugesägt für 50 Bruträume, davor 35 Ablegerkästen, dann noch ca. 70 Honigräume und dazu die ganzen Böden, Fütterer, Rähmchen, Deckel etc.pp....)
Mein Ziel mit dem Ölen ist es, eine größere Dauerhaftigkeit zu erreichen UND die Teile farblich zu gestalten. Beides günstig und absolut "natürlich". Natürliche Pigmente, Kanister günstigen Leinlöls und jetzt noch verdünnen mit Balsamterpentinöl (Kieferndestillat).
Die Weymouthkiefer säuft Leinöl. Eine normale Zanderzarge würde geschätzt so 60 bis 70 ml aufnehmen. Nachdem ich die Zargen dann eine halbe Stunde oder so stehengelassen habe, wird der Überstand gründlichst mit einem Lappen abgenommen. Allerdings sind die Kästen, die ich vor Wochen geölt habe, immer noch ölig... Ich denke, das wird erst mit steigenden Temperaturen, Sonnenlicht und Wind geschehen. Auch ist bei uns notorisch übel mit solchen Sachen. Als ich im April letzten Jahres unseren Holzfußboden mit Hartöl (keine Härter meines Wissens, kein Lösemittel) eingelassen hatte dauerte es ca. 15x länger als Hersteller, Verkäufer, Handwerker, gesagt hatten. Muss wohl am Mikroklima liegen... Jetzt ist aber alles gut.

Wenn ich dich recht verstehe ist es auch notwendig, die Spanten (?) der Kajaks mit Öl zu schützen. Vermutlich geht es um verzögerte Verwitterung sowie Maßhaltigkeit? Also wird Leinöl auch bei solch exponierten Bauteilen erfolgreich und traditionell eingesetzt. Das gibt mir Mut.

Es gibt auch spezielle Leinöle pur, z.b. von leinölpro, die NICHT stockig werden sollen oder schimmeln. Allerdings ist der Preis derart dass man`s dann auch grad lassen könnte... von den Lasuren ganz zu schweigen.

Ich bin ein notorischer "Selbermacher" und will einfach wissen, WIE man was macht. Einfach kaufen und draufschmieren - damit bin ich erst zufrieden wenn ich`s selber könnte, eingesehen habe dass ich`s selber nicht kann und/oder die Mittel dazu nicht habe aber immerhin wüsste wie`s geht. Das geht nicht bei Allem, aber ich hab`s mir jetzt in den Kopf gesetzt... :bigrin:
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon Karlheinz » 20. November 2015, 16:34

Hallo Waldimker,
wenn Du pur aufträgst genügt einmaliges auftragen, denn sobald das Zeug eine bestimmte Eindringtiefe erreicht hat ist Schluss. Das Holz nimmt dann nichts mehr auf und alles überschüssige trocknet ewig nicht. Bei den Booten nehm ich im ersten Anstrich eine Verdünnung mit Terpentin, es dringt dann tiefer ein. Man sollte dann aber sofort mit dem 2. Anstrich pur draufgehen, bevor der "Trocknungsprozess" beginnt, denn sonst dringt der nicht mehr ein.
Überschüssiges Öl wische ich nach ein paar Stunden ab (Vorsicht, der Lappen kann sich später entzünden, wenn man ihn irgendwo liegenlässt, besser auswaschen). Allerdings sollte das eher nicht notwendig sein, denn sonst hat man schon zu viel Öl aufgetragen.
Ganz wichtig ist aber, das Holz möglichst zugig, offen zu lagern. In einem geschlossenem Raum klappt das nicht. Je mehr es durchzieht, desto besser. Es kommt auch nicht darauf an, möglichst viel Öl ins Holz einzubringen, es soll ja nicht dicht werden, sondern noch etwas atmen können. Und ich glaube, das ist hier Dein spezielles Problem. Versuchs mal mit erheblich weniger Öl, denn es ist ja kein Lack, der außen eine Schutzhülle bieten soll, sondern der die Holzfasern geschmeidig hält und nicht wasserdicht, sondern wasserabweisend ist.
Die einzelnen Fasern des Holzes sind ja mit einer Art natürlichem Kleber miteinander elastisch verbunden. Extremer Witterung ausgesetzt, wird dieser Kleber in Oberflächennähe gelöst und mit der Zeit ausgewaschen, das Holz reisst ein.
Das geölte Holz lebt deshalb länger, weil der Regen den Kleber der Holzfasern nicht mehr auswaschen kann.
So, ich hoffe, ich habe Dich jetzt nicht zu sehr vollgesülzt.
Übrigens: Die ältesten historischen Kajaks halten so seit mehreren hundert Jahren. Sie wurden mit Seehund oder Walfett behandelt. Das aber gäbe dann wieder Rückstände gerüchlicher Art im Honig :puke:
Gruß
Karlheinz
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Re: Leinöl-gestrichene Beuten werden schwarz

Beitragvon waldimker » 20. November 2015, 17:11

Hallo Karlheinz,

nein, nein, sehr gut. Freue mich über fachkundige Diskussionen.

"zu viel" Öl verwende ich sicherlich nicht, denn das, was ich da abwischen muss, ist minimal. Ein Geschirrtuchgroßer Lappen hält locker 20 Zargen...
...übrigens: werden Holzteile oft "geflutet" mit Öl. Mehr als voll geht bei Gläsern und Hölzern nicht. Alles was "mehr" ist, ist ein Film außen drauf. Den sollte es sicher nicht geben. Allerdings wird sich eine Holzoberfläche, die noch nicht ausgehärtet ist, dadurch offenbaren, dass, wenn man mit dem trockenen Handballen drüberrubbelt, dieser dann etwas ölig wird.

Das mit dem zweiten Anstrich ist mir jetzt neu. (also nicht per se, im Innenbereich mache ich immer zwei, wobei der zweite der "Glattheit" dient, weniger dem Tränken)
1. wieviel Terpentin setzt Du zu? (das Terpentin dient ja dazu, dass man NICHT zuviel Öl aufs Mal auftragen KANN)
2. die Rezepte zur Holzoberflächenbehandlung, die ich kenne, lassen diesen ersten, mit Lösemitteln verdünnten Anstrich sehr wohl aushärten (und dann zwischen schleifen). Warum sollte das Öl nicht mehr einziehen? Wenns schon dicht genug ist, dass kein Öl mehr reingeht, ist es auch für Wasser dicht genug. Wenn nicht, wird noch Öl reingehen.
Soll jetzt keine Besserwisserei sein, ich frag mit meinen Gedanken bei dir nach...!
Ich hatte gehofft, Einmal mit verdünntem Leinöl streichen würde genügen...
3. Wann machst Du den zweiten Anstrich mit purem Öl? Ich nehme mal an, dann, wenn ein großer Teil des Lösemittels verdunstet ist und so Platz geschaffen hat, aber das Öl noch nicht aushärtet. Tage? Stunden?
Terpentin zieht Sauerstoff an, der Sauerstoff sorgt fürs Aushärten des Leinöls, insofern...
In der Tiefe wird sich das Terpentin lange halten....
4. Mir hat eine Restauratorin gesagt, unter 12 Grad passiert nix mehr am Leinöl. Kannst Du das so unterstreichen?

Welche Eindringtiefe
a) Öl
b) Öl mit Terpentin (Halböl?)
erreichst Du
bei welchem Holz?! (ich nehme an: Esche für die Spanten?)

Tierische Fette mag ich nicht so besonders. Grad riechen meine Hände nach totem Schaf (ich hab grad wieder eins für die Gefriertruhe hergerichtet). Mir wird mit zunehmendem Alter immer übler von so Geschichten...und Gerüchen...
Wenn aber die nächste Eiszeit kommt, weiß ich, was zu tun ist! :puke:
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