Sind auch Schweizer hier "unterwegs"?

regionale Aktivitäten, Imkertreffs

Sind auch Schweizer hier "unterwegs"?

Beitragvon MS1969 » 10. April 2016, 18:01

Hallo zusammen,

nach längerem Mitlesen habe ich mich hier auch mal registriert! Danke an alle, die sich in diesem Forum so kompetent einbringen und natürlich vielen Dank an den Forenbetreiber!

Mein Nachbar ist Obstbauer im Nebenerwerb (nur Hochstammbäume) und hat mich vor geraumer Zeit mal gefragt, ob ich nicht Lust hätte, auf seinem Hof ein paar Bienenvölker aufzustellen. Da ich nicht Nein sagen kann, hat er mich dann auch gleich für den nächsten Imkerkurs bei einem Bienenzüchterverein in meinem Wohnkanton angemeldet. Ich hab mich dort - das ist zumindest mein Eindruck - gleich unbeliebt gemacht, weil ich zu Kursbeginn mitgeteilt habe, dass ich auf "Zander nach Dr. Liebig" imkern möchte. (Ausserdem bin ich kein "richtiger" Schweizer, sondern nur eingebürgert und rede als ehemaliger "Ruhri" aus der Nähe von Dortmund auch nach fast 2 Jahrzehnten in der Schweiz immer noch penetrant Hochdeutsch. Damit macht man sich nicht überall beliebt in diesem schönen Land. :oops:)

Ich wurde dann auch gleich belehrt, dass man im Kurs nur das Imkern mit dem "Schweizerkasten" (eine Hinterbehandlungsbeute) erlernen würde. Für knapp 600 EUR Kurskosten könnte die Wissensvermittlung etwas universaler sein, finde ich. Allerdings haben die anderen Kursteilnehmer wohl alle Schweizerkästen, die sie teilweise von Eltern oder Grosseltern übernommen haben, oder übernehmen wollen. Wenn schon Magazin, dann sollte ich doch das in der Schweiz übliche Dadant-Blatt-Magazin nehmen, wurde mir von einem Bienen-Guru aus meiner Region empfohlen. Er hätte mit dem geteilten Brutraum ausserdem bisher am wenigsten Erfolg gehabt.

Die Frage ist aber für mich jedoch, wie man Erfolg definiert. Leider konnte ich das mit dem "Guru" nicht zu Ende diskutieren. (In dem Zusammenhang finde ich auch den zu diesem Thema gerade in diesem Forum laufenden Faden hochinteressant!) Für mich ausschlaggebend ist das Argument der einheitlichen Wabengrösse im BR und HR. Das wird mir bei maximal 4 Völkern die Arbeit etwas vereinfachen. (Vielleicht ist Dadant für die hiesigen Trachtverhätnisse tatsächlich die bessere Alternative.) Erfolg ist für mich in erster Linie, die Völker gut über den Winter zu bringen und dann im nächsten Jahr etwas Honig ernten zu können. Und dann natürlich eine erfolgreiche Vermehrung der Völker im nächsten Jahr. Mehr will ich eigentlich gar nicht!

Das Buch von Dr. Liebig habe ich natürlich schon ein paarmal gelesen. Und was man da auf seiner Webseite an Dokumenten runterladen kann auch. Die Unterlagen von Dr. Aumeier habe ich natürlich auch alle schon - teilweise mehrfach - gelesen. Und die Videos aus dem "Einfach Imkern-Dunstkreis" habe ich auch fast alle gesehen. Ich hatte Ostern zwei Wochen Urlaub und sehr viel Zeit. Daher fühle ich mich fit um in die Praxis einzusteigen, auch wenn ich hier vor Ort keinen Imkerpaten haben werde. Aber ich hoffe (auch) hier in diesem Forum auf Eure Unterstützung!

Zunächst einmal gilt es aber die nächste Hürde zu nehmen: Werde ich im Mai oder Juni von einem netten Schweizer Imker einen (Kunst-) Schwarm bekommen? In der Ostschweiz könnte ich bei einem Züchter sofort - sofern noch verfügbar - ein "Carnica-Volk mit Königin von 2015 auf 6 bis 8 Zanderwaben" für schlappe 270 EUR (300 CHF) bekommen. Natürlich sind bei dem Preis der Boden, die Zarge und der Deckel nicht enthalten. Die Einwegkiste kostet dann noch mal 10 EUR extra. :bigrin: (Der Kunst-) Schwarm direkt von einem Imker wird mich auch so ca. 130 bis 140 EUR kosten. Das sind hier die ortsüblichen Preise. Dafür verdient man als Schweizer auch etwas mehr beim Honigverkauf. Ein 500 g-Glas Waldhonig geht hier in der Regel nicht für unter 14 CHF (12.60 EUR) über den Tisch. Man rechnet hierzulande auch mit jährlichen Erlösen von rund 300 CHF/Volk für den Verkauf von Honig und anderen Bienenprodukten. (Daher kommt vermutlich auch der Preis von 300 CHF für ein Volk.)

Sind denn nun Schweizer Imker hier im Forum? Falls ja, dann outet Euch doch mal....

Wie es weitergeht, erfahrt Ihr dann an dieser Stelle in einigen Wochen!

Beste Grüsse aus dem Grossraum Basel,

Matthias
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Re: Sind auch Schweizer hier "unterwegs"?

Beitragvon beeo » 10. April 2016, 18:49

Gerade als Basler würd ich mich mit den Badnern anfreunden... Und statt dem 600 EUR Kurs noch ein paar mal das Liebig-Buch lesen. Das finde ich schon nen Happen Geld. Oder ist das dann ein Kurs nur für dich?

Und wenn es einigermaßen läuft kriegst von nem Imker der sich langsam verkleinert ein komplettes Volk mit Kasten in Zander für unter 200 EUR. Also statt Kurs und Kunstschwarm lieber 3-4 Völker gekauft.
Ich rede normalerweise keinem einen Kurs aus, aber für das Geld (und unter der Annahme dass es wie üblich ein Kurs mit einer Gruppe ist)...

Aaaaber: Auf alle Fälle viel Spass, und lass dich von Rückschlägen nicht entmutigen. Gerade in Gegenden die kein 12monatiges Trachtbandparadies haben, kann immer mal was passieren...
Kuck mal, ein neues Forum :-) Infos: http://einfachimkern.de/viewtopic.php?f=28&t=2729
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Re: Sind auch Schweizer hier "unterwegs"?

Beitragvon Simon » 10. April 2016, 21:11

Ein Gruß in die Schweiz, dort läuft vieles etwas anders ab, unverkrampft ist schon mal die liberale Zulassungssituation organischer Säuren. An gute Bienenvölker zu kommen ist nicht einfach, nicht überall haben die Bienen genügend gute Eigenschaften; ein Export in die Schweiz ist mit nicht unerheblichen Umständen verbunden, man will unter sich bleiben. Vielleicht knüpfst du einen Kontakt, es gibt ein paar Kollegen die hier mitlesen. Viel Erfolg und berichte weiter!
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
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Re: Sind auch Schweizer hier "unterwegs"?

Beitragvon MS1969 » 4. Mai 2016, 14:48

Hallo zusammen,

ein anderer "Schweizer" hat sich hier (leider) nicht geoutet. Macht aber auch nichts, schliesslich gibt es ja das Forum und gute Bücher! :D Wie Simon schon schrieb, kann man den Import von Bienen aus Deutschland "vergessen". Der Aufwand dafür ist in der Tat "nicht unerheblich". Der für deutsche Verhältnisse relativ teure Imkerkurs erstreckt sich übrigens über 2 Jahre und beinhaltet 16 halbe Kurstage. Das relativiert den Preis schon ein wenig, denke ich. Und es ist sicher auch nicht uninteressant, die Betriebsweise des Schweizerkastens kennenzulernen. (Ich sitze dann immer still dabei und denke "brauchst du nicht", "brauchst du auch nicht", "wird bei mir einfacher" .... :bigrin:))

Mein Bienenstand ist auch fast fertig. Er ist nun wegen des etwas abfallenden Geländes etwas luxuriöser geworden. Genau 9 m2 Schalbretter und rund 25 m 78er-Kantholz muss ich noch verbauen. So 140 kg Beton und ungefähr die gleiche Menge Steine (als Fundamente) habe ich bereits verarbeitet. Eigentlich wollte ich nur ein paar Paletten aufstellen und diese mit ein paar untergelegten Steinen und Kanthölzern waagerecht ausrichten. :oops: Na ja, egal. Schliesslich hat man auch schon teurere Hobbies gehabt. Sagt jedenfalls meine Frau.... :bigrin:

Am letzten Sonntag bin ich in meiner alten Heimat in Westfalen übrigens zufällig in eine "Bienenführung" hineingestolpert. Als ich gefragt habe, wem denn die Bienen gehören, sagte man mir "das ist ein Stand von Pia Aumeier". Das hätte ich am östlichen Rande des Ruhrgebietes gar nicht erwartet!

Beste Grüsse,

Matthias
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