Imkern in verschiedenen Klimata

Verhalten, Anatomie und Krankheiten der Bienen

Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon waldimker » 27. Juli 2016, 20:09

Liebe Kollegen,

ich mag gar nicht von den Tropen oder auch nur von Süditalien sprechen.
Da ich mitten im Schwarzwald lebe habe ich die ersten Jahre auch nur hier geimkert. Mit "mäßigem Erfolg" wenn man mal von Frühtracht, Ablegerbildung, TuB udgl. mehr ausgeht. Honig gabs schon, wenns gehonigt hat.

dann vor ein paar Jahren fing ich an, zur Rapsblüte Völker ins Warme zu stellen. Interessant war das schon: die Völker hatten bei der Rückkehr im Schnitt eine Zanderzarge mehr Bienen, eine volle Zarge Rapshonig (währnend hier im Schwarzwald die Selbstversorgung grad anfing) und natürlich eine wesentlich höhere Schlagkraft in der Waldtracht. Zudem war - je nach Trachtjahr - TuB möglich bei diesen Völkern.

Nun war ich dieses Jahr das erste Mal über Winter im Warmen. Begeisterung über die "vonselbst"-Entwicklng im Frühjahr. Fasziniert über die Stärke des Schwarmtriebs.
Und nun: Die am schwächsten gebildeten Ableger hab ich "draußen" im Warmen gelassen. Die stark gebildeten mit in den Schwarzwald genommen. Ähnlich die Trachtvölker: Die Schwächlinge blieben im Warmen.
Bei letzteren konnte ich vor drei Wochen die Brut entnehmen. Beid Teile sind nun prima Ableger, die die "Trachtvölker" im Schwarzwald in den Schatten stellen.
Die "schwachen" Ableger haben die "starken" schwarzwälder Ableger längst überholt. Ich weiß kaum, wo die Futter einlagern sollen, so groß sind die Brutnester. Im Schwarzwald schrumpfen die Ableger dahin...
Die "Trachtvölker" im Schwarzwald sind auf Ablegerniveau dahingeschrumpft (während wie gesagt die Schwächlinge im Warmen problemlos teilbar waren).
Das alles ohne Tannentracht.
Sicherlich war das dieses Jahr extrem. Der Trend ist aber eindeutig.

Hat jmd. ähnliche Erfahrungen gemacht?

Mein Fazit: Imkern... das macht man lieber in einem zumindest einigermaßen bienenfreundlichen Klima. Und übrigens. Wir sind hier auf 500 m Meereshöhe nicht auf 1500.... Könnt man ja meinen, nicht wahr? >99% des beflogenen Gebietes sind Fichten- und Tannenwälder.

viele Grüße,

vom Wald- und Weinbauimker
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Re: Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon Boettger » 27. Juli 2016, 21:42

Die Frage die sich mir dazu spontan gerade aufdrängt: Wie sieht es bei Dir im Schwarzwald mit dem Pollenangebot aus?

Direkt im Wald würde mir für diese Jahreszeit (fast) kein Pollenspender einfallen. Evtl. spielt das Klima da nicht die einzige Rolle. Ich imkere auch auf 550 m Ü.N., allerdings mit viel Obst, Raps und Ackerflächen in der Umgebung. Ich vermute hier bei mir mal so etwa die Grenze zwischen Früh- und Spättrachtgebiet (bloß halt hier ohne nennenswerten Fichten und Tannenwald).
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Re: Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon Immenfreund » 28. Juli 2016, 05:51

waldimker hat geschrieben:...dann vor ein paar Jahren fing ich an, zur Rapsblüte Völker ins Warme zu stellen. Interessant war das schon: die Völker hatten bei der Rückkehr im Schnitt eine Zanderzarge mehr Bienen...

Du bestätigst, dass wandern auch für die Bienenvölker-Entwicklung wichtig ist und nicht nur wegen des Honig-Ertrages lohnend sein kann.
Mit freundlichen Grüssen

Helmut

Bienenstand auf 300 m.ü.d.M. Hanglage in Streuobstwiese am Waldrand

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Re: Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon waldimker » 28. Juli 2016, 08:29

@Immenfreund:
darum geht es mir ja. versch. klimata. wäre hier bei uns obst vorhanden, säh es evtl. ganz anders aus!
Man muss sich aber im Klaren sein, dass bei uns die Kirsche oder Schlehe oder was auch immer i.d.R. 4 Wochen später blüht. Entsprechend entwickeln sich die Bienenvölker 4 Wochen später. Kaum sind sie auf dem Höhepunkt, scheint es mehr oder minder schnell abwärts zu gehen.
Pollenangebot scheint nicht maßgeblich zu sein. Gerade ab Juli blüht hier ne ganze Menge Kraut. Im Juni ... da befliegen sie die Matten, die i.d.R. erst spät im Juni gemäht werden und eine ungluabliche Vielzahl an versch. Blütenpflanzen beherbergen. Auch gibt es hier jede Menge Himbeere und Brombeere. Ich glaub nicht so recht dran an diesen Pollenmangel. Sicherlich aber lagern sie nicht so viel ein wie die Völker in wärmeren Gefilden.
Im Juni war hier Regenzeit praktisch ohne Flug. Dennoch fand sich eingelagerter Pollen auf den Waben. Und das Brutnest schwand dahin...
Es ist auch nicht jedes Jahr gleich schlimm oder ausgeprägt. Ich hatte oft im August noch gute Tracht mit ordentlichen Völkern (die aber vermutlich im "Warmen" wesentlich besser dagestanden wären, nur fehlte mir der Vergleich).
Obwohl ich schon letztes Jahr erstaunt war über eine handvoll Ableger, die im "Warmen" geblieben waren. Die quollen im Sommer regelrecht über während ich hier um die überwintungsfähigkeit bangte. Gleiches Bild wiederholt sich diesjahr. Obwohl auch dort keine Tracht herrschte oder herrscht.
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Re: Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon Epoché » 29. Juli 2016, 00:40

Kannst Du sagen, in welcher Region Dein "warmer" Standort ist? Würde mich interessieren. Finde ich übrigens einen spannenden Thread!
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Re: Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon waldimker » 29. Juli 2016, 07:52

Kraichgau in Ba-Wü.
Wenn ich den Wetterbericht von Ba-Wü (DWD) lese, dann lese ich verhältnismäßig oft so was:
"Tageshöchsttemperaturen 22 Grad im höheren Bergland und bis 30 Grad im Kraichgau."
Will sagen, es scheint ein milder Fleck zu sein. Die letzten Tage war hier solala. Man musste nicht schwitzen. Vom Kraichgau hör ich: "brütig, kaum auszuhalten, gut dass wir den Pool im Garten haben...." so Zeug.
Die Frühtracht ist dort sehr früh, was mich diesjahr ein wenig überfordert hat. Muss mich noch anpassen.
Was ich sagen kann: Es imkert sich WESENTLICH leichter in einem solchen milden Klima als bei mir im Schwarzwald. Im Prinzip sind da die Bienen Selbstläufer.
Da kommt sicherlich einiges zusammen. Die Temperaturen sind das offensichtliche. Als ich z.B. am Dienstag von den Bienen, mit einigen Bienen, spät abends losfuhr, waren es 21 Grad im Kraichgau. Fast T-Shirt-Wetter in der Nacht. Im Schwarzwald, knapp 2 Stunden später, hab ich bei 15 Grad beim Ausladen ein langes Hemd und eine Weste angezogen (Die 15 Grad waren vorher schon erreicht, während der Fahrt. Eine "normale" Nachttemperatur im HOchsommer liegt hier i.d.R. unter 15 Grad - 500 m über Meeresspiegel).
Dazu kommt eine wesentlich trockenere Gesamtlage. Oft, wenn cih im Herbst oder Winter oder auch im Frühjahr bei den Bienen war, hat mich das trockene, "sonnige" überrascht. Und kaum fahr ihc wieder in den Schwarzwald sind die Straßen nass und zuhause angekommen seh ich wie das Wasser an den Hauswänden und Fensterscheiben runterläuft. Es atmet sich besser als Mensch, aber den Bienen ist es wohl eher unpassend.
Laut Klimadaten hats im Schwarzwald auch um die Hälfte mehr Niederschlag...

Es geht mir nicht ums Klagen. Es geht mir um ertragreiches Imkern. Und um "Betriebsweise". Denn ich kann zwar verstehen, wie viele beschriebene Betriebsweisen im "Warmen" funktionieren werden (, denn dort kann man so ziemlich alles treiben mit den Bienen, wenn man im vernünftigen Rahmen bleibt). Hier aber nicht.
Letztlich arrangiere ich mich gerade mit dem Gedanken, "da draußen" zu imkern und nur bei einsetzender Waldtracht die Bienenspedition zu spielen.
Lese gerade zum Wiederholten Male "Pfefferle". Und obgleich mir das Wabenrumschieben so gar nicht zusagt: Er nutzte die Möglichkeiten des milden Oberrheintals für seine Bienenhaltung. Auf dem Titelbild sieht man kräftige Völker in der Rapsblüte stehen, auf dem Berg dahinter (Belchen? Kandel?) liegt noch Schnee.

Ich hab einige Ableger stark gebildet (so 3 bis 4 Brutwaben Zander) und zu zweit in Kästen gepackt. Im milden Klima hätte ich daraus etwas später noch ein bis zwei weitere bilden können, oder die Ableger in der Spättracht einsetzen.
Leider ist in jedem der Doppelkästen eine Königin verschwunden, so dass ich zusammenlegen musste.
Mittlerweile sind diese Ableger kleiner (die doppelten, "stark" gebildetetn) als die "schwach" gebildetetn (ca. 2 Brutwaben mit Bienen oder 2 Brutwaben aus dem SBA) im Kraichgau.... wesentlich schwächer, wenn ich das Brutgeschehen betrachte und die Bienen, die da bald schlüpfen werden... Die Kraichgauer hätte ich neulich eigentlich noch schröpfen können...
Insgesamt hab ich einen Haufen Bienenmasse "vernichtet", resp. das Potential nicht ausgeschöpft, indem ich die Bienen am falschen Ort hatte.

Das Ganze wär soweit OK, würd ich das Ganze als Hobby betrachten. Mittlerweile tu ich das aber nicht mehr und wir arbeiten so weit als möglich ertragsorientiert. Insofern muss ich mir eine ganze Menge überlegen, was ich anders machen sollte nächstes Jahr...

Ein paar Sachen hab ich mir schon vorgenommen:
Konsequente Jungvolkaufzucht im Warmen. Keine Experimente mehr in der Richtung.
KEINE Mehrvolkkasten. Ablegerkästen in angepasster Größe.
Königinnenaufzucht nur noch während der Schwarmzeit und nur im Warmen (mein erster SBA konnte nicht dorthin, wo ich sie sonst stehen hatte, weil dort SCHNEE lag!). Inkl. Begattung.
Stärkere Völker einwintern um die Frühtracht besser abgreifen zu können.
Reizfütterung im zeitigen Frühjahr einplanen.
Mehr Blütenhonig belassen für den späteren Aufenthalt im Waldtrachtgebiet (leichter gesagt als getan...).
Geschlossene Böden, bzw. Windel drinlassen.
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Re: Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon Simon » 29. Juli 2016, 11:54

Ich imkere seit über 10 Jahren in zwei grundverschiedenen Regionen, die wesentlich bessere ist die raue und kühlere, sowohl die Überwinterung und ein wirtschaftlicher Honigertrag gelingt entschieden einfacher. Ich müsste also die Betriebsweise am wärmeren Standort so anpassen dass es rau genug ist, dann stellen sich die Erfolge auf selbem Level ein?
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon waldimker » 29. Juli 2016, 12:45

rauh ist nicht gleich rauh.
imker du mal deine völker hier, dann wirst den unterschied schon merken.
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Re: Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon Simon » 29. Juli 2016, 12:56

Die Unterschiede mögen da sein, es gibt lokal begünstigte Standorte, dann erscheinen Versuche zur Anpassung der Bienen an die Umstände verzweifelt. Die Wärme als bestimmender Faktor für den Erfolg sehe ich nicht grundsätzlich.
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Re: Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon waldimker » 29. Juli 2016, 13:53

es könnten Trachtunterschiede im Vordergrund stehen.
Bei uns hier gibt es Fichten und Tannen. Alles andere langt (manchmal!) zur Selbstversorgung. Sehr wenig Weiden, so viel keine Schlehen, extrem wenig wilde Kirschbäume, keine Linden, keine Edelkastanien, keine landwirtschaftlichen Flächen, nur ein dünner Wiesenstreifen das Tal entlang (und der hat viele Unterbrechungen durch ... Wald, bei uns z.B. kommt der Wald beidseits an den Bach und STraße ran), sehr wenig Laubbäume (Ahorn z.B., da kommen manche Jahre sogar ein paar kg rein, die dann vor der Waldtracht wieder weg sind), etwa 20 verwachsene, kleine alte Obstbäume im Flugkreis.

Ehrlich gesagt hab ich diesjahr die Jungvölker hier nicht gefüttert, ich wollte sie ja in einer Spättracht einsetzen. Mangel hatten sie nie, im Gegenteil, gestern hab ich noch Waldhonig von ihnen geerntet. Aber es kam halt auch schon seit Wochen nix anständiges mehr rein. Räuberei seit Wochen. Springkraut scheint nichts zu bringen, das bringt das Flugverhalten nicht auf Trab und die Waben werden nicht voller. Die Bruträume waren so gut wie trocken, nachdem sie zuvor vollends zugeklatscht wurden mit Waldhonig.
Ich hab den Wintersitz hergerichtet und angefangen aufzufüttern und zu behandeln. Zum Glück haben sich die Brutnester ein wenig berappelt so dass ich noch auf ordentliche Wintervölker hoffen kann. Aber es ist eben nur die Hälfte von dem was im Kraichgau an Brut zu finden ist.

Was noch eine Möglichkeit wäre, mal abgesehen vom sicherlich geringeren Pollenangebot: So gut wie kein BLÜTENhonig (resp. Nektar). Ich glaube, das macht die Völker u.a. flott.
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Re: Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon Lukas » 29. Juli 2016, 18:06

Simon hat geschrieben:Die Wärme als bestimmender Faktor für den Erfolg sehe ich nicht grundsätzlich.

Aber grundsätzlich kein Erfolg ohne Wärme :bigrin:
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Re: Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon ulf » 30. Juli 2016, 09:47

waldimker hat geschrieben:Liebe Kollegen,

Und übrigens. Wir sind hier auf 500 m Meereshöhe nicht auf 1500.... Könnt man ja meinen, nicht wahr? >99% des beflogenen Gebietes sind Fichten- und Tannenwälder.

viele Grüße,



ist doch klar, dass sich die Völker in dieser Tannen-Monokultur nicht gut entwickeln können.

ich habe meine Ableger im Weinbaugebiet
die sind im Frühjahr 4 Wochen früher dran als meine Völker im Mittelgebirge
Bis Mitte Mai fahre ich die Ableger ins Mittelgebirge, weil der dortige Honig eindeutig besser ist
Raps und sowas will ich gar nicht

Frühtracht ist für mich eine Entwicklungstracht, um ab Mitte Mai bis August wunderbaren und vielseitigen Honig zu ernten
angefangen hab ich am Fuß der dt. Mittelgebirge auf Freudensteinmaß, heute Carnica erfolgreich in Segeberger Beuten auf Deutschnormalmaß (DNM) :bigrin:
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Re: Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon ulf » 30. Juli 2016, 09:49

Simon hat geschrieben:Die Unterschiede mögen da sein, es gibt lokal begünstigte Standorte, dann erscheinen Versuche zur Anpassung der Bienen an die Umstände verzweifelt. Die Wärme als bestimmender Faktor für den Erfolg sehe ich nicht grundsätzlich.



wie das?
wenn es wärmer ist, fliegen die Bienen früher und öfter
angefangen hab ich am Fuß der dt. Mittelgebirge auf Freudensteinmaß, heute Carnica erfolgreich in Segeberger Beuten auf Deutschnormalmaß (DNM) :bigrin:
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Re: Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon Simon » 30. Juli 2016, 13:07

Früher und öfter Flug bringen nicht in Folge durchweg ertragreicherere und stärkere Völker, ein jeder Standort hat seine Besonderheiten.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon waldimker » 30. Juli 2016, 13:15

@ulf:
auch ich handhabe das so. Meine Völker kamen sogar erst Anfang Juni in den Wald. Dennoch: Stagnation. Es hat aber auch geschüttet wochenlang. So extrem war das noch nie.
Die Ableger lass ich nimmer hier. Auch nicht im Sommer. Verschwendung von Bienenmaterial.

@Simon:
ja, da kann ich nu nix dazu sagen. will sagen genauso wenig wertvolles.
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Re: Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon Hamamelishonig » 30. Juli 2016, 14:17

Der wärmere Standort alleine bringt wirklich nicht höhere Erträge, wenn am wärmeren Standort nicht verwertbare Trachten vorhanden sind. Wärmere Lagen im Kraichgau oder Neckartal heissen in der Regel Weinanbau oder Feldfrüchte, die nicht unbedingt mit verwertbaren Blühflächen einhergehen. Mir nützen weder die Weinberge, die ständig gemäht/gemulcht, abgespritzt oder gezackert werden, noch früher Raps, noch Zuckerrübenfelder, noch die Getreideäcker, noch die Maismonokulturen der Schweinebauern.
Es sind eher die ungünstigen Lagen, die Hanglagen mit Streuobstwiesen am Rande des schwäbischen Waldes, die Mittellagen mit größeren mehrjährigen oder Dauergrasflächen, statt Zwischendunggrünflächen, Zwischenfruchtklee oder Flächen, die ein Jahr zur Brache mit wertlosem Material eingesät werden, was in den warmen, fruchtbareren Gebieten des Landes selten der Fall sein wird.

Da sehe ich die schwäbische Alb mit deren Heideflächen und späterer Rapsblüte eher als zuverlässigere Honigquelle an, zumal auf den mageren Böden mehr blühende Wildkräuter zu finden sind, später gemäht wird, weniger gedüngt und somit zuverlässiger Blüten ausreifen können, statt Futterwiesen im warmen Flachland, die vor der Blüte gemäht werden, um einen höheren Eiweissgehalt im Futter zu bekommen.
Denk mal an deine Sonnenblumen ... viewtopic.php?f=27&t=2151&p=23577&hilit=kraichgau#p23577. Oder viewtopic.php?f=6&t=2221&p=24888&hilit=kraichgau#p24888
Da hast du ein ähnlich4s Wetter wie bei mir, das nicht unbedingt mehr Honig bringt
Wichtig: Dieses Forum wird demnächst abgeschaltet - komm mit rüber ins neue Forum "Einfaches Imkern" unter http://dreilichs.de/if
Mehr Infos: http://einfachimkern.de/viewtopic.php?f=28&t=2729
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Re: Imkern in verschiedenen Klimata

Beitragvon waldimker » 30. Juli 2016, 15:22

es geht mir nicht um standortfestes imkern. trachten werden angewandert. entscheidend ist hier die entwickung der völker. und die frühtracht scheint mir ganz ordentlich zu sein dort. wenn auch früh, zugegebenermaßen.
Raps auf der schwäbsichen Alb haben wir diesjahr mal gemacht. Geschmacklich ist das recht fad im Vergleich zu dem was der Kraichgau an Frühjahrshonig bringt.

es ist auch nicht so, dass die völker sich gar nicht entwickeln würden bis zu einer fichtentracht. aber es geht früh wieder bergab von nicht voller höhe. und die ableger krüppeln so vor sich hin.
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