Wachsmotten im Bienenvolk

Verhalten, Anatomie und Krankheiten der Bienen

Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon Benny1997 » 9. Mai 2013, 20:02

Hallo,

ich habe heute ein Volk (das ich vor ca. 2 Wochen gekauft habe) kontrolliert von mir und mir ist aufgefallen, dass in dem Volk Wachsmottenlarven(?) waren (ca. 6 Stück).
Die Larven waren aber nicht auf den Waben, sondern auf den Rähmchenoberträgern und in einigen Ecken der Zargen.
Das Volk sitzt auf 3 Zargen. 2 Bruträume und 1 Honigraum über Absperrgitter. Der Honigraum wurde noch nicht angenommen.
Der 2. Brutraum wird nur zur Hälfte ungefähr besetzt. Es ist aber viel Brut da.
Die Waben haben sie bis jetzt noch nicht angerührt.
Sie haben aber auch einige alte (schwarze) Waben.

Was kann ich gegen die Wachsmotten machen?
Soll ich den Honigraum abnehmen und denen nur die 2 Bruträume lassen?


Vielen Dank im voraus!



Grüße, Benny1997
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Re: Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon Simon » 9. Mai 2013, 20:10

Benny1997 hat geschrieben:ich habe heute ein Volk (das ich vor ca. 2 Wochen gekauft habe) kontrolliert von mir und mir ist aufgefallen, dass in dem Volk Wachsmottenlarven(?) waren (ca. 6 Stück).

Hi Benny,
die Wachsmottenlarven sind mir auch aufgefallen, turnen auf dem Oberträger, sogar an und über der Folie, sehr seltsam dieses Jahr. Röhrchenbrut, die Fraßgänge der Larve in der Arbeiterinnenbrut sind mir nicht verstärkt aufgefallen. Wegen der Wachsmotte muss man sich keine Sorgen machen, die Bienen können damit gut umgehen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
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Re: Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon Benny1997 » 9. Mai 2013, 20:16

Simon hat geschrieben:
Benny1997 hat geschrieben:ich habe heute ein Volk (das ich vor ca. 2 Wochen gekauft habe) kontrolliert von mir und mir ist aufgefallen, dass in dem Volk Wachsmottenlarven(?) waren (ca. 6 Stück).

Hi Benny,
die Wachsmottenlarven sind mir auch aufgefallen, turnen auf dem Oberträger, sogar an und über der Folie, sehr seltsam dieses Jahr. Röhrchenbrut, die Fraßgänge der Larve in der Arbeiterinnenbrut sind mir nicht verstärkt aufgefallen. Wegen der Wachsmotte muss man sich keine Sorgen machen, die Bienen können damit gut umgehen.


Hallo Simon,

danke für die schnelle und hilfreiche Antwort!!!

Dann muss ich mir ja keine Sorgen machen.



Grüße, Benny
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Re: Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon YoYo » 10. Mai 2013, 00:11

Gehört jetzt nicht so ganz hier her, aber es ist eine nette Randnotiz aus der Wissenschaft.

Die Große Wachsmotte hört die höchsten Töne im Tierreich. Da kann die Fledermaus noch so hoch Pfeifen um ihre Opfer anzupeilen, die Wachsmotte hört es und ist so der Fledermaus in der Evolution einen Schritt voraus.

http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/ ... Toene.html


Aber nun auch noch zur Ausgangsfrage: in unseren Breiten sind Wachsmotten für Bienenvölker keine Bedrohung. Anders sieht es warmen Ländern wie zum Beispiel Spanien aus, wo nicht besetzte Waben in den Völkern schnell sehr stark befallen werden. Bei uns muss man nur die Wabenvorräte außerhalb des Bienenvolks schützen. In der aufsteigenden Jahresszeit ist es auch kein Problem, ein schwaches mehrfach abgeschwärmtes Volk das im Hochsommer auf einer Menge Waben sitzt und nur wenige besetzt, wird wenn man nicht eingreift, von den Wachsmotten auch eines guten Teils, des Wabenbaues befreit.

Viele Grüße
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Re: Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon mahagugu » 10. Mai 2013, 07:13

die Wachsmotten erinnern dich daran, die Waben einzuschmelzen bzw. mal wieder die Waben auszutauschen ...

eventuell versuchs mal mit Naturbau und lass acht von zehn Waben wieder neu bauen ...
--- endlich mal wieder weißes Wachs zur Abwechslung anstatt der Recyclingk

Ja, lässt man die Bienen anständig bauen, dann gibts auch was anderes ausser Drohnenwaben.

Gibt den Bienen halt eine dicke schwarze Drohnenwabe zum Eierlegen ... eventuell haben sie dann gar
keine Lust mehr Drohnenzellen in die Rahmen zu bauen.
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Re: Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon Simon » 12. Mai 2013, 21:29

156
In ein paar Völkern habe ich diese Brutschäden entdeckt, zu sehen sind die Fraßgänge der Wachsmottenlarve. In diesem großflächigen Umfang ist mir das bisher noch nicht aufgefallen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon Plonsi » 13. Mai 2013, 11:31

@Simon: sind die WM Gänge alles das, was etwas rausgezogen ist? Also aussieht wie etwas verlängerte Zellen?
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Re: Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon Joachim » 13. Mai 2013, 14:14

Das Problem mit den Wachsmotten ist sicherlich auch dem/der Wetterlage zuzuschreiben. Ich vermute stark dass die Larven/Eier der Wachsmotten sich in oder unter den Pollen eingenistet und dort wie "die Maden im Speck" entwickelt haben.

Klar können die Bienen damit recht gut umgehen - man sollte aber aufpassen, dass man waben die vermeintlich mit / von Wachsmotten befallen sind nicht direkt als Waben für Ableger einsetzt. Die Wachsmotten(Eier/Larven) würden mitwandern - ein Ableger ist nicht so schlagfertig wie ein Wirtschaftsvolk... wenn der Abelger dann noch mit einer Plage zusätzlich zu kämpfen hat tut er sich noch schwerer sich zu entwickeln.

Als Workaround würde ich solch befallene Völker beobachten und, sollte vermehrt Röhrchenbrut auftreten diese Waben komplett ersetzen (Mittelwand etc) und die entnommene Wabe vernichten. Ich weiß es klingt und der Schritt ist hart - muss aber aus meiner Sicht sein.
Viele Grüße
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Re: Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon Buckfastfreund » 17. Mai 2013, 11:08

Joachim hat geschrieben:Das Problem mit den Wachsmotten ist sicherlich auch dem/der Wetterlage zuzuschreiben. Ich vermute stark dass die Larven/Eier der Wachsmotten sich in oder unter den Pollen eingenistet und dort wie "die Maden im Speck" entwickelt haben.

Klar können die Bienen damit recht gut umgehen - man sollte aber aufpassen, dass man waben die vermeintlich mit / von Wachsmotten befallen sind nicht direkt als Waben für Ableger einsetzt. Die Wachsmotten(Eier/Larven) würden mitwandern - ein Ableger ist nicht so schlagfertig wie ein Wirtschaftsvolk... wenn der Abelger dann noch mit einer Plage zusätzlich zu kämpfen hat tut er sich noch schwerer sich zu entwickeln.

Als Workaround würde ich solch befallene Völker beobachten und, sollte vermehrt Röhrchenbrut auftreten diese Waben komplett ersetzen (Mittelwand etc) und die entnommene Wabe vernichten. Ich weiß es klingt und der Schritt ist hart - muss aber aus meiner Sicht sein.



Hallo Joachim, Das Problem ist ganz einfach zu beseitigen. Bienen von den Waben abfegen und neben den Völkern feste an das Rämchenholz klopfen. Die Wabe dabei flach halten so das die Mottenlarven rausfallen können.

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Re: Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon VoBee » 10. September 2016, 14:34

Hallo zusammen,

ich habe dieses Thema wieder rausgezogen, weil ich heute in meinem Zargenturm mit eingelagerten, unbebrüteten Waben aus dem Honigraum, 2 Wachsmotten gefunden habe.
Ich hab die Viecher natürlich gleich entsorgt und das befallene Wabenmaterial ausgeschnitten.

Nun stellt sich mir aber die Frage, ob das genügt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Was könnte ich sonst noch so machen/was würdet ihr tun?

Vielen Dank und beste Grüße
Vobee

P.S. Der Zargenturm umfasst 5 Zargen mit Honigrähmchen (unbebrütet) aus diesem Jahr und steht dunkel im Keller.
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Re: Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon Epoché » 10. September 2016, 17:22

Hi VoBee

Erstmal schauen, ob irgendwo Pollen drin ist und die Waben dann rausnehmen und separiert von den ganz "reinen" lagern. Richtige Pollenbretter sollten natürlich ohnehin nicht darunter sein. Und dann überlegen, ob man, so lange es noch warm ist, Essigsäure oder 85% AS oben auf den Zargenturm setzt. Leicht zugig, also nicht eingekuschelt, sondern zwischen Gitterböden die Zargen gestapelt, soll auch für Wachsmotten ungemütlich sein. Mit der Essigsäure habe ich gute Erfahrungen gemacht. Und zwar bei ehemals bebrüteten Waben, da ich davon ein paar Zargen gesammelt habe, um nur eine große Einschmelzsession machen zu müssen.

Viele Grüße,
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Re: Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon VoBee » 10. September 2016, 18:05

Hallo Epoché,

die Waben teils max. 10 Zellen mit Pollen gefüllt. Eben die geringen Mengen, die manchmal im Honigraum mit angelegt werden. Das mit der Essigsäure hab ich auch schon gelesen; hab momentan nur keine bei der Hand. Ging AS 60%ig auch?
Hat damit schon jemand Erfahrung gemacht.

Noch eine vllt. blöde Frage: Der Zargenturm steht bei mir im Winterlager (im Keller). Könnte ich die Behandlung mit Säure dann im Keller starten, obohl dieser nur ein kleines Fenster besitzt?
Um welche Mengen von Säure handelt es sich denn da?

LG
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Re: Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon BieneMoni » 10. September 2017, 16:51

Hallo,

heute habe ich bei einigen Völkern die Böden ausgewechselt, weil mir neulich aufgefallen ist, daß in den Ecken unten und seitlich an den Schubladen Wachsmotten hausen.

Wollte jetzt nicht extra in die Völker reinschauen und Waben ziehen, weil es sehr windig war und hoffe nun, daß die Wachsmotten nur in den Ritzen wohnen und nicht in den Waben. Wenn ich bald die Dispenser entferne (und bei besserem Wetter) ziehe ich mal einige Waben.

Es wurde oben schon angesprochen, hilft AS auch bei Wachsmotten? Bin gerade am behandeln mit Liebigdispenser 200 ml AS 60 %.

LG, Moni
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Re: Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon Joachim » 10. September 2017, 16:56

BieneMoni hat geschrieben:Hallo,

heute habe ich bei einigen Völkern die Böden ausgewechselt, weil mir neulich aufgefallen ist, daß in den Ecken unten und seitlich an den Schubladen Wachsmotten hausen.

Wollte jetzt nicht extra in die Völker reinschauen und Waben ziehen, weil es sehr windig war und hoffe nun, daß die Wachsmotten nur in den Ritzen wohnen und nicht in den Waben. Wenn ich bald die Dispenser entferne (und bei besserem Wetter) ziehe ich mal einige Waben.

Es wurde oben schon angesprochen, hilft AS auch bei Wachsmotten? Bin gerade am behandeln mit Liebigdispenser 200 ml AS 60 %.

LG, Moni


Hallo Moni,
ja die AS wirkt auch gegen Wachsmotten. die Wirkungsweise ist der AS auf die Wachsmotten ist genau so wie auf die Varroa.....
Viele Grüße
Joachim
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Re: Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon BieneMoni » 10. September 2017, 17:55

Supi! Zwei Fliegen mit einer Klappe... :thumbsup:

Danke dir.
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Re: Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon Epoché » 10. September 2017, 18:22

Reicht da die 60% gegen die Wachsmotten?
In den verschiedenen Ratgebern wo zum Thema Wabenlagern die Rede von Essig- oder Ameisensäure die Rede ist, wird da immer von 85% gesprochen.
Das wäre natürlich erfreulich, weil man die ja eh da hat. (und man Waben paar Wochen aufheben muss, bis man zum Schmelzen kommt)
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Re: Wachsmotten im Bienenvolk

Beitragvon Joachim » 11. September 2017, 14:37

ich nehme dazu immer ein Schwammtuch, das ich mit 60%ig AS ad. us. vet. tränke und zwischen die Zargen lege. Die Werden von den Wachsmotten nicht angerührt.
Viele Grüße
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