Honig im TV

Imkerei in den Medien

Honig im TV

Beitragvon YoYo » 12. Dezember 2016, 16:41

Zuletzt geändert von YoYo am 12. Dezember 2016, 23:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Honig im TV

Beitragvon Simon » 12. Dezember 2016, 23:04

Der Beitrag hat mir nicht gefallen, die Unterstellungen der Honig-Panscherei aus Imkerhand [Imkermarkt des Imkerforums.de wurde in schlechtes Licht gerückt] sind schon sehr dreist, vor allem die dämliche Verunglimpfung eines bestimmten Images des Imkers auf dem Wochenmarkt, was soll die Hetze lieber NDR? Die Recherche über die Honigpanscherei vor Ort von den Privaten war transparenter und aufklärender.
Noch ein Detail, welches immer wieder fehlerhaft dargestellt wird war die Szene der "Totalen Brutwegnahme" mit anschließender Oxalsäureträufelung (oder wars doch Coumaphos ausm Perizin-Dekanter), so ist es wenig wirksam oder doch nur für die Kamera geschludert, iss ja auch egal fürs Publikum, bezahlt ist es schon.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Honig im TV

Beitragvon smurfy » 13. Dezember 2016, 13:16

Die zusammenfassende Botschaft ist also dass der Langnese-Honig bestens überwacht und von bester Qualität ist - und der kleine Hobbyimker zuhause mit Zuckersirup streckt oder aufgrund von fehlenden Ernten über Tauschbörsen zusammenkauft und Kunden auf dem Markt bescheisst.

Alles andere wäre in der Berichterstattung ja auch langweilig und überflüssig. Also braucht man Skandale, oder zumindest Dinge über die gesprochen wird.

Sehr schade.
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Re: Honig im TV

Beitragvon Imka » 13. Dezember 2016, 19:46

smurfy hat geschrieben:Die zusammenfassende Botschaft ist also dass der Langnese-Honig bestens überwacht und von bester Qualität ist - und der kleine Hobbyimker zuhause mit Zuckersirup streckt oder aufgrund von fehlenden Ernten über Tauschbörsen zusammenkauft und Kunden auf dem Markt bescheisst.

Alles andere wäre in der Berichterstattung ja auch langweilig und überflüssig. Also braucht man Skandale, oder zumindest Dinge über die gesprochen wird.

Sehr schade.


Wer hier an Zufälle glaubt ist naiv. Es war letztlich eine gute und durchdachte Produktion zur Imagepflege von Langnese. Gut, auch wenn es uns nicht gefällt, es ist aber legitim.
Traurig ist nur, dass sich so manche Imker noch dafür einspannen lassen, ohne groß nachzudenken, in welchen negativen Zusammenhang ihr Auftritt und ihre Äußerungen gerückt werden könnte. JKK ist für betroffene Imker ein riesiges Problem, doch wozu die Problemdarstellung in einem solchen Zusammenhang führt, wird in Folge Frustration und falschen Aktionismus nicht bedacht.
Jetzt haben wir die Aussage: Auslandshonige sind immer sicher, weil eingehend laborgeprüft, Deutsche Honig sind unsicher, weil es Lücken in der Überprüfung gibt.

Da haben wir den Salat!

LG
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Re: Honig im TV

Beitragvon cooper » 13. Dezember 2016, 21:43

Jow,deutscher Imkerhonig ist entweder gepanscht oder mit JKK hoch belastet.Die einzig sichere Alternative dazu ist entweder Langnesehonig oder
Discounterhonig für 2,39€ .
Der deutsche Landhonig ist mit PSM belastet genauso wie der Stadthonig mit Blei belastet ist.Zwar nur unterhalb der Grenzwerte aber es mußte
mehr als deutlich rausgestellt werden.
Ich frag mich was das soll.
Auch die Aussage des Imkers das keine Kontrolle zu befürchten sei finde ich mehr als zweifelhaft.Da reist der größte deutsche Abfüller für Biohonig extra nach Mexiko und schaut vor Ort in die Völker um sich zu überzeugen das dort auch wirklich alles Bio ist und deutscher Honig steht unkontrolliert im Regal .
Klasse :thumbsup:
Meiner Meinung nach war die Sendung eindeutig gekauft !
in memoriam Simon
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Re: Honig im TV

Beitragvon Bernhard » 13. Dezember 2016, 22:15

Wenn zu mir jemand kommen würde um von mir etwas über die Bienen zu erfahren oder filmen würde ich alle zum Teufel jagen.

Das endet für uns Imker immer mit einem Eigentor, wir sollten das endlich kapieren.

Ich war mal mit einem Imkerkollegen und einer Wissenschaftlerin aus einem Bieneninstitut
zu einer Parteiveranstaltung mit anschließender Podiumsdiskussion eingeladen.

Gezeigt wurde der Film More than Honey und Thema war auch das Bienensterben.

Wir sind die richtige Partei um das zu beenden so sollte es laufen und die 3 Experten heulen mit.

Blöd wars halt, dass die die falschen eingeladen haben und die Veranstaltung anders ablief wie gedacht.
Wir haben nicht mitgeheult, sondern sachlich aufgeklärt.

:thumbsup: :thumbsup: :bll: :bll: :rofl: :rofl: :bll: :bll: :no: :no:
Höhenlage meines Bienenstandes: 320 m über Normalnull
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Re: Honig im TV

Beitragvon kurt » 13. Dezember 2016, 23:01

Imka hat geschrieben:Traurig ist nur, dass sich so manche Imker noch dafür einspannen lassen, ohne groß nachzudenken, in welchen negativen Zusammenhang ihr Auftritt und ihre Äußerungen gerückt werden könnte.


Glaubst Du, dass jeder (Imker oder sonstige Mensch), der von einem Kamera-Team befragt wird, zum Zeitpunkt des Gesprächs bereits wissen kann, in welchem (positiven oder negativen) Zusammenhang seine Äußerungen und die Film-Aufnahmen später mal publiziert werden?
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Re: Honig im TV

Beitragvon smurfy » 14. Dezember 2016, 07:57

kurt hat geschrieben:Glaubst Du, dass jeder (Imker oder sonstige Mensch), der von einem Kamera-Team befragt wird, zum Zeitpunkt des Gesprächs bereits wissen kann, in welchem (positiven oder negativen) Zusammenhang seine Äußerungen und die Film-Aufnahmen später mal publiziert werden?


Genau das ist der Punkt! In welchem Kontext die Aufnahmen am Ende gezeigt werden weißt du ja vorher nicht.
Künstlerischer Freiraum nennt sich das wohl.
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Re: Honig im TV

Beitragvon Simon » 14. Dezember 2016, 08:09

Ich sehe eine Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht bei der Recherche, die Vermengung von Fiktion und Realität hat in einem Verbrauchermagazin nichts zu suchen. Ich hätte mir wenigstens ein Körnchen Information zu den marktbestimmenden Warenflüssen und Mengen gewünscht, Darstellung der industriellen Honigverfälschungsmethoden, wie sie im großen Stile umgesetzt werden.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
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Re: Honig im TV

Beitragvon steffen » 14. Dezember 2016, 10:21

Simon hat geschrieben:Ich hätte mir wenigstens ein Körnchen Information zu den marktbestimmenden Warenflüssen und Mengen gewünscht, Darstellung der industriellen Honigverfälschungsmethoden, wie sie im großen Stile umgesetzt werden.


Die legalen und möglichen illegalen Methoden der Industrie sind wohl vielfältig.
Zur dauerhaften Verflüssigung habe ich die Filtration/Ultrafiltration und Ultraschallbehandlung gefunden.
Gefilterter Honig muss als solcher deklariert werden. Der Nachweis im Endprodukt scheint möglich (ab 25% Zumischung) aber aufwendig zu sein.
Die Ultraschallbehandlung muss nicht angegeben werden: http://www.lebensmittelklarheit.de/forum/honig
Gruß
Steffen
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Re: Honig im TV

Beitragvon Finvara » 14. Dezember 2016, 16:55

Hallo,
Langnese kriegt seinen Dreck offensichtlich nicht mehr los. Und guter Honig ist teuer.
Weltweit sinken die Honigpreise. .... Nur in Deutschland nicht . ...Tendenz für einheimischen Honig = Steigend ! Was macht man also wenn man billig aufkaufen will ? Man macht das Produkt madig ! ( Den gleichen Scheiß haben wir nach 1990 im Osten schon mal erlebt. )

Da mußte man doch ein wenig nachhelfen. Beschämend nur das sich ein Regionalsender für diese Schmutzkampagne hergiebt. Denn was anderes war diese Sendung nicht.
Bleibt zu hoffen das hier der DIB schnellstens aktiv wird.

Gruß Finvara
... man kann ohne Bienen leben , ... aber es lohnt sich nicht.
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Re: Honig im TV

Beitragvon Imka » 15. Dezember 2016, 11:27

Finvara hat geschrieben:Hallo,
Langnese kriegt seinen Dreck offensichtlich nicht mehr los. Und guter Honig ist teuer.
Weltweit sinken die Honigpreise. .... Nur in Deutschland nicht . ...Tendenz für einheimischen Honig = Steigend ! Was macht man also wenn man billig aufkaufen will ? Man macht das Produkt madig ! ( Den gleichen Scheiß haben wir nach 1990 im Osten schon mal erlebt. )

Da mußte man doch ein wenig nachhelfen. Beschämend nur das sich ein Regionalsender für diese Schmutzkampagne hergiebt. Denn was anderes war diese Sendung nicht.
Bleibt zu hoffen das hier der DIB schnellstens aktiv wird.

Gruß Finvara

Hallo Finvara,
ich habe volles Verständnis für Deine emotionale Erregung. Nun aber relativ blindlings auf das Thema einzudreschen bringt auch nichts.
Bei objektiver Betrachtung muss man doch feststellen, dass durch diesen Beitrag, nur Langnese profitiert hat. Doch dies ist für sich nicht illegal, höchstens clever. In wie weit das Unternehmen selbst das "Drehbuch" geschrieben und Regie geführt hat oder Einfluss nehmen konnte, wird sich auch nicht klären lassen. Auch wenn Langnese dies nicht selbst initiiert haben sollte, wird im Regelfall eine Zustimmung, zur Veröffentlichung des Aufnahmematerials, soweit es das eigene Unternehmen betrifft, nur erfolgen, wenn es nützlich ist.

Dies ist nicht nur gängige Praxis, sondern Bestandteil von Drehvereinbarungen. Langnese beherrscht sein Marketing. So mache Imker hingegen laufen unbedacht und blindlings in die Falle, weil sie keine Drehvereinbarungen aushandeln und die Tragweite gar nicht erkennen. Der Aufschrei kommt dann erst nachher, wenn es zu spät ist.

Das ganze Dilemma entstand doch nur, weil die an den Aufnahmen beteiligten Imker, nach Erstellung des Beitrages, kein Veto einlegen konnten. Hier zeigt sich, dass bei unprofessionellem handeln und verhandeln mit einem Filmteam oder zu viel Gutgläubigkeit, der Schuss nach hinten gehen kann. Ohne entsprechende schriftliche Vereinbarungen mit der Produktionsleitung, ist diese nicht verpflichtet, die Annahmen und Erwartungen der Imker zu berücksichtigen. Die beteiligten Imker haben letztlich versäumt, die Veröffentlichung der Aufnahmen, von einer Zustimmung betreffend des Gesamtbeitrages abhängig zu machen.

Nachdem das Kind nun in den Brunnen gefallen ist, nützt es auch wenig, vom DIB, ein aktives Vorgehen zu fordern. Gegen was soll er vorgehen? Ich kann keine Rechtsbrüche erkennen.

Künftig sollten Imker einfach skeptischer sein und vor Zustimmung für Drehgenehmigungen, beispielsweise beim Landesverband oder DIB nachfragen.

LG
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