Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Imkerei in den Medien

Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Noldi » 14. Oktober 2016, 00:11

Behörden die die eigenen Gesetze und Verordnungen nicht lesen .... Es ist in der EU ganz genau definiert was Bienenwachs ist. Bienenwachs ist der Lebensmittelzusatzstoff E901 = von Bienen ausgeschwitztes Wachs. Von Bienen, nicht vom Chemiker!

Wo die Behörden recht haben ist, dass es keine Bestimmung gibt aus was Mittelwände bestehen dürfen.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Markus75 » 14. Oktober 2016, 07:35

Noldi hat geschrieben:Behörden die die eigenen Gesetze und Verordnungen nicht lesen .... Es ist in der EU ganz genau definiert was Bienenwachs ist. Bienenwachs ist der Lebensmittelzusatzstoff E901 = von Bienen ausgeschwitztes Wachs. Von Bienen, nicht vom Chemiker!

Wo die Behörden recht haben ist, dass es keine Bestimmung gibt aus was Mittelwände bestehen dürfen.


:no: Bitte genau zitieren!

Quelle: http://eur-lex.europa.eu/legal-content/de/ALL/?uri=CELEX%3A32012R0231

Gelbes Bienenwachs ist Wachs, das durch Schmelzen von Waben der Honigbiene Apis melifera L. mit heißem Wasser und Entfernung von Fremdstoffen gewonnen wird.
Weißes Bienenwachs wird durch Bleichen des gelben Bienenwachses erhalten.


Wenn ich hingehe und meine Chinawachswaben einschmelze, schmelze ich Waben der Honigbiene ein -die Bienen haben ja die Wabe gebaut. Von ausgeschwitzt steht hier noch nix. Daher bedarf es zwingend einer Änderung dieser EU Verordnung, damit man bei seinen Äpfeln und Co keine Angst haben muss ne Ladung Paraffin und Co im Mund zu haben.
Wachs aus Waben aus dem Sonnenwachsschmelzer oder Dampfwachsschmelzer wären somit auch kein Bienenwachs nach E 901
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Noldi » 14. Oktober 2016, 16:15

... schmelzen von Waben der Honigbiene Apis melifera L. ...
Außerdem gibt der Gesetzgeber genau die Eigenschaften von reinem Bienenwachs an, also Schmelzbereich, Dichte, Säurezahl, Verseifungszahl, ... Also ich habe hier keinen Zweifel daran was der historische Gesetzgeber darunter verstanden hat als er diese Verordnung erlassen hat. Und so haben es auch bisher alle Authoren verstanden die diesen Teil in ihre Lexika (Lebensmittellexika etc.) etc. übernommen haben = von Bienen ausgeschwitztes Wachs.

Aber hier sind wir anscheinend unterschiedlicher Ansicht ob es nun definiert ist oder nicht.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Karlheinz » 14. Oktober 2016, 17:18

Ich habe die letzten 2 Tage nochmals eine MS Behandlung gemacht und die Völker inspiziert. Bei 3 Völkern habe ich extrem zusammengebrochene Waben. Bei anderen nur teils deformierte Waben. Ich versuch am Montag mal Bilder reinzustellen. Ich weiss auch genau, wo ich das Wachs gekauft habe. Und da werde ich damit hinfahren.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon waldimker » 14. Oktober 2016, 17:22

tell us, pleeeeeease!
Dieses Forum wird bald abgeschaltet. Wir starten ein neues, wo wir User uns neu sammeln können. URL: http://dreilichs.de/if/
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon cooper » 15. Oktober 2016, 18:17

Der eigene Wachskreislsuf erscheint mir immer richtiger.Ich habe die letzte Zeit mal verstärkt in den gängigen Auktionsplattformen gesucht und mehr als genug zweifelhafte Angebote gefunden.Das schlimme daran ist das es auch mehr als genug Interessenten gibt die diese Ware kaufen.Zwangsläufig landet dieses Wachs irgendwann beim Umarbeiter und wird mit eingeschmolzen.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon FranzBurnens » 15. Oktober 2016, 20:35

Warum nicht gleich Kunststoffwaben verwenden?

Bevor man als Kleinimker sich mit eigener Wabenpresse abmüht - oder am Naturbau verzweifelt, scheint das eine Art Mittelweg zu sein, der die größten Gefahren der Wachsverfälschung umgeht.

Vielleicht auch nur als vorübergehende Lösung oder ergänzende Maßnahme, um Ordnung im Kasten zu halten. Die Kosten sind jedenfalls besser überschaubar als beim Erwerb einer schicken Press- oder gar Walzstraße ...
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon BieneMoni » 16. Oktober 2016, 08:30

Hallo Franz,
das geistert mir auch schon die ganze Zeit im Kopf herum!
Ich imkere mit Langstroth. Die sind in den USA das meist genutzte Maß.
Ich habe schon zahllose Imkervideos aus den USA angeschaut, um dazuzulernen.
Und viele Imkereien nutzen dort ganz selbstverständlich diese Kunststoffmittelwände.
In die Richtung möchte ich mich weiter informieren.

http://www.holtermann-shop.de/index.php/cPath/107_55
Hier gibts Kunststoff-Rähmchen inkl. Mittelwand fix und fertig.
Da hat man gar keine Arbeit mehr.

Oder es gibt Kunststoff-Mittelwände, die man in vohandene Holzrähmchen einpassen kann, allerdings weiß ich noch nicht wie.

Allerdings müßte ich auf meinen bewährten Sonnenwachsschmelzer verzichten, der ist nämlich für Kunststoff zu heiß.

Grüße, Moni
Dieses Forum wird demnächst geschlossen!
Hier gehts im Nachfolge-Forum weiter: dreilichs.de/if/index.php


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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Tobi » 16. Oktober 2016, 09:23

Wo bleibt der Shitstorm?!?
Schreit ja auf einmal garkeiner mehr dass man sich mit seinen Plastikwaben beerdigen lassen solle... :roll:
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon attila » 16. Oktober 2016, 10:00

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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Noldi » 16. Oktober 2016, 10:08

@BieneMoni: Holtermann verkauft ja KunststoffMW zum selber zuschneiden. Die werden folgend verwendet: Nut im Oberträger UND Unterträger. Nut, kein Schlitz. Die Kunststoffmittelwand ist ein paar mm größer als Platz von OT zu UT ist. KunststoffMW in eine der 2 Nuten und dann schnell in der Mitte durchdrücken, so dass sie sich biegt und damit auch in die andere Nut reingeht. Auslassen und voila, MW gespannt. Bei Rähmchen ohne Draht.

Hab das zufällig mal bei einem Aussteller in Europa gesehen, waren schwarze KunststoffMW. Zur Praxis im Volk darfst mich aber nicht fragen, habe keine Ahnung davon.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Karlheinz » 16. Oktober 2016, 10:08

So sieht´s bei mir aus:
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DSC_6221.JPG (183.38 KiB) 6072-mal betrachtet
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Karlheinz » 16. Oktober 2016, 10:10

DSC_6224.JPG
DSC_6224.JPG (180.7 KiB) 6072-mal betrachtet
oder so:
könnte heulen.....
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon smurfy » 16. Oktober 2016, 10:19

attila hat geschrieben:Apropos Wabenpresse:


Ich hab seit Jahren eine Mittelwandgießanlage von Erich Alfranseder. Tolles Teil! Werde mir vielleicht nächstes Jahr eine Zweite zulegen, dann geht's noch mal schneller. Die werden in Bayern auch gefördert (http://www.stmelf.bayern.de/agrarpoliti ... php#tab-24).

Ist eine angenehme Winterbeschäftigung. Als Ausgleich zur fehlenden Arbeit an den Völkern sozusagen :)
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon mmoe » 16. Oktober 2016, 11:46

Moin!

attila hat geschrieben:Apropos Wabenpresse:

hat schon jemand mit so etwas Erfahrung?

Oder sowas:

http://www.ebay.de/itm/Mittelwand-giesf ... xygj5SnQwp


:thumbsup: Dieses Jahr läuft gut. Bereits im Frühjahr habe ich schon geahnt, dass ich da was in den Beuten habe und instinktiv die entsprechenden Rähmchen ersetzt. Gleichzeitig darüber geärgert, dass ich für mein perfektes Wachs Müll bekommen habe. Schrott entsorgt und gleich über die Bucht eine Wabenpresse luftgekühlt gekauft. Allerdings noch zu einem deutlich (!!!!) akzeptableren Preis als die oben genannte.

Das Arbeiten damit ist müßig. Aber machbar. Die ersten Abende habe ich nicht wirklich etwas zustande gebracht. Mittlerweile läuft es ganz gut. Ich schaffe mit der luftgekühlten Variante ungefähr 25 perfekte Mittelwände an einem Abend. Für das nächste Jahr habe ich bereits alles fertig gepresst. Danach habe ich meist keine Lust mehr oder treffe nicht mehr richtig - Rotweinlagerbestand im gleichen Kellerraum. Die Umrechnung folglich: 1 Flasche Wein, eher weniger= 25 Mittelwände und eine selige Nachtruhe.

Die Verarbeitung meiner Presse ist rustikal aber ganz gut gelungen. Der Ventilator läuft gut und muss eine knapp 1 oder 2 Minuten laufen, damit der Wachs entsprechend ausgehärtet ist. In der Zwischenzeit schabt man die Wachsüberstände der Presse ab. Danach öffnen, leicht unterpusten, vorsichtig abhebeln und glatt auskühlen lassen. Dann wieder mit Spiritus/Wasser-Mischung die Form benetzen, Wachs druff, Presse runter, Glas an den Mund.


Prost!
Marco
Viele Grüße
Marco
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Joachim » 16. Oktober 2016, 11:53

Das ganze wird langsam zum ad absordum geführt und auch in jeglichen Medien diskutiert. Man sollte nicht länger hinterherweinen und hoffen dass Behörden, Verbände oder andere Institutionen eine Lösung präsentieren, da dies nicht so geschehen wird, wie das eigentlich erhofft wird.

Das Problem ist doch noch weitaus vielschichtiger als man annimmt. Jeder der von dem "Pestwachs" in den Völkern hat muss bzw. sollte schon im eigenen Interesse schauen, dieses los zu werden - und dies erscheint mir viel wichtiger als alles andere - das "Pestwachs" sauber getrennt und nicht weiter im Kreislauf zu belassen.

Jeder der jetzt über einen "eigenen" Wachskreislauf nachdenkt sollte erst einmal 100% sicher sein, dass kein Wachs von dieser Sorte im Bestand ist. Dies sollte das erste Ziel sein. Für 2016 sind alle Möglichkeiten die man noch hätte erschöpft. Man kann nur hoffen, dass Völker nicht weiter zusammenbrechen, und - im Falle doch muss man das Beste daraus machen, und für 2017 anderst planen. Ob dies nun Nordwaben, Naturbau oder was auch immer ist.

Auch wäre ich im eigenen Interesse vorsichtig mit getroffen Aussagen gegenüber Lieferanten von Wachs - so nach dem Motto der hat und der hat nicht - vorallem bei klaren Namensnennungen, sofern man keine 100% stichhaltigen Beweise in der Hand hat - dies könnte teuer werden.

Aus meiner persönlicher Sicht kann man keinem Wachslieferanten derzeit 100% sein Vertrauen schenken.

Fakt bei mir persönlich ist, dass ich durch die Problematik mit Pestwachs an einem Stand von 7 Völker 5 Völker verloren habe - 2 Völker dort stehen auf der Kippe - und es bleibt abzuwarten ob diese den Winter überstehen.

Für 2017 erarbeite und überdenke ich gerade einige Lösungen, die auf bzw. für meine Imkerei passend sein könnten.

Ein Allheilmittel für die Weiterführung so wie es bis dato war wird es nicht geben - man muss sämtliche Vor- und Nachteile abwägen und für sich selbst die beste Entscheidung treffen. Ob dies in die Richtung Naturbau oder in den Einsatz von kunststoffgefertigten Nordwaben, oder eigenem Wachskreislauf mit teuer gekauften Pressen oder anderen Mittelwandherstellungen bis hin zur kompletten Umstellung der Betriebsweise geht.
Viele Grüße
Joachim
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Karlheinz » 16. Oktober 2016, 16:59

Hallo Joachim,
da bin ich der gleichen Meinung. Was mein Wachs angeht: Ich hab die Nase derart voll und werde ein kleines Feuerchen machen, denn das Zeug möchte ich nicht mal als "Bienenwachskerze" anbieten.
Ich werde ab Frühjahr alle Völker auflösen, Ableger auf Naturbau machen und das restliche Wachs entsorgen.
Naja, und dann geht's von Neuem los. Nordwaben gehen bei mir erstmal nicht, denn dazu benötige ich ja auch Wachs! Ich möchte meine betroffenen Waben analysieren lassen, habe aber nur Analysepreise um 200.-Euro. Nun ja, ist halt so....
Übrigens: ich habe diese Waben im Imkereifachhandel gekauft. Mal sehen, was die morgen sagen, wenn ich da damit auftauche.
Gruß
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon smurfy » 16. Oktober 2016, 17:45

Hallo Karlheinz,

du bist ja auch aus Bayern. Melde dich doch mal beim Herrn Dr. Schierling:

http://www.tgd-bayern.de/ansprechpartne ... OC_INST=77

Für den Tiergesundheitsdienst Bayern gibt es eine Förderung. Wenn der Fördertopf noch nicht ausgeschöpft ist bezahlst du gar nichts.
Ich habe dort auch schon (Futterkranz-) Proben untersuchen lassen.
Möglich dass sie auch nach Paraffin/ Stearin suchen.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Karlheinz » 16. Oktober 2016, 17:56

Danke, Smurfy
werde am Montag mal Kontakt aufnehmen.
Gruß
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon cooper » 16. Oktober 2016, 22:11

Hier kann sich jeder melden der Wachsprobleme hat und der Staatsanwaltschaft Hinweise geben kann
http://www.berufsimker.de

Gruß Dieter
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Markus75 » 17. Oktober 2016, 08:21

Hier möchte ich kurz noch anmerken, eine Anzeige wegen Betrug wird euch und einem unschuldigen nicht schaden. Im Vorfeld werden entsprechende Ermittlungen durch die Polizei erfolgen und erst wenn diese dann für den Staatsanwalt einen begründeten Verdacht ergeben, dann wird das Verfahren aufgenommen. Hier wird es garantiert so sein, dass man nicht ohne ausreichende Beweise in den Kampf zieht.

Das nächste sind eure Händler. Die ganzen kleinen und teils größeren Händler haben mit einer Wachsumarbeitung 0 am Hut. Oft nehmen sie lediglich Wachs zur Umarbeitung an und leiten dieses dann an einen Umarbeiter weiter.
Wenn ihr nun bei solchen Händlern Mittelwände erwerbt, dann verkaufen die euch natürlich auch nur, was sie vom Umarbeiter geliefert bekommen haben.
Daher habt auch hier keine Bedenken und sucht das Gespräch, damit dieser Händler informiert ist und ihr das weitere Vorgehen mit ihm absprechen könnt.
Unabhängig davon kann ich nur empfehlen, eine Anzeige zu erstatten. Nur so bekommt das ganze eine entsprechende Größe, dass man auch wirklich sieht wie umfangreich es ist.
Danach noch kurz die Schadensanzeige der Rechtsschutzversicherung an den LV gefaxt und nach wenigen Tagen bekommt man von Gaede eine Info und kurz darauf vom Versicherer die Freigabe (sofern alles passt). Bei einer im Vorfeld erfolgten Anzeige dürfte die Freigabe immer erfolgen.
Markus75
 
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Tobi » 17. Oktober 2016, 10:57

Markus75 hat geschrieben:...Die ganzen kleinen und teils größeren Händler haben mit einer Wachsumarbeitung 0 am Hut. ...


Sicher richtig...,
...aber gaaanz sooo entspannt würde ich das trotzdem nicht sehen.

Zumindest die "größeren" Händler werden imho dem Verarbeiter wohl schon oft sagen, wo sie preislich hin müssen.
Der wird dann eine "Zielpreiskalkulation" machen und dem Händler dann ggf. auch sagen, dass er dafür nur billigste Chinaplatte einsetzen kann.
Ich gehe schon davon aus, dass die sich dann doch soweit auskennen, dass sie wissen mit was für einer "Qualität" sie dann handeln...

Wenn mir also so ein Händler erzählen würde, dass er nicht wissen konnte, dass sein billig-Wachs nicht i.O. ist, und er immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hätte, ...

Da dann strafrechtlich einen Strick draus zu drehen ist aber sicher auch wieder etwas anderes.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Markus75 » 17. Oktober 2016, 12:01

Tobi hat geschrieben:Da dann strafrechtlich einen Strick draus zu drehen ist aber sicher auch wieder etwas anderes.


Da bin ich ganz bei dir! Du hast mit deinen Aussagen genau das getroffen was aktuell läuft. Aber die wirklich kleinen sind da eher von ihrem Lieferanten abhängig. Ab einer gewissen Menge erfolgt es dann genau wie von dir beschrieben. Diese Bestätigung hab ich von einem der größeren Umarbeiter erhalten und dort wird dann aber auch auf den Rechnungen ein Vermerk angebracht, der klarstellt, dass es sich um minderwertiges Chinawachs handelt.
Das Zeug ist vielleicht noch für Kerzen ok, aber nicht für den Einsatz in den Völkern.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Karlheinz » 17. Oktober 2016, 12:09

Ich sende meine Waben heute an den Bienengesundheitsdienst zur Paraffinuntersuchung. Vielen Dank an Smurfy hier im Forum, der mir den Link reingestellt hat. Ich werde Bescheid geben, sobald ich die Analyse habe.
Gruß
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Simon » 17. Oktober 2016, 13:16

Karlheinz hat geschrieben:So sieht´s bei mir aus:
viewtopic.php?f=30&t=2509&start=90#p29314
Karlheinz, die volle Wabe unten ist ohne Draht, ein Baurahmen mit Drohnenbau gefüllt?
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon HaroldBerlin » 17. Oktober 2016, 14:02

Tobi hat geschrieben:
Markus75 hat geschrieben:...Die ganzen kleinen und teils größeren Händler haben mit einer Wachsumarbeitung 0 am Hut. ...


Da dann strafrechtlich einen Strick draus zu drehen ist aber sicher auch wieder etwas anderes.


Hallo zusammen,

ich bin mutmaßlich auch betroffen, das Wachs ist aber noch nicht eingelötet.
Aus der leidigen Erfahrung mit Gerichten bin ich mir eigentlich sicher, dass das Ganze leider nicht so glasklar und einfach ist.
Ich bin aber kein Anwalt(!) und wer sich darüber richtig informieren will oder eine Beratung sucht, ist in jedem Fall und ganz ausschließlich nur bei einem Rechtsanwalt an der richtigen Adresse.

1. Zugesicherte Eigenschaft: Auch wenn Bienenwachs zur Verwendung in Lebensmitteln definiert ist, so stellt sich die Frage, als was Mittelwände in der Tierhaltung definiert sind und ob der mögliche Kontakt zum Honig schon an alle Verarbeiter die Erfordernis stellt, ein "lebensmittelechtes" Produkt herstellen zu müssen. Und ob eine Beschreibung "Mittelwände aus Bienenwachs" nur sicherstellt, dass dabei kein Paraffin (Erdölderivat) verwendet wird. Ob China oder nicht, ob Pesitzidreich oder Pestizid pur... Das alles dürfte nicht relevant sein...

2. Es sei denn, die Umarbeitung ausschließlich des eigenen Wachses wurde zugesichert, dann wäre es eine Täuschung.
Die Frage ist dann noch, wie hoch ein Schaden dann wäre und wie hoch ihn das Gericht ansetzt im Verglich zur Arbeit der Umarbeitung auf die ja der Lohn eigentlich entfällt.

3. Schadensersatz: Meistens neigen die Richter nicht zu einer fachkundigen Einschätzung, sondern schlagen immer wieder eine gütliche Einigung statt einem Urteil vor, die sich lustigerweise fast immer genau auf 50 % der ursprünglich berechneten und genau belegten Kosten des Klägers beziffert... Ob dabei Kosten für eingegangene Völker, entgangenen Honig, Mehrarbeit usw. einklagbar wären, halte ich für eher fraglich. Die Argumentation wäre dann immer, die Völker hätten ja auch so eingehen können, der Honigpreis sei niedriger und anhand der überlebenden Völker sehe man ja, das die Tracht extrem mies gewesen sei. Dass die Klage dann nur zur einem Teil erfolgreich ist, führt dazu, dass für den restlichen Teil die Gerichtskosten und der gegnerische Anwalt zu zahlen sind, was jeden erstrittenen Betrag mit Sicherheit auffrisst, wenn

4... überhaupt etwas zu holen ist. Urteile und Vollstreckungstitel sind toll, aber oft - gerade wenn man dann nicht der einzige Geschädigte eines ansonsten gut und wirtschaftlich arbeitenden Geschäftsmanns ist, ist dann nichts mehr oder nicht viel zu holen.
Noch hier? Wir sind doch alle da: http://dreilichs.de/if/
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Markus75 » 17. Oktober 2016, 14:11

Es wird ein Urteil angestrebt, Vergleich kommt nicht in Frage!
Schadensersatz rechne ich mir keinen aus, mir geht es hier um die Sache an sich und um ein Zeichen zu setzen was hoffentlich dem Verursacher das Handwerk legt und andere "Panscher" sich 2 mal überlegen was sie tun.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Karlheinz » 17. Oktober 2016, 16:31

Simon hat geschrieben:
Karlheinz hat geschrieben:So sieht´s bei mir aus:
http://einfachimkern.de/viewtopic.php?f ... =90#p29314
Karlheinz, die volle Wabe unten ist ohne Draht, ein Baurahmen mit Drohnenbau gefüllt?


stimmt, und wundert mich jetzt auch. Ist nicht mit Drohnen gefüllt, sondern mit Futter.
Der andere war gedrahtet und ist ohne Belastung gesackt. Ich habe auch welche mit einelnen, steckenden Bienen, die es nicht geschafft haben zu schlüpfen und einige "Schrotschuß-Brutwaben".
Bei der gefüllten ungedrahteten Wabe kann ich dann ja Wachsverfälschung ausschließen, offensichtlich ein Gewichtsproblem?
Aber die andere(n)?
Bin schon gespannt....
Gruß
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon FranzBurnens » 17. Oktober 2016, 17:29

Karlheinz hat geschrieben:
Simon hat geschrieben:
Karlheinz hat geschrieben: ein Baurahmen mit Drohnenbau gefüllt?


stimmt, und wundert mich jetzt auch. Ist nicht mit Drohnen gefüllt, sondern mit Futter.

Bei der gefüllten ungedrahteten Wabe kann ich dann ja Wachsverfälschung ausschließen, offensichtlich ein Gewichtsproblem?

kaum zu vermuten - die Wabe ist allseits stabil angebaut, warum sollte die in der Mitte durchreißen? Es ist doch nichtmals sicher, dass sie erst nach dem Futtereintrag auseinander gefallen ist. Man sollte auch andere Ursachen in Erwägung ziehen. Was dann aber auch die Ursachen-Frage bei den ausgebauten MW'en (evtl. doch kein "Pest-"Wachs?) aufweiten würde ...
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Avignon » 17. Oktober 2016, 19:24

Wie ich sehe, geht's hier weiter hoch her. Habe alle Beiträge gelesen und würde gerne auf so manchen antworten. Aber hier mal etwas Aktuelles.

Wir haben die im März 2016 bei der Gold Imkerei erstandenen/gekauften MW hier in Frankreich analysieren lassen. Wenn ich "erstandenen/gekauften MW" angebe, dann aus dem Grund, dass wir (ein Berufsimker-Kollege und ich) je 100 kg dieser MW von Hardy Gerster bezogen, mein Freund direkt seine MW bezahlte wogegen ich bereits nach 4 Wochen ein Feeling hatte, dass etwas mit den MW nicht stimmt, ohne es konkretisieren zu können. Am 31.07.16 habe ich dann ein ausführliches Reklamations-Mail an Hardy geschickt mit reichlich Fotos als Beweis, denn auf mein Telefonat einige Tage vorher mit ihm hat er den doofen Nichtswisser vorgegauckelt.

Fakt ist, dass ich bis heute weder eine Antwort auf mein Reklamations-Mail erhalten habe, noch bin ich in irgendeiner Form angemahnt worden, dass ich meine 100 kg MW noch nicht bezahlt hätte.

Hier einmal die Resultate der Analyse auf Rückstände in diesen vorerwähnten MW.
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