Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Imkerei in den Medien

Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon summserum » 11. Oktober 2016, 11:40

Hallo,

die Berichte beziehen sich alle auf den Händler/Umarbeiter in Aulendorf.

Ich habe dort noch nichts (direkt) gekauft und nichts umarbeiten lassen.

Gibt's denn die Problematik auch bei Wachs von anderen Lieferanten/Umarbeitern.
Ich habe neue Mittelwände gekauft, mit Basismaterial das angeblich aus Äthiopien stammt und völlig unbelastet ist. Es riecht (stinkt) zwar ein bisschen, aber den Bienen scheints recht zu sein.

Außerdem habe ich Wachs aus meinem eigenen Wachskreislauf umarbeiten lassen. Da ich den eigenen Wachskreislauf erst seit wenigen Jahren betreibe, besteht mein Wachs aus Material aus verschiedenen Quellen und ich habe keine Kenntnis darüber, ob auch verfälschtes Wachs eingeflossen ist. Ich habe nur zertifiziertes Wachs gekauft und nur bei namhaften Händlern und nie zum Billigpreis (immer so um die € 20.- pro kg). Hatte auch noch nie ein auffälliges (Schrotschuß) Brutbild.

Im letzten Jahr (2015) beim Abschleudern Ende Juli war es extrem warm. Ich hatte abends Bienenfluchten eingelegt, kam aber am nächsten Tag erst gegen Spätnachmittag dazu, die Waben zu entnehmen. Bei einem schwachen Volk, das im Honigraum noch nicht ausgebaute Randwaben hatte, waren zwei Mittelwände weich geworden und nach unten geklappt. Ich habe dies der großen Hitze zugeschrieben und der infolge der eingelegten Bienenflucht nicht mehr möglichen Klimasteuerung durch die Bienen.

Ich frage mich nun, nachdem ich das alles gelesen habe, ob ich die Sache neu bewerten muss und ob mein Wachs auch verfälscht sein könnte. Zu dieser Neubewertung wäre es hilfreich zu erfahren, ob es ähnliche Vorgänge auch schon bei anderen Imkern gab. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass in einem durch eine Bienenflucht abgetrennten Honigraum in der Sonne im Juli Temperaturen auftreten, die auch ordentliches Wachs zum Weich werden bringen. Außerdem wäre hierbei auch der Temperatureinfluss auf den Honig zu berücksichtigen. Ich arbeite seitdem nicht mehr mit Bienenfluchten und habe ein Kehrfix angeschafft.

Für Erfahrungswerte bedanke ich mich bereits im Voraus.

Viele Grüße
summserum
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon waldimker » 11. Oktober 2016, 12:19

ich hab in leeren kästen (mit deckel, sogar ohne isolierung) schon rähmchen mit mittelwänden aufbewahrt - in der prallen sonne. nix passiert.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Markus75 » 11. Oktober 2016, 13:38

Das ist dann meist eine Frage der Drahtung. Wachs wird natürlich irgendwann weich und wenn der Draht nicht sehr nah am Oberträger ist, dann kann die Mittelwand wegkippen und in der Folge zusammen fallen.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon FranzBurnens » 11. Oktober 2016, 16:23

summserum hat geschrieben:Im letzten Jahr (2015) beim Abschleudern Ende Juli war es extrem warm. Ich hatte abends Bienenfluchten eingelegt, kam aber am nächsten Tag erst gegen Spätnachmittag dazu, die Waben zu entnehmen. Bei einem schwachen Volk, das im Honigraum noch nicht ausgebaute Randwaben hatte, waren zwei Mittelwände weich geworden und nach unten geklappt.

kann schon mal passieren, wenn kein mod. Oberträger mit Nut.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Tom » 11. Oktober 2016, 19:46

FranzBurnens hat geschrieben:kann schon mal passieren, wenn kein mod. Oberträger mit Nut.


Ist mir passiert – trotz Nut im mod. Oberträger (siehe Seite 2 in diesem Thread).
Wobei zu klären wäre, was konkret summserum mit "heruntergeklappter MW" meint.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon summserum » 11. Oktober 2016, 22:12

Tom hat geschrieben:
FranzBurnens hat geschrieben:kann schon mal passieren, wenn kein mod. Oberträger mit Nut.


Ist mir passiert – trotz Nut im mod. Oberträger (siehe Seite 2 in diesem Thread).
Wobei zu klären wäre, was konkret summserum mit "heruntergeklappter MW" meint.


Die Mittelwand Zander ist 19,5 cm hoch. Die Drähte sind ab Oberträger ca. 2 cm / 5 cm / 5cm / 5cm /2 cm auseinander (geschätzt/Augenmaß). Die Mittelwände waren vorne und hinten am Rähmchen um den oberen 2 cm Draht nach unten geklappt und in der Mitte im Bogen etwa um den von oben her gesehenen 5 cm Draht. Die Mittelwand war im mittleren Bereich nicht nur umgeklappt sondern auch in sich verformt.
Aktuell tendiere ich immer noch zu der Vermutung, dass es sich um einen enorm aufgeheizten Honigraum gehandelt hat, bei dem auch unverfälschtes Wachs geschmolzen ist. Es war an diesem Tag eine enorme Hitze. Ich hätte aber gerne Gewissheit. Die ausgebauten Waben waren nicht geschmolzen oder in einem mit Augenmaß wahrnehmbaren Umfang verformt.

Als Konsequenz aus der Sache habe ich beschlossen, dass mein Wachs nur noch von mir bearbeitet wird. Ich werde diesen Winter meine Mittelwände mit den Gussformen des Vereins selber gießen und nächstes Jahr, wenn ich Erfahrungswerte habe, eventuell selber eine Gussform kaufen. Ich habe Imker-Vereinskammeraden, die nach Ihrer Aussage mit einer Form auf 60 bis 70 Mittelwände pro Stunde kommen. Wenn ich dann als Anfänger auf 40 komme, brauche ich keinen ganzen Samstag und das ist mir die Sache wert. Die Wirtschaftlichkeit ist für einen Imker mit 12 bis 15 Völkern natürlich fraglich. Aber das ist bei dieser Völkerzahl auch mit anderen Gerätschaften so.

Interessieren würde mich aber auch, ob die Aulendorfer Firma die einzige ist, die verfälschtes Wachs verkauft hat. Dabei wäre ganz besonders interessant ob verfälschtes Wachs als "Neuware" oder als "Umarbeitungsware" gestreckt wurde. Ich unterstelle nicht jedem Umarbeiter, dass er chinesisches Paraffinwachs untermischt, hege aber doch Zweifel, ob so einzelne Chargen mit 20 oder 30 kg wirklich einzeln, verarbeitet werden/wurden.

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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Tobi » 12. Oktober 2016, 07:26

summserum hat geschrieben:Interessieren würde mich aber auch, ob die Aulendorfer Firma die einzige ist, die verfälschtes Wachs verkauft hat.

Wohl leider nicht...

summserum hat geschrieben:...hege aber doch Zweifel, ob so einzelne Chargen mit 20 oder 30 kg wirklich einzeln, verarbeitet werden/wurden.

Schau Dir doch einfach mal an wie die Umarbeitung mit den entsprechenden Anlagen funktioniert...
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Markus75 » 12. Oktober 2016, 08:31

Ein Tipp an alle mit fraglichem Material könnte folgender sein:

Meine chinesischen synthetischen Mittelwände haben die Eigenschaft nicht anzulaufen. Die sehen auch nach einem Jahr im Keller noch so aus wie bei der Lieferung, es kann nur sein, dass sie geschrumpft sind. Je wärmer und heller man sie lagert umso mehr schrumpfen und verblassen sie.

Hab erst gestern bei einem Vereinskollegen sein von dort umgearbeitetes Eigenwachs inspiziert und 2 Pack waren angelaufen und 1 Pack sah aus wie neu. Gleiche Lieferung... Geruch direkt wie bei meinen.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon VoBee » 12. Oktober 2016, 08:46

Angelaufen heißt was?

Hättest Du evtl. zwei Vergleichsfotos?

Gruß
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon cooper » 12. Oktober 2016, 09:30

Mittlerweile tauchen in der Bucht die ersten dieser Mittelwände aus Aulendorf zur Versteigerung auf. Finde ich unverantwortlich von den Anbietern.
Anstatt das Zeugs zu Kerzen zu verarbeiten oder zu entsorgen sucht man sich einen Dummen der sich damit die Völker vergiftet.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Tobi » 12. Oktober 2016, 10:14

cooper hat geschrieben:Mittlerweile tauchen in der Bucht die ersten dieser Mittelwände aus Aulendorf zur Versteigerung auf. Finde ich unverantwortlich von den Anbietern.
Anstatt das Zeugs zu Kerzen zu verarbeiten oder zu entsorgen sucht man sich einen Dummen der sich damit die Völker vergiftet.


Schreibt doch nicht dass die für Bienen geeignet sind, sondern die seien aus seiner "Kerzengieß Hobbyauflösung"... :roll:
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Puschkin » 12. Oktober 2016, 10:45

Also ich habe dieses Jahr Mittelwände zukaufen müssen und tat es bei einem "Wabenprofi" im Raum Stuttgart. Den ganzen Sommer war ich verwirrt, da in ein und demselben Volk das Brutbild von Wabe zu Wabe unterschiedlich war. Mal war das Brutbild nahezu perfekt, auf der nächsten Wabe war es dieses besagte Schadbild.
Hat von euch jemand auch diese Erfahrung bezüglich Mittelwände aus dem Raum Stuttgart? Und welche Möglichkeit der Analyse besteht hier konkret? Machen die Dachvereine etwas dagegen? Kann in so einem Fall nicht die Versicherung gegen die Wachs-Puncher vorgehen?
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon bob » 12. Oktober 2016, 10:51

Puschkin hat geschrieben: Kann in so einem Fall nicht die Versicherung gegen die Wachs-Puncher vorgehen?


Ich kenne keine Versicherung, die ein Interesse haben könnte, gegen solche Leute vorzugehen.
An welch Versicherung denkst du denn?
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Simon » 12. Oktober 2016, 13:14

Puschkin hat geschrieben:Mal war das Brutbild nahezu perfekt, auf der nächsten Wabe war es dieses besagte Schadbild.
Es kann durchaus auch an anderen Ursachen liegen, bei benachbarter Drohnenbrut werden Larven ausgefressen, bei zu geringem Wabenabstand (32mm) kann es ebenfalls zu Brutausfall kommen.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Simon » 12. Oktober 2016, 14:26

100% Naturwabenbau, 32mm Wabenabstand ergab ausgefressene Larven kurz vor der Verdeckelung
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Markus75 » 12. Oktober 2016, 14:44

Simon, dein oberstes Bild sieht soweit i.O. aus, hier wurde lediglich viel Pollen und Futter gelagert, was nun wieder raus kommt und somit bestiftet werden kann.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon waldimker » 12. Oktober 2016, 14:44

Simon, Du weißt ganz genau, dass dieser "Wabenprofi" in einem Einzelfall mit hunderten von Kilo Mittelwänden Dreck am Stecken hat! Das ist schon ein dreivierteljahr oder so her...
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Markus75 » 12. Oktober 2016, 14:49

Puschkin hat geschrieben:Also ich habe dieses Jahr Mittelwände zukaufen müssen und tat es bei einem "Wabenprofi" im Raum Stuttgart. Den ganzen Sommer war ich verwirrt, da in ein und demselben Volk das Brutbild von Wabe zu Wabe unterschiedlich war. Mal war das Brutbild nahezu perfekt, auf der nächsten Wabe war es dieses besagte Schadbild.
Hat von euch jemand auch diese Erfahrung bezüglich Mittelwände aus dem Raum Stuttgart? Und welche Möglichkeit der Analyse besteht hier konkret? Machen die Dachvereine etwas dagegen? Kann in so einem Fall nicht die Versicherung gegen die Wachs-Puncher vorgehen?


Sind alle diese Waben von einem Umarbeiter? Oder wurden einzelne ins Brutnest gegeben und diese zeigen nun das Schadbild?
Ich kann nur soviel sagen, es ist nicht das "synthetische" Wachs sondern ein Paraffinproblem. Dies ist sogar ohne große Analyse selbst sehr einfach mit einer sehr genauen Feinwage ermittelbar. Dichte/Volumen berechnen und schauen ob unter 0,95, dann ist es gestreckt. je niedriger der Wert umso mehr Paraffin ist drinn.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Tobi » 12. Oktober 2016, 15:04

Markus75 hat geschrieben:
Puschkin hat geschrieben:Also ich habe dieses Jahr Mittelwände zukaufen müssen und tat es bei einem "Wabenprofi" im Raum Stuttgart. Den ganzen Sommer war ich verwirrt, da in ein und demselben Volk das Brutbild von Wabe zu Wabe unterschiedlich war. Mal war das Brutbild nahezu perfekt, auf der nächsten Wabe war es dieses besagte Schadbild.
Hat von euch jemand auch diese Erfahrung bezüglich Mittelwände aus dem Raum Stuttgart? Und welche Möglichkeit der Analyse besteht hier konkret? Machen die Dachvereine etwas dagegen? Kann in so einem Fall nicht die Versicherung gegen die Wachs-Puncher vorgehen?


Sind alle diese Waben von einem Umarbeiter? Oder wurden einzelne ins Brutnest gegeben und diese zeigen nun das Schadbild?
Ich kann nur soviel sagen, es ist nicht das "synthetische" Wachs sondern ein Paraffinproblem. Dies ist sogar ohne große Analyse selbst sehr einfach mit einer sehr genauen Feinwage ermittelbar. Dichte/Volumen berechnen und schauen ob unter 0,95, dann ist es gestreckt. je niedriger der Wert umso mehr Paraffin ist drinn.


...wenn nicht auch noch ein entsprechend schwererer Füllstoff mit zugegeben wurde...
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Markus75 » 12. Oktober 2016, 15:41

Tobi hat geschrieben:...wenn nicht auch noch ein entsprechend schwererer Füllstoff mit zugegeben wurde...


Ich glaub die wären teurer gewesen wie das Wachs im Einkauf :evil:
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon bob » 12. Oktober 2016, 16:41

Markus75 hat geschrieben:
Puschkin hat geschrieben:Also ich habe dieses Jahr Mittelwände zukaufen müssen und tat es bei einem "Wabenprofi" im Raum Stuttgart. Den ganzen Sommer war ich verwirrt, da in ein und demselben Volk das Brutbild von Wabe zu Wabe unterschiedlich war. Mal war das Brutbild nahezu perfekt, auf der nächsten Wabe war es dieses besagte Schadbild.
Hat von euch jemand auch diese Erfahrung bezüglich Mittelwände aus dem Raum Stuttgart? Und welche Möglichkeit der Analyse besteht hier konkret? Machen die Dachvereine etwas dagegen? Kann in so einem Fall nicht die Versicherung gegen die Wachs-Puncher vorgehen?


Sind alle diese Waben von einem Umarbeiter? Oder wurden einzelne ins Brutnest gegeben und diese zeigen nun das Schadbild?
Ich kann nur soviel sagen, es ist nicht das "synthetische" Wachs sondern ein Paraffinproblem. Dies ist sogar ohne große Analyse selbst sehr einfach mit einer sehr genauen Feinwage ermittelbar. Dichte/Volumen berechnen und schauen ob unter 0,95, dann ist es gestreckt. je niedriger der Wert umso mehr Paraffin ist drinn.


Die Gewichtsermittlung funktioniert sehr genau mit der Imkerwaage,
jedoch wie errechnest du das genaue Volumen der Mittelwand mit ihren Prägungen? (8;)
Gruß bob
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Silversurfer » 12. Oktober 2016, 18:09

Im Imkerforum wurde das mit Gewichtsverdrängung in Wasser gemessen.

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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon waldimker » 12. Oktober 2016, 18:20

eine andere möglichkeit wäre das umschmelzen in ein messbecherchen geeigneter größe. 100% stimmen wirds nicht, weil das wachs schwindet beim erkalten. dann müssteste mit wasser aufgießen bis alle hohlräume gefüllt sind und hinterher das volumen des eingesetzten wassers abziehen.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Simon » 12. Oktober 2016, 19:26

Markus75 hat geschrieben:Simon, dein oberstes Bild sieht soweit i.O. aus, hier wurde lediglich viel Pollen und Futter gelagert, was nun wieder raus kommt und somit bestiftet werden kann.
Schwer zu erklären mit Pollen- oder Honigzellen, das erste Brutnest eines Schwarmes ist noch nicht mit Pollen durchsetzt. Man kann flächig Larven am Rande des Brutnests beobachten, mit der Deckelung wurde direkt im Anschluss ausgeräumt, Pollenzellen sind in diesem Bereich und ganz allgemein nicht im Umfang der Lücken zu beobachten.
975
Hier wird es deutlich dass es sich nicht um ein verhonigtes oder mit Pollen durchsetztes Brutnest handelt sondern um ausgefressene Brut.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon attila » 12. Oktober 2016, 22:45

Wie in der Schwäbischen Zeitung, Ravensburg am 15.09.2016 zu lesen war, ist das offensichtlich kein alleiniges Problem aus Oberschwaben. Dort war zu lesen:

" Zweiter Fall in Ost-Württemberg
.....
Nach Kenntnisstand der „Schwäbischen Zeitung“ soll es darüber hinaus ein zweites Fälschungsdelikt geben: In diesem Fall bestanden die Mittelwände zu 100 Prozent aus Paraffin. Wie ein Informant berichtet, soll das Paraffin mit gelber Farbe eingefärbt gewesen sein, sodass es sich optisch nicht von Bienenwachs unterscheidet. Diese Paraffin-Mittelwände wurden wohl in einem Betrieb aus dem östlichen Baden-Württemberg hergestellt."

Hier besagter Artikel: http://www.schwaebische.de/region_artik ... d,535.html

Interessant wäre, ob bei der Staatsanwaltschaft die angekündigten Ergebnisse vorliegen und was daraus folgt.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Markus75 » 13. Oktober 2016, 08:26

attila hat geschrieben:Interessant wäre, ob bei der Staatsanwaltschaft die angekündigten Ergebnisse vorliegen und was daraus folgt.


Wir haben mehrere Baustellen. Die mit Aulendorf ist sogar eher noch die kleinere aber dafür gefährlicher da die Völker daran langsam zugrunde gehen.
Die andere Baustelle ist die fast schon "normal" gewordene Panscherei. Dies hat verschiedene Gründe und bringt einmal eine Streckung und einmal laufen die Maschinen mit reinem Bienenwachs schlechter wie wenn Beimischungen dabei sind...
Leider hat dann dieses Frühjahr mind. 1 Umarbeiter den Hals nicht voll genug bekommen und ohne Analyse eine LKW Ladung voll "Blockwachs" vom LKW mit Osteuropäischen Fahrern gekauft. Dabei hat es sich dann um 100% eingefärbtes Paraffin gehandelt.
Ob nun wissentlich oder unwissentlich, das Zeug kam in Verkehr und was danach geschah ist einfach nur noch Vertuschen und verschleiern. Da will ich gerade nicht darauf eingehen, da ich mich nicht aufregen möchte.

Ansonsten, es laufen mehrere Anzeigen Richtung Aulendorf, die Vernehmungen sind noch im Gange und daher hat der Staatsanwalt noch nichts, was er präsentieren könnte.
Im anderen Fall der 100% Paraffin Mittelwände ist die Staatsanwaltschaft am ermitteln und bekanntlich dauert sowas lange, damit genug Zeit für die Beseitigung von Beweismitteln bleibt.
Zudem gibt es dann bei laufenden Verfahren wenig Auskunft und man muss das Ende des Verfahrens abwarten.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Avignon » 13. Oktober 2016, 11:54

Janos hat geschrieben:einem Imker aus unserem Verein hat er auf Nachfrage zu den SchrotschussBrutbildern gesagt er hätte einfach falsch mit MS behandelt ;) -- was der Imker gar nicht hat



Nun ja, für mich ist der Hardy nicht nur ein Krimineller sondern auch ein Volltrottel mit seinen unqualifizierten Äußerungen.

Hier mal ein Beispiel dieser Drecks-MW der Firma Gold Imkerei aus Aulendorf. Es handelt sich um ein Volk (Kö 2016), dem ich 3 dieser Drecks-MW einhing. Die Fotos sind vom 27 Juni 2016.

Hier die offene Bienenkiste:
Bild

Hier einer der Drecks-MW (4. Wabe von rechts):
Bild

Und dies ist die eine BW mit einer von mir selbst gegossenen MW in 2015 (3. Wabe von links):
Bild

Und hier ein Foto eines Grossteils (2/3) aller Drecks-MW-Waben, die ich meinen Völkern entnehmen musste. Dazu kommen noch ca. 400 MP-Rähmchen, die ich jedoch ein-schmolz, um die Rähmchen während des Sommers mit gutem Bienenwachs ausstatten zu können:
Bild
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Simon » 13. Oktober 2016, 12:43

Avignon hat geschrieben:Nun ja, für mich ist der Hardy nicht nur ein Krimineller sondern auch ein Volltrottel mit seinen unqualifizierten Äußerungen.

Sagt einer zum anderen ganz deutlich und barsch:
„Leck mich am Arsch!“
benimmt er gar nicht sacht sich
und es trifft ihn die Schuld nach StGB § 185.

Wird erwidert, der Arsch stinket nach üblen Düften
und er hänge hinaus ihn zum Lüften,
trifft zu hier ganz einzig
Strafgesetzbuch § 199.
So etwas ist unanständig und nicht fein,
trotzdem kommt es in Versform in die Gründe rein.
[…]
Wenn eine Beleidigung gleich auf der Stelle
erwidert wird mit des Mundwerks Schnelle,
dann kann es der Richter den beiden gewähren,
kann beide Beleidiger für straffrei erklären.
So tat’s mit Recht das Amtsgericht,
und so die Strafkammer auch spricht:
Das Wort des Götz von Berlichingen
ist keines von den feinen Dingen,
wenn man dies wechselseitig sagt,
am besten niemand sich beklagt!
Wer stets vom Recht das Rechte dächte
und sich nicht rächte,
dächte rechte.
Die Kostenlast dabei ergibt sich:
StPO-vierdreiundsiebzig.

(Landgericht Baden-Baden, Urteil vom 19. Dezember 1955, Az.: Ps 7/55)

Und nun der Hinweis zur freundlichen aber deutlichen Beachtung, nicht wechselseitig und auch nicht einseitig sind Ehrabschneidungen keine feine Sache, denn wer stets vom Recht das Rechte dächte und sich nicht rächte, dächte rechte.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Markus75 » 13. Oktober 2016, 13:34

Simon hat geschrieben:Und nun der Hinweis zur freundlichen aber deutlichen Beachtung, nicht wechselseitig und auch nicht einseitig sind Ehrabschneidungen keine feine Sache, denn wer stets vom Recht das Rechte dächte und sich nicht rächte, dächte rechte.


Ja unser Franz, dem kochen die Emotionen hoch und trägt dennoch sein Herz am rechten Fleck. Ohne ihn würden wir noch immer im Dunkeln tappen. Seine Bilder haben das ganze zu Tage gebracht. Da möchte ich mich auch nochmals herzlich bei ihm bedanken.
Sein Unmut ist verständlich, aber auch in Hinsicht auf die Verantwortung des Forenbetreibers, etwas gewählter zum Ausdruck zu bringen ^^ Sonst ist am Ende hier ganz schnell zu und die Warnung unserer Imkerkollegen kann nicht mehr weiter geführt werden. Hätten wir nur für alles hieb un stichfeste Beweise bzw. bereits ein gerichtliches Urteil vorliegen, wie einfach wäre es damit zu arbeiten. So rudern wir halt noch fleissig im Nebel umher und sammeln was kommt.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon attila » 13. Oktober 2016, 21:57

Zu Avignons Beitrag vom 13.10.: Der Ärger ist für mich voll und ganz nachzuvollziehen. Es ist aber offensichtlich so, dass uns der ganze Ärger so vermutlich nicht weiterbringt. Ich möchte noch einmal aus der Schwäbischen Zeitung zitieren:

"Die Ergebnisse der untersuchten Wachsproben liegen seit Freitag vor. Auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“ heißt es aus dem baden-württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: „In dem Bienenwachs aus China, das bei der Herstellung von Mittelwaben verwendet wurde, wurden nicht unerhebliche Mengen von Rückständen gefunden. Insbesondere der Gehalt an Stearinsäure liegt ganz erheblich über den Gehalten von einheimischem Bienenwachs.“ Das Problem ist jedoch, dass Bienenwachs nicht als Lebensmittel gilt und es deshalb auch keinen Vorgaben unterliegt. So teilt auch das Ministerium mit: „Eine Beanstandung ist nicht möglich, da für Bienenwachs keine Höchstmengen festgelegt wurden.“ Vielmehr handle es sich in den vorliegenden Fällen um eine zivilrechtliche Frage und darum, ob die gelieferte Ware den zugesicherten Eigenschaften oder der nach dem Vertrag vorausgesetzten Verwendung entsprochen habe."

Mittelwände aus Bienenwchs unterliegen keinenVorgaben!!!! Und dann bleibt uns nichts, als uns juristisch darüber auseinander zu setzen, was die zugesicherten Eigenschaften sind oder ob sie den nach dem Vertrag ...... - Viel Vergnügen -
Ich denke, da müsste anderswo angesetzt werden.Oder haben wir als Imker etwa tatsächlich keine politische Lobby?
attila
 
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