Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Imkerei in den Medien

Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon FranzBurnens » 17. Oktober 2016, 19:43

ganz schön fleissig, eure Labormäuse ...

... aber was sagt das über die Zusammensetzung des Wachses?

Gefundene PSM-Rückstände bedeuten: es gab ein Vorleben als Bienenwabe ...
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Tobi » 17. Oktober 2016, 19:48

Und wer ist so fleißig das mal ins Deutsche zu übersetzen? (8;)
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Avignon » 17. Oktober 2016, 19:49

FranzBurnens hat geschrieben:ganz schön fleissig, eure Labormäuse ...

... aber was sagt das über die Zusammensetzung des Wachses?

Gefundene PSM-Rückstände bedeuten: es gab ein Vorleben als Bienenwabe ...


Richtig, Franz!

Was die Zusammensetzung des Wachses betrifft, ist eine entsprechende Analyse in Auftrag. Denn stelle Dir mal vor, dass diese MW mit 80% an synthetischem China-Wachs gestreckt wurde, wie verseucht mussten dann die 20% Bienenwachs sein, um auf solche Werte zu kommen!
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Avignon » 17. Oktober 2016, 19:52

Tobi hat geschrieben:Und wer ist so fleißig das mal ins Deutsche zu übersetzen? (8;)


Was die Rückstände und deren Konzentration betrifft, so steht alles in Bild 2 und 3 (Vergrösserung). Und die Begriffe der Produkte braucht man doch nicht übersetzen.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Tobi » 17. Oktober 2016, 19:59

O.k.
Hatte nach was gesucht, das wie die Zusammensetzung aussieht... :roll:
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Hössi » 17. Oktober 2016, 20:39

Jetzt weiss ich auch welche Funktion die Asiatin in dem Betrieb hatte. Dachte das ist die Geliebte des Chefs :D
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Avignon » 17. Oktober 2016, 22:09

Hössi hat geschrieben:Jetzt weiss ich auch welche Funktion die Asiatin in dem Betrieb hatte. Dachte das ist die Geliebte des Chefs :D


Bravo, diesen Verdacht hatte auch ich, dass die Asiatin die Luftpumpe des Chefs sei!
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Markus75 » 18. Oktober 2016, 07:08

Für alle die Ihr Wachs von der besagten Firma aus Aulendorf erworben haben und nun mit zusammensackenden Waben, Brutschäden und kaputten Völkern kämpfen, es gibt nun in Facebook eine kleine Gruppe in die auch nur wirklich betroffene beitreten sollen, damit eine passende Beratung über das weitere Vorgehen erfolgen kann.
Bitte hierzu mit mir unter:
https://www.facebook.com/markus.gann1
Kontakt aufnehmen, dann kann ich euch zur Gruppe hinzufügen.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Jusibiene » 18. Oktober 2016, 08:51

So wie ich das mit meinen leidlichen Chemie-Grundlagen verstehe, enthält das Wachs also reichlich Rückstände von allem, was innerhalb und außerhalb Europas zur Milbenbekämpfung an synthetischen Mitteln verwendet wurde und wird. Teils noch erlaubt, teils lange verboten.

Weiß wer was über Grenzwerte im Wachs? Hier sind ja wohl nur (chemische) Nachweisgrenzen angegeben.

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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon artos » 18. Oktober 2016, 09:13

Es ist schon interessant warum Paraffin, nach Aussagen der Imker, bei den Bienen offenbar nicht funktioniert. Bienen sind extrem anpassungsfähig!
Nach den aktuellen Sicherheitsdaten wird Paraffin entsprechend den Kriterien der Richtlinien 67/548/EWG bzw. 1999/45/EG oder der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 als ungefährlich für Mensch und Umwelt eingestuft.[2] Wegen der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten – z. B. als Brennstoff für Kerzen, als Bestandteil von Arzneimitteln, zum Schutz von Lebensmitteln, als kosmetischer Inhaltsstoff – ist zur Bewertung möglicher Risiken auch eine anwendungsspezifische Betrachtung erforderlich. Unterschiedliche Szenarien der Exposition wie z.B. Inhalation, dermale Applikation oder interne Einnahme sind dabei produktspezifisch zu berücksichtigen. Für Mineralöle in Lippenpflegeprodukten gelten z. B. wegen des möglichen Verschluckens des Produktes die für den Lebensmittelbereich definierten Kriterien.
Hartparaffin schmilzt zwischen 50 und 60 °C
Bienenwachs: 62 bis 66 °C
Soweit, so gut....
Allerdings gibt es große Unterschiede!
https://de.wikipedia.org/wiki/Paraffin
http://www.bienenschade.de/Wachs/wachs.htm
https://de.wikipedia.org/wiki/Bienenwachs
Um es klar zu sagen: Ich imkere mit reinem (eigenem) Bienenwachs, bin aber wissentschaftlich interessiert! Man sollte alles hinterfragen!
Ich würde darauf wetten das es mit Paraffinplatten auch funktioniert, 1 Euro...
Gruß aus Berlin ARTOS
Zuletzt geändert von artos am 18. Oktober 2016, 09:37, insgesamt 5-mal geändert.
Bullet Chess: http://www.genialschach.de
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Avignon » 18. Oktober 2016, 09:22

artos hat geschrieben:Es ist schon interessant warum Paraffin, nach Aussagen der Imker, bei den Bienen offenbar nicht funktioniert. Bienen sind extrem anpassungsfähig!
Hartparaffin schmilzt zwischen 50 und 60 °C
Bienenwachs: 62 bis 66 °C
Soweit, so gut....
Allerdings gibt große Unterschiede!
https://de.wikipedia.org/wiki/Paraffin
http://www.bienenschade.de/Wachs/wachs.htm
https://de.wikipedia.org/wiki/Bienenwachs
Gruß aus Berlin ARTOS



Nach Aussagen von Ceralyse stimmt das nicht ganz so. Es scheint ein Weichparaffin und ein Hartparaffin zu geben. In meinem Fall handelt es sich um Hartparaffin, denn diese Waben schmelzen über den Schmelzpunkt von Bienenwachs. Dieses wurde mir bewusst, als ich meine mit den verseuchten MW der Gold Imkerei MP-Rähmchen im Sonnenwachsschmelzer einschmelzen wollte. Bei Hartparaffin haben die bis zum Schlupfstadium entwickelten Bienen Schwierigkeiten, sich aus der Zelle zu befreien.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon FranzBurnens » 18. Oktober 2016, 10:13

BieneMoni hat geschrieben:
Ich habe schon zahllose Imkervideos aus den USA angeschaut, um dazuzulernen.
Und viele Imkereien nutzen dort ganz selbstverständlich diese Kunststoffmittelwände.
In die Richtung möchte ich mich weiter informieren.

Würde mich auch interessieren, was von dort zu erfahren ist, vielleicht kannst du mal einige Erkenntnisse aus den Videos mitteilen, Moni?!

- Gibt es Probleme mit Übergängen von Weichmachern o. anderen Kunststoffanteilen in den Honig?
- Wie kommen die Bienen im BR mit der Aufzucht auf diesen Waben klar?
- Ist die Annahme der Plastikteile bei deckender Wachsbeschichtung vergleichbar mit üblichen MW'en?
- Werden sie nach mehreren Saisoneinsätzen spröde und müssen bald wieder entsorgt werden? / Bruch-bzw. Splittergefahr beim Schleudern u. a. mechanischen Belastungen?
- Eignen sich die komplett mit Rähmchen in Kunststoff gegossenen gleich gut wie (oder besser als) Platten, die man in normale Holzrähmchen einklickt?
- Reinigung aufwändig nach Abschmelzen der Altzellen?

Nachteile wären wohl, keinen Solarschmelzer einsetzen zu können sowie (der Vollständigkeit halber) bei Faulbrut keine Möglichkeit des Entseuchens.
Vorteil mglw.: Vermeidung von Wabenbruch beim Schleudern.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Bienenhüter » 18. Oktober 2016, 10:30

Avignon hat geschrieben: Bei Hartparaffin haben die bis zum Schlupfstadium entwickelten Bienen Schwierigkeiten, sich aus der Zelle zu befreien.


Wenn die Bienen schlüpfen ist doch kein Wachs mehr vorhanden, nur der Kokon.
Das wird doch schon vorher von den Arbeiterinnen entfernt.
Wenn also Hartparafin zu Schlupfschwierigkeiten führt, müsste es doch einfach zu sehen ( und fühlen ) sein, das es nicht von den Arbeiterinnen entfernt wurde.
Hast Du Bilder von solchen Brutzellen?

Gruß Bienenonkel
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon FranzBurnens » 18. Oktober 2016, 10:33

artos hat geschrieben:Es ist schon interessant warum Paraffin, nach Aussagen der Imker, bei den Bienen offenbar nicht funktioniert. Bienen sind extrem anpassungsfähig!

Die Anpassungsfähigkeit müsste dann so weit gehen, dass Fremdstoffe wie das Mineralölprodukt Paraffin von den Bienen aufgenommen und verarbeitet werden können. D.h. sowohl die extrem feine Sensorik der Biene erkennt die Platten als geeignet - als auch die physiologische Umsetzung (Aufnahme mit den Mundwerkzeugen, Erweichung und Vermischung mit Eigenwachs) müsste widerstandsfrei funktionieren.

Was offenbar im menschlichen Lebensmittelbereich kein Hindernis darstellt: Paraffin wie Bienenwachs werden unverdaut wieder ausgeschieden.
Auskünfte zu E 901: "Das gelb bis weiß gefärbte Wachs ist sehr wertvoll und wird daher oft mit anderen Wachsen verschnitten." http://www.zusatzstoffe-online.de/zusat ... wachs.html
bzw. "... gestreckt" https://www.lebensmittellexikon.de/b0001140.php

... scheint also gewohnheitsmäßig zu erfolgen und nicht strafbar zu sein.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon waldimker » 18. Oktober 2016, 10:35

vieles ist nicht strafbar und sollte es sein!
mir scheint sogar, manche "lebens"mittelhersteller arbeiten mit den entsorgungsabteilungen der chemischen industrie zusammen...
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Markus75 » 18. Oktober 2016, 12:21

Bienenhüter hat geschrieben:
Avignon hat geschrieben: Bei Hartparaffin haben die bis zum Schlupfstadium entwickelten Bienen Schwierigkeiten, sich aus der Zelle zu befreien.


Wenn die Bienen schlüpfen ist doch kein Wachs mehr vorhanden, nur der Kokon.
Das wird doch schon vorher von den Arbeiterinnen entfernt.
Wenn also Hartparafin zu Schlupfschwierigkeiten führt, müsste es doch einfach zu sehen ( und fühlen ) sein, das es nicht von den Arbeiterinnen entfernt wurde.
Hast Du Bilder von solchen Brutzellen?

Gruß Bienenonkel


Das mit dem Kokon und kein Wachs ist nicht zwingend der Fall. Genügend Bienen schlüpfen indem sie sich selber durchbeissen müssen. Meines Erachtens ist dieses Wachsabtragen nur dann der Fall, wenn die Bienen es zum Bau anderer Waben gebrauchen können und nicht in der Laune sind, selbst zu schwitzen.

Die Schlupfschwierigkeit geht eher so einher, dass die schlüpfende Biene den Zelldeckel öffnet, aber nicht weit genug um sich durchzuzwängen, was bei echtem Bienenwachs einfacher zu gehen scheint.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon waldimker » 18. Oktober 2016, 14:11

Simon hat geschrieben:
Karlheinz hat geschrieben:So sieht´s bei mir aus:
http://einfachimkern.de/viewtopic.php?f ... =90#p29314
Karlheinz, die volle Wabe unten ist ohne Draht, ein Baurahmen mit Drohnenbau gefüllt?


die hier verlinkte wabe ist hochkant gedrahtet.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon attila » 23. Oktober 2016, 20:39

Gab es zu unserem Thema irgend etwas wissens- und erwähnenswertes in Donaueschingen?
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Tobi » 23. Oktober 2016, 21:09

Nichts dass man nicht auch im www findet.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Janos » 23. Oktober 2016, 21:27

der Start einer Petition

http://www.bee-gann.de/Wachs/
http://dadant-imkern.blogspot.de/
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon FranzBurnens » 24. Oktober 2016, 07:08

Janos hat geschrieben:der Start einer Petition

http://www.bee-gann.de/Wachs/

" ... den Deutschen Bundestag dazu auffordern, dass Bienenwachs zum Wohl der Bienen und Menschen als „von Bienen selbst geschwitztes Wachs“ in der HonigVerordnung definiert wird."

Na, ob das Sinn macht? - Am Ende wird damit noch die Honigeigenschaft davon abhängig gemacht, ob die Imker den Völkern reines Wachs zum Bauen geben.

... mal ganz abgesehen davon, ob das nicht vorher im EU-Rahmen abgesichert gehört.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Noldi » 24. Oktober 2016, 07:58

Die nationalen Honigverordnungen beruhen auf einer EU Richtlinie. Adressat ist somit eigentlich die EU.
Und die Definition was Bienenwachs genau ist, gehört in die Definition von E901 hinein.

Wir haben schon genügend Regelungen, von daher sollte man damit immer vorsichtig sein. Und es muss systematisch in das bisherige Rechtsgefüge hineinpassen. Von daher eine unmissverständliche Definition hinein in die Definition von E901. Ansonsten kann ich mir das eigentlich in der Honigverordnung nur in dem Maß vorstellen, wenn es um Wabenhonig geht (nicht mit Scheibenhonig verwechseln) und bei einer Definition des allgemeinen Wachskreislaufes, dass also in diesem nur von Bienen ausgeschwitztes Wachs etwas zu suchen hat und keine Streckmittel etc. Bestandteil sein dürfen. Und in dem Bereich dann eine Definition was eine "Mittelwand aus Bienenwachs" ist, dass diese also aus von Bienen geschwitztem Wachs zu bestehen haben. Warum schreibe ich dort Mittelwand aus Bienenwachs und nicht nur Mittelwand? Weil Kunststoffwaben etc. ja nicht verboten werden sollten.
In dem Bereich Mittelwand aus Bienenwachs, müsste man dann, damit das funktioniert, auch definieren was Rückstandsfrei etc. bedeutet, sonst kommt der nächste noch daher und sagt die müssen unbebrütet sein, weil Bienen schwitzen ja kein Spritzmittel oder Varroamittel (Rückstände) aus und auch sonst keine Rückstände ...
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Janos » 24. Oktober 2016, 09:09

Im Prinzip ist es letztendlich egal wo es geregelt wird, Hauptsache es wird geregelt und in Grenzen definiert. Dass man dann sicher sein kann was man bekommt, bzw. was ich für wichtiger finde, dass wenn man es nicht bekommt eine klar Grundlage hinter sich hat.
http://dadant-imkern.blogspot.de/
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon waldimker » 24. Oktober 2016, 10:17

kleine frage am rande: was bitte, ist der unterschied zwischen wabenhonig und scheibenhonig, abgesehen von der Honigsorte?
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Markus75 » 24. Oktober 2016, 11:38

FranzBurnens hat geschrieben:" ... den Deutschen Bundestag dazu auffordern, dass Bienenwachs zum Wohl der Bienen und Menschen als „von Bienen selbst geschwitztes Wachs“ in der HonigVerordnung definiert wird."

Na, ob das Sinn macht? - Am Ende wird damit noch die Honigeigenschaft davon abhängig gemacht, ob die Imker den Völkern reines Wachs zum Bauen geben.

... mal ganz abgesehen davon, ob das nicht vorher im EU-Rahmen abgesichert gehört.


Nun berücksichtigen wir mal, dass jeder einzelne Imker selbst für seinen Honig verantwortlich ist. Die bisherigen Analysen sind auf Rückstände und PSM ausgelegt. Andere Stoffe wird man dabei selten finden und dieses Restrisiko trägt jeder einzelne von uns.
Sobald Bienenwachs (CAM) eine Definition in der HonigV bekommt, haben wir hier ein starkes Druckmittel auf die panschenden Imker in unseren Reihen und auf die Umarbeiter geschaffen. Dann kann man denen auch rechtlich an den Karren fahren.
Zudem würde dann von der Lebensmittelüberwachung nicht mehr nur eine Honigprobe gezogen, sondern auch eine Wachsprobe.

Wie sollen wir sonst verhindern, dass dieses Zeug wieder in den Kreislauf zurück kommt?

Bei den Berufsimkertag war die Zustimmung sehr groß und die Forderung nach einer Pedition wurde gestellt.
Was daraus wird liegt dann nicht in unserem Ermessen, aber unsere Regierung wird hoffentlich aufmerksam und überlegt sich ggf. eine eigene Lösung.


Noldi hat geschrieben:Die nationalen Honigverordnungen beruhen auf einer EU Richtlinie. Adressat ist somit eigentlich die EU.
Und die Definition was Bienenwachs genau ist, gehört in die Definition von E901 hinein.

Wir haben schon genügend Regelungen, von daher sollte man damit immer vorsichtig sein. Und es muss systematisch in das bisherige Rechtsgefüge hineinpassen. Von daher eine unmissverständliche Definition hinein in die Definition von E901. Ansonsten kann ich mir das eigentlich in der Honigverordnung nur in dem Maß vorstellen, wenn es um Wabenhonig geht (nicht mit Scheibenhonig verwechseln) und bei einer Definition des allgemeinen Wachskreislaufes, dass also in diesem nur von Bienen ausgeschwitztes Wachs etwas zu suchen hat und keine Streckmittel etc. Bestandteil sein dürfen. Und in dem Bereich dann eine Definition was eine "Mittelwand aus Bienenwachs" ist, dass diese also aus von Bienen geschwitztem Wachs zu bestehen haben. Warum schreibe ich dort Mittelwand aus Bienenwachs und nicht nur Mittelwand? Weil Kunststoffwaben etc. ja nicht verboten werden sollten.
In dem Bereich Mittelwand aus Bienenwachs, müsste man dann, damit das funktioniert, auch definieren was Rückstandsfrei etc. bedeutet, sonst kommt der nächste noch daher und sagt die müssen unbebrütet sein, weil Bienen schwitzen ja kein Spritzmittel oder Varroamittel (Rückstände) aus und auch sonst keine Rückstände ...


Logisch gehört es auch in die E901 rein und genau definiert. Ist aber schon wieder eine andere Baustelle, die im Zuge dessen hoffentlich auch von allen Entscheidungsträgern entsprechend erkannt wird.

Wie gesagt es geht um keine Neue Regelung sondern Änderung einer Verordnung indem man 2-3 Worte hinzufügt. So kann auch die Kunststoffwabe, mit echtem CAM bestrichen, weiter verwendet werden, da wir hier nicht ansetzen sondern es lediglich um das CAM geht was zum Einsatz kommt.
Warum nun nur bei Wabenhonig solch eine genaue Definition greifen soll ist mir unklar. In jedem Honig wird man minimalste Wachsspuren finden, besonders auch im Press oder Tropfhonig. Solange wir nicht wissen, was noch alles kommt, will ich hier bereits jetzt eine klare Definition um zu verhindern, dass wir am Ende noch mehr Giftstoffe zu uns nehmen.

Allein mal als Vergleich, die konevntionellen und die Bioimker verwenden Zucker/Biozucker. Dieser wird mit Leitungswasser angemischt. Wisst ihr was in Leitungswasser alles enthalten ist? Genau diese Belastungen gehen meist sehr gerne in das Bienenwachs über und viele sitzen da dann fest. Diesen Vorteil sollten wir weiterhin nutzen können, damit Honig in den Waben schon vorgereinigt wird. Ob Paraffin und Co da auch so gut sind?

Ich denke wir müssen uns nichts vor machen, selbst das Ausbringen von Gülle und Gülle an sich sind klar geregelt, aber bei einem Lebensmittel bleiben Schlupflöcher für windige Schurken die nur auf die schnelle Mark aus sind.

Wir sind für unseren Honig verantwortlich. Kommt dadurch jemand zu schaden.....

500m neben deinen Bienen wandert einer mit 150 Völker in den Raps, dann kommt dein BSV fürs Gesundheitszeugnis und du hast zufällig irgend so einen Schrott untergeschoben bekommen. Varrose oder AFB werden die erste Vermutung sein und der Verdacht reicht aus um alles dicht zu machen. D.h. der Imker mit seinen 150 Völkern, der in 7 Tagen in die Akazie abwandern wollte und womöglich noch 1-2h weit weg wohnt, der sitzt fest und lässt sich dann hocherfreut dort nieder. Das Jahr ist dann für den gelaufen und wer ersetzt ihm den Schaden? Soll er dann zum Amt gehen und Geld beantragen um über die Runden zu kommen?

Es gibt soviele kleine Beispiele und die sind nicht einfach aus der Luft gegriffen sondern könnten jederzeit so eintreffen.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Markus75 » 24. Oktober 2016, 11:42

waldimker hat geschrieben:kleine frage am rande: was bitte, ist der unterschied zwischen wabenhonig und scheibenhonig, abgesehen von der Honigsorte?


Es sollte normal keinen geben, beides hat aus von Bienen selbst geschwitztem Bienenwachs zu sein und dazu unbebrütet. Scheibenhonig steht hierbei für Jungfernwachs mit Heidehonig und Wabenhonig kann alle anderen Honigsorten beinhalten. Eine Mittelwand hat aber auch im Wabenhonig nichts zu suchen!
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon FranzBurnens » 24. Oktober 2016, 11:56

kein Unterschied - auch nicht Sorten-bezogen (nur DIB)

Man wird leicht feststellen, dass die Wachsthematik sehr vielschichtig beschaffen ist, und eine simpel gestrickte Petition keine Bewegung in die Rechtslage bringen kann.
Wo selbst die Wabenhonig-Def. der HonigVO alles mögliche erlaubt:
" ...von Bienen in den gedeckelten, brutfreien Zellen der von ihnen frisch gebauten Honigwaben oder in Honigwaben aus feinen, ausschließlich aus Bienenwachs hergestellten gewaffelten Wachsblättern gespeicherter Honig ..."
d.h. im Klartext:
- entweder die Bienen haben die Waben gebaut, ob mit Hilfe von MW'en aus irgendwelchen Substanzen oder pur eigenem Wachs
oder
- ein industrieller Herstellungsprozess prägt gewaffelten Wachsblätter und füllt diese mit Honig. Da "Bienenwachs" nirgendwo klar definiert ist, kann dies aus E 901 gemacht werden, also gestrecktem Material.

Bezogen auf unsere Mittelwände kann dies nur vertrauenswürdig geregelt werden durch eine Zertifizierungspraxis ähnlich wie bei Holz, Fisch etc. - Also letztlich freiwillig und nicht staatlich fest gelegt.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Noldi » 24. Oktober 2016, 12:05

Markus, das mit der Reinigungswirkung von CAM und das wir ja ein Lebensmittel produzieren ist der Grund wieso ich den Vorschlägen vom Grund her sehr positiv gegenüber eingestellt bin, auch wenn es oben vielleicht anders rüber gekommen ist -> ich bin für eine Verschärfung damit Paraffin, Stearin und Co. bei den Imkern verschwinden. Mein Geschreibe war nur der Hinweis, dass es vermutlich nicht mit 3-4 Wörtern getan ist und dass da deutlich mehr berücksichtigt gehört und das auf Europa-Ebene, nicht auf Nationalstaatlicher. Ich halte genau gar nichts von Paraffin, Stearin und Co bei Bienen. Hat da nichts verloren.

Nimmt man das mit Reinigungswirkung und Rückstände ernst (ich tue es), dann hat das neben dem rechtlichen aber noch größere Auswirkungen: Zukauf generell dann ein Problem weil sich Rückstände anreichern ... wenn man es ernsthaft durchzieht per Regulierungen, dann wird der Preis für CAM MASSIV ansteigen (... finde ich positiv), offene Wachskreisläufe ... keine geschlossenen mehr, ....
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon waldimker » 24. Oktober 2016, 12:12

Die Sache, dass Wabenhonig keine MW enthalten dürfe, ist in Deutschland so und auch dort finde ich die Sache weniger als eindeutig geregelt in entsprechenden Verordnungen. Immerhin scheint dies der Konsens zu sein.
In den USA z.B. oder wahrscheinlich auch in Australien und Neuseeland, wo große Mengen Wabenhonig produziert und verkauft werden, kommen Mittelwände sehr wohl zum Einsatz. Und zwar ist das die Regel. Es gibt dort "extra thin" für genau diesen Anwendungszweck.
"Wabenhonig" wird hierzulande auch in Kunststoffkassetten verkauft. Wie eine Kunststoffmittelwand wird diese kleine Verkaufsverpackung mit Wachs bestrichen und von den Bienen (einseitig) gefüllt. Nur einige Bio-Verbände verwehren sich dagegen. Ansonsten ist das "normal" (während in D Wabenhonig nicht wirklich nicht in aller Munde ist).

Mir persönlich ist es von alldiesem her ganz recht, dass Wabenhonig in Naturbauwaben (und zwar niemals bebrüteten) verkauft wird. I.d.R. fährt man wohl einfacher, man nutzt einen Anfangsstreifen.... aus .... naja, das ist eben die Frage, nicht?

Dem Anstieg des Wachspreises sehe ich hocherfreut entgegen und ich rechne fest damit. Bereits jetzt hab ich meine Kerzenpreise "ordentlich" gestaltet, denn in ein zwei Jahren wär es sonst lukrativer, selbst konventionelles Wachs im Block zu verkaufen.
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Re: Beitrag zur Wachsverfälschung 04.10. 18:15 SWR

Beitragvon Markus75 » 24. Oktober 2016, 14:33

FranzBurnens hat geschrieben:- ein industrieller Herstellungsprozess prägt gewaffelten Wachsblätter und füllt diese mit Honig. Da "Bienenwachs" nirgendwo klar definiert ist, kann dies aus E 901 gemacht werden, also gestrecktem Material.


E901 ist eine Lebensmittelzusatzverordnung. Dem Honig wir aber kein Bienenwachs zugesetzt. Faktisch scheidet die E901 also für uns auch aus, auch wenn sie auf jedenfall naheliegender erscheint wie die Kerzenverordnung!


Noldi hat geschrieben:Markus, das mit der Reinigungswirkung von CAM und das wir ja ein Lebensmittel produzieren ist der Grund wieso ich den Vorschlägen vom Grund her sehr positiv gegenüber eingestellt bin, auch wenn es oben vielleicht anders rüber gekommen ist -> ich bin für eine Verschärfung damit Paraffin, Stearin und Co. bei den Imkern verschwinden. Mein Geschreibe war nur der Hinweis, dass es vermutlich nicht mit 3-4 Wörtern getan ist und dass da deutlich mehr berücksichtigt gehört und das auf Europa-Ebene, nicht auf Nationalstaatlicher. Ich halte genau gar nichts von Paraffin, Stearin und Co bei Bienen. Hat da nichts verloren.

Nimmt man das mit Reinigungswirkung und Rückstände ernst (ich tue es), dann hat das neben dem rechtlichen aber noch größere Auswirkungen: Zukauf generell dann ein Problem weil sich Rückstände anreichern ... wenn man es ernsthaft durchzieht per Regulierungen, dann wird der Preis für CAM MASSIV ansteigen (... finde ich positiv), offene Wachskreisläufe ... keine geschlossenen mehr, ....


Der Wachsskandal ist europaweit sichtbar. Erst gestern hab ich Bilder aus Griechenland gesehen, selbst Italien und Österreich meldet dazu Fälle aber auch aus Indien wurde mir was zugespielt. Die Belgier sind bereits weiter wie wir, aber wenn unsere Regierung mal in die Gänge kommt, dann könnte es Fahrt aufnehmen.

Was du meinst ist einmal Wachskreislauf und einmal eine Wachsstrecke. Die Wachsstrecke fängt mit sauberem Wachs an (Entdeckelungswachs und Naturbau/Drohnenrahmen etc) kommt dann als MW in den Brutraum und von dort in die Kerzenform. Wer statt Kerzen wieder MW daraus macht hat einen Kreislauf und reichert immer mehr Schadstoffe an. Hier gilt auch zu beachten, das meiste kommt mit dem Pollen rein, also Waben mit Pollen besser zu Kerzen verarbeiten und darauf verzichten.
Zuletzt geändert von Markus75 am 25. Oktober 2016, 06:45, insgesamt 1-mal geändert.
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