Refraktometer kalibrieren mit Olivenöl

Refraktometer kalibrieren mit Olivenöl

Beitragvon Simon » 30. Juli 2014, 01:41

Ich traue den Schätzeisen zur Wassergehaltsbestimmung durch Brechungsindex oft nicht, trotzdem haben sich zwei Geräte im Fundus angehäuft, lange nicht mehr überprüft. Das Glasprisma ist verstellbar gelagert und kann sich dejustieren, regelmäßig sollte kalibriert werden. Mit Olivenöl soll es nun ganz einfach gehen, ohne Glasklotz und ohne stinkende Kalibrierflüssigkeit, Olivenöle haben einen Brechungsindex der bei 27% Wassergehalt liegt.
http://media.repro-mayr.de/39/613739.pdf
Ein Gerät zeigte tatsächlich die 27% an, das vermeintlich genauere und wertigere lag 3% niedriger. Bei einer Vergleichsmessung mit Honig lagen beide wiederum gleich. Möglicherweise liegts daran dass die Skala nicht bis 27% reicht, die Verschiebung des Wertes in den messbaren Bereich kann ich mir trotzdem nicht erklären, vielleicht liegts an der UV-Aktivität des Olivenöl mit unterschiedlicher Auswirkung bei den Geräten? Vielleich gibts weitere Messergebnisse die ähnlich abweichen? Der Finger ist also doch der bessere Refraktometer.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Refraktometer kalibrieren mit Olivenöl

Beitragvon Nigra » 30. Juli 2014, 18:32

:thumbsup: Das ist jetzt mal ein richtig netter Tipp!
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Re: Refraktometer kalibrieren mit Olivenöl

Beitragvon Immenfreund » 30. Juli 2014, 19:10

Simon hat geschrieben:Olivenöle haben einen Brechungsindex der bei 27% Wassergehalt liegt.

warum sollte jedes Olivenöl 27% Wassergehalt haben (*?), bei Honig ist es ja auch unterschiedlich und Wasser ist billiger als Olivenöl da wird bestimmt auch getrickst.
Von einer wundersamen Verwandlung
Neunzig Prozent der Olivenöle, die in den Supermärkten die Regale füllen, sind – laut Etikett – hochwertige Extra Vergine Olivenöle. Das Olivenöl, das die Ölmühlen verlässt ist jedoch zum Großteil ungenießbares sog. Lampantöl, im besten Falle einfaches natives Olivenöl. Nur ein winziger Teil davon ist Extra Vergine Olivenöl.

Woher also kommt all das Extra Vergine Olivenöl, wenn es in Wirklichkeit gar nicht produziert wird? Und wohin verschwindet das minderwertige Lampantöl? Ganz einfach: Auf dem Weg von der Ölmühle in die Supermärkte wird aus Lampantöl Extra Vergine Olivenöl. Und nicht nur das. Auch andere Öle wie beispielsweise Sojaöl oder Haselnussöl werden in speziellen Fabriken so behandelt und – des Aromas wegen – mit ein wenig nativem Olivenöl vermischt, dass sie dem ahnungslosen Verbraucher als Extra Vergine Olivenöl untergejubelt werden können.

Lesen Sie mehr unter: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/ol ... z38ycrEo5L

Simon hat geschrieben:Vielleich gibts weitere Messergebnisse die ähnlich abweichen? Der Finger ist also doch der bessere Refraktometer.

ja, deshalb habe ich einen Refraktometer mit zwei Olivenölen getestet.
das höherwertige, aus dem Israelurlaub mitgebrachte, ergab 27,2%
das vom Aldi 27,4%.

*) Jedes Fluid kann eine bestimmte Menge an gelöstem Wasser aufnehmen. Die maximale Menge, die ein Fluid in gelöster
Form enthalten kann, wird als ihr Sättigungspunkt bezeichnet.
Ist der Sättigungspunkt erreicht, wird bei weiterer Erhöhung des Wassergehalts das Wasser in einer Schicht vom Öl abgeschieden.
Da die meisten Öle eine geringere Dichte als Wasser aufweisen, lagert sich diese Wasserschicht unterhalb des Öls ab.
http://www.vaisala.de/Vaisala%20Documen ... 06DE-A.pdf
Mit freundlichen Grüssen

Helmut

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http://immenfreund.wordpress.com

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Re: Refraktometer kalibrieren mit Olivenöl

Beitragvon Simon » 31. Juli 2014, 06:47

Immenfreund hat geschrieben: warum sollte jedes Olivenöl 27% Wassergehalt haben (*?), bei Honig ist es ja auch unterschiedlich und Wasser ist billiger als Olivenöl da wird bestimmt auch getrickst.
Der Geschmack des Olivenöls hat mich erschreckt, ein SAE 10W40 riecht besser als das Test-Olivenöl. Ich denke der Wassergehalt spielt bei der Messung der Öle keine Rolle, der Brechungsindex des Olivenöles liegt eben zufällig im messbaren Bereich des Refraktometers. Ich vermute das Öl wird kein % Wasser aufnehmen können, die Dichteunterschiede dürften direkt von der Ölzusammensetzung kommen, der Brechungsindex könnte Hinweis geben ob das Öl gepresst, gekocht, über Lösungsmittel gezogen wurde oder ob gar mit 10W40 additiviert wurde (Giftölskandal).
Mit vielen freundlichen Grüßen
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