Kanadische Goldrute - Solidago canadensis

Kanadische Goldrute - Solidago canadensis

Beitragvon dommsen » 8. Juli 2016, 19:15

Hallo zusammen,

ich bin noch immer in meinem ersten Jahr und grübel gerade, wann ich am besten den Sommerhonig ernsten soll. Komme aus Dortmund, die Winterlinde blüht hier noch und laut Verein "war es das dann", wenn die durch ist.
Allerdings stehen meine Bienen an einem renaturierten Bachlauf, an dessen Böschung beidseitig über mehrere hundert Meter die kanadische Goldrute nur so wuchert. Noch blüht sie nicht, aber ich tippe, dass es in gut 14 Tagen losgeht und dann ist es für meine Bienen eine wahre Massentracht, doch wie ergiebig ist sie? Laut "Die Honigmacher" bietet sie ein reiches Angebot an Nektar, daher bin ich unsicher...
Besser nach der Linde schleudern und mich darüber freuen, dass ich dank der Goldrute evtl. weniger einfüttern muss oder abwarten und mitnehmen, was da noch kommt?!

Ich würde mich sehr über eure Einschätzung zur Goldrute freuen.

LG
Dominik
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Re: Kanadische Goldrute - Solidago canadensis

Beitragvon Tobi » 8. Juli 2016, 20:23

Präzisier mal "mehrere hundert Meter"!
Und wie breit?

Durchschnittlich 1 m auf jeder Seite über 500 m wären gerade mal 0,1 ha!
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Re: Kanadische Goldrute - Solidago canadensis

Beitragvon dommsen » 8. Juli 2016, 21:40

Schwierig das zu präzisieren, im Umfeld sind einige brachliegende Flächen und Halden, auf denen überall viel Goldrute wächst.
Der Bachlauf zieht sich über mehrere Kilometer, nicht überall wächst sie durchgehend, dann aber an einigen Stellen sicher mehrere Meter breit.

Wieviel ha einer Trachtpflanze müssen/sollten denn vorhanden sein?
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Re: Kanadische Goldrute - Solidago canadensis

Beitragvon BieneMoni » 8. Juli 2016, 21:45

Hallo,
bei mir ist so eine ähnliche Situation.
Ich schleudere nur einmal jährlich den Sommertrachthonig.
Das mache ich immer nach der Linde, also nächste Woche.
Hier gibts an den Entwässerungsgräben auch große Goldrutenflächen, die demnächst aufblühen werden. Aber diese Tracht dürfen meine Bienen behalten.

Viele Grüße, BieneMoni
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Re: Kanadische Goldrute - Solidago canadensis

Beitragvon YoYo » 8. Juli 2016, 23:25

Laut meiner Literatur 1) und auch eigener Beobachtungen, ist die Kanadische Goldrute sowohl bei Pollenversorgung und Nektar nur als mäßig einzustufen. Wobei ich sie beim Pollen als eher besser denn in Bezug auf den Nektar betrachte. Auf Nektarsuche habe ich die Bienen nie daran gesehen, aber sie bringen doch auch Pollen. Neben den Honigbienen sind vor allem viele Schwebfliegen an der Kanadischen Goldrute zu finden. Eine Tracht von der Goldrute ist also keinesfalls zu erwarten, allerdings verbessert sie die Pollenversorgung im Spätsommer. Das ist gut für die Aufzucht der Winterbienen.

Nach der Linde heißt es also abernten und sich der Varroa widmen, damit viele gesunde und gut versorgte Winterbienen entstehen können.

1) http://imkerverbandrheinland.de/cms/wp- ... atalog.pdf

Viele Grüße
YoYo
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Re: Kanadische Goldrute - Solidago canadensis

Beitragvon waldimker » 9. Juli 2016, 07:37

Außer man wartet noch auf Tannentracht, Sonnenblume, Buchweizen, Melizitose oder Heide.

Eine mögliche Aufbesserung des Winterfutters ist eher von der Balsamine (indisches Springkraut) und dem japanischen Knöterich zu erwarten. Allerdings ist das eine "zickige" Winterfuttertracht. Ich hab noch nicht herausgefunden, welche Bedingungen für gutes Honigen nötig sind.
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Re: Kanadische Goldrute - Solidago canadensis

Beitragvon Tobi » 9. Juli 2016, 08:11

Die Werte für Nektar und Pollen werden von den verschiedenen Quellen größtenteils recht unterschiedlich bewertet.

Es gibt auch verschiedene Tabellen in denen der mögliche Honigertrag von verschiedenen Trachten dargestellt wird.
Was mir da aber nicht so klar ist: Gehen die immer von einer "Reinsaat", oder wie oft so schön populistisch gesagt wird "Monokultur" aus???
Z.B. Kornblume: Soll so und so viel pro Hektar bringen... Nur steht die ja meist mehr oder weniger dicht als Unkraut in Ackerbaukulturen. Da steht die ja nicht allein, sondern nur zu einem gewissen Anteil...

Mir sind bei diesem Sauwetter nach der Honigernte neulich übrigens fast die ersten Völker (2 BR 10er Zander) im Phaceliafeld verhungert!!! :shock: Waren zwar auch neben dem Wetter noch andere besondere Umstände, aber damit hätte ich nicht gerechnet...
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Re: Kanadische Goldrute - Solidago canadensis

Beitragvon YoYo » 9. Juli 2016, 12:09

waldimker hat geschrieben:Außer man wartet noch auf Tannentracht, Sonnenblume, Buchweizen, Melizitose oder Heide.


Ja, in Dortmund! :bigrin:
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Re: Kanadische Goldrute - Solidago canadensis

Beitragvon FranzBurnens » 9. Juli 2016, 13:06

"Goldrutenhonig ist eine absolute Rarität. Er besitzt eine an frische Äpfel erinnernde feine Säure, die mit duftigen Pflaumentönen harmoniert. Unsere Bienen trugen diese Köstlichkeit in Sachsen ein."

Da ich hier keine Werbung für einen bekannten Großimker machen möchte: bei Interesse einfach mal den Begriff kugeln ...
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