Jakobskreuzkraut => Pyrrolizidinalkaloide im Honig

Jakobskreuzkraut => Pyrrolizidinalkaloide im Honig

Beitragvon FranzBurnens » 25. Februar 2015, 17:35

aus Presseerklärung Umweltmin. Schleswig-Holstein, 9.2.15:

"Risikoorientierte Beprobung
In einem Gebiet mit vermehrtem Bewuchs von Jakobskreuzkraut wurden 29 Honigproben direkt bei Imkern als Verdachtsproben entnommen, um für dieses Gebiet den Kenntnisstand über den Zusammenhang von PA-Gehalt im Honig und Bewuchs mit Jakobskreuzkraut durch Messdaten zu vergrößern. Von den 29 Proben zeigten neun Proben keine bestimmbaren PA-Gehalte, 15 Proben enthielten PA-Gehalte unterhalb von 140 µg/kg, 5 Proben enthielten PA-Gehalte über 140 µg/kg, darunter auch vier hohe Werte mit 300, 820, 960 und 2765 µg/kg. Da den ortsansässigen Imkern die Problematik des PA-Eintrags bereits bekannt war, waren diese Honige ohnehin nicht für den Verzehr durch den Menschen vorgesehen.
Auch dieses Bild entspricht veröffentlichten Forschungsergebnissen, nach denen Honige, die in unmittelbarer Nähe zu großen Beständen an Jakobskreuzkraut gewonnen werden, in Einzelfällen hohe Werte annehmen können. Honige mit solchen Werten sind nicht mehr zum Verzehr geeignet. Die Ergebnisse zeigen, dass Honig, der in Bewuchsgebieten gewonnen wird, im Durchschnitt höhere Gehalte an PA und einen höheren Anteil an Proben mit bestimmbaren Gehalten aufweisen kann, wobei auch dort 85 Prozent der Proben im Gehalt unterhalb von 140 µg/kg bleiben."

Eine seltsame Logik. 29 Risikoproben wurden analysiert - 5 davon lagen über der Schadschwelle und waren (alle oder nur die 4 am stärksten belasteten?) ohnehin nicht zum Verkauf bestimmt(?!). Da wird so getan, als hätte man vorher schon gewusst, dass die anderen 24 unbedenkliche Ergebnisse bringen und verzehrsgeeignet sind. In grünen Ministerien sitzen also die größten Schlauberger...

Komplette Info: http://www.schleswig-holstein.de/MELUR/ ... h_JKK.html

Übrigens, auch der als Trachtpflanze beliebte Borretsch
viewtopic.php?f=27&t=1482
kann zu PA-belastetem Honig führen.


Frage: Kann/sollte man sich einen Eindruck verschaffen, ob im Umfeld der eigenen Bienenhaltung mit Kreuzkraut bewachsene Flächen vorkommen, oder ist das zuviel verlangt?
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Re: Jakobskreuzkraut => Pyrrolizidinalkaloide im Honig

Beitragvon Bogli » 25. Februar 2015, 19:00

FranzBurnens hat geschrieben:aus Presseerklärung Umweltmin. Schleswig-Holstein, 9.2.15:

"...
Auch dieses Bild entspricht veröffentlichten Forschungsergebnissen, nach denen Honige, die in unmittelbarer Nähe zu großen Beständen an Jakobskreuzkraut gewonnen werden, in Einzelfällen hohe Werte annehmen können. ... Die Ergebnisse zeigen, dass Honig, der in Bewuchsgebieten gewonnen wird, im Durchschnitt höhere Gehalte an PA und einen höheren Anteil an Proben mit bestimmbaren Gehalten aufweisen kann, wobei auch dort 85 Prozent der Proben im Gehalt unterhalb von 140 µg/kg bleiben."

Frage: Kann/sollte man sich einen Eindruck verschaffen, ob im Umfeld der eigenen Bienenhaltung mit Kreuzkraut bewachsene Flächen vorkommen, oder ist das zuviel verlangt?


Finde, die Meldung ist ziemlich eindeutig. Die betreffenden Imker wussten offenbar um die großen Kreuzkrautbestände in unmittelbarer Nähe und wollten den Honig nicht verkaufen.

Sich umzuschauen ist sicherlich nicht verkehrt. Die Frage ist, was tun, wenn man einen größeren Bestand entdeckt hat? Abwandern? Die Sense schärfen? Bei uns gibts viel Wasserdost an Waldwegen - auch so ein Kandidat.

Früher wusste man, dass man stirbt. Heute weiß man, woran man stirbt. Will das nicht verharmlosen. Aber bedenkliche Gehalte sind offenbar wirklich nur bei sehr großen Beständen in nächster Nähe zu erwarten. Irgendwo habe ich mal gelesen, man solle Kamille nur beim Apotheker kaufen. Die aus anderen Quellen könne zu hoch belastet sein.

Allgemeine Infos zur Kreuzkrautbekämpfung:
http://www.botanikus.de/Botanik3/Ordnun ... kraut.html
Aktuelle Stellungnahme aus Celle:
http://www.laves.niedersachsen.de/downl ... Bienen.pdf
Gruß Bogli
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Re: Jakobskreuzkraut => Pyrrolizidinalkaloide im Honig

Beitragvon FranzBurnens » 25. Februar 2015, 20:35

Bogli hat geschrieben:Die Frage ist, was tun, wenn man einen größeren Bestand entdeckt hat?


Den Honig nicht verkaufen! Wenn man nicht ausweichen/bekämpfen kann/will.

Bogli hat geschrieben:Aber bedenkliche Gehalte sind offenbar wirklich nur bei sehr großen Beständen in nächster Nähe zu erwarten.


Deshalb ist es ratsam, sich mit der Frage des Vorhandenseins zu beschäftigen. Was die Größe bzw. Dichte der Pflanzenbestände angeht, scheint es keinen sehr engen Zusammenhang zur Schadstoffbelastung des Honigs zu geben.
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Re: Jakobskreuzkraut => Pyrrolizidinalkaloide im Honig

Beitragvon Hochleistungsbiene » 23. Juni 2015, 21:49

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Re: Jakobskreuzkraut => Pyrrolizidinalkaloide im Honig

Beitragvon hobbee » 27. Juni 2015, 07:57

Hochleistungsbiene hat geschrieben:http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-NABU-zeigt-freiwillige-Pfluecker-von-Jakobskreuzkraut-an-1918413.html


hahahaha das ist ja geil.
Für Pferde z.B. ist das Jakobskreuzkreut in sehr geringen Dosen bereits letal. Da kann eine "verspeiste" Planze den Tod bedeuten. Und es breitet sich leider wegen unfähiger Straßenverkehrsämter immer weiter aus, weil Straßenränder nicht, ungenügend oder zu spät gemäht werden.
Und die lieben Imkerkollegen haben also Honigräume drauf, um den Honig NICHT zu ernten..... Veräppeln kann ich mich selbst.
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Re: Jakobskreuzkraut => Pyrrolizidinalkaloide im Honig

Beitragvon summserum » 11. April 2017, 21:27

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Halte dich an die, die die Wahrheit suchen, hüte dich vor denen, die sie gefunden haben (Dalai Lama)
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