Honig trocknen

Honig, Bienenwachs, Propolis, Pollen

Honig trocknen

Beitragvon Simon » 12. Juni 2011, 21:41

Trockener Honig ist dieses Jahr eigentlich kein Problem, im Schnitt liegt der Wassergehalt deutlich unter 18%. Leider ist das nicht an jedem Standort so, manche Imker klagen jährlich über hohen Wassergehalt. Honige über 17% können bei entsprechender Keimzahl an osmophiler Hefe gären. Meist sind alle Anstrengungen vergebens, starke Völker, lange Reifung, Brutnestnähe - trotzdem bleibt der Wassergehalt hoch. Laut HVO darf dem Honig nichts hinzugefügt und auch nichts entzogen werden, dies ist ein guter Grundsatz. Leider entscheidet oft die Differenz von 1% Wassergehalt über die Haltbarkeit eines Honigs. Leider nimmt der Honig oft nach der Schleuderung dieses eine Prozent auf. In einen guten Schleuderraum gehört also ein Raumluftentfeuchter der dafür sorgt, dass keine Feuchtigkeit in den Honig gelangt. Da ich den Honig oft 1-2 Tage vor dem Schleudern ernte, muss er zwischengelagert werden. Diesmal bleibt er im VW-Bus, darin ein Kondens-Luftentfeuchter. Die Temperatur ist annähernd wie im Bienenvolk, nur etwas trockener. :bigrin:
Dateianhänge
trocknen.JPG
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: Honig trocknen

Beitragvon Immenfreund » 13. Juni 2011, 10:58

Kondens-Luftentfeuchter? wie arbeitet der, muss der an der Batterie angeschlossen sein?
Mit freundlichen Grüssen

Helmut

Bienenstand auf 300 m.ü.d.M. Hanglage in Streuobstwiese am Waldrand

http://immenfreund.wordpress.com

nur noch in http://dreilichs.de/if/ aktiv
Benutzeravatar
Immenfreund
 
Beiträge: 1117
Registriert: 1. Mai 2011, 15:45
Wohnort: Waiblingen-Bittenfeld

Re: Honig trocknen

Beitragvon Simon » 13. Juni 2011, 11:22

Man könnte auch mit laufender Klimaanlage den Honig durch die Gegend fahren, nicht unbedingt empfehlenswert aber funktioniert nach dem selben Prinzip.
trocknen2.JPG
Der Luftentfeuchter arbeitet wie ein Klimagerät, heizt aber zusätzlich zu, denn nur warme Luft nimmt Feuchtigkeit gut auf, eine geeignete Temperatur liegt bei 30-35°C. Man könnte den Honig auch in einem sehr kleinen Raum trocknen, dazu werden die Zargen leicht versetzt gestapelt und mit 8 Waben nicht ganz gefüllt. Gedeckelter Honig verliert auch Wasser, es geht aber schneller wenn dieser vorher entdeckelt wird, am besten mit Heißluft oder Flamme damit nichts tropft. Nach 2-3 Tage hat der Honig ca. 2-3% weniger Wasser. Honige mit hohem Wassergehalt verlieren vergleichsweise schnell das Wasser. Es ist mit die schonendste Methode um den Wassergehalt zu reduzieren, ich nutze sie nur um die Waben kurzfristig ohne Qualitätseinbusen zu lagern.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: Honig trocknen

Beitragvon Simon » 13. Juni 2011, 11:31

trocknen3.JPG
Dies ist ein unverzichtbares Gerät bei den Dickwaben-Imkern. Für den Preis kann man sich allerdings einen gebrauchten Transporter incl. Kondenstrockner leisten. ;)
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: Honig trocknen

Beitragvon Simon » 13. Juni 2011, 11:43

16%.JPG
Einige Honigsorten sind ohne Nachtrocknung extrem trocken, Waldhonig hat oft unter 16% Wassergehalt. Dies sieht man sofort beim Entdeckeln und Schleudern. Der Honig türmt sich auf und fliest sehr langsam oder gar nicht durch das Sieb.
165%.JPG
Dieser Blütenhonig ist ebenfalls nicht nachgetrocknet und ist mit 16,5% sehr trocken. Probleme bereiten oft Sommerhonig wie Linde, ganz besonders problematisch ist Edelkastanienhonig, dort liegt der Wassergehalt sehr oft über 19%.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278


Zurück zu Bienenprodukte

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast