Mit Miniwachsteilchen "verkehrsfähig"?

Honig, Bienenwachs, Propolis, Pollen

Mit Miniwachsteilchen "verkehrsfähig"?

Beitragvon April » 4. September 2016, 12:14

Hi,
würdet ihr so ein Honig wie auf dem Foto nochmal filtern oder könnten man den abfüllen?
Da sieht man einige kleine Wachsteilchen, neben kleinen Luftblasen. Ist das "normal"?
Das ist direkt nach einem Auf/Abrühren der "Ablauf" vom Rührer.
Der Früh-&Sommer-Honig lief beim Schleudern durch ein Grobsieb, wurde abgeschöpft, steht fast 2 Mon. und ist rel. dünnflüssig.
April
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mini-wachsteilchen.jpg
Mini-Wachsteilchen (direkt nach dem Rühren)
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Re: Mit Miniwachsteilchen "verkehrsfähig"?

Beitragvon bob » 4. September 2016, 18:14

April hat geschrieben:Hi,
würdet ihr so ein Honig wie auf dem Foto nochmal filtern oder könnten man den abfüllen?
Da sieht man einige kleine Wachsteilchen, neben kleinen Luftblasen. Ist das "normal"?
Das ist direkt nach einem Auf/Abrühren der "Ablauf" vom Rührer.
Der Früh-&Sommer-Honig lief beim Schleudern durch ein Grobsieb, wurde abgeschöpft, steht fast 2 Mon. und ist rel. dünnflüssig.
April



Würdest du diesen Honig im Laden kaufen, wenn daneben ein Honig ohne Wachsteilchen steht?
Ich würde ihn durch das Melitherm laufen lassen.
Gruß bob
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Re: Mit Miniwachsteilchen "verkehrsfähig"?

Beitragvon FranzBurnens » 4. September 2016, 19:35

Wenn es so flüssig ist wie angegeben, gibt es keine Veranlassung zu einer qualtätsmindernden Erwärmung. Man könnte den Honig durch ein sehr feines Kunststoff-Spitzsieb geben. Das läßt die Partikel nicht durch.
Falls sie nur durch den Rührer wieder tiefer in den Honig eingemengt wurden, könnte auch abgewartet werden, ob sich die leichteren Fremdbestandteile nach einer Weile oben absetzen, dann erneut abschäumen.
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Re: Mit Miniwachsteilchen "verkehrsfähig"?

Beitragvon April » 4. September 2016, 19:49

Danke.
Also erhitzen (max. 37°) und durch Feinsieb oder Seihtuch (letzteres wohl zuviel "Schmiererei") laufen lassen - erst beim Abfüllen, damit nicht zuviel Luftkontakt durch das Hin- und Herschütten.
Ich hatte schon einige Tage Pause zwischen dem Rühren gemacht - zum weiteren Abschäumen kam aber überhaupt nichts zusammen.
btw.: heute habe ich das erste Mal hellere Schlieren beim Rühren bemerkt.

Eine leichte milchige Trübe steckt aber im Honig selbst. Die bekommt man wohl nicht raus. Aber das muss ja auch nicht sein.
Aus dem Geschäft kenn ich das Klare von Akazienhonig - was meiner nicht nur ist, sondern Früh&Sommer.
Und sonst: verkaufen kann man den, vielleicht mit Hinweis "enthält Bienenwachs".
April
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Re: Mit Miniwachsteilchen "verkehrsfähig"?

Beitragvon AngoraAngy » 5. September 2016, 05:32

Was soll da schlimmes passieren? Das merkt man nicht beim essen und Wachs ist nicht schädlich. Soll ja sogar Leute geben die den Honig gern in der Wabe laufen und das ganze Wachs mitessen... ;)
Beste Grüße von Angela und der Bauernhofmeute
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Re: Mit Miniwachsteilchen "verkehrsfähig"?

Beitragvon Immenfreund » 5. September 2016, 06:44

April hat geschrieben:Honig lief beim Schleudern durch ein Grobsieb

Grobsieb reicht nicht.
Klären entfernt solche Wachsteile zusätzlich. Mit Klarsichtfolie abdecken und abheben; s. hier im Forum oder Videos von Simon bei Youtube.
Mit freundlichen Grüssen

Helmut

Bienenstand auf 300 m.ü.d.M. Hanglage in Streuobstwiese am Waldrand

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Re: Mit Miniwachsteilchen "verkehrsfähig"?

Beitragvon FranzBurnens » 5. September 2016, 08:19

April hat geschrieben:Also erhitzen (max. 37°) und durch Feinsieb laufen lassen - erst beim Abfüllen, damit nicht zuviel Luftkontakt durch das Hin- und Herschütten.

btw.: heute habe ich das erste Mal hellere Schlieren beim Rühren bemerkt.

Eine leichte milchige Trübe steckt aber im Honig selbst. Die bekommt man wohl nicht raus. Aber das muss ja auch nicht sein.
Akazienhonig - was meiner nicht nur ist, sondern Früh&Sommer.
Und sonst: verkaufen kann man den, vielleicht mit Hinweis "enthält Bienenwachs".

Erwärmen nur, wenn die Masse nicht bereits bei Zimmertemperatur durch das Sieb tropft. Dann noch einen Tag stehen lassen vor dem Abfüllen auf Gläser (Oberfläche auf Verunreinigungen kontrollieren).

"Filtern" ist ein industrielles Verfahren, das dem Honig alle Feinstbestandteile entzieht - müsste in jedem Fall deklariert werden.

Man könnnte auf dem Etikett oder einem Anhängsel erläutern, dass naturbelassener Honig stets auch minimale Partikel von Wabenwachs, Pollen u.a. organischen Bestandteilen enthält. Das ist genausowenig ein Zeichen geringerer Qualität wie die nach einiger Zeit einsetzenden Kristallisationsprozesse.

Die beobachteten Schlieren könnten von Zuckerkristallen hervorgerufen sein, die bei weiterem Rühren zu cremiger Konsistenz führen.
FranzBurnens
 
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Re: Mit Miniwachsteilchen "verkehrsfähig"?

Beitragvon April » 5. September 2016, 09:47

Danke!
FranzBurnens hat geschrieben:... Dann noch einen Tag stehen lassen vor dem Abfüllen auf Gläser (Oberfläche auf Verunreinigungen kontrollieren).
ich hoffe ja, den Honig direkt vor jedem Glas fein-filtern zu können.
FranzBurnens hat geschrieben:"Filtern" ist ein industrielles Verfahren, das dem Honig alle Feinstbestandteile entzieht - müsste in jedem Fall deklariert werden....
dazu gehört auch schon das Grobsieben aus der Schleuder?
Auf einem ital. Waldhonig sehe ich grad hinten "...nicht maschinell gefiltert..." stehen. Von anderen ist mir ein Filterhinweis nicht in Erinnerung.
FranzBurnens hat geschrieben:... dass naturbelassener Honig stets auch minimale Partikel von Wabenwachs,...
gute Idee.
btw.: ein Hinweis, das Säuglinge unter 12 Mon. keinen Honig dürfen, steht auf einem anderen Glas. Das war mir nicht so geläufig ...
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Re: Mit Miniwachsteilchen "verkehrsfähig"?

Beitragvon summserum » 5. September 2016, 11:51

Hallo,

bist du sicher, dass es sich um Wachsteile handelt.

Ich hatte auch schon einen so aussehenden Honig und habe auch Verunreinigungen vermutet.
Bei mir waren es aber Honigkristalle.
Teste doch mal, ob sich die festen Teile im Mund auflösen. Außerdem kannst du einen Teelöffel
Honig in einem Glas lauwarmem Wasser auflösen, dann siehst du ob sich die festen Teile auch auflösen.
Wenn du den im Wasser gelösten Honig mit einem Kaffeefilter filtrierst, müssten die festen
Bestandteile darauf erkennbar sein.

Der Aufwand für den Test ist gering und du kannst Dir damit evtl. viel Arbeit sparen.

Viele Grüße
summserum
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Re: Mit Miniwachsteilchen "verkehrsfähig"?

Beitragvon Boettger » 8. September 2016, 00:07

Irgendwie kommt da doch einiges ganz grob durcheinander. Das Verfahren ist eigentlich ganz einfach und komplett anders.

Beim Schleudern wird der Honig durch ein Grob- und Feinsieb gesiebt. Diese Siebe gibt es im Handel meist sowieso zusammen. Alternativ gibt es Klärbehälter, die aber ebenfalls mit einem Grob- und einem Feinsieb arbeiten.
Dieser Honig wird anschließend noch "schleuderwarm" durch ein Spitzsieb gesiebt. Einfach über einem zweiten Honigbehälter (Eimer). Die Maschenweite des Spitzsiebes ist noch einmal kleiner und unerwünschte "Teilchen" werden perfekt herausgesiebt. Wer ein Mellitherm benutzt kann sich diesen Schritt sparen (muss er aber nicht), da das Siebtuch im Mellitherm die selbe Funktion erfüllt.
Es gibt eine Menge Imker, die auf das Spitzsieb verzichten. Es ist kein Muss aber für die Qualität im Glas äußerst hilfreich.

Der so gesiebte (das hat mit Filtern überhaupt gar nichts zu tun!) Honig wird anschließend abgeschäumt nachdem er etwa 2 Tage stehen gelassen wurde. Das geht mit dem Spachtel oder mithilfe einer aufgelegten Folie. Wie man will.
Jetzt ist der Honig bereit für die Abfüllung. Es sei denn man will ihn cremig haben.
Dazu wird er gerührt. Wenn sich die ersten sichtbaren Kristalle bilden (vorher macht das absolut null Sinn! Sein lassen!) wird gerührt und auch nur so lange bis genügend feine Kristalle drin sind. (Fingerspitzengefühl eben). Die Alternativen dazu wären das Impfen oder das Spezialverfahren mit dem Rapido.
Man kann diesen Honig, solange er noch fließfähig ist, gleich abfüllen oder man erwärmt ihn später nocheinmal und füllt dann ab.

Das ist eigentlich STANDARD! Die Romane auf Deinem Honigglas von wegen "Miniwachsteilchen" kannst Du Dir dann sparen.

Gruß
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