Bienenwachsverfälschung

Honig, Bienenwachs, Propolis, Pollen

Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon bob » 17. September 2016, 06:04

http://media.repro-mayr.de/61/661061.pdf

anbei ein Kommentar von Dr. Neumann
Gruß bob
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Eifelimker » 19. September 2016, 11:13

cooper hat geschrieben:Hat hier jemand Erfahrungen mit den Ledder Werkstätten gemacht und wenn ja welche ?


Hallo Dieter,

Ich habe letzten Winter Wachs zur Umarbeitung zu den Ledder-Werkstätten geschickt. Aufgetretene Transportschäden wurden kulant reguliert. Mittlerweile bieten die Werkstätten eine besondere aufwendige Verpackung an, die Transportschäden minimieren soll. Obwohl etwas teurer würde ich dazu raten.

Zur Wachsproblematik kann ich nur sagen, daß ich nicht weiß, ob ich mein Wachs zurückerhalten habe. Ich kann nur hoffen, daß nachfolgendes Zitat stimmt.

Mike54 hat geschrieben:Dieser Betrieb stellt Arbeitsplätze für behinderte Menschen zur Verfügung und ist nicht auf Gewinnerzielung aus.


cooper hat geschrieben:Bibelfest ?


Meines Wissens wird in Gen3 1-13ff nicht von einem Apfel, sondern von der Frucht der Erkenntnis berichtet. Aber vielleicht sollte ja der eine oder andere Wachsumarbeiter mal davon essen, nur um Böse von Gut unterscheiden zu können.

Grüße

Dirk
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon cooper » 19. September 2016, 18:17

Ich habe jetzt schon bei einigen Umarbeitern per mail angefragt ob es eine Garantie gibt das ich mein eigenes Wachs zurück bekomme - Antwort hab ich von nicht einem einzigen bekommen. Das spricht nicht gerade dafür mein Wachs nochmal ausser Haus zu geben.

Gruß Dieter
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon andreasE » 19. September 2016, 18:58

Welchen Wert hat denn so eine Garantie?
Gar keine! Sollte genügend kriminelle Energie vorhanden sein. ist sie nicht mal das Papier wert, auf dem die Garatie formuliert ist.
Allerdings werden sich die renommierten Umarbeiter aus geschäftlichen Interessen davor hüten, das Wachs ihrer Kunden zu verfälschen.

Gruß
Andreas
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon cooper » 19. September 2016, 19:58

Auch wieder wahr.....
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Janos » 26. September 2016, 15:01

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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon cooper » 26. September 2016, 21:22

Meine Befürchtungen die ich weiter oben schon genannt hatte, nämlich Rückstände im Honig scheinen sich ja nun zu bestätigen.Wenn man sich die Zahlen in dem Artikel anschaut scheint das ja im ganz großen Stil gelaufen zu sein.
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Hössi » 26. September 2016, 23:08

Wo kann man erfahren welche Firma das ist. Ich könnte betroffen sein...
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Simon » 27. September 2016, 06:11

Eine ganz undurchsichtige Sache gepanschtes Wachs bis zur Quelle zu verfolgen, da unterschiedlichste und kleine Wachschargen verarbeitet wurden könnte es neben einer sauberen Serie nahtlos mit Streckung weiterlaufen. Es gibt Ansätze die Schadensberichte und Untersuchungsergebnisse zu koordinieren, mir wäre eine "whitelist" sehr viel angenehmer als eine "blacklist". Im Sinne des Verbraucherschutzes und der Lebensmittelsicherheit ist Handlungsbedarf, momentan gibts ein übles Gefühl des Generalverdachtes. Nur mal so auf Verdacht und Hörensagen ein schwarzes Brett zu füllen dürfte nicht so amüsant werden, da werden viele Händler ihr Recht ausschöpfen und gegen den Verantwortlichen der Veröffentlichung vorgehen wenn sie mit Verdacht auf "Chinaplatte" auf der Liste stehen.
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Markus75 » 27. September 2016, 08:02

Simon hat geschrieben:Eine ganz undurchsichtige Sache gepanschtes Wachs bis zur Quelle zu verfolgen, da unterschiedlichste und kleine Wachschargen verarbeitet wurden könnte es neben einer sauberen Serie nahtlos mit Streckung weiterlaufen.


Hallo Simon, von den Kleinmengen die Umgearbeitet werden wollen wir noch gar nicht reden. hier kommt eben zurück, was man irgendwann einmal gekauft hatte oder evtl. auch noch zusätzliche Beimischungen mancher Imker.
Die Paraffinbeimischungen sind recht schwer zu verfolgen, da hier viele Umarbeiter kräftig mit mischen und viele Händler nur Verkäufer solcher Umarbeiter sind.

Bei dem besagten Fall mit dem Umarbeiter aus Aulendorf geht es um eine andere Hausnummer und diese Charge an Wachs konnten wir schon sehr gut nachverfolgen, zumal hier teils ein Händler den anderen in die Pfanne haut. All diejenigen, deren Umarbeiter fleissig Wachs mischen und panschen haben Glück und diejenigen deren Umarbeiter nicht mischen haben das Problem mit der sterbenden Brut. Mich erreichen hier Rückmeldungen aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland.

Nachdem ich gestern bei der Lebensmittelübewachung angefragt hatte, wurde das Labor in Freiburg nochmals befragt und mittlerweile scheinen die Ergebnisse vor zu liegen. Demzufolge hatte ich Glück im Unglück und einen komplett unbelasteten Honig, der nun für den Verkauf freigegeben wurde. Laut dem Labor würde er selbst Biohonig übertreffen, da dort meist geringe Spuren von PSM oder Varroazide gefunden würden.
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Janos » 27. September 2016, 08:26

Markus75 hat geschrieben:
Simon hat geschrieben:Eine ganz undurchsichtige Sache gepanschtes Wachs bis zur Quelle zu verfolgen, da unterschiedlichste und kleine Wachschargen verarbeitet wurden könnte es neben einer sauberen Serie nahtlos mit Streckung weiterlaufen.

Laut dem Labor würde er selbst Biohonig übertreffen, da dort meist geringe Spuren von PSM oder Varroazide gefunden würden.


was ja das perverseste an der ganzen Sache ist :hmm:

aber klar synthetisches Wachs ist immer frei von Rückständen ;)
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon waldimker » 27. September 2016, 08:42

Ich hab auch in Aulendorf schon umarbeiten lassen... Handelt es sich da um den Umarbeiter der das Edelmetall im Namen führt? Das würde mich persönlich sogar betrüben...
Glück im Unglück: Sämtliche dieser MW wandern in die Kerzenproduktion. Nicht eine ging wieder in`s Bienenvolk. Uff.

Man sollte sich mal wieder mehr Gedanken über Naturbau machen und wie man diesen im Bienenvolk mehr und mehr ermöglicht.
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Markus75 » 27. September 2016, 08:46

Janos hat geschrieben:was ja das perverseste an der ganzen Sache ist :hmm:

aber klar synthetisches Wachs ist immer frei von Rückständen ;)


Noch perverser ist, wenn ich von diesem Wachs eine Analyse in Hohenheim vornehmen lasse, bekomm ich eine Bescheinigung die mir bestätigt, dass das Wachs frei von Rückständen ist. Damit dürfte es sich wieder super verkaufen lassen ^^ Leider ist es aber nur noch als Kerzenwachs tauglich und dort vermutlich mit der Angabe von ca. 60%, da es ja in all meinen Völkern vorkommt und eine Trennung kaum mehr möglich sein dürfte.
So gute 300 Kg werd ich davon in 2017 haben, meine bisherige Idee zielt darauf ab, das Wachs in große Blumentöpfe zu gießen, 3-5 Dochte rein zu hängen und dann damit im Winter 2018 die Bude zu heizen...



waldimker hat geschrieben:Ich hab auch in Aulendorf schon umarbeiten lassen... Handelt es sich da um den Umarbeiter der das Edelmetall im Namen führt? Das würde mich persönlich sogar betrüben...
Glück im Unglück: Sämtliche dieser MW wandern in die Kerzenproduktion. Nicht eine ging wieder in`s Bienenvolk. Uff.

Man sollte sich mal wieder mehr Gedanken über Naturbau machen und wie man diesen im Bienenvolk mehr und mehr ermöglicht.


Ja und es betrübt mich auch :weg:

Naturbau ist meine Strategie für 2017. Muss mich mit neuen Völkern eindecken und die wenigen die bei mir überleben dürften, werden zu Ablegern verarbeitet die sich im Naturbau entwickeln dürfen.
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Markus75 » 27. September 2016, 08:56

Das Analyseergebnis:

Eine Linie schön gerade mit 2 Ausschlägen und eine etwas unruhigere. Man sieht direkt die gerade rote Linie kann nicht viel mit der schwarzen von echtem Demeter Bienenwachs zu tun haben.

GC.jpg


Erstes Schadbild in 2015:

Brutwabe aus 2015.jpg


In 2016 das gleiche Spiel:

Brutwabe_2016_Bienenfrei.jpg
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon VoBee » 27. September 2016, 10:36

Nun die Frage, wie man die Bienen am besten dazu bringt, Naturbau wie vom Imker gewollt, zu erzeugen.
Einfach Leerrähmchen erziehlt ja oftmals nicht so gute Ergebnisse...
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Simon » 27. September 2016, 13:09

Markus75 hat geschrieben:Das Analyseergebnis:
Eine Linie schön gerade mit 2 Ausschlägen und eine etwas unruhigere.
Das ist eindeutig Wachs aus der Retorte, fehlt ein Marker in beiden Proben, aber das passt wenns ausm selben Apparat kommt.

VoBee hat geschrieben:Nun die Frage, wie man die Bienen am besten dazu bringt, Naturbau wie vom Imker gewollt, zu erzeugen.
Naturbau geht mit leeren gedrahteten Rähmchen: https://www.youtube.com/watch?v=e2UKm5nGhQA
Mit etwas mehr Aufwand, zur passenden Zeit/Tracht und Methode ist einiges möglich, man muss allerdings mehrere Abstriche machen, bei aktuellem Hintergrund nimmt man die Nachteile des Naturbaus gerne in Kauf.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon andreasE » 27. September 2016, 15:09

Markus75 hat geschrieben: Laut dem Labor würde er selbst Biohonig übertreffen, da dort meist geringe Spuren von PSM oder Varroazide gefunden würden.

Du verbreitest Sche.ißhausparolen!

Simon hat geschrieben:... man muss allerdings mehrere Abstriche machen, bei aktuellem Hintergrund nimmt man die Nachteile des Naturbaus gerne in Kauf.

Wer meint bei folgenden Waben (Naturbauwaben) Abstriche machen und Nachteile in Kauf nehmen zu müssen, sollte mal schleunigst seine Ansprüche überdenken!

IMG_3209.JPG
IMG_3209.JPG (51.31 KiB) 4238-mal betrachtet


IMG_3207.JPG
IMG_3207.JPG (54.22 KiB) 4238-mal betrachtet


IMG_2787.JPG
IMG_2787.JPG (55.21 KiB) 4238-mal betrachtet


Gruß
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P.S. Mittelwände heißen übrigens Mittelwände, weil da Mittel drinne sind.
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Janos » 27. September 2016, 15:14

andreasE hat geschrieben:
P.S. Mittelwände heißen übrigens Mittelwände, weil da Mittel drinne sind.


der ist geil, darf ich den benutzen ??? bütte OO;
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon waldimker » 27. September 2016, 16:01

@Markus, @Andreas:
ich glaub, der Markus meinte das, weil das Wachs ja tatsächlich noch nie in einem Bienenstock drinne war, alldieweil kein Wachs...

@Naturbauer:
es ist wirklich überhaupt kein Ding, solche Naturbaulappen wie Andreas zeigt, bauen zu lassen. Mit oder ohne Anfangsstreifen. Man sollte allerdings gleichzeitig mal über den eigenen Kasten und den Umgang damit nachdenken. Einfach so reinhängen in die gewohnten 2 Bruträume - is nich. Gibt zwar auch Naturbau, aber... nicht so schön und nicht so... verlässlich.
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Simon » 27. September 2016, 16:12

Son paar Waben hab ich auch zum zeigen, sogar ganze Völker. Ich war dieses Jahr froh um die Mittelwände und nicht zufrieden mit den Naturbauten. Nächstes Jahr wirds besser, wie immer. ;)
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon waldimker » 27. September 2016, 17:36

sag ich ja. frage des kastens resp. dessen einsatzes. ich hab über keine naturbauwabe klage zu führen und davon um die 95%. selbst beim schleudern find ich den unterschied nicht. nur wenn ich genau hinschau.
nächstes jahr wird immer besser, das seh ich auch so. OO;
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Joachim » 27. September 2016, 17:45

Man muss halt mal mit Umdenken anfangen. Die Fragestellung ist ja wie überall - warum es so weit nun kommen musste. Richtig weil der größte Teil der Imker immer nur "billig" einkaufen wollen - anstatt auf gute Qualität - zu achten.

Dass die Kacke jetzt brennt ist klar - aber wie mit allem was schief geht - hausgemacht. Ein Ausweg aus dem Mist dürfte nur sein, entweder einen kompletten eigenen Wachskreislauf aufzusetzen oder aber, was ja auch schon viele machen auf 100% Naturbau zu setzen.

Abschließend noch der Hinweis:
Es ist nicht nur der eine besagte Wachslieferant/Umarbeiter der das Fass nun zum überlaufen gebracht hat (ich möchte diesen beim besten Willen nicht in Schutz nehmen). Das ganze aus der Ferne (mit Namen) betrachtet liest sich wie das How ist How - es sind auch Lieferanten und Umarbeiter dabei, die sonst doch so immer als Saubermänner dargestellt werden, und es nicht einmal fertig gebracht haben das eigene Wachs das Imker angeliefert haben ungestreckt zurückzugeben.

Ich selbst bin auch von dem Problem betroffen - mein Wachs kommt nicht aus Oberschwaben. Als Fazit aus dem Problem werde ich für 2017 meine Betriebsweise komplett umstellen.
Viele Grüße
Joachim
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Janos » 27. September 2016, 18:34

Joachim hat geschrieben:
Abschließend noch der Hinweis:
Es ist nicht nur der eine besagte Wachslieferant/Umarbeiter der das Fass nun zum überlaufen gebracht hat (ich möchte diesen beim besten Willen nicht in Schutz nehmen). Das ganze aus der Ferne (mit Namen) betrachtet liest sich wie das How ist How - es sind auch Lieferanten und Umarbeiter dabei, die sonst doch so immer als Saubermänner dargestellt werden, und es nicht einmal fertig gebracht haben das eigene Wachs das Imker angeliefert haben ungestreckt zurückzugeben.

Ich selbst bin auch von dem Problem betroffen - mein Wachs kommt nicht aus Oberschwaben. Als Fazit aus dem Problem werde ich für 2017 meine Betriebsweise komplett umstellen.


Danke für den Hinweis, dass kann man nicht oft genug betonen - geht leider immer wieder unter und dann hat man als Argumentationskette den bedauerlichen Einzelfall.
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Markus75 » 28. September 2016, 07:16

Joachim hat geschrieben:Man muss halt mal mit Umdenken anfangen. Die Fragestellung ist ja wie überall - warum es so weit nun kommen musste. Richtig weil der größte Teil der Imker immer nur "billig" einkaufen wollen - anstatt auf gute Qualität - zu achten.

Dass die Kacke jetzt brennt ist klar - aber wie mit allem was schief geht - hausgemacht. Ein Ausweg aus dem Mist dürfte nur sein, entweder einen kompletten eigenen Wachskreislauf aufzusetzen oder aber, was ja auch schon viele machen auf 100% Naturbau zu setzen.


Würde ich so nicht unterstreichen wollen, in meinem Fall war er einer der wenigen Umarbeiter in der näheren Umgebung und bisher wurde er auch meist gelobt und empfohlen.
Es gibt aber sicher solche Fälle wo es nur ums Geld geht, jedoch haben auch die ganzen 1 Völkerimker und die fehlende richtige Betreuung damit zu tun. Eigenes Wachs bekommen die vermutlich höchstens 1 Kg je Volk zusammen -wenn überhaupt. Wer arbeitet ihnen das um? Da macht man doch lieber Kerzen daraus oder die Waben werden direkt entsorgt, da sich der Wachsschmelzer für 10 Waben im Jahr nicht lohnt. Also wird jedes Jahr aufs neue zugekauft und der Rückfluss bleibt aus. Somit haben wir einen chronischen Mangel an Wachs und die Umarbeiter werden dann natürlich erfinderisch.


Joachim hat geschrieben:Abschließend noch der Hinweis:
Es ist nicht nur der eine besagte Wachslieferant/Umarbeiter der das Fass nun zum überlaufen gebracht hat (ich möchte diesen beim besten Willen nicht in Schutz nehmen). Das ganze aus der Ferne (mit Namen) betrachtet liest sich wie das How ist How - es sind auch Lieferanten und Umarbeiter dabei, die sonst doch so immer als Saubermänner dargestellt werden, und es nicht einmal fertig gebracht haben das eigene Wachs das Imker angeliefert haben ungestreckt zurückzugeben.

Ich selbst bin auch von dem Problem betroffen - mein Wachs kommt nicht aus Oberschwaben. Als Fazit aus dem Problem werde ich für 2017 meine Betriebsweise komplett umstellen.


Da geb ich dir natürlich recht. Nur haben die anderen Umarbeiter bisher nur mit Paraffinbeimischungen geglänzt und selbst von Hohenheim empfohlen Bezugsquellen machen den selben Mist. Bei telefonischer Nachfrage wird einem sogar erklärt, das Wachs hätte weniger als die gesetzlichen 18% CW... Da muss man sich dann direkt hinsetzen um weiter zu lauschen. Wenn dann sogar gebeichtet wird, dass z.B. 1/3 Chinaimportwachs mit 2/3 Bienenwachs vermischt wird dann auch noch Namen eines bekannten Anbieters für rückstandsfreie Mittelwände im selben Atemzug genannt werden und was und wie da dann zusammen gepanscht wird... :no: :puke:
Das Problem bei dem aktuell angeprangerten Händler von dem ich persönlich betroffen bin ist, dass die Bienenlarven absterben und die Volksentwicklung innerhalb von Wochen komplett im Keller ist. Die Völker gehen daran kaputt und das ist bei "normalen" Paraffinpanschereien nicht der Fall.
Da aktuell bereits wieder eine Fuhre von über 10to bei ihm aus China eingetroffen sein soll (Augenzeugenbericht), darf sich jeder gerne ausmalen, wieviele tote Völker das ergeben kann. Meine Situation kann ich immer noch irgendwie auffangen, auch wenn es mittlerweile 85 verlorene Völker in 2015 sowie für 2016 nochmal 60-70 sein werden. Was aber passiert mit den Neueinsteigern die dann mit leeren Kisten dastehen und denen die Lust verloren geht? Wieviele unter uns haben womöglich solches Wachs und dachten es waren die Königinnen? Letztes Jahr hatte ich zahlreiche Königinnen abgedrückt, da ich von Inzuchtschäden ausging... Selbst große Berufsimker meinen ich hätte einen Varroaschaden, die Waben würden genau so aussehen :pillepalle: In Völkern mit solchen Waben findet sich spannenderweise kaum bis keine Varroa. Von daher müsste man da mal weiter forschen :thumbsup:
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon waldimker » 28. September 2016, 08:19

versteh ich richtig: selbst "rückstandsfreies Wachs" (ich hab mal so afrikanisches Naturbauwachs gekauft, das streng nach Rauch und Jute riecht), das mit Analysebericht aus Hohenheim angeliefert wird, ist schon durch Panscherei aufgefallen?! Das wird ja immer bunter... Gibt`s da auch Namen? Ich hab meine vom Bienen-Weber. Besser auch zu Kerzen verarbeiten?

Zwar strebe ich keine 100% an, aber im Brutraum werden`s sicherlich wieder 95% Naturbau. Immerhin können dann die Larven keinen Schaden nehmen. Im Honigraum könnte man auch viel Naturbau machen lassen. 100% lassen sicher aber nicht von heut auf morgen, auch nicht von einem Jahr zum nächsten realisieren, solange die Völkerzahl zunehmen soll. Wenn die Völkerzahl mal steht, sollte das aber möglich sein. Ob das mit dem verbreiteten Magazinbetrieb so funktioniert, darüber hab ich mir allerdings noch keinen Kopf gemacht. Muss ich ja auch nicht. ;)
Immerhin wären Anfangsstreifen hie und da sinnvoll. Zwar könnte man diese durch selbstgemachte Wachsstreifen durchaus realisieren, ein Mittelwandstreifen ist halt doch einfacher.

Durch solches Naturbauwachs ließe sich am Ende auch noch Geld verdienen. Allerdings wäre dann ein Bio-Zertifikat für die Wertigkeit sicher erhebend.
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Markus75 » 28. September 2016, 09:14

waldimker hat geschrieben:versteh ich richtig: selbst "rückstandsfreies Wachs" (ich hab mal so afrikanisches Naturbauwachs gekauft, das streng nach Rauch und Jute riecht), das mit Analysebericht aus Hohenheim angeliefert wird, ist schon durch Panscherei aufgefallen?! Das wird ja immer bunter... Gibt`s da auch Namen? Ich hab meine vom Bienen-Weber. Besser auch zu Kerzen verarbeiten?


Dieses afrikanische Wachs wurde doch m.W. zuletzt in 97 oder 99 eingeführt. Wer hierzu die Praktiken der afrikanischen Bienenwachsproduzenten kenn udn wem bewusst ist, dass solches wax bei etwa 12,5% und europäisches bei 14,5% liegt, der kann sich ausmalen, was da mittels tierischen Produkten beigemishct wurde, um die Werte anzupassen und warum das Zeug stank wie es stank.
Aktuell dürfte niemand mehr solches Wachs im Angebot haben, was derzeit verkauft wird (ohne Namen zu nennen oder dir zu sagen, dass deine Vermutung in die richtige Richtung gehen könnte aber nun nicht auf einen Endhändler herab zu brechen ist) ist ein gefiltertes Bienenwachs, dem die Varroizide mittels Aktivkohle entzogen werden.


waldimker hat geschrieben:Durch solches Naturbauwachs ließe sich am Ende auch noch Geld verdienen. Allerdings wäre dann ein Bio-Zertifikat für die Wertigkeit sicher erhebend.


Wie schon gesagt, mein aktuelles Wachs würde jeder Bioprüfung Freude bereiten, da werden nur PSM und Varroizide gesucht und keine Analyse gemacht ob es überhaupt Bienenwachs ist.


Derzeit bekomm ich unmengen Mails und Anrufe, immer wieder gibt es Tüfftler dabei, die meine eigene Beobachtung untermauern. Wenn man Bienenwachs beim EInschmelzen auf über 140/150 Grad erhitzt, dann bekommt man bei verunreinigtem Wachs zwischen Wasser und Wachs eine grieselige Schicht. Ob dies nun Gewichtsmacher sind (ja auch mit sowas wird getrickst) oder Paraffin was sich irgendwie absetzt, das ist noch nicht geklärt. Der letzte Anrufer meinte, er hätte das Zeug nicht mal in seinem Ofen verbrennen können.
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Hössi » 28. September 2016, 09:40

Also jetzt nochmal Klartext:

Ich habe zig Kilo Schmelzwachs daheim, das ich eintauschen wollte, jetzt aber lieber behandle wie rohe Eier. Lass mich halt nicht gern bescheissen...

Wenn ich dieses Wachs noch 2-3 mal umschmelze, dann klärt es sich immer weiter und die Dreckschicht unten wird immer geringer. Auch der krieselige Anteil verschwindet immer mehr. Was passiert dann mit evtl. vorhandenem Paraffin? Setzt sich das auch ab oder bleibt es im Bienenwachs?

Die Mittelwandgußform ist schon organisiert, meine Winterarbeit damit auch. Ich mach den Zirkus nicht mehr mit...
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon waldimker » 28. September 2016, 10:42

recht haste, hössi.

das afrikansiche Naturbauwachs mit rückstandsfreiem Zertifikat L) ist von Bienenweber und riecht stark nach Rauch und Jute. Und ist z.T. stark verfärbt. nu ist guter rat teuer. bzw. nicht zu haben.
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Joachim » 28. September 2016, 11:28

@Markus75

mein Wachs, das ich 2016 bestellt und geliefert bekommen hatte (ohne Umarbeitung) kommt nicht von dem besagten Händler aus Oberschwaben. Mein Wachs habe ich von einem Lieferanten aus Mitteldeuschland. Ich habe an einem Standort exakt die hier im Forum bzw. in diversen soz. Medien gezeigten Schadensbilder. Von 7 Völkern sind 5 Völkern "fertig" - die beiden anderen dort "überlebenden" Völker haben definitiv und nachweislich Wachs vom selben Lieferanten/Hersteller aus dem Jahr 2015 bekommen, da ich noch über einen gewissen Restbestand verfügt habe. Ebenso die anderen Standorte. Das Schadensbild am betroffenen Standort ist eindeutig, und lässt sich nicht auf PSM - Einsatz im Flugradius oder auf eine hohe Milbenbelastung zurückführen, da ich diese aufgrund meiner Diagnosen im Auge habe.

Zugegeben ist bzw. spielt der besagte und beschriebene Händer in Oberschwaben eine schillernde Figur in der Problematik. Nur: er ist damit nicht allein - so wie ich geschrieben habe die Liste liest sich wie das How ist How und, so wie Du richtig schreibst - auch von "höchsten Stellen" empfohlene Lieferanten bzw. Umarbeiter hängen mit in der Scheiße ....

Durch die Instituten und Verbänden bzw. dem Dachverband kann man nun in aller Deutlichkeit wieder sehen, was wir "kleinen" Imker für einen Stellenwert haben: -> keinen - wir werden wie so oft mit dem Mist allein gelassen.

Zur Erklärung am Schluss warum ich kein eigenes Wachs habe: mein Wachs geht 100% an die Einrichtung wo meine Völker stehen, die damit Kerzen herstellt bzw. zum Basteln oder anderweitig verwendet. Bis dato war dies für mich OK, immer Wachs direkt zuzukaufen.
Viele Grüße
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Re: Bienenwachsverfälschung

Beitragvon Markus75 » 28. September 2016, 11:51

Joachim hat geschrieben:@Markus75

mein Wachs, das ich 2016 bestellt und geliefert bekommen hatte (ohne Umarbeitung) kommt nicht von dem besagten Händler aus Oberschwaben. Mein Wachs habe ich von einem Lieferanten aus Mitteldeuschland. Ich habe an einem Standort exakt die hier im Forum bzw. in diversen soz. Medien gezeigten Schadensbilder. Von 7 Völkern sind 5 Völkern "fertig" - die beiden anderen dort "überlebenden" Völker haben definitiv und nachweislich Wachs vom selben Lieferanten/Hersteller aus dem Jahr 2015 bekommen, da ich noch über einen gewissen Restbestand verfügt habe. Ebenso die anderen Standorte. Das Schadensbild am betroffenen Standort ist eindeutig, und lässt sich nicht auf PSM - Einsatz im Flugradius oder auf eine hohe Milbenbelastung zurückführen, da ich diese aufgrund meiner Diagnosen im Auge habe.

Durch die Instituten und Verbänden bzw. dem Dachverband kann man nun in aller Deutlichkeit wieder sehen, was wir "kleinen" Imker für einen Stellenwert haben: -> keinen - wir werden wie so oft mit dem Mist allein gelassen.

Zur Erklärung am Schluss warum ich kein eigenes Wachs habe: mein Wachs geht 100% an die Einrichtung wo meine Völker stehen, die damit Kerzen herstellt bzw. zum Basteln oder anderweitig verwendet. Bis dato war dies für mich OK, immer Wachs direkt zuzukaufen.


Joachim, willkommen im Club. Hast du Analysen zu deinem Wachs? 100% eingefärbte Paraffinmittelwände kommen im Schadbild an die "synthetischen" Mittelwände heran, aber letztere haben kein Paraffin und bei der Bestimmung nur anhand des CW Wertes, würden sie als unauffällig durchgehen.
Zumindest stehen wir nicht alleine da und es gibt noch viele da draußen die das gleiche Problem haben, ob nun synthetisch oder Paraffin ist dabei egal.
Zumindest müssen wir nicht mehr an unseren Bienen oder unseren eigenen Fähigkeiten zweifeln, das Problem sitzt an anderer Stelle und wir werden daraus lernen, künftig nur noch eigenes Wachs zu verwenden, mein Wachs wird keinen Umarbeiter mehr sehen!

Die Institute und Verbände bringen uns keinerlei Unterstützung entgegen. Die haben da 0 Interesse daran und stören eher noch mit Falschmeldungen und durch Herabspielen der ganzen Situation. Angeschrieben hab ich alle, da wird sich keiner heraus reden können von nichts gewusst zu haben!

Eine sehr schöne Geste mit deinem Wachs, künftig dann bitte nur noch das ausgesteuerte Brutraumwachs spenden ;)
Markus75
 
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