16.12.2012 bei den Bienen

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Beitragvon Joachim » 16. Dezember 2012, 15:16

Ich war heute an meinem Bienenstand zur Specht - Kontrolle. Ich staunte nicht schlecht, dass alle Völker bei +10°C und Sonnenschein geflogen sind und sich viele Bienen in den Pfützen bzw. an den Platten die ich zur Beschwerung auf die Deckel gelegt habe getümmelt haben und Wasser geholt haben...

Dies würde bedeuten, dass die Damen schon wieder begonnen haben zu brüten :o

Verrücktes Wetter für die ;)-
Viele Grüße
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Re: 16.12.2012 bei den Bienen

Beitragvon Michael » 16. Dezember 2012, 19:57

Joachim hat geschrieben:Dies würde bedeuten, dass die Damen schon wieder begonnen haben zu brüten :o


wundert mich nicht ;)-
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Re: 16.12.2012 bei den Bienen

Beitragvon Waldi » 17. Dezember 2012, 00:24

Michael hat geschrieben:
Joachim hat geschrieben:Dies würde bedeuten, dass die Damen schon wieder begonnen haben zu brüten :o


wundert mich nicht ;)-


Hallo,
ich denke mal dass spätenste diese Woche die mit der Brut anfangen, laut unseren Weterbericht ist diese Woche +6 - +8 am Tage, dieses Jahr am 01.01.12 waren es auch
+ 14. Schade wenn jetzt der Frost Kommt wie im Letzten Februar. :hmm:

Gruß

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Re: 16.12.2012 bei den Bienen

Beitragvon Joachim » 17. Dezember 2012, 06:17

so ist die Natur! Immer für Überraschungen gut :)
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Re: 16.12.2012 bei den Bienen

Beitragvon Nils » 17. Dezember 2012, 11:43

Das würde doch bedeuten, dass es -wenn überhaupt- nur ein ganz kleines Zeitfenster gibt, in dem keine verdeckelte Brut drinnen ist? Der erste Frost war hier Anfang Dezember. Theoretisch läuft die letzte Brut um den 21.12. aus - und dann wird schon wieder die erste Brut verdeckelt?

Macht das nicht jede Winterbehandlung wirkungslos?
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Re: 16.12.2012 bei den Bienen

Beitragvon YoYo » 17. Dezember 2012, 12:33

Hallo Nils,
wenn etwas sicher ist, dann dass es bei der Brutfreiheit keine Sicherheit gibt, außer man kontrolliert jedes Volk. Die Völker sind sehr individuell. Nach meiner Erfahrung gehen Königinnen mit vorjähriger oder noch älterer Königin früher aus der Brut, sind oft schon im Oktober brutfrei. Völker mit nulljährigen Königinnen brüten häufiger länger. Ein weiterer Punkt ist natürlich die genetische Veranlagung. Der Buckfast wird nachgesagt, sie neige eher zum Durchbrüten als die Carnika. Weiter ist nach meiner Beobachtung ein hoher Varroabefallsgrad ein Faktor, der ein Volk eher zum Durchbrüten veranlasst. Über die Gründe kann man spekulieren, entweder sie sind einfach nur durch die vielen Plagegeister beunruhigt, oder sie versuchen die Bienenverluste, die durch die Varroa ausgelöst werden, auszugleichen. Weiter habe ich festgestellt dass Völker die spät im Herbst noch umweiseln auch lange brüten, so dieses Jahr bei mir bei zwei Völkern, die Ende November noch in Brut waren. Nach meiner Meinung besteht dieses Jahr so um dein 21.12. die größte Wahrscheinlichkeit dafür, dass keine verdeckelte Brut in den Völkern ist. Dass die Völker jetzt schon wieder angefangen haben zu brüten glaube ich eher nicht, immerhin war es bis vor 3 Tagen noch knackig kalt. Sicherheit aber hat man natürlich nur wenn man die Völker Wabe für Wabe kontrolliert und mit OS einsprüht. Ein Aufwand den man mit wenigen Völkern schon treiben kann. Ansonsten kontrolliert und besprüht man nur die Völker, die bestimmte oben genannte Risikomerkmale aufweisen und die anderen beträufelt man.

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Re: 16.12.2012 bei den Bienen

Beitragvon Joachim » 17. Dezember 2012, 16:24

Nils hat geschrieben:Das würde doch bedeuten, dass es -wenn überhaupt- nur ein ganz kleines Zeitfenster gibt, in dem keine verdeckelte Brut drinnen ist? Der erste Frost war hier Anfang Dezember. Theoretisch läuft die letzte Brut um den 21.12. aus - und dann wird schon wieder die erste Brut verdeckelt?

Macht das nicht jede Winterbehandlung wirkungslos?


@Nils:
das Zeitfenster war in der Tat sehr klein um eine Restentmilbung vorzunehmen. Allerdings ist zu beachten, dass dies vom Standort abhängt. Im Kessel von Stuttgart ist es wärmer als auf der Alb oder im Schwarzwald.

Wirkungslos (also 0%) wird eine Winterbehandlung, sollte diese noch nicht geschehen sein nicht. Grundsätzlich sollte eine Restentmilbung vor 31.12. oder spätestens zum 31.12. trozdem durchgeführt werden.

Der Behandlungserfolg (man nimmt einen Erfolg von 95% - 98% bei Stimmigkeit aller Faktoren an) wird nahtürlich bei vorhanden sein von Brut bzw. nicht geeignetem Wetter geschmälert. Ich geheh davon aus dass, sollte ich meine Völker noch behandeln müssen (was nicht der Fall ist) ein Behandlungserfolg von 50% bis 80% erziehlt werden könnte (in anbetracht der Tatsache, dass Brut vorhanden ist, das Wetter > +5°C) bleibt.

Es würden trozdem Milben geschädigt oder abgetötet werden, und somit dem Volk im Frühjahr den Milbendruck nehmen.

Als Workaround sollte im Frühjahr 2013 zeitig mit dem schneiden von Drohnenbrut begonnen werden. Im Fall einer nicht reibungslos funktionierenden Restentmilbung im Winter 2012 besteht auch die Möglichkeit nicht nur mit einem sondern mit zwei Drohnenrahmen zu arbeiten, die dann zeitversetzt um 7 Tage jeweils spätestens nach Verdeckelung der Drohnenbrut entnommen werden.

Fazit:
Restentmilbung bis spätestens 31.12. durchführen, dabei Wetterbericht für den Bienenstandort im Auge behalten - bei ungeeignetem Wetter ggf. versuchen früh am Morgen bzw. an Tagen zu behandeln wo kein Sonnenschein bzw. Bienenflug herrscht.

Workaround für 2013: Frühzeitige entnahme von Drohnenbrut ggf. mit 2 Drohenrahmen arbeiten.
Zuletzt geändert von Joachim am 17. Dezember 2012, 16:35, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
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Re: 16.12.2012 bei den Bienen

Beitragvon Joachim » 17. Dezember 2012, 16:34

YoYo hat geschrieben:Hallo Nils,
wenn etwas sicher ist, dann dass es bei der Brutfreiheit keine Sicherheit gibt, außer man kontrolliert jedes Volk. Die Völker sind sehr individuell. Nach meiner Erfahrung gehen Königinnen mit vorjähriger oder noch älterer Königin früher aus der Brut, sind oft schon im Oktober brutfrei. Völker mit nulljährigen Königinnen brüten häufiger länger. Ein weiterer Punkt ist natürlich die genetische Veranlagung. Der Buckfast wird nachgesagt, sie neige eher zum Durchbrüten als die Carnika. Weiter ist nach meiner Beobachtung ein hoher Varroabefallsgrad ein Faktor, der ein Volk eher zum Durchbrüten veranlasst. Über die Gründe kann man spekulieren, entweder sie sind einfach nur durch die vielen Plagegeister beunruhigt, oder sie versuchen die Bienenverluste, die durch die Varroa ausgelöst werden, auszugleichen. Weiter habe ich festgestellt dass Völker die spät im Herbst noch umweiseln auch lange brüten, so dieses Jahr bei mir bei zwei Völkern, die Ende November noch in Brut waren. Nach meiner Meinung besteht dieses Jahr so um dein 21.12. die größte Wahrscheinlichkeit dafür, dass keine verdeckelte Brut in den Völkern ist. Dass die Völker jetzt schon wieder angefangen haben zu brüten glaube ich eher nicht, immerhin war es bis vor 3 Tagen noch knackig kalt. Sicherheit aber hat man natürlich nur wenn man die Völker Wabe für Wabe kontrolliert und mit OS einsprüht. Ein Aufwand den man mit wenigen Völkern schon treiben kann. Ansonsten kontrolliert und besprüht man nur die Völker, die bestimmte oben genannte Risikomerkmale aufweisen und die anderen beträufelt man.

YoYo


@YoYo

1.) Buckfast brütet hierzulande genau so lange wie Carnica
2.) Es kommt grundsätzlich auch immer noch auf den Bienenstandort (Aufstellung, Höhenlage usw) an, wann und zu welchem Zeitpunkt die Völker aus der Brut gehen
3.) Die Völker jetzt zu zerlegen und mit OS zu Behandeln (sprühen) halte ich für kontraproduktiv; außerdem eine Sprühbehandlung mit OS ist gleich wie die Sublimation von OS keine zugelassene Behandlungsform. lediglich die Träufelung mit OS 3,5% (Oxuvar) oder die Behandlung mit Milchsäure 15% ist zugelassen.
Bei der Behandlung mit Milchsäure ist wie zuvor geschrieben die kontraproduktive Maßnahme, die Völker zu zerlegen notwendig.
Eine AMS Behandlung jetzt ist praktisch Wirkungslos.
Viele Grüße
Joachim
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Am 20.12. geträufelt und am 23. 12. bei den Bienen

Beitragvon imker » 23. Dezember 2012, 13:42

Hatte am Donnerstag, 20.12. bei -1°C morgens geträufelt, die Bienen saßen nicht allzu dicht, aber sehr ruhig in der Traube und ich dachte, na ja, vielleicht ganz gut der Zeitpunkt.
Varroa-Einschübe rein und abwarten bis Weihnachten.

Heute, am Sonntag, 23.12. schaue ich mal nach den Bienen (über +10°C !!), die fliegen ein bischen und ich dachte, schau ich mal kurz auf die Varroa-Einschübe.
Das erste Volk : Wachsschuppen : die Bauen schon !
Das zweite Volk : Wachsschuppen und ein paar Brutdeckel , aaargs, die bauen nicht nur, die haben auch auslaufende Brut.
... und so gehts weiter, Varroen fallen sehr wenige.

Hätte ich was besser machen können? Wetterbericht sagt mindestens bis kurz vor Silvester Südwest-Lage und saubere Plusgrade bis +14°C voraus, erst zu Neujahr könnte es eventuell wieder Frost geben.
Ob die Neujahr brutfrei wären wage ich zu bezweifeln. Da die Völker eine gute Ausgangslage bezogen auf die Varroa-Belastung hatten, muss und kann ich wohl zufrieden sein, auch wenn die Behandlung ziemlich sicher suboptimal verläuft.

Wie Joachim zwei Post's vorher schon geschrieben hat, im Frühjahr zusehen, dass mit den Drohnen-Baurahmen viele Varroen aus den Völkern rausgeholt werden, scheint mir die sinnvollste Vorgehensweise. Je nach Standort und Wetterlage wird es wohl immer wieder vorkommen, dass keine optimalen Bedingungen für eine Behandlung erreicht werden. Da hilft eigentlich nur, dass Gesamtkonzept der Varroen-Bekämpfung übers Jahr konsequent durchzuführen.

Liegt vielleicht unter anderem daran, dass meine älteste Königin gerade mal 7 Monate alt ist und alle Völker aus Ablegern und Schwärmen in diesem Jahr gezogen wurden.
Auf jeden Fall ungeheuer spannend, ein Krimi ist glatt ein öder Langweiler dagegen. :)
mit Grüßen von Arnold
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Re: 16.12.2012 bei den Bienen

Beitragvon Nils » 23. Dezember 2012, 14:01

Hallo Arnold,

hast Du vor der Winterbehandlung die Windel zur Kontrolle eingelegt?


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Re: 16.12.2012 bei den Bienen

Beitragvon imker » 23. Dezember 2012, 16:06

Hallo Nils,

in diesem Fall hatte ich es mir gespart, die Belastung war nach der Spätsommerbehandlung sehr niedrig.
Mit auslaufender Brut hatte ich nach den vielen frostigen Tagen und Nächten Anfang Dezember hier in der Region gar nicht gerechnet, damit haben mich die Damen echt überrascht.
mit Grüßen von Arnold
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