Restentmilbung 2014

Restentmilbung 2014

Beitragvon Nils » 16. Dezember 2014, 12:34

Hallo miteinander,

wie gehts euch mit der Winterbehandlung? Was liegt auf Euren Windeln??

Ich habe vor 4 Tagen bedampft - aber bin mir relativ sicher, daß noch Brut vorhanden war und ist. (Viel Gemüll, nasse Folien und Windeln). Das Wetter passte aber grad so schön....
Doch nun verunsichern mich meine Milbenfallzahlen ein wenig. Es fällt relativ wenig!

Bei manchen fiel die 4 Tage nach der Bedampfung nicht eine Milbe. Bei einem waren es in 3 Tagen immerhin 33 Milben. Bei den Meisten sind es 4-6 Milben täglich nach der Behandlung.
Was heisst das nun?

- habe ich wirklich so wenig Milben? Fällt mir schwer zu glauben....
- oder sitzt die große Masse in der noch verdeckelten Brut?

Und was mache ich nun? Nochmal bedampfen? Oder mich über die wenigen Milben freuen und nix mehr tun?

Was meint ihr?

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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Immenfreund » 16. Dezember 2014, 13:01

Nils hat geschrieben: - habe ich wirklich so wenig Milben? Fällt mir schwer zu glauben....

genau deswegen wird doch überall empfohlen vorher den nat. Fall zu ermitteln. Hattest du davor keine Windel drin und ausgezählt?
Mit freundlichen Grüssen

Helmut

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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Nils » 16. Dezember 2014, 14:48

Immenfreund hat geschrieben:
Nils hat geschrieben: - habe ich wirklich so wenig Milben? Fällt mir schwer zu glauben....

genau deswegen wird doch überall empfohlen vorher den nat. Fall zu ermitteln. Hattest du davor keine Windel drin und ausgezählt?


Hallo Immenfreund,

doch natürlich, trotzdem zweifle ich an den Zahlen.
Der nat. Milbenfall von ca. 10 Tagen lag vor der Behandlung zwischen 0,0 und 0,9 Milben pro Tag. Bisher lässt sich zwischen nat. Milbenfall und dem was nach der Behandlung wirklich abfiel kein Zusammenhang erkennen. Manche 0,9-Völker hatten wenig, manche 0,0 eher mehr - ganz gemischt. Und vermutlich hat fast jedes Volk noch Brut.

Ich frage mich ob die Bedampfung ausreichend wirkt, wenn die Bienen in der Traube sitzen? Es hatte zwar um die 9 Grad, aber die Traube war schön geschlossen.


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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Simon » 16. Dezember 2014, 15:04

Nils,
vielleicht müsste man hier mal verschieden Systeme vergleichen, die meisten Geräte halten den Dampf nur wenige Minuten, bei der Bedampfung von oben (ohne Umluftprinz.) bleibt die OS Glocke meist eine Stunde stehen, durch die Wärmequelle (Teelicht) lockert sich die Traube deutlich. Ich stufe den Wirkungsgrad nach bisheriger Auswertung als sehr hoch ein.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Nils » 16. Dezember 2014, 15:08

Hallo Simon,
danke für die Antwort. Ich vergaß zu erwähnen daß ich mit dem Oxamat bedampfe. (Umluftgerät von oben).
Auffallend war hier daß es länger brauchte bis der Dampf "drin" war als im Sommer. Statt 7 Minuten mußte ich das Gerät ca. 10 Minuten laufen lassen. Danach machte ich relativ schnell wieder zu, weil dann doch mal die eine oder andere Biene rauf kam um nachzuschauen was der lästige Imker wieder will.
Mit dem Teelicht habe ich es noch nie probiert - wenn man schon mal den Oxen zu Hand hat....

Ciao,

Nils
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Simon » 16. Dezember 2014, 15:13

Nils hat geschrieben: Mit dem Teelicht habe ich es noch nie probiert - wenn man schon mal den Oxen zu Hand hat....

Ein Vergleich wäre gut und würde einiges klären, wäre ja kein Aufwand.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Angie » 16. Dezember 2014, 16:58

Nils hat geschrieben: Bisher lässt sich zwischen nat. Milbenfall und dem was nach der Behandlung wirklich abfiel kein Zusammenhang erkennen. Manche 0,9-Völker hatten wenig, manche 0,0 eher mehr - ganz gemischt.

Nils


Das Problem hat, glaube ich, jeder Imker immer wieder mal. Ich auch. Die Werte der Gemüllzählung sind ja auch nur statistische Zahlen und als Hilfe anzusehen.
Man bekommt ja auch niemals alle Milben raus.
Wichtig für Dich ist vielleicht auch, dass Deine Völker bei 0,9 nat. Milbenfall den Winter auf jeden Fall schaffen werden. Wenn Du noch ein paar Milben rausbringst um so besser.

Ich habe allerdings auch schon gelesen, dass bei der Verdampfung, wie überall die Tücke im Detail liegt und der Oxamat im Winter nicht so gut wirken soll. Da können Dir die schweizer Imker aber sicher auch noch ein paar Tipps geben.
Simon fehlt. RIP
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Landolin » 21. Dezember 2014, 12:03

Hallo.

Habe am Freitag alle Völker auf Brutfreiheit kontrolliert.
1 von 8 hatte Brut. 2 handtellergrosse Flächen. Habe ich rausgemacht und habe die Milben drin laufen sehen.

Jetzt heute mit Oxalsäure behandelt. Ein Volk war nicht wirklich in einer Traube sondern eher verteilt. Rest ok.

Bin gespannt was fällt.

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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Simon » 21. Dezember 2014, 19:17



Der zugige Wind der letzten Tage in Verbindung mit Temperaturen um +5°C brachte eine gute Voraussetzung für eine Träufelung, die Völker zogen sich schön eng zu einer Traube, es gab kaum auffliegende oder unruhige Bienen. Die Träufelaktion ging schön sparsam, die Völker komprimierten sich auf meist 5-6 Wabengassen und konnten mit wenig Säure benetzt werden.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Janos » 21. Dezember 2014, 19:39

um so erstaunter - aber über glücklich - war ich, sie z.T. auf zwischen 6-11 Gassen sitzen zu sehen. Sehr wenig Totenfall in den Böden - sehr schön - soweit ich das als Anfänger beurteilen kann

Auffliegen absolut nichts - jetzt bin ich gespannt, was an Varroen abfällt
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Simon » 21. Dezember 2014, 22:16



Beim Zweizarger geht die Träufelung sehr viel einfacher, das fängt schon damit an dass der Deckel drauf bleibt.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Immenfreund » 22. Dezember 2014, 07:30

"2-3 mal träufeln"
Hallo Simon,
du fährst 2-3-mal hintereinander über dieselbe Wabengasse. Ich hatte den Sinn des mehrfachen über eine Wabengasse anders verstanden und mache daher erste alle Wabegassen einmal nacheinander durch und fange dann nochmals von vorne an, damit das vorher geträufelte schon etwas verteilt ist, sei es durch Putztrieb oder Auswechslung der oben sitzenden Bienen.
Mit freundlichen Grüssen

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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Simon » 22. Dezember 2014, 10:56

Beim gezeigten Volk wurde mit kleiner Pause die Gassen ein zweites mal beträufelt, je feiner die Verteilung auf möglichst viele Bienen desto geringer die Wahrscheinlichkeit dass die Lösung wirkungslos durchrauscht. Ideal wäre es wenn die Bienen in der Wabengasse schneller abtauchen würden, sie ziehen sich aber nur langsam in die Wabengassen zurück und die beträufelten bleiben zunächst mal im oberen Bereich, man müsste deutlich länger warten um bei einem 2. Durchgang nicht benetzte Bienen zu erwischen. Der Strahl hat durch den Druck etwas Tiefenwirkung und auftreffende Tropfen verteilen sich nochmals. Helmut, wie lange wartest du mit einer 2. Träufelrunde?
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Simon » 22. Dezember 2014, 11:50



So gefällt mir das, aufklappen träufeln, zuklappen, 45 Sek.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Salsero » 22. Dezember 2014, 16:03

Hallo zusammen,

ich habe das gleiche Problem wie Nils. Ich habe geträufelt nach einer 2 kalten Tagen und einer Nacht mit 4°. Bei der Behandlung am frühen Morgen war es etwa 8° und die Völker saßen bis auf eins (das letzte gegen 11 Uhr) eng in der Traube. Nach der Behandlung ist es aber an 2 Tagen warm geworden bis 12°.
Natürlicher Milbenabfall vor der Behandlung 0 bis 0,7 pro Tag, 4 Tage nach der Behandlung immer noch kaum Milben auf den Windeln, so etwa 20 bis 50, obwohl es heute und gestern wieder kalt und windig geworden ist.

Ich werde in 15 Tagen nochmal kontrollieren, denn so wenige Milben habe ich noch nie erlebt.

LG Salsero
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon torbig » 22. Dezember 2014, 16:29

Hallo zusammen,
Nach meiner restentmilbung am 15.12. habe ich eben eins meiner 8 Völker abgeräumt. Es war schon bei der Behandlung sehr schwach. Heute war nix mehr am Leben. Hier und da noch ein paar Wespen. Die Königin umgeben von dem kümmerlichen Rest des Hofstaats tot auf der Wabe. Ich denke hier hat die Varroamilbe zugeschlagen.
Die obere Zarge unbebrüteter waben mit ein wenig Futter möchte ich einem normal starkem Einzarger aufsetzen. Geht das oder soll ich die waben bis zum Frühjahr aufheben?
Die restlichen Waben der unteren Zarge sind fast alle noch voll mit Futter. Einschmelzen oder zur Ablegerbildung im Frühjahr nutzen? Sie sind allesamt bebrütet und teilweise mit altem Pollen belegt. Ich habe sie erstmal bienendicht in der ungeheizten Gartenhütte gelagert.
Wäre dankbar für eure Hilfe.
Gruß, Thorsten
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Angie » 22. Dezember 2014, 16:55

Salsero hat geschrieben: Bei der Behandlung am frühen Morgen war es etwa 8° und die Völker saßen bis auf eins (das letzte gegen 11 Uhr) eng in der Traube. Nach der Behandlung ist es aber an 2 Tagen warm geworden bis 12°.
LG Salsero


Hallo Salsero,

nach meiner Erfahrung sind 8°C definitiv zu warm für eine Behandlung. Auch wenn es vorher kälter war. Sie sitzen dann nicht eng genug, auch wenn es so erscheint.
Da spielen die Temperaturen vorher nur eine Rolle indem sie ein eventuell noch vorhandenes Brutnest ausschließen könnten.

Deine Situation ist nun schwierig.
Für die Behandlung mit dieser Säure muss ja ein guter Zeitpunkt gewählt werden, da man sie nicht wiederholen darf.
Einen guten Tag für diese Behandlung zu finden war in diesem Jahr besonders schwierig.

Vielleicht kann sich hier einer der ganz erfahrenen Imker mal äußern, ob eventuell bei geeigneten Temperaturen trotzdem noch eine Behandlung mit Milchsäure möglich ist.
Dir und Deinen Völkern in jedem Falle viel Glück.
Simon fehlt. RIP
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Simon » 22. Dezember 2014, 17:18

Angie hat geschrieben:nach meiner Erfahrung sind 8°C definitiv zu warm für eine Behandlung. Auch wenn es vorher kälter war. Sie sitzen dann nicht eng genug, auch wenn es so erscheint.

Ich hatte die Befürchtung dass die Bienen raussprudeln, das war nicht der Fall, die Traubenformation war gestern gut zu beträufeln, kein Gefliege und gute Möglichkeit mit empfohlener Dosierung zu arbeiten, heute auch. Am heiligen Abend solls morgens frostig werden, die nächsten Tage also genügend gute Bedingungen für eine hohe Wirksamkeit.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Salsero » 22. Dezember 2014, 18:07

Simon hat geschrieben:die nächsten Tage also genügend gute Bedingungen für eine hohe Wirksamkeit.

ich fürchte, dass bei warmen Wetter nach der Behandlung die Lösung durch ständige Futteraufnahme "verdünnt" wird. Bei kalten Wetter verharren die Bienen in der Traube und tauschen die aufgenommene OX-Lösung bis zum letzten Tropf aus, erst wenn die Magen wieder leer werden, wird neues Futter geholt (sieh HOBOS-Messwerte). Doch wenn die Bienen nicht genug eng sitzen, kommen viele Bienen ständig ans Futter und dies könnte negativ auf die Ox-Verteilung im Volk wirken. So ist meine Theorie, der natürlicher Abfall nach einem Monat und im nächsten Sommer wird zeigen, ob die Behandlung wirklich nicht gewirkt hat, oder ob die Völker wirklich so milbenarm sind.

Ich habe auch gehofft, dass die kalten Temperatur 2 Tage nach der Behandlung, positiv wirken können, aber mit so wenig Milben bin ich misstrauisch.

@angie: Ja ein anderes Termin wäre nicht viel besser gewesen. 20 Tage davor war noch Polleneintag und minimalen Temperaturen über 6° und 6 Tage vor der Behandlung wieder Bienenflug und Polleneintrag. Zum Glück ist der natürliche Milbenabfall niedrig, da brauche ich die Behandlung nicht wiederholen. Manche verzichten ganz auf die Restentmibung bei so einem natürlichen Milbenabfall. Ich möchte nur die Situation besser verstehen und mich mit euch austauschen :thumbsup:
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Immenfreund » 22. Dezember 2014, 18:49

Simon hat geschrieben:...Helmut, wie lange wartest du mit einer 2. Träufelrunde?

so wie in deinem Video hier: viewtopic.php?f=24&t=1651&sid=be3ee5a5cac56be2073cdbaa4c961614#p15504
Mit freundlichen Grüssen

Helmut

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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Simon » 22. Dezember 2014, 18:54

Salsero hat geschrieben:ich fürchte, dass bei warmen Wetter nach der Behandlung die Lösung durch ständige Futteraufnahme "verdünnt" wird. Bei kalten Wetter verharren die Bienen in der Traube und tauschen die aufgenommene OX-Lösung bis zum letzten Tropf aus, erst wenn die Magen wieder leer werden, wird neues Futter geholt (sieh HOBOS-Messwerte).

Die Theorie ist schon mal komplex genug um wahr zu sein, die Bienen rüsseln leider bzw. zum Glück die Oxalsäure nicht aktiv ein, Perizin ist ebenso Kontakt- und kein Fraßgift. Die Lösung bleibt nur wenige Stunden in der Traube aktiv in Schwebe, nach 2-3 Stunden ist die OS abgeputzt und nicht mehr als Kontaktgift verteilbar, der Zucker erhöht evtl. die Anhaftung an der Einzelbiene, die Verteilung funktioniert auch gänzlich ohne Zucker und diese Lösung wird ganz sicher nicht aufgenommen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Salsero » 22. Dezember 2014, 19:32

Das heißt, entscheidend bei der Träuflung, dass die Bienen 8 Stunden nach der Träuflung in enger Traube bleiben. Warum wird die Behandlung dann am frühen Morgen empfohlen? Wenn die Traube tagsüber eng sitzt, so dass die Lösung nicht durch tropft, wäre eine Behandlung vor einer frostigen Nacht effektiver. oder?

Nachts sitzen die Bienen enger, aber wahrscheinlich bewegen sich auch weniger? Weniger Bewegung könnte das Wegputzten der OX verlangsamen, aber die Verteilung durch Bewegung und aneinander Reibung wird schwächer!

Interessant wäre der Versuch ganz ohne Futter, so dass die Bienen nach der Behandlung 2 Tage hungern. Die Ox-Lösung mit Zucker reicht ja bestimmt für 3 Tage, sodass die Bienen nicht ganz verhungern.
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Simon » 22. Dezember 2014, 19:52

beträufelt.JPG
Besudelt tauchen die Bienen ab, mikrofeine Tropfen in der Federboa werden der Nachbarin in die Locken einmassiert, durch den Flügelschlag sieht man hochschnellende Tröpfchen, so verteilt sich die Säure. Träufelt man im Sommer einen Schwarm oder nach TuB, benötigt man erheblich mehr Lösung, vermutlich wird schneller abgeputzt und die OS trocknet an der Oberfläche zu schnell an, fehlende Feuchtigkeit könnte die Erklärung sein warum im Sommer der Wirkungsgrad beim Bedampfen im brutfreien Zustand deutlich schlechter ist als im Herbst mit Restbrut.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Simon » 22. Dezember 2014, 21:58

Salsero hat geschrieben:Die Ox-Lösung mit Zucker reicht ja bestimmt für 3 Tage, sodass die Bienen nicht ganz verhungern.
Wahrscheinlich würden die Bienen eher verhungern als die Säurelösung zu saugen? Ich hatte mal einen ganz einfachen Vergleich gemacht.

Die Bienen riechen ob es sich um Zuckerwasser 1:1 oder Zuckerwasser-OS-Lösung handelt. Vielleicht gibts demnächst eine neue Formulierung für die OS Träufellösung, damit die Bienen noch weniger davon aufnehmen und evtl. noch besser vertragen wird?
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Joachim » 22. Dezember 2014, 22:02

Salsero hat geschrieben:
Interessant wäre der Versuch ganz ohne Futter, so dass die Bienen nach der Behandlung 2 Tage hungern. Die Ox-Lösung mit Zucker reicht ja bestimmt für 3 Tage, sodass die Bienen nicht ganz verhungern.


@Salsero: die Bienen nehmen die OS - auch wenn diese mit Zucker angereichert ist nicht auf. Zucker in der Lösung bringt nur den Vorteil, dass die OS besser anheftet und nicht schnell abtrocknen kann.

Simon hat dazu ein Video bereitgestellt: https://www.youtube.com/watch?v=51JuYqUAOlM

Das Bieneninstitut Liebenfeld (Schweiz) hat ebenfalls dazu bereits im Jahr 2001 Versuche unternommen: http://www.agroscope.admin.ch/imkerei/0 ... bNoKSn6A--

Die Bienen zum "hungern" zu verdammen halte ich für keinen zielgerichteten Ansatz einer Behandlung mit OS
Viele Grüße
Joachim
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon YoYo » 22. Dezember 2014, 23:14

Die Bienen nehmen die Oxalsäure-Zuckerlösung auf, das ist das Problem der Träufelbehandlung. Der Zuckerzusatz führt dazu, dass die Bienen die Lösung aufnehmen, was sie bei nicht gezuckerter Lösung wohl nicht oder viel weniger tun.
Frau Rademacher von der FU Berlin schreibt:
"A combination with sugar water supports the distribution and effect of the agent, but also leads to ingestion by the bees. The aim of our studies was to find a substitute to sugar water, which should have the same properties but neither being ingested by the bees, nor being toxic to them."

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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon waldimker » 23. Dezember 2014, 09:30

@Simon:
Du schreibst, im Sommer - nz.b. nach TuB bräuchte es mehr Lösung. Wieviel würdest Du sagen?
Hab im Sommer TuB gemacht und etwa soviel verwendet zum Träufeln wie im Winter - das hat gut geklappt trotz sehr hohen Milbenbefalls.
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Simon » 23. Dezember 2014, 09:50

Aus normal starken Wirtschaftsvölkern entstehen Fluglinge mit mehr als 20.000 Bienen. Dann sind zwei Tage nach der
Volksteilung alle Wabengassen mit Bienen gefüllt, wobei sich ein großer Teil der Bienen als Traube im Gitterboden aufhält.
Bei der Beträufelung werden etwa 100 ml Oxalsäure benötigt.

http://www.immelieb.de/wordpress/?wpdmdl=1322

Ich hatte schon sehr geringen Wirkungsgrad und musste die Völker im September mit Ameisensäure nachbehandeln.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon Simon » 23. Dezember 2014, 10:29

torbig hat geschrieben:Die obere Zarge unbebrüteter waben mit ein wenig Futter möchte ich einem normal starkem Einzarger aufsetzen. Geht das oder soll ich die waben bis zum Frühjahr aufheben?
Geht gut, die Bienen erschließen sich das Futter. Aufheben und gezielt Waben einhängen wäre eine Option.

torbig hat geschrieben: Die restlichen Waben der unteren Zarge sind fast alle noch voll mit Futter. Einschmelzen oder zur Ablegerbildung im Frühjahr nutzen? Sie sind allesamt bebrütet und teilweise mit altem Pollen belegt.
Wenn das Futter genutzt wird, dann nur zum leertragen lassen an den Rand von Jungvölkern hängen, zeitiges entnehmen nicht vergessen. Der Wert des Pollens ist gering für die Bienen und groß für die Motte.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Restentmilbung 2014

Beitragvon torbig » 23. Dezember 2014, 11:47

Danke Simon.

Ich hoffe nur das die alten Schinken bis zur Ablegerbildung nicht von der Motte zerfressen werden.
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