Räuberei bei unserem Jungvolk

Räuberei bei unserem Jungvolk

Beitragvon Freizeitbiene » 23. August 2015, 13:48

:hmm: Hallo in die Runde, wir sind gestern als Jungimker das 1. Mal mit Räuberei konfrontiert worden. Seit Mai 2015 haben wir Bienen und bisher lief alles gut. Wurden wohl ein wenig leichtsinnig, als wir ein weiteres Jungvolk geholt haben, denn wir haben es Samstag ca. 11 Uhr gefüttert :cry: Gott sei Dank haben wir nachmittags nochmal geschaut, es war massive Räuberei eines fremden Volkes im Gange. Haben das Jungvolk gleich weggestellt, da sind die Räuber zur nächsten Beute, wir haben die Fluglöcher verkleinert etc... die weitere Geschichte erzähl ich jetzt nicht. Sonntag: Die Lösung war, dass nun eine leere Beute dort steht, wo früher etwas zu holen war und jetzt hab ich nur keine Ahnung bzw. Bedenken und die Frage: Wie lange bleiben die Räuberbienen noch vor Ort ?? Also heute Morgen sah es so aus, als tummelt sich noch ein kleinere Räuberbande. Wie lange sollen wir die Bienen versteckt halten, bis sie an ihren alten Platz zurückgestellt werden können? Sicher ist sicher.... Danke für eure Unterstützung, bin echt total frustig und ja auch selbst schuld :? :? :? :? Viele Grüße Freizeitbiene
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Re: Räuberei bei unserem Jungvolk

Beitragvon Simon » 23. August 2015, 14:01

Hallo!
Nicht ärgern das passiert. Eigentlich alles richtig gemacht in der Not, die leere Beute als falsche Fährte lässt die eingeflogenen Räuber etwas ablenken.
Ich würde dem beräuberten Volk Zeit geben sich zu erholen, die Fluglochwache muss sich stabilisieren, eine Woche würde ich ansetzen, umsetzen nur außerhalb des Flugradius, sonst fehlt die wichtige Fluglochwache. Während dessen würde ich das Jungvolk genauer anschauen ob alles in Ordnung ist, Futter, Volksstärke, Flugloch auf 1,0 Bienenbreite.
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Bei mir hat die Verstellaktion funktioniert, jede Anlandende wird wieder gut kontrolliert, Futter ist auch wieder in den Waben.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Räuberei bei unserem Jungvolk

Beitragvon Freizeitbiene » 23. August 2015, 14:36

Hallo Simon, vielen vielen Dank für deine kompetente Antwort, du hast alles richtig erkannt und den Nagel auf den Kopf getroffen. Wir gehen nachher nochmal schauen und ganz spät noch einmal. Wir haben momentan keine Möglichkeit, die Bienen außerhalb des Flugradius zu bringen, leider :) Sie sind um die Ecke versteckt, hinter Gestrüpp etc und unter einem anderen Baum in der Not :( Das mit der "Fluglochwache" ist wohl der Knackpunkt. Ok, genau mal auch schauen, wie du es beschrieben hast.

Deine Videos schauen wir schon länger, die sind echt gut!
Viele Grüße und einen schönen Sonntag, hoffentlich gibts bald bessere Neuigkeiten, werde berichten
viele Grüße Freizeitbiene
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Re: Räuberei bei unserem Jungvolk

Beitragvon Freizeitbiene » 23. August 2015, 15:56

Sorry, nochmals ich :oops:

Bin echt etwas konfus, raus aus dem Flugradius ist wohl DIE Lösung, wir waren auch gerade soweit am Überlegen, dass wir sie wegfahren wenn es dunkel wird..

Jetzt ist gerade ein heftiger Gewitterregen, kann das die Räuberei beenden?
Wir haben gestern schon vor Ort so viel Hilfe gehabt, ich möcht nicht überstrapazieren deswegen frag ich hier.

Hoffnung stirbt zuletzt
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Re: Räuberei bei unserem Jungvolk

Beitragvon Simon » 23. August 2015, 16:54

Es gibt "Tricks" um den Räubern die Suche zu vermiesen, Brettchen vor das Flugloch stellen, aber das geht nur wenn das Volk eingeflogen ist. Momentan ist unklar ob die Fluglochwache sich auf die neue Situation einstellt, es ist mit abfliegenden Bienen zu rechnen die sich nicht auf die Schnelle neu orientiert haben. Deshalb der Rat mit geringstem Restrisiko aus dem Flugradius zu gehen. Das kühle Wetter beendet die Räuberei, so lange es kühl ist, sie kann aber wieder aufflammen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Räuberei bei unserem Jungvolk

Beitragvon waldimker » 23. August 2015, 18:08

Das Füttern am Abend ist sicher hilfreich und wenn man es sich einrichten kann, gut.
Es kann aber die URSACHE für`s Räubern nicht sein, höchstens der Anlass.
Wer mehrere Stände und viele Völker hat, wird um`s unter Tage Füttern nicht herum kommen.
Aus anderen Gründen (also nicht weil ich zuviele Völker hätte) füttere ich mittlerweile zu jeder Tageszeit, auch mal nur bedürftige Völker und nicht alle. Das hat bislang nicht zu Räuberei geführt.
Auch ein Ausräubern von Futter aus unsachgemäß abgestellten Apideas hat zu keinem Maleur geführt, nur zu Heerscharen von Bienen an den Apideas...

In andern Jahren hatte ich allerdings auch schon Probleme damit. Worin der Unterschied liegt würde mich mal interessieren!
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Re: Räuberei bei unserem Jungvolk

Beitragvon Simon » 24. August 2015, 08:23

Es geht so lange gut bis es schief läuft, ich kann ebenfalls nicht alle Völker am Abend füttern. Von Räuberei betroffene Völker waren durchweg kleinere Einheiten in zusammengelegten 4er Böden in Kombination mit weit vom Bienensitz entfernten Fluglöchern. Völker mit funktionierender Abwehrstrategie bilden einen Kontrollteppich vor dem Flugloch, je höher der Räuberdruck desto ausgeprägter sieht man das, extrem bei einer Hornissenattacke https://www.youtube.com/watch?v=-pkAmrrtwTI. Die Abwehr kann von außen unsichtbar unten als Abwehrtraube durchhängen, bei kleineren Völkern ist der einzig gut zu kontrollierende Durchgang das verengte Flugloch. Bei anhaltender massiver Räuberei können dann so kleine Sachen wie Fluglochentfernung zum Bienensitz bedingt durch hohen Boden oder die Rähmchenhöhe eine Rolle spielen.
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Re: Räuberei bei unserem Jungvolk

Beitragvon waldimker » 24. August 2015, 08:48

mmmh....
ich werd weiter beobachten.
auf jeden fall sind meine Böden z.T. wesentlich höher als letztes Jahr. Aber die Fluglöcher nur 8 mm hoch. Z.T. findet sich eine Bausperre unter den Eiheiten, bei den schwächeren auf Zander allerdings nicht.

Ich denke, wenn die Waben besetzt sind ist schon mal gut, Abwehr vor Ort, nicht am Flugloch. Zuviel Futter würde Probleme geben, da nicht verteidigbar. Allerdings hab ich z.T auch Futterwabn an der gegenüberliegenden Beutenwand zum Ausräubern reingehängt. Die sind z.T. noch voll... also weder intern noch von extern ausgeräubert (manche Völker haben sich das aber auch geholt, natürlich).
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Re: Räuberei bei unserem Jungvolk

Beitragvon Freizeitbiene » 24. August 2015, 09:01

Hallo Simon,

nochmals lieben Dank, jedes Posting bringt uns ein Stück weiter :) Jetzt wo du es schreibst fällt mir auf, dass in der neuen Beute vom Jungvolk das Flugloch nicht am Bienensitz mittig ist, sondern außen seitlich. Das werden wir heute ändern und nach der Rähmchenhöhe schauen ist wohl auch wichtig. Wie gut, dass gestern mieses Regenwetter war, darüber kann man sich als angehender Imker also auch freuen ;)
Bis jetzt haben wir 2 Völker (1 x 2-zargig Zander und 1 x 1zargig Zander) und die haben sich immer sehr gut verteidigt gegen Wespen und hatten überhaupt keine Probleme, da ist das Flugloch aber auch in der Mitte und nicht ganz außen ;) Jetzt nach deinem Video fällt mir auch auf, dass gestern in der 2-zargigen Beute Bienen draußen saßen (hoffe als Abwehr!!), so macht imkern Freude mit starken Bienenvölkern.

In der leeren Beute als Abwehrfalle saßen gestern Bienen drin, die sind nicht nach Hause gegangen bei Gewitterregen und haben uns verfolgt, selten haben wir bisher einen kurzen Sprint hingelegt ohne Schutz :roll:

Danke nochmals für deinen wirklich kompetenten Rat und dein Bienenverständnis beeindruckt mich ;)-
Haben noch viel zu lernen bzw. viel vor, das wird schon werden.
Freundliche Grüße
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Re: Räuberei bei unserem Jungvolk

Beitragvon Simon » 24. August 2015, 09:12

Freizeitbiene hat geschrieben:Jetzt wo du es schreibst fällt mir auf, dass in der neuen Beute vom Jungvolk das Flugloch nicht am Bienensitz mittig ist, sondern außen seitlich. Das werden wir heute ändern und nach der Rähmchenhöhe schauen ist wohl auch wichtig.
Die Rähmchenhöhe ist konstruktionsbedingt und ist eine Frage ob ein noch schwaches Jungvolk auf Zander oder Dadant sitzt. Ich empfehle ein Jungvolk am Rand der Beute zu starten, die erste Brutwabe hat direkten Kontakt zum Holz, das Flugloch liegt deshalb direkt unter dieser Wabe und am Rand der Zarge. Befinden sich die Brutwaben in der Mitte und das Flugloch am Rand kann das bei schwachen Völkern ein Hindernis sein, leicht zu korrigieren, man kann die Waben im Block an den Rand schieben. Aber die Grundsatzfrage ist wie sich das Volk berappelt nach dem Räuberüberfall, auch wenn es nicht optimal vor Ort verstellt wurde müsste sich jetzt eine Fluglochwache etabliert haben.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Räuberei bei unserem Jungvolk

Beitragvon Freizeitbiene » 24. August 2015, 09:44

Hallo Simon,
genau so wie du es schreibst (außen beginnen mit Brut am Holz) haben wir es bei diesem Jungvolk auf Zander gelernt, mit dem wir jetzt etwas Probleme haben. Wir haben am Rand mit 3 Waben im Juno gestartet und dort war auch passend das Flugloch. Deswegen hänge ich auch mit herz ein wenig an diesem Bienenvolk, das wir jetzt zu uns holen durften. Ich vermute, das Bienenvolk ist in sich noch chaotisch, weil es kurz vor der Abholung noch mit Bienen von einem anderen Volk verstärkt wurde und keine Zeit hatte, sich zu koordinieren? Kann das sein?

Bin mal auch auf die Fluglochwache gespannt - und wo der Bienensitz ist auch :)
Viele Grüße
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Re: Räuberei bei unserem Jungvolk

Beitragvon waldimker » 24. August 2015, 13:29

Die Verstärkung kann evtl. die Räuberei ausgelöst haben.
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Re: Räuberei bei unserem Jungvolk

Beitragvon Simon » 24. August 2015, 14:23

Die Verstärkung könnte ein Problem sein, solche Einheiten müssen sich erst mal zusammenfügen, vielleicht ist der Grund für die Verstärkung ein anderer Mangel z.B. an der Königin?
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Räuberei bei unserem Jungvolk

Beitragvon Freizeitbiene » 24. August 2015, 14:44

Hallo Simon,

alle Theorie ist grau, wenn man direkt am Bienenvolk steht :rofl: Habe die grüne einzargige Zanderbeute vom Gestrüpp zurück auf den Beutenbock transportiert und vorsichtig den Eingang auf 1 Bienenbreite zugestopft, sah gut aus. Hatte eine Imkerin bei uns am Ort angesprochen, ob es denn fremde oder unsere Bienen seien, die da in der leeren Beute rumlungern. Sie meinte, das wären unsere Bienen, die zurückwollten. So war es dann auch. Erstes mal erleichtert durchgeatmet :) Die waren ja eingeflogen mit schon reichlich Vorrat für den Winter, den es zu verteidigen gilt.

Bin dann zu unserem neuen Volk, auch auf 1 Bienenbreite geöffnet und war gespannt. Es kamen ein paar wenige Bienen raus, die flogen weg. Es kamen ein paar wenige Bienen zum schauen und sind dann wieder rein. Eine tote Biene wurde entsorgt, fand ich sofort gut.

Warum ich jetzt nicht reinschaute war: es ist wieder Gewitterregen im Anmarsch, die Bienen sind total mies drauf und für heute ist erstmal Entwarnung.
Wenn die mies drauf sind können sie sich bestimmt auch gut verteidigen hoffe ich!

Ja die Sache mit der Königin behalte ich im Auge, das ist auch eine Überlegung, die ich hatte und im Laufe der nächsten Woche mal schauen werde. Es sind ja jetzt die Monate mit R :bigrin: Mal sehen, wie mein Mann das sieht und die Bienen so meinen, ist ja auch wichtig.

Imkern ist echt spannend und siehe da, es fängt auch schon der Regen an, wie schön ;) :D :D :D :D

Waldimker, das sehe ich auch so mit der Verstärkung, hinterher ist man immer schlauer.

Nochmals danke !!!
Freundliche Grüße
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