Wespenräuberei

Wespenräuberei

Beitragvon beeo » 17. August 2014, 15:58

Hallo zusammen,

vielleicht krieg ich das momentan auch nur so gut mit weil zwei Ableger auf der Terrasse stehen... Aber ist diese Wespenschar normal? Vor den Beuten sammeln sich die toten Wespen auf dem Boden, grob geschätzt pro Tag und Kasten 15 bis 20. Erfolgreich sind die Räuber nicht. ab und zu sieht man sie tote Bienen wegtragen, aber auch mal tote Artgenossen...
Aber im Anflug ist irgendwie immer eine...
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Re: Wespenräuberei

Beitragvon Immenfreund » 17. August 2014, 16:27

Das ist derzeit normal (beobachte auch bei jedem Öffnen eines Volkes sofort eine oder mehrere Wespen, die reinfliegen) und auch in vielen Publikationen erwähnt:

Am Stockeingang oder im Stock sind auch vermehrt Wespen anzutreffen. Diese dringen besonders dort ein, wo sie auf wenig Gegenwehr stoßen.

Die Wespen kommen! (Infobrief_2014_21.pdf)
Münster (wm) Wenn die Deutsche und die Gemeine Wespe an den Fluglöchern auftauchen und zur imkerlichen „Plage“ werden, sich auf ein Bienenvolk einfliegen und sich hier ihre tägliche Bienenmahlzeit abholen, so ist auch dies meist eine Auswirkung der imkerlichen Betriebsweise. Gesunde und starke Völker sind vital genug, sich gegen die Wespen ausreichend zu wehren. Nur schwache, kranke und geschädigte Völker werden von den Wespen gefunden. Meist sind die Fluglöcher zu groß, wie Scheunentore laden sie die Wespen ein und verhindern, dass die Bienen ihr Flugloch ausreichend verteidigen können. Die Völker sollten eng sitzen und die Waben gut belagern, damit Wespen keinen leichten Zugang zu den Futtervorräten haben. Bei der Fütterung ist darauf zu achten, abends zu beginnen, vor allem wenn flüssig gefüttert wird. Die Wintereinfütterung also zügig durchführen und gleichzeitig bei allen Völkern am Stand. Das verhindert Räuberei und schützt vor Wespen, die ja auch das Futter riechen und danach suchen. Will man nur eine Zwischenfütterung machen, so ist fester Futterteig vorzuziehen, er führt nicht zu so viel Aufregung im Bienenvolk. Die Beuten sollten keine Schäden und Löcher aufweisen, die Zargen müssen dicht aufeinander sitzen. Zusätzliche Eingänge werden gern von Wespen genutzt. Räuberei am Stand fördert auch die Wespenplage, daher gerade zu dieser Zeit zügig und schnell an den Völkern arbeiten und sie nicht länger als notwendig geöffnet halten. Honigfeuchtes Wabenmaterial, Drohnenwaben, aber auch Beuten und Rähmchen nicht offen liegen lassen, all diese Gegenstände riechen sehr nach Honig und Bienen und ziehen Wespen magisch an. Sauberkeit und Hygiene am Stand schützen also auch vor Wespen.
Wespennester nicht vernichten!
Auch wenn es einem in den Fingern juckt, es ist nicht erlaubt, Wespennester zu vernichten. Die Zahl der Wespen am Stand ist nicht von der Nähe eines Wespennestes abhängig. Eine wilde Vernichtungsaktion bringt Stiche aber keine Verringerung der Wespendichte am Stand. Es werden auch die falschen Arten vernichtet. Die lästigen beiden Wespenarten nisten versteckt im Boden oder im Dachgebälk. Die für uns harmlosen, kleinen und friedlich lebenden anderen Arten bauen ihre Nester sichtbar im Gebüsch, unterm Dach oder im Bienenhaus. Sie vertilgen Schadinsekten und sind nicht am Flugloch zu finden.
Die viel geliebte Wespenfalle
Wenig sinnvoll, ja sogar kontraproduktiv, ist es, Flaschen mit irgendeinem dubiosen Inhalt aufzustellen, um die Wespen abzufangen und zu töten. Der Geruch der Flüssigkeit zieht Wespen an und führt zu einer Erhöhung der Wespenplage, da die Tiere den engen Eingang zur Flasche erst finden müssen. Darüber hinaus werden die Tiere qualvoll ertränkt und auch seltene und schützenswerte Arten getötet.
Mit freundlichen Grüssen

Helmut

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Re: Wespenräuberei

Beitragvon cooper » 17. August 2014, 17:47

Hallo

In diesem Jahr geht es bei meinen Völker noch mit den Wespen.Letztes Jahr war es deutlich schlimmer Da waren bei jeden
rein schauen ins Volk,füttern Wespen zu sehen,teilweise lagen sie auch abgestochen im Futtergeschirr.
Ich denke mal in diesem Jahr haben sie deutlich mehr am Fallobst zu tun und kein Interesse am Bienenfutter.

Gruß
in memoriam Simon
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Re: Wespenräuberei

Beitragvon beeo » 18. August 2014, 08:41

Danke für das Infomaterial.

Unglaublich wie gut organisiert die Abwehr stattfindet. Manchmal denkt man der Eingang wäre frei. Dann kommt ne Wespe angeflogen setzt sich kurz vorm Loch nieder und dann gehts aber los... Hab heute nacht das Flugloch noch etwas enger gemacht, von 4cm auf 1cm Breite reduziert.
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Re: Wespenräuberei

Beitragvon Sauzahn » 18. August 2014, 09:02

Wesepen sehe ich nur vereinzelt, aber meist ist deren Zeit doch so im September, wenn absolut nichts anderes mehr für die gelbschwarzen Plagegeister zu holen ist.

In die Völker rein wollen sei bei mir eher selten, meist lauern sie auf erschöpfte Bienen, denen sie dann Kopf und Hinterleib abbeißen und nur das schöne Muskelfleisch mit ins Nest nehmen. Ist kein schöner Anblick, vor allem wenn es Pollensammlerinnen mit dicken Höschen erwischt, aber so ist die Natur.

Gruß
Sauzahn
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