Teilen und Behandeln

Teilen und Behandeln

Beitragvon beeatwork » 24. Januar 2012, 23:01

Was sind die Vorteile von "Teilen und Behandeln", außer dass die Völker sehr stark eingewintert werden, sehr stark auswintern und früh Schwärmen?
Kann die jemand die Vorteile zusammenfassen? Bei welchen Volk/ Situation macht das „Teilen und Behandeln“ sinn, und wann nicht? Wann ist der optimale Zeitpunkt der Zusammenführung des Fluglings und des Altvolks? ;)-

Vielen Dank!
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon stuggitiger » 25. Januar 2012, 08:46

Teilen & Behandeln (T&B) ist als Alternative zur sommerlichen Behandlung mit Ameisensäure (AS) konzipiert. Bei der AS-Behandlung ist man ja sehr stark von Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig, um einen optimalen Behandlungserfolg zu erzielen, was die zeitliche Planung recht schwierig macht. Nicht in jedem Jahr sind an jedem Standort die Bedingungen ideal und man kann ja auch nicht optimale Bedingungen vorhersehen. Bei T&B kann man hingegen an einem vom Imker selbst gewählten Tag X anfangen und die folgenden Schritt finden dann an den Tagen X+3, X+y, etc statt, unabhängig von der aktuellen Witterung. Gerade für Freizeitimker, die im Spätsommer auch mal in den Urlaub fahren wollen, ist das durchaus von Vorteil. Auch benötigt man bei T&B im Jahreslauf nur ein Mittel, Oxalsäure, für die zwei Anwendungen bei T&B im Spätsommer, sowie bei der Restentmilbung im Frühwinter. Ebenfalls ein Vorteil, wenn auch m.E. nur ein kleinerer. Bei T&B wird keine Brut geschädigt, da die Behandlung nur in den jeweils brutfreien Teilen erfolgt, deswegen eine zweimalige Behandlung, zunächst im Flugling, danach im Restvolk nach Auslaufen der Brut. So wird keine Brut geschädigt.
Ein recht großer Nachteil von T&B, gerade für Hobbyimker, ist, dass man mehr Beutenteile benötigt: Aus einer Beute werden beim Teilen 2 gemacht, indem die umgehängten Waben und Zargen mit jeweils einem eigenen Deckel und Boden versehen werden. Bei zwei Völkern benötigt man also auf einmal zwei zusätzliche Böden und Deckel. Die hat man evt. nicht ohne weiteres parat.
Um genaueres zu erfahren, schaue bitte in die 3. Auflage von Dr. Liebigs Buch "Einfach Imkern".
LG,
Patrick
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Manfred » 25. Januar 2012, 13:24

Grüß Euch,

Zusätzliche Böden und Deckel erübrigen sich mit einer ganz einfachen Lösung - ein Bohrloch in der Zarge. Dann ist eine zusätzliche Folie alles was ich brauche.

Herzliche Grüße Manfred
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Simon » 25. Januar 2012, 14:33

stuggitiger hat geschrieben: Auch benötigt man bei T&B im Jahreslauf nur ein Mittel, Oxalsäure, für die zwei Anwendungen bei T&B im Spätsommer, sowie bei der Restentmilbung im Frühwinter.

Patrick hat die Alternative TuB gut zusammengefasst. Wichtig wäre den Behandlungserfolg der OS vor allem beim Flugling kritisch zu betrachten. OS im Sommer, auch im brutfreien Zustand, wirkt nicht immer ausreichend. Ich musste bei allen Völkern Ende September mit AS nachbehandeln, bei Einzargern ist das aber eine wirkungsvolle und einfache Sache. Die wirkungsvollste OS-Methode ist bei TuB noch nicht zweifelsfrei festgestellt; OS-Dampf und träufeln ist nicht zufriedenstellend, besser scheinen die kombinierten Methoden "von unten sprühen, von oben spritzen" oder besprühen der gezogenen Waben.
Einen Nachteil hat die Methode, man muss die Königin finden, dazu gibts aber genügend Kniffe bzw. man lernt es bei der Anwendung. ;) Insgesamt eine effektive Methode um spät im Jahr den Bestand zu erweitern oder (wenn alles richtig läuft) gezielt starke Völker einzuwintern.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon beeatwork » 25. Januar 2012, 22:05

Vielen Dank Imkerkollegen!

"Teilen und Behandeln" ist wohl auch einen gute Methode umzuweiseln bei Völkern mit dreijährigen Königinnen. Steht diese Jahr noch aus.

Hab’ mir überlegt die T&B die Oxsalsäure durch Milchsäure besprühen, bzw. sehr trocknen Wein die bienenbesetzen Waben besprühen. Lt. Dr. Liebig soll dies mit Müller Thurgau funktionieren. Hat jemand Erfahrung damit?

Und mit welcher Varroabehandlungsvariante können die Völker eine späte Tannentracht in September noch nutzen ohne dabei über den Jordan gehen zu müssen :black: , wie z.B. 2010 war dies möglich. :?:
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Ralf » 26. Januar 2012, 08:34

beeatwork hat geschrieben:Hab’ mir überlegt die T&B die Oxsalsäure durch Milchsäure besprühen, bzw. sehr trocknen Wein die bienenbesetzen Waben besprühen. Lt. Dr. Liebig soll dies mit Müller Thurgau funktionieren. Hat jemand Erfahrung damit?
Das Ergebnis mit Wein war nach meiner Erinnerung ernüchternd. Es hat nicht ausreichend funktioniert. Der Wein ist hier besser aufgehoben: ß)
Warum willst Du die OS durch MS ersetzen?

Gruß Ralf
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Eifelimker » 26. Januar 2012, 09:27

Warum willst Du die OS durch MS ersetzen?


Meines Wissens ist Milchsäure beim Verspühen für den Anwender weniger gefährlich.

Grüße Dirk
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Ralf » 26. Januar 2012, 12:47

Hi Dirk,
Eifelimker hat geschrieben:Meines Wissens ist Milchsäure beim Verspühen für den Anwender weniger gefährlich.

Du solltest halt nicht gegen den Wind sprühen und auch von Dir weg.

Gruß Ralf
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Eifelimker » 26. Januar 2012, 13:06

jetzt wo Du es sagst....
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon beeatwork » 26. Januar 2012, 20:21

Der Wein ist hier besser aufgehoben: ß)
Warum willst Du die OS durch MS ersetzen?

Hallo miteinander!
Mit Milchsäure kann ich die restl. Waben nach dem Umsetzten der Brutwaben beim Teilen und Behandeln besprühen (ähnlich Jungvolkpflege). Diese sind ja Brutfrei. Nach dem Auslaufen der Brut, 21Tage später folgt die zweite Behandlung. Milchsäurebesprühen ist einfacher in Umgang, auf der Haut kann diese einfach mit Wasser abgespült werden. Bienen werden gleichmäßig nass und so auch die Zellen. Ich will’s dieses Jahr mal ausprobieren.
Peter
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon beeatwork » 26. Januar 2012, 20:23

Ralf hat geschrieben: Das Ergebnis mit Wein war nach meiner Erinnerung ernüchternd. Es hat nicht ausreichend funktioniert. Der Wein ist hier besser aufgehoben: ß)
Warum willst Du die OS durch MS ersetzen?


Hallo Ralf
Hallo miteinander!
Mit Milchsäure kann ich die restl. Waben nach dem Umsetzten der Brutwaben beim Teilen und Behandeln besprühen (ähnlich Jungvolkpflege). Diese sind ja Brutfrei. Nach dem Auslaufen der Brut, 21Tage später folgt die zweite Behandlung. Milchsäurebesprühen ist einfacher in Umgang, auf der Haut kann diese einfach mit Wasser abgespült werden. Bienen werden gleichmäßig nass und so auch die Zellen. Ich will’s dieses Jahr mal ausprobieren.

Gruß Peter
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Magnia » 28. Juli 2012, 08:37

Hallo,

ich habe bei einigen Völkern das Problem, dass sowohl beim gebildeten Flugling als auch beim Brutvolk nach dem Einengen, die Beutenaußenwand voll mit Bienen hängt.
Ich behandele nach Anleitung: Flugling +2 Tage , Brutvolk nach dem Einengen +21 Tagen. Bei starkem Befall noch einmal 4 Tage später.
Natürlich sehr früh am Morgen.

Nun sitzen aber sehr sehr viele Bienen außen.
Wie geht ihr bei so etwas vor ? Soll ich die außen sitzenden Bienen auch mit beträufeln ?
Sie sitzen übereinander.

Erst nach einiger Zeit werden es immer weniger Bienen, sodass alle in den Kasten passen. Doch dann ist die Behandlung meist abgeschlossen.

Viele Grüße
Magnia

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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Immenfreund » 28. Juli 2012, 13:13

Du hast vermutlich keinen offenen Boden, dann ist die Konzentration so hoch, dass die Bienchen die Nase voll haben und lieber an die frische Luft gehen.
Mit freundlichen Grüssen

Helmut

Bienenstand auf 300 m.ü.d.M. Hanglage in Streuobstwiese am Waldrand

http://immenfreund.wordpress.com

nur noch in http://dreilichs.de/if/ aktiv
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Magnia » 28. Juli 2012, 15:42

Doch, habe ich.

Der Kasten ist einfach voll.
Sie hängen komplett durch bis in den Boden auf 11 Waben (Segeberger Beute) DNM und bis zum Flugloch hinaus...
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Simon » 28. Juli 2012, 19:30

Magnia hat geschrieben:Nun sitzen aber sehr sehr viele Bienen außen.
Wie geht ihr bei so etwas vor ? Soll ich die außen sitzenden Bienen auch mit beträufeln ?

Hallo Magnia,
der Wirkungsgrad beim Beträufeln ist zu gering, ich würde sprühen. Es gibt eine Variante die Träufeln und Sprühen kombiniert,"vusvos" hat der Erfinder diese Methode getauft. ;)
Dazu wird die durchhängende Traube von unten besprüht (bis sich diese etwas zurückzieht) und von oben wird in die Wabengassen eingespritzt. Das macht vor allem bei vielen Völkern Sinn, meistens hängen sie gerne unten durch wenn keine Brut zu pflegen ist. Ich würde die Traube vorne besprühen, nach der Aktion kommt etwas Bewegung in die Sache und die Bienen können nochmals besprüht werden.
Bei mir fielen in einem Flugling ca. 100 Milben, das war im Bezug zum nat. Milbenfall (ca. 10 Milben/Tag) zu wenig, man kann sich im Allgemeinen darauf einstellen im September die Völker nochmals mit AS zu behandeln, für eine Hauptentmilbung ist die Variante Teilen und Behandeln aber ausreichend.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Magnia » 28. Juli 2012, 21:19

Hallo,

wenn ich im September mit AS noch einmal nachbehandeln muss, kann ich ja gleich auf Oxalsäure verzichten und nur mit AS in der Spätsommerpflege arbeiten.
Ich führe ja meine Völker mit "Teilen und Behandeln" um die Vorteile der Methode zu bekommen....
Dazu gehört für mich z.B. eine Wetterunabhängige / Zeitunabhängige Behandlung der Völker.
Beim beträufeln muss ich 2x 2 Volksteile bearbeiten = 4 Arbeitsschritte. Mit Ameisensäure ohne Teilung ja nur 2x1 Arbeitsschritt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Methode so ineffizient sein soll ?
Ich habe diesbezüglich noch nichts gelesen, dass z.B. Dr.Liebig oder Dr. Aumeier darauf hinweisen, sich im Allgemeinen darauf einzustellen, im September noch einmal mit AS nachzubehandeln !?
Was meinst du mit einer Hauptentmilbung ?

Wie sprühst du Oxalsäure ?

Nachtrag:

Ich habe noch einmal in der Anleitung von Dr. Liebig geschaut:
"Wegen des relativ niedrigen Wirkungsgrades der Behandlung von Fluglinig und Brutvolk ist eine Restentmilbung der brutfreien Volksteile bzw. wiedervereinigten Völker im Spätherbst unbedingt notwenig....."


Ich dachte, dass er mit Spätherbst die Oxalsäurebehandlung im Winter meint ?
Er schreibt ja auch "brutfreie Volksteile" !?
Wenn ich wiedervereinige sind die Völker doch auch im brutfreien Zustand ?


Jetzt bin ich aber einmal gespannt...
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Simon » 28. Juli 2012, 22:25

Magnia hat geschrieben:wenn ich im September mit AS noch einmal nachbehandeln muss, kann ich ja gleich auf Oxalsäure verzichten und nur mit AS in der Spätsommerpflege arbeiten.
Von der fragwürdigen Wirkungsweise der OS im brutfreien Zustand und der Vermehrung der restlichen Milben her betrachtet muss man sich mit dem Umstand evtl. abfinden, wer kontrolliert weiß Bescheid!

Magnia hat geschrieben:Ich führe ja meine Völker mit "Teilen und Behandeln" um die Vorteile der Methode zu bekommen....
Die Vorteile sind treffend, die erste und wichtigste Behandlung im August wird durch die Variante planmäßig erreicht.

Magnia hat geschrieben:Beim beträufeln muss ich 2x 2 Volksteile bearbeiten = 4 Arbeitsschritte. Mit Ameisensäure ohne Teilung ja nur 2x1 Arbeitsschritt.
"TuB" macht Arbeit, aber wer arbeitet nicht gerne mit Bienen? ;) Man braucht Material, Deckel und Boden und natürlich einen guten Blick für die Königin. AS ist in Anwendung der richtigen Methode (und der richtigen Beuten!) einfacher aber abhängiger vom Wetter. Teilen und Behandeln bringt zwei Völker hervor, man kann die Völker gezielt zusammenlegen und bekommt deftige Völker für die Überwinterung, es entstehen kurzfristig zwei Völker, möglicherweise hat man bei einem Ausfall dadurch Reserve, wobei man bei Teilen und Behandeln auch Fehler machen kann. Führt man ein Wirtschaftsvolk mit dem Ziel der Überwinterung, muss es bei der AS Anwendung "klappen", man sollte über den Befallsgrad nach der Behandlung Bescheid wissen, die Volksstärke begutachten, darauf hin zusammenlegen oder umweiseln, das sind ebenfalls Schritte die es zu beachten gilt.

Magnia hat geschrieben:Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Methode so ineffizient sein soll ?

Wenn die Entmilbung in der brutfreien Zeit so wirkungsvoll wäre wie im Winter, wäre der weitere Brutabschnitt bis Ende Oktober kein Problem. Dr. Liebig hat mehrfach auf die unzureichende Wirkung der OS im Sommer hingewiesen, es gab sogar die Überlegung das Konzept ohne Behandlung im brutfreien Zustand zu testen, da man sich auf den Entmilbungsgrad nicht verlassen kann, hier hilft auch kein Verdampfen der OS. Da die Teilvölker im September auf einer Zarge sitzen ist die AS Behandlung durch das reduzierte Beutenvolumen meist sehr wirkungsvoll, auch bei niedrigeren Temperaturen.
Ich musste schon mal alle Fluglinge im September behandeln!

Magnia hat geschrieben:Was meinst du mit einer Hauptentmilbung ?

Die erste Entmilbung im August, die sollte sitzen, wenn man merkt dass diese nicht passt, sollte man direkt nachlegen. Nach diesem Eingriff sollten weniger als 10 Milben pro Tag natürlicherweise fallen, sonst kann das Volk schaden nehmen.


Magnia hat geschrieben:Wie sprühst du Oxalsäure ?

Unzulässigerweise mit einem Drucksprüher, erlaubt ist Milchsäure die ich auch anwende.
http://www.youtube.com/watch?v=tTG24WcVxaU siehe 2:00


Magnia hat geschrieben:"Wegen des relativ niedrigen Wirkungsgrades der Behandlung von Fluglinig und Brutvolk ist eine Restentmilbung der brutfreien Volksteile bzw. wiedervereinigten Völker im Spätherbst unbedingt notwenig....."

Die Vereinigung im Spätherbst bringt es, das extraplus an Winterbienen, würde man man Völker im August vereinigen bleibt von den fetten Völkern bis ins Frühjahr hinein nicht mehr viel übrig. Die meisten Völker sind Ende Oktober brutfrei, Mitte Oktober gibt es kaum mehr mehr Brut die versorgt werden müsste wenn man ein Volk auflöst. Man kann die Völker entweder übereinandersetzen oder über das Flugloch vereinigen, die wirkungsvolle OS Träufelbehandlung wird erst mit dem Frost im November eingesetzt.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Magnia » 29. Juli 2012, 08:44

Hallo,

vielen Dank für die Antwort.

Es ist wirklich interessant, einmal genauer die TUB Methode zu betrachten.

Wenn man die Publikationen ließt zu dem Thema, dann wird das Oxalsäureträufeln als einfache Lösung dargestellt.
Pro Volk 1 Minute. Super !
Es wird zwar auf den geringen Wirkungsgrad hingewiesen, wenn ich aber deshalb noch einmal nachbehandeln muss, frage ich mich,
ob die Vorteile den Arbeits- und Materialaufwand rechtfertigen !? Das muss wohl jeder für sich beantworten.

Hier wären Zahlen sehr interessant !!! Völkeranzahl mit und ohne Nachbehandlung...
Die Methode wurde doch sicherlich untersucht ! Gibt es da Ergebnisse ?

Waren deine Fluglinge vielleicht eine Ausnahme ?

Wie ist deine Erfahrung mit Milchsäure sprühen anstatt Oxalsäure ?
Ist hier auch eine eventuelle Nachbehandlung mit AS notwendig ?
Der Wirkungsgrad ist ja höher. Ich weiß, dass man das nicht einfach pauschal sagen kann, aber eine grobe Tendenz vielleicht....


Ich bin an der Sache so interessiert, da ich meine Völker dieses Jahr erstmalig derart führe.
In der Theorie bin ich von der Methode überzeugt. Die Praxis erscheint mir im Moment Arbeitsaufwendiger als z.B. A+plus Konzept.
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Simon » 30. Juli 2012, 17:20

Magnia hat geschrieben:Es ist wirklich interessant, einmal genauer die TUB Methode zu betrachten.
Die Methode ist eine interessante Alternative zur Ameisensäure!

Magnia hat geschrieben:Es wird zwar auf den geringen Wirkungsgrad hingewiesen, wenn ich aber deshalb noch einmal nachbehandeln muss, frage ich mich,
ob die Vorteile den Arbeits- und Materialaufwand rechtfertigen !?
Die Wirkung ist jedenfalls ausreichend bis befriedigend, man bekommt die Völker sicher unter die Schadensschwelle, was manche AS-Methoden im August eben nicht schaffen. Des weiteren kann man Völker vom Waldhonig bekommen. Die Volksverjüngung und Verstärkung sollte man auch nicht vergessen.

Magnia hat geschrieben:Hier wären Zahlen sehr interessant !!! Völkeranzahl mit und ohne Nachbehandlung...
Die Methode wurde doch sicherlich untersucht ! Gibt es da Ergebnisse ?
Gibts ganz sicher, ich hab leider keine Ergebnisse, müsste man Dr. Liebig direkt fragen. Jedenfalls wurde bei den Versuchen klar, dass die totale Brutentname nur kurzfristig eine Befallsreduktion bringt und bis im Herbst sich meist wieder ein problematischer Befall aufbauen kann - ohne Behandlung meistens schneller.

Magnia hat geschrieben:Waren deine Fluglinge vielleicht eine Ausnahme ?
Nein, in den Versuchen gab es immer wieder Fluglinge mit hohem Befall im September.

Magnia hat geschrieben: Wie ist deine Erfahrung mit Milchsäure sprühen anstatt Oxalsäure ?
Ist hier auch eine eventuelle Nachbehandlung mit AS notwendig ?
Der Wirkungsgrad ist ja höher. Ich weiß, dass man das nicht einfach pauschal sagen kann, aber eine grobe Tendenz vielleicht....
Genaue Daten kann ich da nicht vorweisen, müsste man mal etwas kramen, Infos gibts vieleicht beim Schweizer Liebefelder Institut zu finden.
Vielleicht nur als Hinweis der in die Richtung geht, ich hatte einige Jahre die Jungvölker beim Erstellen nicht behandelt, ich sah keinen Zusammenhang mit der Milbenentwicklung zwischen behandelt/nichtbehandelt. Das kann aber schnell kippen, es genügt eine "verseuchte" Wabe im Sammelbrutableger und schon ist gibt es eine schön verteilte Startpopulation. Durch die Behandlung im brutfreien Zustand bleibt die Milbenpopulation in den schwach gebildeten Völkchen meist unter 1000 Milben bis in den September, 150-500 Milben sind so in etwa zu erwarten, man könnte eigentlich auf eine Septemberbehandlung verzichten (wenn man den Befall genau beobachtet!!). Macht man zum Start der Ableger nichts, kann sich bis in den September eine Population von über 1000 Milben aufbauen, diesen Wert hatte ich im letzten Jahr durchweg bei den Jungvölkern, da die Behandlung nicht ausreichend war.

Magnia hat geschrieben:Ich bin an der Sache so interessiert, da ich meine Völker dieses Jahr erstmalig derart führe.
In der Theorie bin ich von der Methode überzeugt. Die Praxis erscheint mir im Moment Arbeitsaufwendiger als z.B. A+plus Konzept.
Bei der Methode lernt man viel über die Bienen, ich kann es nur empfehlen! Mir fehlt einfach das Material um es im großen Umfang mal zu machen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Simon » 31. Juli 2012, 17:40

tub.JPG

Nach 21 Tagen kam heute die Behandlung des Brutlings drann, die Königin ist gerade in Eiablage gegangen, ein paar wenige Brutzellen waren noch zu sehen. Der Flugling ist ziemlich schwach geworden, aber die erste Brut die ab morgen schlüpft dürfte ziemlich Schwung in das Brutgeschäft bringen.
Eigentlich sollte man im Brutling Waben sortieren, da das Volk mit einem Brutraum geführt wurde bleiben die Teerwaben drinnen, der Brutling wird im Herbst aufgelöst und mit dem Flugling eine Etage tiefer vereinigt.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Bienenalex » 31. Juli 2012, 21:55

Mit meinen Völkern bin ich mit TB fast durch. Morgen ist noch ein Stand im Plan.

Die ersten Brutlinge sind morgen dran. Heute war noch ein bischen Restbrut. Mittwochs habe ich immer eine Gruppe Leute im Garten denen ich praktisches Imkern zeige. Die kriegen aber nur die Variante mit MS-sprühen gezeigt. Ich sah im Projekt einen Film,in dem Dr.Liebig OS sprühte. Das zeige ich meinen Leuten nicht. Ich würde es mit der Angst bekommen, wenn sie das so anwenden würden. Ich kenne meine Papenheimer.

Mich würde der Unterschied zwischen OS und MS sprühen in Zahlen interessieren. Bis dahin bleibe ich bei MS. Wenn es auch ätzend ist, jede Wache einzeln in die Hand zu nehmen. Ich denke aber, es schadet nichts oder ist von Vorteil jede Wabe mal genauer anzusehen.

lg
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Simon » 1. August 2012, 21:40

milbentub.JPG

Nach 24 Stunden fielen 1000 Milben aus dem Brutling, da werden noch einige dazu kommen. Mal sehen wie die 2. Behandlung am folgenden Tag vertragen wird, einige Bienen mochten das nicht. :hmm:
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Simon » 2. August 2012, 11:46


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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Magnia » 4. August 2012, 17:47

Simon hat geschrieben:


Vielen Dank.
Super Video.
Weiter so ;)
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon GeeBee » 5. August 2012, 21:38

Hallo zusammen,
der Flugling meiner TUB-Aktion hat mittlerweile 6 Brutwaben mit sehr großen verdeckelten Brutflächen und eine Menge Pollen eingetragen. Erstaunlicherweise konnte ich auf der eingefetteten Bodenwindel nur ca. 2 Varroen finden. Auch die anderen Jungvölker haben in etwa 6 Tagen nicht mehr als 6 Varroen fallen lassen. Ich bin da noch misstrauisch, ob das denn sein kann.
Mal sehen, wie sich der Flugling weiterentwickelt, da ich ihn als eigenständiges Volk einwintern möchte. Momentan sieht es gut aus.

Viele Grüße,

GeeBee
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon GeeBee » 5. August 2012, 21:49

So, hier noch ein Foto einer der genannten Brutwaben!

Gruß,
GeeBee
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Brutwabe_Flugling_web.JPG
Brutwabe_Flugling_web.JPG (55.31 KiB) 14983-mal betrachtet
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Simon » 11. August 2012, 12:51



Der Brutling plant eine stille Umweiselung.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Nils » 11. August 2012, 13:24

Schönes und lehrreiches Video, danke!
Aber wo erkennt man die geplante Umweiselung? Oder ist die nicht auf dem Video?
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Simon » 12. August 2012, 07:23

Nils hat geschrieben:Aber wo erkennt man die geplante Umweiselung? Oder ist die nicht auf dem Video?

Eine typisch geformte einzelne Weiselzelle am Rand des Brutnestes, leider nicht vollständig weitergepflegt, dh. die Larve wurde ausgefressen, Futtersaftreste waren noch zu sehen. Die Königin wird sicherheitshalber nicht weiter verwendet.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Teilen und Behandeln

Beitragvon Nils » 12. August 2012, 10:11

Die Umweiselung wurde also abgesagt?
Denkst Du, die OS-Besprühung hatte einen Einfluß auf diese Entscheidung?
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