Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Joachim » 14. September 2017, 11:10

waldimker hat geschrieben:Hallo Joachim,
die "Regeln" sind mir wohl bekannt. Allerdings muss ich mich an die zulässigen Anwendungsmittel halten. D.h. 85%ig AS, da bräucte ich den Tierarzt. Sollte uach kein Problem sein.
Ich hatte zwei Brutnester mit OS 5 x beträufelt im Abstand von 3 Tagen. Die Milbenlast ist ähnlich wie in den mit AS 3 x mit Schammtuch im Abstand von 6 Tagen behandelten (Behandlungen Ende Juli bis in den August rein). Bienen sahen gestern ok aus: Menge mein ich. Da das Wetter lausig ist, ist mit Sprühen auch nix. Quälerei für alle Beteiligten. Insofern... Probieren geht über studieren! Auch für 85%ige AS ist grad nix. Träufeln ist das Einzige. Thymolstreifen sind bei hartem Befall nicht ausreichend, würd ich meinen.


Eine OS Träufelung 5x im Abstand von 3 Tagen mit einer OS-Lösung von 3.5% ist Hardcore. Wäre es nicht auch denkbar OS 3.5%ig im 3x im Abstand von 7 Tagen durchzuführen? - So wäre ein kompletter Brutzyklus abgedeckt. Ich hatte so in 2014 einen Versuch unternommen. Der Erfolg / das Ergebnis daraus war nicht schlecht.

Was für eine Träufelung sprechen würde ist die Tatsache der "lausigen" Temperaturen, die an Deinen Standorten bestimmt locker "einstellig" sind.
Viele Grüße
Joachim
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon waldimker » 14. September 2017, 12:49

grad so zweistellig grade....

JA! 3 x im Abstand von 7 Tagen, vllt. auch 6 Tage. Genau das hatte ich vor. Hätte ich sagen sollen.
Die 6 x (ich hatte einmal einfach die OS nicht dabei) im Abstand von 3 Tagen kommt von Jürgen Binder. Hab ich halt mal probiert. Kommt mir auch ein bisserl streng vor.

Morgen startet der Versuch, wobei das am Stärksten befallene Volk sicherlich eingehen wird. Ich weiß nicht, warum die AS nicht funktionert hat. Hab ich denen ein trockenes Schwammtuch aufgelegt oder den Kasten gar nicht aufgemacht?! Rätsel.
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Joachim » 14. September 2017, 13:17

waldimker hat geschrieben:grad so zweistellig grade....

JA! 3 x im Abstand von 7 Tagen, vllt. auch 6 Tage. Genau das hatte ich vor. Hätte ich sagen sollen.
Die 6 x (ich hatte einmal einfach die OS nicht dabei) im Abstand von 3 Tagen kommt von Jürgen Binder. Hab ich halt mal probiert. Kommt mir auch ein bisserl streng vor.


Versuch macht Klug hat Simon immer gesagt. Man kann mit OS so viel erreichen, Aber leider ist man offiziell nach wie vor auf dem Entwicklungsstatus von 2001 in der Bienenforschung hängengeblieben. OS hat mehr Facetten und Wirkeffekte parat. Man muss es halt nur einfach testen, und vor allem "frei denken" sprich weg von "haben wir immer schon so gemacht - und darum ändern wir nichts daran - Konzepten".

Es gibt sowohl Spielraum in der Menge der einzusetzenden OS sowie die Dosierungshöhe der Lösung. Man redet immer nur von einer 3.5%igen OS - Lösung, die genügend Wirkstoff hat um nicht die Bienen aber die Milben zu schädigen. Es geht mit Sicherheit auch mit weniger Volumen, vor allem bei einer häufigeren Anwendung.

Wenn man so richtig überlegt sollten die Bienen halt nur bei der Durchführung der Träufelung eng und ruhig sitzen um den Wirkstoff gezielt dorthin zu bringen wo er soll. Ist der Wirkstoff im Kasten muss das Volk schon agil sich bewegen um eine Verteilung des Wirkstoffes im Volk zu erreichen. M.E. wäre denkbar eine solche Behandlung gleichzeitig mit einer Futtergabe zu verbinden, da so ein reger Austausch (Bewegung) im Volk stattfindet und so der Wirkstoff effektiver verteilt wird, und es so zu einer gezielten Behandlung kommt.

waldimker hat geschrieben:Morgen startet der Versuch, wobei das am Stärksten befallene Volk sicherlich eingehen wird. Ich weiß nicht, warum die AS nicht funktionert hat. Hab ich denen ein trockenes Schwammtuch aufgelegt oder den Kasten gar nicht aufgemacht?! Rätsel.


Dass AS (egal in welcher Form ins Volk eingebracht) durch die Völker wunderbar "verblasen" werden kann OHNE dass ein Wirkeffekt eintritt (Wirkung auf Milben bzw. Wirkung in Brut, was ja nach wie vor felsenfest behauptet wird dass dieser Effekt so stattfindet) haben mehrfache Versuche der Schweizer Bienenforscher schon gezeigt. Dort wird eine Behandlung (wenn diese mit Schwammtuch durchgeführt wird) von Oben mit 60% ad. us. vet. und gleichzeitig von unten mit 85% ad. us. vet empfohlen, um einen passenden Wirkeffekt zu erzielen. Man spricht hier von einem geplanten und anzustrebenden Wirkungsgrad > 95%.

Mittlerweile gibt es sogar schon "leise" Empfehlungen renommierter und fachkundiger Imker die auf ein verschließen des Bodens während der laufenden AS - Behandlung verzichten, da so die AS - Dämpfe (die bekannter Weise ja schwerer als die Umgebungsluft sind) nach unten durchsinken ohne dass die Bienen es schaffen, die säurehaltige Luft ohne Entfaltung des Wirkeffektes aus dem Stock zu pusten.

Natürlich, und das sollte man bei dieser Variante berücksichtigen sollte die Größe des Schwammtuches sowie die eingesetzte Menge der AS angepasst werden, um zum gewünschten Ziel zu kommen.
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon waldimker » 14. September 2017, 17:45

Die gleichzeitige Futtergabe bei OS wäre mir sehr genehm, alldieweil ich gern langsam auffütter und bei wöchentlichen Besuchen dann immer gleichzeitig noch füttern kann. Mit AS müsste ich einen Tag später nochmal anrücken, allerhöchstens: morgens auflegen und abends füttern. Zudem muss ich bei der AS die Top-Fütterer abnehmen zur Behandlung und dann wieder aufsetzen. Oder: orakeln wieviel AS mehr aufs Schwammtuch muss um den Fütterer mit zu berücksichtigen... Bei OS kann ich mir das sparn.

Dass man hier weitergehend wetterunabhängig wäre, lässt sich kaum mit Gold aufwiegen, mal wenigstens im atlantischen Klima.
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon waldimker » 14. September 2017, 17:47

Übrigens: SO stell ich mir das vor in einem guten Forum. Man diskutiert sachlich und freundschaftlich und sucht nach guten Wegen. Kann ja sein, das taugt alles nix. Aber dann ists besprochen und ausprobiert.
Kann aber auch sein: Vielen Imkern und Bienen wird das Leben leichter durch solche "Diskussionen".
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Actionmichel » 14. September 2017, 18:29

wenn meine Bienen in der Schweiz stehen würden,
dann währe das Verdampfen der OS der einfachste Weg!!!
Ich würde sie 3x im Abstand von 7 Tagen behandeln und währe mir sicher,
dass ich so den Milbendruck sehr gut in Griff bekomme würde! :thumbsup:
:no: Leider stehen meine Bienen nicht in der Schweiz :bigrin:

LG Michael
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon waldimker » 14. September 2017, 18:51

Danke für den Hinweis. Da wir demnächst (vllt) Honig in die Schweiz exportieren werden, könnte ich da ja auch meine Bienenstände aufstellen...
welches Gerät ist denn da empfehlenswert?
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Tom » 14. September 2017, 20:03

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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon irish260402 » 15. September 2017, 07:23

Oxamat funktioniert gut.

Gruß
Uwe
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon BieneMoni » 15. September 2017, 07:40

Tom hat geschrieben:https://www.youtube.com/watch?v=MuCRM1yh0eA&t=0s


Sieht ja einfach anzuwenden aus.

Aber hoffentlich rufen erschrockene Passanten nicht die Feuerwehr, wenn der Imker schon wieder weg ist und sie die Beuten qualmen sehen... :bigrin:

Viele Grüße, Moni
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Imka » 15. September 2017, 09:21

Zukunftsaussichten:

Früher qualmten im Schwarzwald die Köhlerhaufen und künftig könnten es die Bienenstöcke sein. 8))

LG
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon waldimker » 15. September 2017, 13:31

Könnte man diese Shisha-Kohlen auch im hohen Boden einsetzen?! Mein hoher Boden ist immerhin 120 mm hoch. Brennen wird da nix. Die Frage ist: Gelangen die Dämpfe dahin, wo sie hin sollen?
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Epoché » 15. September 2017, 13:48

waldimker hat geschrieben:. Oder: orakeln wieviel AS mehr aufs Schwammtuch muss um den Fütterer mit zu berücksichtigen...


Der Fütterer liegt doch sicher nicht plan auf den Rähmchenoberkanten auf, oder? Wenn Beespace (oder auch etwas mehr...) zwischen Rähmchenträger und Zargenkante eingehalten ist, dann kannst Du doch problemlos die Schwammtücher einfach unter den Fütterer legen. Dass Tuch braucht ja nur ein paar mm Platz. Ich leg meine so auch direkt unter den Deckel.
Oder hab ich das Problem nicht verstanden?
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Tobi » 15. September 2017, 14:29

waldimker hat geschrieben:Könnte man diese Shisha-Kohlen auch im hohen Boden einsetzen?! Mein hoher Boden ist immerhin 120 mm hoch. Brennen wird da nix.


Wäre ich mir nicht so sicher..., wenn da das Wachs reintropft... :roll:
"Zu viele Arschlöcher, zu wenig Kugeln." Clint Eastwood
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Joachim » 15. September 2017, 16:00

waldimker hat geschrieben:Könnte man diese Shisha-Kohlen auch im hohen Boden einsetzen?! Mein hoher Boden ist immerhin 120 mm hoch. Brennen wird da nix. Die Frage ist: Gelangen die Dämpfe dahin, wo sie hin sollen?


Die Versuche der schweizer Imker mit der Shisha-Kohle sind nicht so gut verlaufen wie erst angenommen. Die Kohle wird zu heiß so dass die OS verbrennt ohne dass diese einen großartig zu erwartenden Wirkeffekt entwickelt.

Eher zu empfehlen wäre diese Variante: viewtopic.php?f=41&t=2535#p29708 bzw. ähnliche Aufbauten mit Stöfchen
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon waldimker » 15. September 2017, 16:59

Danke.
Und: Ginge das im hohen Boden, im sehr hohen? Ich möchte ungern mit Leerzargen ankommen. Da hab ich ja gleich einen Anhänger voll leere Zargen beinand... und das zweimal. Und dann im Lager auch noch. "Edelstahl", was meinst Du?
Am End wär so ein Oxamat doch die bessere Lösung. Muss da die Kiste ganz dicht sein? Meine Windeln lassen gewollt Luft ein. Bläst man das durchs Flugloch rein? wie oft? Wie viele Blockbehandlungen?

@Epoche: Es ist sogar gut, wenn der Beespace ohne Folie eingehalten wird, damit die Schwammtücher rundum abdampfen können. Natürlich haben meine Fütterer und Deckel den Beespace... ;)
Das Problem ist doch: Die Fütterer haben zusätzliches VOLUMEN, das von dem Dampfdruck (ganz grob: wieviel Prozent AS-Dampf in einem gegebenen Volumen, also z.b. PRO LITER LUFT oder so) doch was nimmt. Also müsste ich mehr AS geben um dann den gleichen Ziel-Dampfdruck zu erreichen. Ich hab ja schon Probleme, das Zeug ohne Fütterer ordentlich zu dosieren! (Einige Völker haben sooo viel Milben, dass ich glaube, die 1. Behandlung hat so viel wie nicht gewirkt. Ein anderer Teil der Völker hat so viel wie keine Milben. Da muss sie also gewirkt haben. Stöhn. Ich hasse :vr: :vr: :vr: )
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Joachim » 15. September 2017, 17:25

waldimker hat geschrieben:Danke.
Und: Ginge das im hohen Boden, im sehr hohen? Ich möchte ungern mit Leerzargen ankommen. Da hab ich ja gleich einen Anhänger voll leere Zargen beinand... und das zweimal. Und dann im Lager auch noch. "Edelstahl", was meinst Du?
Am End wär so ein Oxamat doch die bessere Lösung. Muss da die Kiste ganz dicht sein? Meine Windeln lassen gewollt Luft ein. Bläst man das durchs Flugloch rein? wie oft? Wie viele Blockbehandlungen?



Viele Schweizer Imker mit hohen Böden verwenden dieses Modell: http://www.bienenzuchtbedarf-seip.de/Va ... -12-V.html

Anwendung, wie's geht ist hier demonstriert:
https://www.youtube.com/watch?v=q6H6-orUeqA
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon hummelself » 15. September 2017, 17:53

waldimker hat geschrieben:Ich hasse :vr: :vr: :vr: )


Ich auch gerade, einer meiner Brutlinge, den ich vor Wochen doch nicht habe nachziehen lassen und mit einer begatteten Königin beweiselt hatte war eben bei der Kontrolle leer. Bis auf eine Hand voll. Ich denke, an meinem Behandlungskonzept muss ich noch arbeiten. Ich hatte zweimal Milchsäure besprüht und dann noch mal Ameisensäure, weil Krüppelbienen dabei waren. Denke, ich hätte die letzte Brut weg machen sollen.
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Tom » 15. September 2017, 18:51

Joachim hat geschrieben:Die Versuche der schweizer Imker mit der Shisha-Kohle sind nicht so gut verlaufen wie erst angenommen. Die Kohle wird zu heiß so dass die OS verbrennt ohne dass diese einen großartig zu erwartenden Wirkeffekt entwickelt.


In folgendem Video meint der Ersteller, dass eine Kerzenflamme nicht ausreicht, um Oxalsäure wirkungsvoll zu "verdampfen".
Abgesehen davon, dass ich seinen "Andreasverdampfer" auch für, naja, suboptimal halte (Aluminium, Säure, ...); was ist dran an der Aussage mit der mangelnden Hitzeentwicklung einer Kerzenflamme?

https://www.youtube.com/watch?v=HDPLpaSxQxs

Interessant fand ich den Hinweis von Ralf Urban (der hier, glaube ich, auch Forenmitglied ist) in den Kommentaren zum Video.

Zitat:
"Oxalsäure verdampft (sublimiert) nicht, sondern zersetzt sich.
Es ensteht dabei Ameisensäure und Kohlenmonoxid als nachweisbarer Zwischenstoff!
Ich möchte auf ein Schulexperiment hinweisen:
Experiment: http://www.chemieunterricht.de/dc2/os/os-v-09.htm
Deutung: http://www.chemieunterricht.de/dc2/os/os-zersetzen.htm
Mit anderen Worten: Bei dieser Methode ist Ameisensäure die wirksame Substanz."

Simon hatte sich dort auch geäußert (erster Kommentar).
Er bezog sich darin auch auf das von mir hier weiter oben verlinkte Video. Seine Meinung zur Kohle: "Schwarzteelichtverdampfer sind besser! Vorsicht mit den Rückständen, das Aluminium verbrennt mit der Shisha Kohle."
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Actionmichel » 15. September 2017, 19:24

Tom hat geschrieben:
Joachim hat geschrieben:Die Versuche der schweizer Imker mit der Shisha-Kohle sind nicht so gut verlaufen wie erst angenommen. Die Kohle wird zu heiß so dass die OS verbrennt ohne dass diese einen großartig zu erwartenden Wirkeffekt entwickelt.


In folgendem Video meint der Ersteller, dass eine Kerzenflamme nicht ausreicht, um Oxalsäure wirkungsvoll zu "verdampfen".
Abgesehen davon, dass ich seinen "Andreasverdampfer" auch für, naja, suboptimal halte (Aluminium, Säure, ...); was ist dran an der Aussage mit der mangelnden Hitzeentwicklung einer Kerzenflamme?

https://www.youtube.com/watch?v=HDPLpaSxQxs

Interessant fand ich den Hinweis von Ralf Urban (der hier, glaube ich, auch Forenmitglied ist) in den Kommentaren zum Video.

Zitat:
"Oxalsäure verdampft (sublimiert) nicht, sondern zersetzt sich.
Es ensteht dabei Ameisensäure und Kohlenmonoxid als nachweisbarer Zwischenstoff!
Ich möchte auf ein Schulexperiment hinweisen:
Experiment: http://www.chemieunterricht.de/dc2/os/os-v-09.htm
Deutung: http://www.chemieunterricht.de/dc2/os/os-zersetzen.htm
Mit anderen Worten: Bei dieser Methode ist Ameisensäure die wirksame Substanz."

Simon hatte sich dort auch geäußert (erster Kommentar).
Er bezog sich darin auch auf das von mir hier weiter oben verlinkte Video. Seine Meinung zur Kohle: "Schwarzteelichtverdampfer sind besser! Vorsicht mit den Rückständen, das Aluminium verbrennt mit der Shisha Kohle."


Ich hatte mich mit Simon auch über den YouTube- Beitrag unterhalten, in diesem sich unser "Spessartimker" Andreas negativ zu den Teelicht- Verdampfern äußerte.
Ich kann nur durch meine eigenen Erfahrungen sagen, dass er in diesem Fall keinesfalls Recht hat!!!
Die umgebauten Teelichthalter, diese Simon verwendet hatte, funktionieren einwandfrei.
Währe ich in der Schweiz, würde ich diese nur noch verwenden!!! :thumbsup:
Besser und einfacher geht es einfach nicht mehr!
Simon hatte in der letzten Zeit mehrfach versucht, eine Möglichkeit zu finden, Die Wärmequelle (Teelicht) durch eine andere Variante zu ersetzten, diese etwas heißer ist, aber nicht ganz so lange brennt. Leider hat er dieses Projekt nicht mehr zu Ende bringen können.
Trotzdem kann ich nur jedem sagen: "es geht wunderbar"!!! :thumbsup: und ich habe bis jetzt noch nix besseres gesehen!!! (8;)

LG Michael
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon mmoe » 16. September 2017, 21:50

Moin!

Als ich noch in der Schweiz geimkert habe, benutzte ich dieses Modell: ich bin ein Link Mit ein wenig Verhandeln
für um die 33 ChF. Der Erfolg war damit immer ganz gut. Ohne wurde es dann ein wenig zäh. Aber immer noch möglich.
Viele Grüße
Marco
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon 14301 » 20. September 2017, 16:59

waldimker hat geschrieben:Danke.
Und: Ginge das im hohen Boden, im sehr hohen? Ich möchte ungern mit Leerzargen ankommen. Da hab ich ja gleich einen Anhänger voll leere Zargen beinand... und das zweimal. Und dann im Lager auch noch. "Edelstahl", was meinst Du?


Hallo allerseits,
hatte die Aufforderung an mich überlesen.
Den Oxamat habe ich zwar schon im Einsatz gesehen, eigene Erfahrung damit habe ich aber nicht.
Bei mehrmaliger Bedampfung gehe ich davon aus, dass die Stövchenvariante deutlich weniger Arbeit macht. Es erfordert zwar den Grundaufwand die Leerzarge und das Absperrgitter aufzulegen. Wenn dieses aber erledigt ist, macht eine Bedampfung einen Aufwand von 1 bis 2 Minuten (Simon sagte, weniger als eine Minute). Die Möglichkeit der Verdampfung im hohen Boden kann ich ohne Kenntnis der konkreten Umstände nicht beurteilen. Dazu müsste man Details kennen. Ein wesentlicher Vorteil der Stövchenverdampfung ist die Anwendersicherheit. Bis die Sublimation startet, bin ich schon einige Meter weg und bei Windstille oder wenn ich gegen den Wind arbeite, komme ich nicht mit Sublimat in Kontakt. Bezüglich der Oxalsäureniederschläge verwende ich nur Handschuhe.
Die Wärme eines normalen Teelichtes reicht aus. Durch die konstruktive Gestaltung wird die von dem Teelicht erzeugte Wärme gut ausgenützt. Wenn man das Teelicht anzündet, brennt der Docht zurück und es entsteht nur eine kleine Flamme. Wenn der Brennstoffspiegel dann sinkt, wird die Flamme größer, da mehr Docht aus dem Brennstoff ragt. Im laufenden Betrieb brennt der Docht nicht so weit zurück wie beim Anzünden. Ein namhafter Bienenwissenschaftler hat die Sache getestet und arbeitet inzwischen standardmäßig mit den Dingern. Wenn mal eine Bedampfung nicht klappt, hängt man an die Serie eben hinten noch eine an.
Die Sache mit der Zersetzung der Oxalsäure kann ich nicht nachvollziehen. Ich verdampfe Oxalsäuredihydrat in Pulver oder Tablettenform. Oxalsäuredihydrat hat einen Schmelzpunkt von 100 bis 102 Grad und einen Siedepunkt von 108 bis 109 Grad. Die Stövchen werden etwa 115 bis 125 Grad warm. Die Zersetzungstemperatur liegt viel höher.
Das Bedampfungskonzept ist einfach. Wenn Brut vorhanden ist, braucht‘s eine Blockbehandlung. Im Sommer sollte man nicht versuchen, die letzte Milbe zu erwischen, da infolge Verflug, Räuberei etc. ständig neue Milben eingetragen werden, die man dann infolge der getakteten Behandlung auf der Windel findet. Im Sommer und Herbst sollte man unter der Schadschwelle bleiben. Das erreicht man normalerweise mit einer Blockbehandlung (3x alle 5 bis 6 Tage) im August und dann etwa alle drei Wochen bis es kalt wird und der Bienenflug nachlässt. Dann kann man größere Abstände wählen. Wenn man im Winter eine Bedampfung bei Brutfreiheit platzieren kann, ist das Volk normalerweise milbenfrei. Wenn das Volk durchbrütet, mache ich im Winter eine Blockbehandlung 4 x alle 4 Tage. Der große Vorteil der Oxalsäurebedampfung ist die gute Verträglichkeit und die weitgehende Witterungsunabhängigkeit. Das Verfahren steht praktisch den ganzen Herbst und Frühwinter zur Verfügung.
Bei der Gemülldiagnose muss man im Sommer und Herbst beachten, dass erst nach 2 bis drei Wochen der wesentliche Behandlungsabfall aufhört und sich der natürliche Milbenfall einstellt. Die letzten von der Oxalsäure getroffenen Milben fallen nach Dr. Liebig erst nach 4 bis 5 Wochen. Das sind aber wenige. Diese spielen im Sommer und Herbst kaum eine Rolle. Bei der Winterbehandlung, wenn man versucht alle Milben zu erwischen sind natürlich auch einzelne Milben auf der Windel relevant. Ich war von der Gemülldiagnose lange Zeit verunsichert, weil relativ viele Milben gefallen sind. Daraufhin habe ich bei den Völkern, bei denen die meisten Milben fielen Puderzuckerdiagnosen gemacht, das hat mich dann wieder beruhigt.
Ich hoffe alle Fragen beantwortet zu haben. Ansonsten bitte Fragen stellen. Ich antworte im Rahmen meiner eigenen Kenntnisse gerne.
Viele Grüße
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon waldimker » 20. September 2017, 20:05

Hallo Edelstahl,

das Verfahren mit dre Verdampfung ist wirklich interessant. Insbesondere die Punkte: Witterungsunabhängigkeit und gute Bienenverträglichkeit ragen dabei heraus.

Du machst also, wenn ichs recht verstanden habe, folgendes:

Ende Juli/Anfang August: Blockbehandlung 3 x im Abstand von ca. 5-6 Tagen.

dann alle 3 Wochen EINE Bedampfung (oder EINE Blockbehandlung?!) bis der Bienenflug nachlässt. (warum nicht eine Blockbehandlung z.B. Ende September/Anfang Oktober?)

Dann im Abstand von.... 5 (?) Wochen je eine Bedampfung, richtig?

Bei Brutfreiheit dann noch EINE Bedampfung.

Sollte keine Brutfreiheit erreicht werden: Blockbehandlung 4x alle 4 Tage.

Ich höre von manchen, die im Frühjahr nochmal bedampfen. Mal abgesehen davon, dass es wohl nicht erlaubt ist: würde es Sinn machen?

Welche Dosierung wendest Du an?

waldimkerliche Grüße!
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon 14301 » 21. September 2017, 13:14

waldimker hat geschrieben:Hallo Edelstahl,

das Verfahren mit dre Verdampfung ist wirklich interessant. Insbesondere die Punkte: Witterungsunabhängigkeit und gute Bienenverträglichkeit ragen dabei heraus.

Du machst also, wenn ichs recht verstanden habe, folgendes:

Ende Juli/Anfang August: Blockbehandlung 3 x im Abstand von ca. 5-6 Tagen.

dann alle 3 Wochen EINE Bedampfung (oder EINE Blockbehandlung?!) bis der Bienenflug nachlässt. (warum nicht eine Blockbehandlung z.B. Ende September/Anfang Oktober?)

Dann im Abstand von.... 5 (?) Wochen je eine Bedampfung, richtig?

Bei Brutfreiheit dann noch EINE Bedampfung.

Sollte keine Brutfreiheit erreicht werden: Blockbehandlung 4x alle 4 Tage.

Ich höre von manchen, die im Frühjahr nochmal bedampfen. Mal abgesehen davon, dass es wohl nicht erlaubt ist: würde es Sinn machen?

Welche Dosierung wendest Du an?

waldimkerliche Grüße!


Hallo Waldimker,
zu Deinen Fragen:
Die Sommer/Blockbehandlung schiebe ich wenn möglich (kontrolliert und Schadschwelle nicht erreicht) auf die zweite Augusthälfte. Ich hatte mehrfach im August noch eine relevante Spättracht. Nach ordentlicher OS-Dampf Behandlung im Vorjahr ist dieses normalerweise möglich.
Die Sommer-Blockbehandlung mache ich dann mit 3 x bedampfen im Abstand von 5-6 Tagen. Dann bin ich ungefähr in der ersten Septemberwoche. Ich gehe nicht davon aus, dass ich alle Varroen erwischt habe. Der Bienenflug ist im September aber meistens noch so stark, dass auch noch mehr oder weniger viele Varroen eingetragen werden. Da wäre m. E. der Versuch einer Totalentmilbung unsinnig.

Nun kommt eine etwas problematische Phase. Im September reduzieren die Völker wetterabhängig mehr oder weniger deutlich die Brut. Dadurch konzentrieren sich vorhandene Varroen auf die weniger gewordenen Brutzellen und die Parasitierungsrate steigt. Meine Gemülldiagnose ist kurz nach einer OS-Dampf Behandlung unzuverlässig, da ich ja 2 bis 3 Wochen lang den Behandlungsabfall und nicht den natürlichen Milbenfall diagnostiziere. Hier habe ich, da ich Blindflüge nicht mag in eine Puderzuckerdiagnoseausrüstung investiert. (ca. € 15.-) Damit messe ich den Milbenbestand im Volk. Da die Sache aufwendig ist, messe ich nur in wenigen Völkern, in denen nach einer Woche noch viele Milben fallen. Wenn beim Puderzucker über 15 Milben herauskommen, behandle ich sofort nochmal mit einer Einzelbehandlung bei allen Völkern. Dann eine Woche später nochmal Puderzucker und bei Bedarf nochmal Einzelbehandlung. Die kritische Zeit ist die Zeit in der die Bienen noch stark fliegen und evtl. auch räubern. Also bei schönem Altweibersommer eher alle 10 bis 14 Tage. Wenns kalt ist und der Milbenfall ist nicht sehr hoch reicht es alle 4 bis 5 Wochen.
Dann bei Brutfreiheit Ende November noch eine Behandlung und dann Mitte Dez. eine Gemülldiagnose. Wenn bei mir in einer Woche eine Milbe fällt, mache ich ab Mitte Dez. die 4 x alle 4 Tage Blockbehandlung.

In einem Teil unserer Nachbarländer ist die Varroabehandlung länger zugelassen als bei uns und das macht sicher auch Sinn.

Ich nehme 2 Gramm Pulver das entspricht etwa 2 Kubikzentimetern. Fürs Augenmaß, ein Würfelzucker 15mm x 15mm x10mm hat 2,25 Kubikzentimeter.

Im Internet findest Du jede Menge Behandlungskonzepte. Manche behandeln den halben Herbst alle 3 Tage. Ich weiß von einem Imker, der behandelt ab Mitte August alle 3 Tage meistens bis Ende September, bis nur noch wenige Milben fallen. Er zählt jeden Tag die Milben aus und führt Buch. Im Durchschnitt (mit großer Streuung) fallen am ersten Tag nach der Bedampfung 50 / 60 Milben am zweiten Tag etwa die Hälfte und am dritten Tag immer noch 10 bis zwanzig. Das kann ich nach der mehr als siebten Behandlung nur so interpretieren, dass jeden dritten Tag mit der Behandlung der Milbeneintrag von außen umgebracht wird und diese Situation erst aufhört, wenn wetterbedingt auch der Milbeneintrag aufhört.
Leider gibt es zu der Bedampfung und deren Wirkung wenig Forschung und man muss ein Gefühl für die Sache entwickeln. Das geht nur mit praktischer Erfahrung.
Viele Grüße
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Actionmichel » 22. September 2017, 05:57

14301 hat geschrieben:
waldimker hat geschrieben:Hallo Edelstahl,

das Verfahren mit dre Verdampfung ist wirklich interessant. Insbesondere die Punkte: Witterungsunabhängigkeit und gute Bienenverträglichkeit ragen dabei heraus.

Du machst also, wenn ichs recht verstanden habe, folgendes:

Ende Juli/Anfang August: Blockbehandlung 3 x im Abstand von ca. 5-6 Tagen.

dann alle 3 Wochen EINE Bedampfung (oder EINE Blockbehandlung?!) bis der Bienenflug nachlässt. (warum nicht eine Blockbehandlung z.B. Ende September/Anfang Oktober?)

Dann im Abstand von.... 5 (?) Wochen je eine Bedampfung, richtig?

Bei Brutfreiheit dann noch EINE Bedampfung.

Sollte keine Brutfreiheit erreicht werden: Blockbehandlung 4x alle 4 Tage.

Ich höre von manchen, die im Frühjahr nochmal bedampfen. Mal abgesehen davon, dass es wohl nicht erlaubt ist: würde es Sinn machen?

Welche Dosierung wendest Du an?

waldimkerliche Grüße!


Hallo Waldimker,
zu Deinen Fragen:
Die Sommer/Blockbehandlung schiebe ich wenn möglich (kontrolliert und Schadschwelle nicht erreicht) auf die zweite Augusthälfte. Ich hatte mehrfach im August noch eine relevante Spättracht. Nach ordentlicher OS-Dampf Behandlung im Vorjahr ist dieses normalerweise möglich.
Die Sommer-Blockbehandlung mache ich dann mit 3 x bedampfen im Abstand von 5-6 Tagen. Dann bin ich ungefähr in der ersten Septemberwoche. Ich gehe nicht davon aus, dass ich alle Varroen erwischt habe. Der Bienenflug ist im September aber meistens noch so stark, dass auch noch mehr oder weniger viele Varroen eingetragen werden. Da wäre m. E. der Versuch einer Totalentmilbung unsinnig.

Nun kommt eine etwas problematische Phase. Im September reduzieren die Völker wetterabhängig mehr oder weniger deutlich die Brut. Dadurch konzentrieren sich vorhandene Varroen auf die weniger gewordenen Brutzellen und die Parasitierungsrate steigt. Meine Gemülldiagnose ist kurz nach einer OS-Dampf Behandlung unzuverlässig, da ich ja 2 bis 3 Wochen lang den Behandlungsabfall und nicht den natürlichen Milbenfall diagnostiziere. Hier habe ich, da ich Blindflüge nicht mag in eine Puderzuckerdiagnoseausrüstung investiert. (ca. € 15.-) Damit messe ich den Milbenbestand im Volk. Da die Sache aufwendig ist, messe ich nur in wenigen Völkern, in denen nach einer Woche noch viele Milben fallen. Wenn beim Puderzucker über 15 Milben herauskommen, behandle ich sofort nochmal mit einer Einzelbehandlung bei allen Völkern. Dann eine Woche später nochmal Puderzucker und bei Bedarf nochmal Einzelbehandlung. Die kritische Zeit ist die Zeit in der die Bienen noch stark fliegen und evtl. auch räubern. Also bei schönem Altweibersommer eher alle 10 bis 14 Tage. Wenns kalt ist und der Milbenfall ist nicht sehr hoch reicht es alle 4 bis 5 Wochen.
Dann bei Brutfreiheit Ende November noch eine Behandlung und dann Mitte Dez. eine Gemülldiagnose. Wenn bei mir in einer Woche eine Milbe fällt, mache ich ab Mitte Dez. die 4 x alle 4 Tage Blockbehandlung.

In einem Teil unserer Nachbarländer ist die Varroabehandlung länger zugelassen als bei uns und das macht sicher auch Sinn.

Ich nehme 2 Gramm Pulver das entspricht etwa 2 Kubikzentimetern. Fürs Augenmaß, ein Würfelzucker 15mm x 15mm x10mm hat 2,25 Kubikzentimeter.

Im Internet findest Du jede Menge Behandlungskonzepte. Manche behandeln den halben Herbst alle 3 Tage. Ich weiß von einem Imker, der behandelt ab Mitte August alle 3 Tage meistens bis Ende September, bis nur noch wenige Milben fallen. Er zählt jeden Tag die Milben aus und führt Buch. Im Durchschnitt (mit großer Streuung) fallen am ersten Tag nach der Bedampfung 50 / 60 Milben am zweiten Tag etwa die Hälfte und am dritten Tag immer noch 10 bis zwanzig. Das kann ich nach der mehr als siebten Behandlung nur so interpretieren, dass jeden dritten Tag mit der Behandlung der Milbeneintrag von außen umgebracht wird und diese Situation erst aufhört, wenn wetterbedingt auch der Milbeneintrag aufhört.
Leider gibt es zu der Bedampfung und deren Wirkung wenig Forschung und man muss ein Gefühl für die Sache entwickeln. Das geht nur mit praktischer Erfahrung.
Viele Grüße
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@14301, wenn du so oft verdampfst, verstehe ich nicht, für was du dann noch eine Puderzucker- Untersuchung anwendest??? :hmm:
Auf die paar mal mehr oder weniger Behandeln, kommt es dann auch nicht mehr an, oder??? :pillepalle:

LG Michael
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon waldimker » 22. September 2017, 07:20

Hola, "Edelstahl",

Danke schonmal.

D.h. Du machst im August, wenns Zeit wird, eine Blockbehandlung 3 x im ABstand von 5-6 Tagen. Und wenn das nciht reicht, machst Du noch 1-2 x mehr. Im gleichen Abstand? Ergo: Blockbehandlung 3-5 x im Abstand von 5-6 Tagen, je nach Milbenfall.
Könntest Du nicht statt Puderzucker auch einfach gucken, was dann nach 5-6 Tagen unten liegt und daraus schlußfolgern, ob die Behandlungen weitergehen sollten?
Ich könnte mir vorstellen, dass Du mit der Puderzuckermethode und den gleichzeitigen Eindrücken von der Windel irgendwann auf die Puderzuckermethode verzichten könntest. Also die Erfahrung bekommst, wie das Aussehen muss auf der Windel nach Behandlung und weiterer BEdürftigkeit.

Dann legst Du nochmal nach, so einzelne Behanldungen. Je nach Witterung alle 10-30 Tage.

Wäre es statt dessen nicht auch eine Option, ähnlich wie das offizielle Behandlungskonzept mit AS, statt der einzelnen Behandlungen in September und Oktober, eine zweite Blockbehandlung durchzuführen? Vllt. irgendwann im Oktober?

Wenn Du Ableger im Mai bildest, bedampfst Du die auch? Wie?

Interessante Konzepte mit dieser Verdampfung...

Wenn ich mir das mit Schwammtuch so vor die Augen halte parallel, dann finden sich deutliche Parallelen in Abständne und Häufigkeit (mal abgesehen von den gelegentlichen Bedampfungen). Ich erwog schon - und hab das auch so angefangen - Schwammtuchbehandlungen bei schlechtem Wetter durch OX-Beträufelungen zu ersetzen. Bedampfungen wären mir aber sympatico.

Warum im Dezember im Abstand von 4 Tagen? Warum dann so oft, obwohl wohl kaum Brut vorhanden sein sollte?

waldimkerliche Grüße
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon 14301 » 22. September 2017, 13:17

Hallo,
@Actionmichel
Ich bedampfe nicht „so oft“. Der Imker mit den vielen Bedampfungen im 3-Tages Abstand bin nicht ich, sondern ein imkernder Rentner, der großen Wert darauf legt, dass seine Winterbienen im September ohne Varroaschaden erbrütet werden können und deshalb diesen 3 Tage-Takt fährt, bis der Milbenfall nach der Bedampfung sehr gering ist.
Interessant an seinen Zahlen ist, dass auch nach vielen Bedampfungen am Tag nach der Bedampfung immer noch 50 bis 60 Milben fallen. Was sagt mir das. Ich gehe davon aus, dass diese 50-60 Milben aus dem Milbeneintrag der letzten 3 Tage stammen und im Volk nur noch wenige Milben sind. Wie überprüfe ich dieses. Mit der Puderzuckermethode, da die Windeldiagnose nicht den natürlichen Milbenfall, sondern den Behandlungsabfall anzeigt und ich noch nicht so richtig sicher bin, wie diese Milbenfallzahlen einzuordnen sind.

@Waldimker
Ich arbeite an einem Bedampfungskonzept nach dem Motto „so wenig wie möglich aber so viel wie nötig“.

Meine aktuelle Arbeitshypothese, die bisher funktioniert hat ist:
Bedampfung (ungefähr) in der
3. Augustwoche
4. Augustwoche
1. Septemberwoche
3. Septemberwoche
2. Oktoberwoche
3. Novemberwoche

Bei Brutfreiheit dann in der 3. Dezemberwoche Gemülldiagnose. Wenn keine Milbe fällt in einer Woche ist die Sache für das Jahr erledigt.

Wenn 1 Milbe oder mehr in einer Woche fällt, Blockbehandlung 4x alle 4 Tage. Die Blockbehandlung ist auch bei wenig Brut notwendig, da ich nur so die Milben in der Brut erwische und ich im Dezember möglichst alle erwischen sollte um im neuen Jahr mit möglichst wenigen/keinen Milben zu starten.

Diese Arbeitshypothese überprüfe ich unter den jährlich wechselnden Verhältnissen auf langfristige Tauglichkeit. Ganz sicher müssen die Bedampfungen abhängig von der Wetterlage und dem damit zusammenhängenden Bienenflug in einem gewissen Umfang angepasst werden. Bei einem sehr schönen und warmen Herbst ist evtl. eine Behandlung einzuschieben und oder der Takt anzupassen.
Bisher hat die Sache so funktioniert. Ich bin nur nicht zufrieden, wenn ich nur Erfahrungswerte habe und nicht wirklich weiß, wie viel Milben in den Völkern sind. Die Erfahrungswerte können nämlich bei manchen Wetterlagen erheblich daneben liegen und ich habe bei den Gemülldiagnosen nicht die Zeit, den natürlichen Milbenfall abzuwarten. Deshalb bezeichne ich die Sache auch als Arbeitshypothese und nicht als wissenschaftlich fundierte Empfehlung.

Ich hoffe, mit zunehmender Erfahrung auch ohne Puderzuckerdiagnose auszukommen. Diese ist nämlich ziemlich aufwendig. Allerdings gibt sie mir Sicherheit. Da bezüglich der Bedampfung alle möglichen Thesen im Umlauf sind, ist mir diese Sicherheit sehr wichtig.

Es verbleiben Unsicherheiten. Diese erachte ich aber im Vergleich zu Unsicherheiten die bei den Ameisensäurebehandlungen auftreten eher als gering. Ich gehe auch nicht davon aus, dass es aktuell oder in absehbarer Zeit eine wirksame und "idiotensichere" Varroabehandlung geben wird.

Brutfrei besprühte Ableger überwache ich per Gemülldiagnose. Normalerweise reicht bei mir die Teilnahme an den Bedampfungen ab der 3. Septemberwoche.

Viele Grüße
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Imka » 22. September 2017, 13:27

Wenn bei jeder Anwendung, je 2 - 3 g pure OS eingebracht werden, dann ist dies bei der Häufigkeit der Anwendungen eine gewaltige Menge.
Es bleibt aber die Frage offen, was mit der eingebrachten OS, die sich auf alle Waben- und Beutenteile niederschlägt, in der Folge passiert.
Sie löst sich sicherlich nicht in kürzester Zeit in Nichts auf. Es wäre einmal interessant zu erfahren, ob und wieweit Honig damit kontaminiert wird.
Leider wird Honig aber nicht auf das Vorhandensein von AS, MS oder OS untersucht.

LG
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon 14301 » 22. September 2017, 14:26

Hallo Imka,

hier gibt's Informationen

http://www.imkerei-fischermuehle.de/imk ... index.html

Viele Grüße
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon halloersmal » 1. Oktober 2017, 16:51

Was tue ich jetzt noch wenn ich eine zu hohe milbenlast habe? Das Wetter für 60%AS ist ja viel zu kalt...
Oxalsäure verdampfen?
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