Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Karlheinz » 8. August 2017, 12:55

VoBee hat geschrieben:Hallo,

ich hab es leider verpasst, vor meiner Varroa-Behandlung mit AS 60% per Schwammtuch, eine Kontrolle des natürlichen Milbenfalls durchzuführen.
Einen Tag nach der Behandlung sind aber 70 bzw. 160 Milben bei den starken beiden behandelten Völkern und 35 bei einem schwächeren auf der Windel gewesen.
Die tatsächliche Zahl könnte noch etwas größer gewesen sein, da die Windel nicht ganz dicht für Ameisen und Co abschließt.

Heute steht die 2. Behandlung an. Mal schauen, wie viele Milben bis morgen Abend gefallen sind.


Frage: Warum hast Du überhaupt behandelt? Das kommt mir vor, wie wenn sich jemand gegen Krebs behandeln lässt, ohne zu wissen, ob er erkrankt ist, oder nicht.
Sorry, versteh ich nicht.....
Wie willst Du jetzt rausfinden, ob Deine “Behandlung“ wirkt?
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon waldimker » 8. August 2017, 13:11

Ich mach das diesjahr auch anders. Ich hab bisher "Befallsorientiert" behandelt. Da ich aber feststellen musste, dass die Windeldiagnose nur einen groben Anhaltspunkt für das wirkliche Geschehen bietet, habe ich mir angewöhnt, Bienen anzugucken zusätzlich zur Windel. Und siehe da: Manche Völker haben ne Menge Milben auf der Windel, andere fast keine. Und bei letzteren gibt es dann doch welche, wo man die Milben auf den Bienen sieht. Oder die Bienen unmöglich klein, oder die Zelldeckel nicht ordentlich usf.... Das ist für mich ein Zeichen, dass nun bald was getan werden muss. Und ich behandel nicht mehr individuell, das wird mir zu unübersichtlich. Ich behandel alle gleich. Wenn nun aber bei einem Volk nach der zweiten Schwammtuchbehandlung oder einer OS-Träufelung kaum Milben fallen, spar ich das das nächste und letzte Mal aus. sofern eine Windel unter dem Kasten liegt...

Wenn es einigermaßen nötig ist - und das ist m.E. viel früher der FAll als bei 10 Milben/d - halte ich es für meine Bienen für richtig, möglichst viele Milben rauszukriegen, um die Winterbienenaufzucht zu fördern. Eine angebissene Bienen wird das Frühjahr nicht erreichen.
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon 14301 » 8. August 2017, 14:57

Hallo,

ich mach's dieses Jahr auch anders. Ich lass dieses Jahr die Ameisensäure weg und behandle nur noch mit Oxalsäuredampf. Bisher habe ich immer im August einmal mit Ameisensäure behandelt und dann alle 3 Wochen bedampft.

Dieses Jahr mach ich im August eine Blockbehandlung (Abstand 3 Tage / Anzahl nach Milbenfall) und dann gibt's alle 3 Wochen Dampf bis Dezember. Letztes Jahr hatte ich keine varroabedingten Winterverluste. Die Imker, mit denen ich in Kontakt bin und die Teelichtverdampfer eingesetzt haben, berichten ähnliches. In den zweiten geernteten Drohnenrahmen bei 9 Völkern habe ich dieses Jahr keine einzige Milbe gefunden.

Ein bekannter Bienenwissenschaftler berichtet von gleichen Erfahrungen. Simon hat letztes Jahr dokumentierte Behandlungen mit einer großen Völkerzahl gemacht, leider konnte er die Arbeit nicht mehr auswerten.

Viele Grüße
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Viele Grüße, 14301
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon VoBee » 8. August 2017, 17:48

Karlheinz hat geschrieben:
Frage: Warum hast Du überhaupt behandelt? Das kommt mir vor, wie wenn sich jemand gegen Krebs behandeln lässt, ohne zu wissen, ob er erkrankt ist, oder nicht.
Sorry, versteh ich nicht.....
Wie willst Du jetzt rausfinden, ob Deine “Behandlung“ wirkt?


Eine Varroa-Behandlung gehört für micht zum Bienenjahr wie die Honigschleuderung und dient einzig und allein dem, dass ich möglichst viele Milben noch erwischen will, bevor der Großteil der Winterbienen entsteht (also die Königin die Eier legt, aus denen die Winterbienen gepflegt werden). Dafür bin ich zwar gut eine Woche zu spät dran aber noch nicht ganz zu spät.
Ich finde, dass es meine Pflicht ist, dass das Bienenvolk als Ganzes gesund und "ruhig" in den Winter geht. Dazu sind eine gesunde junge KÖ, ausreichend Futter und ein geringer Varroadruck nötig.

Auch wenn auf der Windel nur ein geringer täglicher Befall von < 10 Milben/Tag ist, sind wahrscheinlich dennoch viele bis für meinen Geschmack sehr viele Milben im Volk. Die Abwägung, ohne Behandlung, dafür mit mehr Milben oder mit Behandlung und weniger Milben, liegt für mich ganz klar auf Seiten der Behandlung.

Dafür nehm ich auch in Kauf, dass einige der Sommerbienen etwas geschädigt werden. Die Behandlungsmethode wird ja auch nicht ohne Grund manchmal mit einer Handgranate verglichen. Da gibt es Verluste.
Und wie viele Bienen sind das wohl bei starken Völkern...

Ich bin damit die letzten Jahre ganz gut gefahren, und ein Milbenfall von 160 Milben bzw. auch 70 spricht für mich für eine Behandlung.

Grüße
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Karlheinz » 9. August 2017, 07:35

VoBee hat geschrieben:
Karlheinz hat geschrieben:
Frage: Warum hast Du überhaupt behandelt? Das kommt mir vor, wie wenn sich jemand gegen Krebs behandeln lässt, ohne zu wissen, ob er erkrankt ist, oder nicht.
Sorry, versteh ich nicht.....
Wie willst Du jetzt rausfinden, ob Deine “Behandlung“ wirkt?


Eine Varroa-Behandlung gehört für micht zum Bienenjahr wie die Honigschleuderung und dient einzig und allein dem, dass ich möglichst viele Milben noch erwischen will, bevor der Großteil der Winterbienen entsteht (also die Königin die Eier legt, aus denen die Winterbienen gepflegt werden). Dafür bin ich zwar gut eine Woche zu spät dran aber noch nicht ganz zu spät.
Ich finde, dass es meine Pflicht ist, dass das Bienenvolk als Ganzes gesund und "ruhig" in den Winter geht. Dazu sind eine gesunde junge KÖ, ausreichend Futter und ein geringer Varroadruck nötig.

Auch wenn auf der Windel nur ein geringer täglicher Befall von < 10 Milben/Tag ist, sind wahrscheinlich dennoch viele bis für meinen Geschmack sehr viele Milben im Volk. Die Abwägung, ohne Behandlung, dafür mit mehr Milben oder mit Behandlung und weniger Milben, liegt für mich ganz klar auf Seiten der Behandlung.

Dafür nehm ich auch in Kauf, dass einige der Sommerbienen etwas geschädigt werden. Die Behandlungsmethode wird ja auch nicht ohne Grund manchmal mit einer Handgranate verglichen. Da gibt es Verluste.
Und wie viele Bienen sind das wohl bei starken Völkern...

Ich bin damit die letzten Jahre ganz gut gefahren, und ein Milbenfall von 160 Milben bzw. auch 70 spricht für mich für eine Behandlung.

Grüße

Ja, aber wenn Du vorab den nat. Milbenfall ermittelt hättest, könntest Du jetzt abschätzen, wie gut oder schlecht Deine Behandlung wirkt. Wenn jetzt 70 bzw. 160 Milben fallen, wirkt Deine Behandlung super (falls der nat. Fall vorher 2 Milben war). Oder Deine Behandlung hat versagt (falls der nat. Fall vorher 25 Milben war).
Sorry, wenn ich da jetzt ein bisserl geschlaumeiert habe, ist nicht persönlich gemeint. ;)
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon VoBee » 9. August 2017, 08:13

Hallo,

ja, kein Problem, ich bin nicht gleich eingeschnappt... Wie schon oben geschrieben hab ich es "verpasst" den natürlichen Befall zu ermitteln.
Jetzt hab ich ein zweites Mal behandelt. Da werden heute die Milben ausgezählt, die gefallen sind. Dann ist eine Woche Pause, es wird ein großer Teil eingefüttert und der natürliche Befall ermittelt, wenn sich alles wieder etwas beruhigt hat.
Dann Ende August ggf nocheinmal behandelt (was ich weniger gern mache, um die Winterbienen nicht unnötig zu stessen/schädigen) und dann solllte es bis zur Oxalsäure im Winter passen.
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon FranzBurnens » 12. August 2017, 10:45

Epoché hat geschrieben:Ich traue der (meiner) Windeldiagnosefähigkeit tatsächlich nicht.

Nun, wem oder was soll man sonst trauen? Wenn das Gitter durchlässig ist (was man daran zu erkennt, dass alles andere Gemüll durchrieselt), und die durchschnittliche Lebenserwartung der Milben konstant bleibt (keine Methusalem-Mutation), wird das Ergebnis wohl was aussagen.

Andernfalls wäre es auch sinnlos, nach der Behandlung eine Windelkontrolle durchzuführen.

Epoché hat geschrieben: keine Ahnung, wie viel Milben eigtl von den unzähligen Ameisen, Ohrenkneifern und anderem Gekreuch weggeschnappt werden.

Das wüsste ich auch gerne. Habe noch keine Ameise gesehen, die sich aktiv für tote Milben interessiert. Beobachte immer nur welche, die suchend über die Platte streifen und nichts zum Abtransportieren finden.

Gibt es dazu konkrete Feststellungen - oder ist der Milbenraub durch "Gekreuch" nur Vermutung?
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Joachim » 12. August 2017, 11:05

Bei der Aussage, dass man sich auf die Windeldiagnose verlassen kann muss ich grad lautschallend lachen, wenn die Situation nicht so "ernst" wäre.

Ich habe - dem alten stiel noch zugeordnet - auch die Windeln als Diagnosemittel geschoben. Es sind im Schnitt zwischen 1 und 0 Milben gefallen (Diagnosezeitraum 7 Tage).

Letzen Samstag hab ich dann alle Völker mit OS besprüht, was jetzt ja seit diesem Jahr (Gott sei Dank) auch zugelassen ist. Heute (7 weitere Tagen dann) Kontrolle der Windeln .. und siehe da ... ein Milbenregen hat eingesetzt - vom feinsten -

In meinen Augen darf man nicht immer so blauäugig sein und alles glauben was in alten Lehrbuchmeinungen steht sonder muss proaktiv tätig werden, und nicht einfach die Hände in den Schoß legen und den lieben Gott, in dem Glauben daran dass, bei Diagnosen 0 keine Milben im Volk sind einfach nix tun....
Viele Grüße
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Karlheinz » 12. August 2017, 12:42

Naja, immer wenn mir Imkerkollegen berichten, sie hätten kaum Milben, bin ich skeptisch. Zu oft habe ich dann gesehen, wie kontrolliert wird: Da ist soviel Gemüll auf den Windeln, dass man wirklich kaum Milben ausmachen kann.
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon mmoe » 12. August 2017, 12:47

Karlheinz hat geschrieben:Naja, immer wenn mir Imkerkollegen berichten, sie hätten kaum Milben, bin ich skeptisch.


Ich auch. Trotz Windeldiagnose - die eher negativ ausgefallen ist. Sind während und nach der Behandlung zig Milben gefallen.
Hätte ich mich drauf verlassen, hätte ich im September das Grauen erlebt und spätestens im Dezember in leere Kisten geguckt.
Jetzt wird der Rest aufgefüttert und in zwei Wochen nochmal geguckt, was da so los ist.
Viele Grüße
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Epoché » 12. August 2017, 13:04

FranzBurnens hat geschrieben: Gibt es dazu konkrete Feststellungen - oder ist der Milbenraub durch "Gekreuch" nur Vermutung?


Wissen tu ich natürlich nichts, warum bei mir kaum bis nichts lag, als ich in meinem ersten Jahr die Diagnose machte. Vielleicht war es Getier, der Wind, Milbenkannibalismus oder was weiß ich. Bei mir gab es dort das auch hier jetzt (und auch in meinem Imkerverein) schon einige mal erwähnte Phänomen: KEIN bis MINIMALER Totenfall vor der Behandlung und KEIN bis IMMENSER Varrofall nach der Behandlung. Und da ich wie gesagt keiner der Imker sein mag, der "keine Varroa" hat und deswegen nicht behandeln braucht, aber dann "wenns dumm kommt", massig Völker verliert über den Winter, behandle ich immer. Ich habe bisher nur einen einzigen Völkerverlust über den Winter gehabt und da war die Königin verloren gegangen. Verkauft habe ich hingegen schon einige Völker für meine kurze Imkerzeit.

FranzBurnens hat geschrieben:Andernfalls wäre es auch sinnlos, nach der Behandlung eine Windelkontrolle durchzuführen.

Ich kontrolliere auch hinterher nicht... [;o)
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon waldimker » 12. August 2017, 15:30

ich bild mir ein, das was durch die Behandlung runtergefallen ist, hat einen gewissen Aussagewert. Wenn nach jedem Schwammtuch die Windel voll ist, mach ich weiter.
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Eifelimker » 15. August 2017, 10:50

Hallo Zusammen,

ich bin Euch noch das Ergebnis des Behandlungserfolges der Brutlinge schuldig.

Also ich habe die Brutlinge am Freitag behandelt und gestern (Montag) bei zwei Völkern die gefallenen Milben ausgezählt.
Ergebnis: einmal 140 Milben und einmal 490 Milben. Die 140 Milben entsprechen der durch die Windeldiagnose(0-1 Milbe/Tag) geweckten Erwartung. Die 490 Milben liegen mit Faktor 2 über dieser Erwartung.

Zu den anderen Völkern komme ich erst am Donnerstag, bzw. die werde ich, da später geteilt erst am Donnerstag einengen und behandeln.

Grüße Dirk
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Avignon » 15. August 2017, 11:04

Bei mir findet kein Windeleinsatz statt. Ohne Ausnahme werden alle Völker über 25 Tage mit Amitraz behandelt, danach dann 80% der Kö umgeweiselt.

Von vielen Völkern habe ich für die Ableger-Produktion mehr als 10 BW während der Saison entnommen. Damit natürlich auch immer die in der Brut steckenden Milben.

Mit Säuren kann man hier bei unseren Temperaturen (ständig 30°C bis oft sogar 38-40°C) nur sehr unzureichend arbeiten.
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Epoché » 15. August 2017, 13:09

Avignon hat geschrieben:Mit Säuren kann man hier bei unseren Temperaturen (ständig 30°C bis oft sogar 38-40°C) nur sehr unzureichend arbeiten.

Milchsäure ginge doch aber auch bei diesen Temperaturen, oder? (Brutfreiheit vorausgesetzt, klar)
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Imka » 15. August 2017, 15:47

Avignon hat geschrieben:Bei mir findet kein Windeleinsatz statt. Ohne Ausnahme werden alle Völker über 25 Tage mit Amitraz behandelt, danach dann 80% der Kö umgeweiselt.

..........


In welcher Form findet in Frankreich die Amitrazbehandlung statt?
Unter Verwendung von Streifen, zum Träufeln oder Sprühen?

LG
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon FranzBurnens » 15. August 2017, 16:35

Epoché hat geschrieben:
Avignon hat geschrieben:Mit Säuren kann man hier bei unseren Temperaturen (ständig 30°C bis oft sogar 38-40°C) nur sehr unzureichend arbeiten.

Na, die Öko-Imker werden wohl nicht drum herum kommen. Müssen da vielleicht bis September warten, dann optimales AS-Wetter.
Epoché hat geschrieben:Milchsäure ginge doch aber auch bei diesen Temperaturen, oder? (Brutfreiheit vorausgesetzt, klar)

Denke auch; mit Brutentnahme müsste das hinzukriegen sein.


Aber gut zu wissen: Honig aus Frankreich - verlässlich mit Pestizideinsatz produziert (natürlich rückstandsfrei!) :bigrin:

Ob Amitraz bei 40° nicht auch die Völker schädigt, wär noch so 'ne Frage. "Amitraz ist bienengefährlich" - durfte früher im Pflanzenschutz eingesetzt werden, jetzt in EU nicht mehr zugelassen. (Wikipedia)
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Tobi » 15. August 2017, 18:39

Epoché hat geschrieben:
Avignon hat geschrieben:Mit Säuren kann man hier bei unseren Temperaturen (ständig 30°C bis oft sogar 38-40°C) nur sehr unzureichend arbeiten.

Milchsäure ginge doch aber auch bei diesen Temperaturen, oder? (Brutfreiheit vorausgesetzt, klar)


Wenn man nur wenige hundert Völker als Marketing Gag für seinen "Imkerei" genannten Honighandel hat, sicher kein Problem...
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Avignon » 15. August 2017, 19:54

Ich will mal versuchen, auf die verschiedenen Kommentare von Euch zu antworten.

FranzBurnens
Aber gut zu wissen: Honig aus Frankreich - verlässlich mit Pestizideinsatz produziert (natürlich rückstandsfrei!) :bigrin:

Ob Amitraz bei 40° nicht auch die Völker schädigt, wär noch so 'ne Frage. "Amitraz ist bienengefährlich" - durfte früher im Pflanzenschutz eingesetzt werden, jetzt in EU nicht mehr zugelassen. (Wikipedia)


Amitraz ist das Molekül im hier zugelassenen Apivar! Was nützt Euch denn Euer "umweltbewusstes" Verhalten, wenn Ihr dann jedoch Euren Honig verramschen müsst trotz der Säure-Behandlungen? Ich kann Dir gerne mal die Preise der angebotenen Honige im Imkermarkt zitieren!! Bei uns kostet ein Blütenhonig im 300 kg-Fass immer 8 €/kg ohne MWSt! Zu diesem Preis verkaufen doch bereits viele Imker in DE ihren Blütenhonig im 500 g-Glas.

Nein, es gibt keine Brutschäden bei einer Amitraz-Anwendung über 30°C. Über Brutschäden bei einer AS-Behandlung brauchen wir wohl kaum diskutieren.

@Epoché
Milchsäure ginge doch aber auch bei diesen Temperaturen, oder? (Brutfreiheit vorausgesetzt, klar)


Wir haben hier nie eine totale Brutfreiheit, selbst im Dezember und Januar. Und Anfang Februar geht hier bereits die Saison los mit der Mandelblüte und Ende Februar mit der Aprikosen-, Nektarinen- und Pfirsich-Blüte. Wir haben hier auch keine wirkliche "Winterbiene", die mehr als 3 Monate leben muss. Hier wird 11,5 Monate/Jahr durchgebrütet = also auch Varroas "gezüchtet".

Wie man mit Amitraz hier in FR behandeln kann, da gibt es verschiedene Methoden. Ich behandele ein Volk für weniger als 0,50 € pro Saison und sicherlich sogar wirkungsvoller als Eure ganzen Säure-Behandlungen.

Ich will jedoch hier nicht sagen, dass Ihr "falsch" behandelt. Einfach unter dem Motto: "Andere Länder, andere Sitten!"
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Imka » 15. August 2017, 20:22

FranzBurnens hat geschrieben:.............Ob Amitraz bei 40° nicht auch die Völker schädigt, wär noch so 'ne Frage. "Amitraz ist bienengefährlich" - durfte früher im Pflanzenschutz eingesetzt werden, jetzt in EU nicht mehr zugelassen. (Wikipedia)


Auch MS, AS oder OS sind bienengefährlich, wenn sie überdosiert verwendet werden. Ich will ja nicht für Amitraz Partei ergreifen, aber man sollte es nicht von vorneherein schlechtreden. Es ist auch hier in Deutschland als Apitrazstreifen verfügbar und laut EU-Verordnung ist es ausdrücklich für den Einsatz bei Bienen zugelassen, somit für Tiere, der der Lebensmittelgewinnung dienen, unter Beachtung der zulässigen Höchstmengen. In wie weit es sinnvoll ist, diese zugelassenen Streifen (auch Bayvarol) als alleinige Behandlungsmaßnahme einzusetzen, ist eine ganz andere Frage.
Auch bei extrem hohen Temperaturen werden durch Amitraz keine Bienen geschädigt, denn es verdunstet nicht. Es könnte theoretisch nur zu einem verfrühten Wirkstoffabbau kommen. In der Praxis ist dies aber unbedeutend, weil die Stocktemperatur von den Bienen geregelt wird und 37° nicht übersteigt. Man darf nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!

LG
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Avignon » 15. August 2017, 20:32

Freut mich, @Imka, dass Du hier mal eine objektive Darstellung gibst!

Als Beispiel: Bayvarol ist hier in Frankreich nicht zugelassen = verboten! Alles eine Frage der Lobby!
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Waldi » 16. August 2017, 08:47

Avignon hat geschrieben:Freut mich, @Imka, dass Du hier mal eine objektive Darstellung gibst!

Als Beispiel: Bayvarol ist hier in Frankreich nicht zugelassen = verboten! Alles eine Frage der Lobby!


Hallo,
da kann ich nur zustimmen, so wie Bayer Konzern Lobby hoch³ die bekommen doch jedes mittel durch und kriegen die Zulassung.
Aber es gibt doch ein mittel das auf Hopfen basiert, hab leider den Namen nicht im Kopf, aber seit 2014 bekommt das Mittel keine Zulassung.
Es Grüßt

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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Tobi » 16. August 2017, 09:02

Waldi hat geschrieben:
Avignon hat geschrieben:Freut mich, @Imka, dass Du hier mal eine objektive Darstellung gibst!

Als Beispiel: Bayvarol ist hier in Frankreich nicht zugelassen = verboten! Alles eine Frage der Lobby!


Hallo,
da kann ich nur zustimmen, so wie Bayer Konzern Lobby hoch³ die bekommen doch jedes mittel durch und kriegen die Zulassung.
Aber es gibt doch ein mittel das auf Hopfen basiert, hab leider den Namen nicht im Kopf, aber seit 2014 bekommt das Mittel keine Zulassung.
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Waldi » 16. August 2017, 09:12

wie ich mich erinnere wird das Mittel in die USA und Canada erfolgreich angewendet.
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon waldimker » 16. August 2017, 09:20

HopGuard

Ja, ich kenne einen Imker, der bei Tests in D mitgemacht hat. Er klang recht überzeugt davon.
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon HaroldBerlin » 16. August 2017, 09:24

Waldi hat geschrieben:Aber es gibt doch ein mittel das auf Hopfen basiert, hab leider den Namen nicht im Kopf, aber seit 2014 bekommt das Mittel keine Zulassung.


Hopguard.. https://www.youtube.com/watch?v=T2y4rndPhlo
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Tobi » 16. August 2017, 09:59

Der Anspruch an die Wirksamkeit erscheint mir bei der Masse der Imkerschaft doch eher gering, solange alles schön Öko ist...
Ich denke der Anspruch der Behörden liegt da eher im Bereich der VERSPRECHEN des verlinkten Werbevideos...
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon waldimker » 16. August 2017, 10:57

der Imker von dem ich sprach lebt davon und hat mehrere hundert Völker.
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Tobi » 16. August 2017, 11:08

waldimker hat geschrieben:der Imker von dem ich sprach lebt davon und hat mehrere hundert Völker.


In einer Sache "Potenzial" als sinnvolle Ergänzung zu anderen Maßnahmen zu sehen ist aber was anderes als ein wirksames Einzelmedikament genehmigt zu kommen.
Und mehrere Mittel (in Verbindung mit weiteren Elementen einer Betriebsweise) zusammen als "Behandlungskonzept" genehmigt zu bekommen...?!? Da glaub ich ehe an die Steuererklärung auf dem Bierdeckel.
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Re: Was ist dieses Jahr mit der Varroa los?

Beitragvon Waldi » 16. August 2017, 11:24

Danke für den Link.
Abgesehen von die Werbevidios, habe ich mal im Netz nachgeschaut, und es wundert mich schon das, das Mittel noch keine Zulassung bekommen hat.
Fazit ist wen das mittel zugelassen wird, können die Chemie Hersteller und Co einpacken. 8))
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