Altköniginnenableger - wie handhaben?

Altköniginnenableger - wie handhaben?

Beitragvon Nils » 6. Juli 2015, 12:49

Hallo allerseits,

wie schon letztes Jahr überraschen (und überrumpeln und überfordern) mich die Altkö-Ableger mit ihrer explosionsartigen Entwicklung. Plötzlich ist die erste Zarge (über)voll!

Wie handhabt ihr die Altkö-Ableger? Macht ihr da noch regelmässige Schwarmkontrollen? (Mir ist gestern einer abgedüst, obwohl ein halber Honigraum drauf war).

Gibt es zu Altkö-Ablegern irgendwelche Tipps und Tricks die man wissen müsste?
Z.B. wie erkennt man ob sie umweiseln wollen - oder schwärmen? Bei obigem Volk entdeckte ich genau eine Schwarmzelle und ließ sie in Ruhe! Dann schwärmten sie und es kamen weitere Zellen zum Vorschein, die bei der letzten Durchschau noch nicht bestiftelt gewesen sein konnten. Wie soll man das richtig erkennen?

Wie überwintert ihr sie? Ich wollte eigentlich einräumig in den Winter gehen, doch bei den vielen Bienen erscheint es mir nicht ratsam, sie jetzt eng zu halten?!?


Danke,

Nils
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Re: Altköniginnenableger - wie handhaben?

Beitragvon Nils » 9. Juli 2015, 08:23

Macht hier echt keiner Altköniginnenableger???
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Re: Altköniginnenableger - wie handhaben?

Beitragvon Streuobstwiese » 9. Juli 2015, 11:13

Hallo Nils,
ich habe dieses Jahr zum ersten Mal eine "Altkönigin"-Ableger gebildet!
Für die Beantwortung Deiner Frage sind evtl. ein paar Details nötig wie z.B. wann und zu welchem Zweck hast du sie wie stark gebildet...

Meine Beweggrund war im wesentlichen:
Verhinderung des Schwarmfalles bei möglichst geringem Zeitaufwand (Umzug / anstehende Geburt meines Sohnes etc.) und Ertragsmaximierung (Rückvereinigung beabsichtigt!), oder aber die "schwarz-gelbe, geflügelte Eierlegende-Honig-Woll-Milch-Sau" - na so wie wir alle eben...

  1. Versuchsaufbau:
    • Wann? mit dem Einsetzen des Schwarmtriebes
    • Ziel? maximale Volksstärke zu Trachtbeginn mittels vorhergehender Rückvereinigung = Ertragsmaximierung
    • wie Stark? 1 Wabenableger inkl. Kö + Futterwabe und MWs [an einen Kunstschwarm habe ich gedacht, mich aber (noch) nicht herangetraut. Denke das wäre besser gewesen]
  2. Durchführung
    • Varroa-Konzept? keine Behandlung da ich wiedervereinigen will und zwar den gesammten Ableger inklusive Brut! Also im Restvolk WZ brechen Ableger Zarge aufsetzen und gut...
    • Schwarmkontrolle? ...im Ableger? da der so "mini" ist habe ich (lange) nicht eine Zelle gesehen ... im Restvolk? WZ brechen und nach spätestens ca. 14 Tagen nochmals alles brechen
    • Wiedervereinigung: "3-5-8 die Königin ist gemacht" Wei lang man am Besten wartet, weiß ich nicht! ich hatte die Absicht die WZ nach 7 tagen zu brechen und wieder zu vereinigen: ABERdie WZ sahen so schön aus, daß ich kurzentschlossen dies nicht getan habe [Gier nach mehr Völkern war stärker als die Vernunft!]
  3. Auswertung:
    1. Vorteile:
      • Ich denke die Methode hat den Vorteil, daß man ein Zeitfenster für z.B. Urlaub oder was auch immer gewinnt, da man keine Schwarmkontrolle durchführen muß.
      • Varroa: Die Brutpause im Restvolk/Brutling mindert den Varroadruck im Spätsommer (wenn man mit der Rückvereinigung entsprchend lange wartet), so meine unfreiwillige Erfahrung mit meiner "Quasi-Schwarm-Imkerei" in den letzten Jahren
    2. Nachteile:
      • Die lange Brutpause reduziert die Volksstärke dramatisch; auch wenn der Ableger rückvereiniget wird, kann er da, klein gebildet dieses nicht ausgleichen! = Ertragsminderung
      • Der Materialbedarf ist hoch: einen ganze Beute (1x Boden 1x Zarge 1x Innedeckel und 1xHaube) oder eine halbe, falls man die Beute teilt (hatte ich ursprünglcih vor)
      • bei ungezeichneter Königin ist es auch ein Geduldspiel...

Daher mein "persönliches Fazit":
Der Aufwand scheint relativ groß, daher glange ich für mich persönlich zu der Sichtweise - mit meinen irgendwann angestrebten 25 Völkern - die Flügel der Königin zu beschneiden könnte besser zu händeln sein. Sollte ich tatsächlich dann zu spät (Schwarmfall) zum Volk kommen, so ist dieses wenigstens noch vollständig da. Die Brutpause ist dann zwar ärgerlich, aber durch die evtl. parallel laufenden Königinzucht per SBA zu minimieren.
AUßERDEM muß ich an der Art die Völker zu führen noch viel verändern und revidieren um das Phänomen Schwarmtrieb besser zu durchdringen und besser zu beherrschen. Der Fehler steht bekannter maßen hinter der Kiste!

Ich bin neugierig auf Deine Absichten und deren Ausführung! Vielleicht gibt es da auch noch viel Optimierungspotential, an welches ich noch ga nicht gedacht habe?
Grüße @ all
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Re: Altköniginnenableger - wie handhaben?

Beitragvon Nils » 9. Juli 2015, 12:35

Hallo Streuobstwiese,

ich bildete die Altkö-Ableger bei erstem auftreten von Schwarmtrieb, also bei den ersten Zellen mit Larven. Sprich: im Mai. Die alte Dame wurde mit der Wabe auf der sie saß - mit vorliebe eine bald auslaufende Brutwabe, 1 Futterwabe, evtl. noch eine halbleere Wabe gebildet. Also mit 3-4 Waben. Da ich sie am selben Standort beließ stieß ich noch Bienen von 2-4 Waben dazu.

Die Ableger waren danach relativ schwach und hattden durchaus zu kämpfen, der Schwarmtrieb verging ihnen dadurch. Die auslaufende Brut stärkte den Ableger jedoch schnell wieder, so daß keine allzugroße Not entstand. Ich erweitere mit Mittelwänden. Da ich mit dem MW-Gießen nicht mehr nach kam mußte ich Rähmchen für Rähmchen erweitern und konnte die Zarge nicht gleich auf 10 Rähmchen voll machen.

Im Muttervolk beließ ich eine Zelle. Leider übersah ich aber doch hin und wieder welche, so daß mir ein kräftiger Nachschwarm (Singer-Vorschwarm) abging. Trotzdem entwickelten sich die Muttervölker recht stark und trugen für mich genug ein. Jetzt sind dort die Jungen am Werkeln...

Eine Rückvereinigung ala Zwischenbodenableger mache ich nicht. Mit dem ZWA habe ich keine guten Erfahrungen, kurz nach der Rückvereinigung waren meist wieder Zellen drin.

Die Altkö-Ableger waren anfangs recht langsam, dann ging es jedoch plötzlich recht schnell. Und schon war die Zarge wieder fast voll. Vor kurzem erreichten sie das 8te oder 9te Zander-Rähmchen und haben bis dahin alle Waben selbst ausgebaut (nur MW gegeben).

Leider schwärmten mir jetzt einige dieser Völker ganz unerwartet ab! Ich hatte keine Kontrollen gemacht, da sie mir noch nicht stark genug vor kamen.

Daher nun eben auch meine Frage, wie man "richtig" mit Altkö-Ablegern umgeht??!!
Was macht man, wenn wieder Zellen auftauchen? Und wie unterscheidet man in so einem Fall, ob sie umweiseln oder schwärmen?

Bei einem Altkö-Ableger fand ich genau eine (offene) Zelle mitten auf der Wabe. Die Königin war auch da.
Da dachte ich, sie wollen umweiseln. Ich schaute daher nicht mehr rein, um die Umweiselung nicht zu stören. Das Volk saß auf 1,5 Zargen und war am Ende sehr, sehr stark!

Dann war es weg und ich fand zu meiner Überraschung die eine Umweiselungszelle nicht mehr, dafür aber an anderen Waben mehrere SZ. Das ging also voll in die Hosen.... :(

Wie verhindert man sowas?

Danke,

Nils
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Re: Altköniginnenableger - wie handhaben?

Beitragvon Bienefix » 9. Juli 2015, 21:04

Nils hat geschrieben:Macht hier echt keiner Altköniginnenableger???

Wohl nicht sehr viele. Ich zumindest bisher nicht.
Aber es erscheint mir logisch, dass Du dort irgendwann genauso wie im Wirtschaftsvolk Schwarmkontrollen machen musst.
Dieses Jahr war bei mir aber sehr Schwarmarm. Nur 2-3 Völker hatten vor zu Schwärmen.
Allerdings hab ich auch ziemlich geschröpft.
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Re: Altköniginnenableger - wie handhaben?

Beitragvon waldimker » 10. Juli 2015, 07:35

Ich hab ein paar Ableger mit alten Königinnen.
Da ich davon ausging, dass die Dame gleich weiterlegt, habe ich ihr (im Mai) die geschuldeten Bienen (in Form einiger Wabenbienen und einiger Flugbienen), etwas Futter und sonst nix mitgegeben. Das war vielleicht eine gute Wabe voll Bienen.
So sind es Ableger und sie entwickeln sich entsprechend.

Überhaupt ist es die Frage, ob es in gewissen Umständen nicht Sinn macht, Wirtschaftsvölker mit Jungköniginnen in die sommertracht bzw. spättracht zu führen und die alten zum Jungvolkaufbau zu verwenden. Allzualt sollten sie natürlich nicht sein... Krückstock oder so sollte noch nicht nötig sein.
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