Maispollen

Maispollen

Beitragvon Beernd » 22. Juli 2014, 14:31

Aus gegebenem Anlass mal ne Frage in die Runde: Im Moment fängt großflächig der Mais an zu blühen. Die Bienen haben sich bereits drauf eingeflogen und bringen massig Pollen in riesigen Höschen ins Volk. Gerüchteweise hört man oft, Maispollen sei nicht besonders hochwertig. Mangels Alternativen sammeln die Immen nun in den Biomethangasmonokulturen ein vermeintlich minderwertiges Produkt. Weiß jemand mehr dazu? Gibts Unterschiede (Futtermais/Energiemais) bei der Qualität?
Zuletzt geändert von Beernd am 22. Juli 2014, 15:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Maispollen

Beitragvon Immenfreund » 22. Juli 2014, 15:41

der für Biomethangsasmonokulturen gezüchtete Mais ist sicherlich ein noch minderwertigeres Produkt bezüglich Pollenqualität, da dies nicht Zuchtkriterium ist, sondern ein hoher Stärkegehalt.
Mit freundlichen Grüssen

Helmut

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Re: Maispollen

Beitragvon Hochleistungsbiene » 25. Juli 2014, 12:07

Da es in Deutschland sicher keine Monokulturen gibt, sondern dieser Begriff nur als Hetzwort im Rahmen der allgemeinen Verunglimpflichung der Landwirtschaft mißbraucht wird, finden die Bienen sicher noch andere Pollen...

...und falls doch nicht, wäre ich froh, das zumindest der Mais noch da ist...
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Re: Maispollen

Beitragvon beeo » 25. Juli 2014, 12:29

Laut dem Werk von Pritsch bietet Mais über einen Zeitraum von 2 Monaten gut Pollen (Es gibt die Noten 0 bis 4, mais hat 2 bekommen).
Mein Ableger auf der Terrasse trägt zur Zeit auch dicke Pollenhöschen ein, gelb bis hellgelb. Hab aber in den Maisfeldern drumrum beim gelegentlichen Betrachten noch keine Bienen sehen können.
Kuck mal, ein neues Forum :-) Infos: http://einfachimkern.de/viewtopic.php?f=28&t=2729
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Re: Maispollen

Beitragvon Immenfreund » 25. Juli 2014, 12:32

beeo hat geschrieben:...dicke Pollenhöschen ein, gelb bis hellgelb.

wird wohl die Stockrose sein, die gerade in den Gärten blüht.
Mit freundlichen Grüssen

Helmut

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Re: Maispollen

Beitragvon Eifelimker » 25. Juli 2014, 14:09

Hochleistungsbiene hat geschrieben:Da es in Deutschland sicher keine Monokulturen gibt, sondern dieser Begriff nur als Hetzwort im Rahmen der allgemeinen Verunglimpflichung der Landwirtschaft mißbraucht wird....


...ja ne is klar, Rauchen ist nicht gesundheitsgefährlich...
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Re: Maispollen

Beitragvon Beernd » 25. Juli 2014, 14:28

Hochleistungsbiene hat geschrieben:Da es in Deutschland sicher keine Monokulturen gibt, sondern dieser Begriff nur als Hetzwort im Rahmen der allgemeinen Verunglimpflichung der Landwirtschaft mißbraucht wird, finden die Bienen sicher noch andere Pollen...

Ich will weder gegen die Landwirtschaft hetzen noch diese verunglimpfen. Ich stelle lediglich fest, dass die Maiskulturen an Monotonie kaum zu übertreffen sind. Deine heftige Reaktion auf ein einzelnes Wort allerdings klingt schon fast beleidigend. Was du da hinein interpretierst, ist zwar Deine Sache, mich aber gleich als Hetzer hinzustellen ist heftig.
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Re: Maispollen

Beitragvon Hochleistungsbiene » 25. Juli 2014, 14:34

Sorry, wollte Dich nicht als Hetzer hinstellen.

Leider lassen sich die Imker recht leicht vor den Karren von diversen Spendensammelvereinen spannen.
Was dabei dann herauskommt ist zwar gut gemeint, aber leider oft sehr kontraproduktiv.
Da muß man nur mal schauen was den Bienen so durch das "tolle" Verbot der Nicotinoidbeizen beim Raps angetan wird...
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Re: Maispollen

Beitragvon bivypirat » 25. Juli 2014, 20:30

Zu diesem Thema werdet ihr keinen Konsens finden.....

Auch ein Kornfeld ist eine Monokultur - wie jeder andere Acker der mit nur einer Frucht bepflanzt ist. Es kommt auf die Sichtweise an. Und auf die Größe des Ackers. Solange nicht Dutzende oder Hunderte Hektar geschlossene Anbaufläche mit z.B. Mais besetzt sind ist das alles noch erträglich. Bei mir ist das zum Glück so. Wir haben sogar ncoh deutliche Feldraine und Bauern die seit einigen Jahren Blühstreifen neben den Mais sähen. In manchen Gegenden sieht es aber anders aus. Dort gab es vor dem Mais aber auch keine Blumenwiesen auf dem Acker. Ackerflächen sind nicht Bienenfreundlich und waren es auch noch nie (vor 100 Jahren mag das anders gewesen sein). Außer vielleicht mit Raps o.ä.

Monokultur ist begrifflich meist negativ besetzt. Ist aber jedes Feld eine solche. Warum aber wird nur das Maisfeld als "böse" beschimpft und nicht der Korn- oder Kartoffelacker? Auch diese werden gedüngt und gespritzt.....

Ich mag Maisfelder in der aktuellen Menge auch nicht, aber verteufeln tue ich sie nicht.

Gruß
Stephan
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Re: Maispollen

Beitragvon Sauzahn » 26. Juli 2014, 08:22

Solche ins Emotionale abgleitenden Diskussionen kann ich nicht nachvollziehen. Jeder hat irgendwie irgendwann irgendwas gehört, verrührt das Ganze mit seiner vorgefertigten Meinung und fertig ist das gefährliche Halbwissen.
Man könnte ja auch Google bemühen und mal eine halbe Stunde verschiedene Quellen studieren oder wie beeo seine Nase in ein schlaues Buch stecken, aber dazu ist der gemeine Imker ja zu faul, lieber kriegt man sich in bester Stammtischmanier in die Köppe.


Dass Maispollen minderwertig sei, wird pikanterweise in einer Broschüre des DIB behauptet, freilich ohne Belege hierfür zu liefern. Ein Grund, warum mir dieser Verein im Moment gar nicht passt.

Wikipedia schreibt unter "Ökologie" zum Mais u.a.: "... tatsächlich ist der Mais eine wichtige Pollenquelle für die Honigbiene." Belegt wird dies mit einer Quellenangabe.

Trachtkalender, die den Mais führen, haben ihn mit einem sehr hohen Trachtwert für Pollen gelistet, u.a. die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems (BSH) und der Grünen-Kreisverband Soest.


Wenn ihr etwas für die Verbesserung der Pollenversorgung tun wollt: schmeißt die ganzen Friedhofsgehölze aus euren Gärten (Rhodendron, Lebensbaum (Thuja), Wacholder usw. - auf erschreckend vielen Imkerfotos schon gesehen), schickt euren Rasenmäher in Rente und pflanzt selbst Blumen. Nicht immer nur von anderen fordern. Nicht immer nur jammern. Vorreiter sein. Machen. Ganz einfach. Bei mir blühen z.b. verschiedene Malvenarten, der Storchenschnabel, Sonnenblumen, Dahlien, bald die Fetthenne usw.

So, ich habe fertig
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Re: Maispollen

Beitragvon bivypirat » 27. Juli 2014, 07:14

Wenn ihr etwas für die Verbesserung der Pollenversorgung tun wollt: schmeißt die ganzen Friedhofsgehölze aus euren Gärten (Rhodendron, Lebensbaum (Thuja), Wacholder usw. - auf erschreckend vielen Imkerfotos schon gesehen), schickt euren Rasenmäher in Rente und pflanzt selbst Blumen. Nicht immer nur von anderen fordern. Nicht immer nur jammern. Vorreiter sein. Machen. Ganz einfach. Bei mir blühen z.b. verschiedene Malvenarten, der Storchenschnabel, Sonnenblumen, Dahlien, bald die Fetthenne usw.


Treffender kann man es nicht ausdrücken!

Und ob Maispollen minderwertig ist oder nicht: das Problem ist wohl eher das die Völker mancherorts nur oder überwiegend Maispollen sammeln (können....) - mangels anderem Angebot.

Gruß
Stephan
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Re: Maispollen

Beitragvon Nigra » 27. Juli 2014, 08:48

bivypirat hat geschrieben:Auch ein Kornfeld ist eine Monokultur - wie jeder andere Acker der mit nur einer Frucht bepflanzt ist. Es kommt auf die Sichtweise an.


Wir sollten uns als Imker nicht unbedingt auf das unterste Stammtischniveau hinunterlassen oder gar noch auf das Nievau von Medienschaffenden :no:

Unter intelligenten Leuten gilt (und da gibt es nur eine Sichtweise):
So wird von Monokultur (auch Einfeldwirtschaft) gesprochen, wenn die Fruchtfolge lediglich aus einer Nutzpflanzenart besteht.

Was unter Fruchtfolge zu verstehen ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Fruchtfolge
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Re: Maispollen

Beitragvon bivypirat » 27. Juli 2014, 15:18

Wir sollten uns als Imker nicht unbedingt auf das unterste Stammtischniveau hinunterlassen oder gar noch auf das Nievau von Medienschaffenden


@ Nigra: Ich hoffe doch sehr das du mir damit nicht "Stammtischniveau" unterstellen möchtest, oder?

Ich möchte nur zum Ausdruck bringen das wir vorsichtig sein sollten die "moderne" Landwirtschaft zu verteufeln und ihr die Schuld an allem zu geben. Die ursprüngliche Frage beschäftigte sich mit der Qualität von Maispollen und das unsere Immen aktuell teilweise überwiegend nur diesen sammeln. Und hier fiel das böse Wort "Monokultur"..... Landläufig werden Maisfelder als solche bezeichnet. Die Kornfelder direkt daneben sind aber grundsätzlich nichts anders. Es fällt dem Betrachter nur nicht so auf.

Um es aber auf den Punkt zu bringen: ich finde es gruselig das Flächen Jahr um Jahr immer wieder mit Mais bepflanzt werden und für die Erzeugung von "umweltfreundlicher" Energie in Biogasanlagen verschwindet. Das muss aufhören.
Für Insekten sind aber auch Kornfelder o.ä. kein geeigneter Lebensraum.... Ich möchte gerne blühende Randstreifen und Landwirte die in einer gesunden Fruchtfolge so wenig Pflanzenschutzmittel wie möglich einsetzen.

Gruß
Stephan
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Re: Maispollen

Beitragvon Hochleistungsbiene » 27. Juli 2014, 21:04

bivypirat hat geschrieben:...Ich möchte gerne blühende Randstreifen und Landwirte die in einer gesunden Fruchtfolge so wenig Pflanzenschutzmittel wie möglich einsetzen...


Ich auch!
Wird künftig jedoch eher schwieriger die stehen zu lassen.
Aufgrund des Nicotinoidverbots fehlt ein wichtiger Baustein im Resistenzmanagement. Das hat zur Folge dass künftig mehr B1-Mittel eingesetzt werden wo vorher andere Mittel zur Verfügung standen, die jetzt schon im Herbst verschossen werden müssen.
Da man B1 aber nicht in blühenden Beständen, wo auch die Randstreifen zuzählen, da die ja auch mit getroffen werden, einsetzen darf, werden die dann noch früher abgemulcht. Weiterhin kann man im Raps auch z.B. kein Hirtentäschel oder Ackerhellerkraut mehr tolerieren. Das blüht schon vor dem Raps (nebenbei auch interessant für Bienen) und würde daher kein B1 zulassen. Also erfodert das auch einen intensiveren Herbizideinsatz, obwohl diese Unkräuter im Raps nicht stören würden, da sie problemlos überwachsen werden, nun aber extra wegen den erforderlichen B1-Mitteln rausgespritzt werden müssen.
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Re: Maispollen

Beitragvon Hochleistungsbiene » 4. August 2014, 18:08

Dass Maispollen minderwertig seien, behauptet der D.I.B. in seinem "Maisflyer".
www.deutscherimkerbund.de/phpwcms_ftp/I ... r_Mais.pdf
In der selben Aufzählung behauptet er auch, dass "Mais-Monokulturen" :pillepalle: hohe Mengen an Fungiziden bräuchten...
...bei der Aussage weiß ich nicht, ob ich :puke: oder :lol: soll, aber über die "Kompetenz" des Autors sagt es doch einiges:
Abgesehen von der Beize, die bei Getreide, Raps und Rüben auch Standart sind, gibt es in Deutschland überhaupt erst seit diesem Jahr ein einziges Fungizid zum Spritzen für Mais. Selbst das macht auch nur in Ausnahmesituationen Sinn und erfordert entsprechende Technik. Ich weiß von keinen Landwirt, der schon Fungizide im Mais gespritzt hat, bzw. überhaupt über die erforderliche Spezialtechnik verfügt.
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