Honig sieben

Honig sieben

Beitragvon beeatwork » 8. Januar 2012, 18:07

Hallo Imker!

Wer hat Erfahrung mit dem Sieb- und Abfüllkübel mit Doppelhahn (oben/ unten) von Holtermann, CFM, SIG, Kreß, Grazze und co.

Beim Schleudern im Frühjahr war mein Doppelsieb bereits nach zwei Völkern dicht. Wann wird ein Siebkübel mit Einstecksiebe dicht, und wann einer mit konischen Edelstahlsieb? Kann das sehr teuere konische Edelstahlsieb durch einen Nylon Spitzsieb ersetzt werden ohne die Funktion einzuschränken? Saugt der Ablass das Nylonsieb an? :hmm:

Vielen Danke für euere Erfahrungsberichte! Peter
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Re: Honig sieben

Beitragvon FrankH » 9. Januar 2012, 20:46

Hi,
also ich habe ein ganz billiges Kunststoff-Doppelsieb. Habe auch nach mehreren Zargen kein Problem damit, dass sich das Sieb zusetzt.
Vorschläge, Fragen, Anregungen:
  • Wie wäre es mit einem "Trippelsieb"? Irgendwas ganz grobes als Vorfilter verwenden?
  • Wie entdeckelst du? Ich habe bis 2010 den Heißluftfön benutzt und bin jetzt auf Lötlampe umgestiegen, nur im Notfall Entdeckelungsgabel
  • Mit was hast du deine Siebe gereingt? Ggf. war Heißwasser im Spiel und das Sieb ist jetzt etwas verstopft? Ich gebe das Sieb immer in einer Leerzarge für ca. 2 h (!) nicht länger! auf ein Volk. Ist danach alles blitzblank. Musst nur Aufpassen wegen Räuberei. Danach noch kurz mit ein wenig Spülmittel kalt abspülen und sauber aufbewahren.
Grüße, Frank
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Re: Honig sieben

Beitragvon Simon » 9. Januar 2012, 22:04

Ich hatte mal so ein Siebkübel von CFM, das Funktionsprinzip ist ganz ordentlich, das tief im Honig sitzende Sieb setzt sich kaum mit Wachspartikeln zu. Sind aber beim Schleudern ein paar feine Kristalle dabei bzw. hat der Honig einen sehr niedrigen Wassergehalt, setzt sich das Sieb zu, das Problem ist dann größer wie bei aufliegenden Sieben, da es nicht so schnell gereinigt werden kann. Für den Kübel gibt es Heizschlangen, der temperierte Honig geht besser durchs Sieb, man sollte nicht den feinsten Siebeinsatz nehmen. Ich verwende ein grobes Nylonsieb über dem Honigeimer, das reicht.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
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Re: Honig sieben

Beitragvon beeatwork » 10. Januar 2012, 19:56

Hallo Frank und Simon vielen Dank für eueren Tipp!

Wir entdeckeln mit einer Rekordgabel, da kein Strom im Gartenhaus vorhanden ist und andere Gabeln nicht mit einem Schub eine volle Arbeitsbreite entdeckeln können. Ideal währe ein Heißluftföhn mit 2kW damit die Deckel richtig Aufplatzen wie in Hohenheim vorgeführt. Alternativ haben wir es auch schon mit einem Karamellisierbrenner (creme brulee) probiert, dieser hat jedoch eine zu kleine Flammleistung und die Deckel schmelzen nur. Danke für deinen Lötbrenneridee – welche Durchmesser hat die Düse?

Die Schleuder wird ausgekratzt, mit warmem Spülwasser gewaschen, Nachgespült und abgetrocknet. Das Auslecken lassen verursacht bei mir nur Räuberei. Sieb und Anderes werden zu hause gespült. Ende Juli kann selbst ein starkes Wirtschaftsvolk mit kleinem Flugloch eine Kleckerlesräuberei nicht komplett verhindern. Ich denke, dass sich Bienen auf den Nachbarstock einfliegen und in Kleinstmengen den Honig stetig wegtragen bis das Flugwetter dauerhaft schlechter geworden ist. Nur so läst sich meiner Meinung nach das ständige wechselnde Stockgewicht und die regen Flugbetrieb zwischen zwei benachbarten Völkern erklären. Einmal ist das linke Volk schwerer, dann das rechte usw. Füttern, so mach’s ich jetzt, steht’s einen ganze Bienenstand gleichzeitig durch aufsetzten einer Leerzarge und Futtereimer.

Zurück zum Siebkübel, dieser ist auch gut zum Abfüllen hab ich gelesen. Bei niedrigem Wassergehalt werden dann die Siebe halt gezogen. Vielen Danke! Jetzt hab ich Klarheit wie zügiges Schleudern bei 4 bis 8 Völker aussehen könnte. :thumbsup:

Gruß Peter
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Re: Honig sieben

Beitragvon honigmaul » 10. Januar 2012, 20:02

Hallo Peter!

Da hätte ich ev. für dich eine Lösung:

http://www.biorat.de/heissluftentdeckeln.html

Ich habe es selbst noch nicht ausprobiert, ich habe aber gehört, dass es noch besser funktionieren sollte wie mit einem starken Fön.

MfG
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Re: Honig sieben

Beitragvon Simon » 10. Januar 2012, 21:18

beeatwork hat geschrieben:Zurück zum Siebkübel, dieser ist auch gut zum Abfüllen hab ich gelesen.

Besser finde ich diese Variante, spart einiges an Reinigung: viewtopic.php?f=26&t=650&p=4474
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Honig sieben

Beitragvon beeatwork » 11. Januar 2012, 20:01

Hallo Simon,

zwar nicht mit den Rapido, doch genau so hab' ich es auch gemacht an einem warmen Nachmittag, 30°C waren’s wohl. Deckel mit Abfüllhahn wieder drauf, gekippt, erstes Glas abgefüllt, und dann - kommt der Eimerdeckel mit Hahn und den haben Eimerinhalt Honig entgegen. Soviel faste das Standardhonigglas nicht. Die Sauerei durfte ich bevor meine Frau nach Hause kam mit unsäglichem Groll aufputzen. (Die bis dahin lauten Kinder waren, nach meinen Fluch auch merklich leiser und sehr gespannt wie’s weiter geht)

Honigeimerdeckel von CFM und SIG passen nur annähert auf einander des fehlen ca. 0,5mm auf den ø. Diese Rasten ein, halten jedoch den Druck des dahinter liegenden 12kg Honigs nicht aus. Dieses Erlebnis wünsche ich keinen anderen.

Es kann auch sein, dass sich die Dichtlippe durch das Einlegen der Lebensmittelfolie aufbiegt und die Deckel nicht mehr sicher einrasten läst.

Gruß Peter
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Re: Honig sieben

Beitragvon Simon » 11. Januar 2012, 20:17

beeatwork hat geschrieben: und dann - kommt der Eimerdeckel mit Hahn und den haben Eimerinhalt Honig entgegen

1x habe ich das miterlebt, 25kg warmer flüssiger Waldhonig auf dem Weg Richtung Boden. Seitdem lege ich meinem Abfüllteam den Spanngurt nahe, bisher werden meine Mahnungen ignoriert, ich warte auf den 2. GAU. :lol:
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Honig sieben

Beitragvon TraugottStreicher » 12. Januar 2012, 20:08

Rechne Deinem Abfüßllteam einmal vor, wieviel Paar Schuhe / MickeyMaus-Hefte / Rollatoren man dafür kaufen kann... ;) Schade um den schönen Honig.
Mit freundlichen Grüßen - Traugott Streicher
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Re: Honig sieben

Beitragvon beeatwork » 2. Juli 2012, 19:47

Hallo Kollegen,

als das Sieb funktionier bei 3 Völkern sehr gut. Wachs schwimmt auf der Honig fließt durch den oberen Hahn in den 12kg Eimer ab.

Wann das Sieb verstopft habe ich noch nicht herausbekommen, da im Raum Leonberg die Honigernte 2012 sehr, sehr klein ausgefallen ist.
Schreibe meine Erfahrungen sobald ich mehr als 4 Völker im einem Zug abschleudere.

Gruß Peter
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