Hat Ableger noch eine Chance?

Hat Ableger noch eine Chance?

Beitragvon Achim » 19. Mai 2013, 21:34

Am 09.05.13 habe ich als Neuimker zum ersten mal Ableger gemacht und zwar nach der Methode von Pia Aumaier als 1-Waben-Ableger. Ich habe zwei Ableger gemacht, von jedem meiner beiden Völker eines. Da ich als Anfänger keine Futterwaben übrig habe, konnte ich nur noch zwei, je auf einer Seite zu ca. 1/4 gefüllte Futterwaben dazugeben. Mehr war vom Winter nicht übrig. Dafür habe ich Flüssigfutter gegeben. Je Volk ca. 1 Liter (Zucker zu Wasser 2:1).

Heute habe ich nachgeschaut ob alles o.k. ist. In beiden Ablegern sind verdeckelte Weiselnäpfchen vorhanden. Soweit so gut. Ein Ableger hat jedoch fast alle Bienen verloren. Nur noch eine Hand voll verstört wirkender Bienen war übrig. Alle anderen waren weg. Es lagen auch sehr viele tote Bienen auf dem Boden. Einige tote und halbtote Bienen steckten kopfüber in Waben. Das Flüssigfutter war bei beiden Ablegern komplett verbraucht. Ich würde sagen die sind verhungert. Schnell habe ich (beide) Ableger nachgefüttert.

Eigentlich würde ich sagen der schwache Ableger hat keine Chance mehr, aber es ist noch verdeckelte Brut vorhanden. Kann diese Brut noch schlüpfen? Oder ist es bei diesen Temperaturen ausgeschlossen, dass ohne (ausreichend) wärmende Bienen sich diese noch weiterentwickeln? Das gleiche gilt für das verdeckelte Weiselnäpfechen. Kann dieses noch schlüpfen? Zumal, als ich reingeschaut habe, sich in diesem Bereich keine Bienen aufgehalten haben.
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Re: Hat Ableger noch eine Chance?

Beitragvon Galvon » 19. Mai 2013, 23:00

Moin,

kurz meine Erfahrung bzw. Rat:

Diese 1-Waben-Ableger sollten immer Futter-/Pollen- und Wasserwabe (Leerwabe mit Wasserzerstäuber besprüht) bekommen sowie ausreichend Bienen (kurz mit Wasser ansprühen und in den Ableger schlagen, auf Kö achten dabei (8;) ) damit 3 Wabengassen besetzt sind. Ich bilde solch Ableger (allerdings mit 2 oder 3 Brutwaben) am Nachmittag (bei gutem Flugverkehr), veschliesse den Ableger bis zur Dunkelheit, öffne dann das Flugloch (max. 5 cm groß, besser nur 3 cm) und "verstopfe" dies mit Tujazweigen damit die evtl. vorhandenen Flugbienen sich neu einfliegen (klappt zu 99,99 %).

Dann wird der Kasten 4 Wochen nicht geöffnet, kurze Nachschau ob Kö + Brut vorhanden....wenn ja ab diesem Zeitpunkt Zufütterung alle 2 Tage mit einer kleinen Menge Futterteig oben auf die Waben. Meist Ende Juli ist der Kasten wieder voll mit Bienen...mit Glück kann man diesen Ableger gar zweizargig einwintern.

Wenn man neu beginnt und nicht genügend Futter- oder Leerwaben hat (kennt jeder Anfänger :( ), sollten Ableger etwas stärker gebildet werden. Am besten...wenn du deine Volksanzahl aufstocken willst, löse ein Volk nach der Frühtrachtschleuderung (ca. Mitte Juni, je nach Wetter/Tracht) auf und bilde aus diesem starken Volk 3 - 4 Ableger....da hast genügend Brut für jeden, ausreichend Pollen und auch Futter (notfalls einem Ableger noch eine halbe Honigwabe einhängen.

Viel Erfolg dabei...

PS: Den einen schwachen Ableger würde ich neu bilden...es ist noch sehr früh im Jahr....da kommt es nicht auf die verlorene Woche an. ;)
Lieben Gruß

Andreas

Ich imker mit den Landmädels (15 Völker) im DNM (10/11/12 Rähmchen) und arbeite ohne Drohnenrahmen! Ab 2014 Test und evtl. Umstieg auf Dadant Blatt 12er!
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Re: Hat Ableger noch eine Chance?

Beitragvon Bienenfreund » 20. Mai 2013, 07:52

Hallo
Es ist schon traurig wenn man sowas liest
Ich persönlich halte von solchen Tips und Ratschlägen vom erstellen von Ablegern mit einer Brutwabe nicht für empfehlenswert wenn gerade wie bei Anfängern die nötige Praxiserfahrung sowie Bienenlebenskenntnisse und Bedürfnisswissen fehlen.Wenn solche hochqaulifizierten Bienenlehrer und Lehrerinnen solche Tips in Umlauf bringen sollten sie auch mal zu Ende denken gerade wenns wie augenblicklich mit dem Wetter nicht optimal läuft gehts doch häufig voll daneben und bringt mehr Schaden wie Nutzen.Sowas in Imkerzeitungen dann noch zu verbreiten ist schon gedanklich zweifelhaft zu beurteilen.Wer muss eigentlich einen Ableger mit einer Brutwabe erstellen eigentlich niemand denn unter drei Brutwaben ist es auch teilweise ein Leiden für die Bienen kann jeder beobachtungsmäßig auch selbst nach vollziehen wenn er in der Lage ist und genauer hinschaut
Aber egal jeder kanns ja sehen wie er will.
Hab ja auch schon einige Ableger an Anfänger abgegeben b.z.w. verschenkt als Starthilfe und leider ist die Mehrheit nicht erfolgreich damit umgegangen und Bienengerecht klar gekommen
imkerliche grüße
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Re: Hat Ableger noch eine Chance?

Beitragvon Lukas » 20. Mai 2013, 09:10

Meine Anfänger-Erfahrung mit einem 1 Waben-Ableger in diesem Jahr war diese: habe einen Ableger mit nur einer Wabe und den aufsitzenden Bienen erstellt. Keine Bienen zusätzlich eingekehrt. Dazu Leerwabe, Baurahmen und eine Futterwabe eingehängt. Den Ableger habe ich ganz in die Nähe einer Apfelanlage gestellt. Nach einem Monat war der Ableger topfit, die Futterwabe nicht erkenntbar angebraucht und sogar in der Brutwabe eine handgroße Fläche Honig eingelagert, trotz des absolut miesen Wetters. Also statt Futterverbrauch sogar Überschuss.
Der zweite Ableger hingegen starb mir innerhalb einer kalten Nacht dahin und bat das selbe Bild wie bei dir. Tote Bienen unten, ein zusammensitzendes Häufchen verstörter Bienen, viele kopfüber steckende Bienen (tot). In meinem Fall war jedoch Futter im Überfluss vorhanden und es fehlte auch nichts. Im Nachhinein denke ich, die Brutwabe war nicht ganz so stark besetzt und beim Versuch das ganze Brutbrett zu wärmen waren die Bienen überfordert und sind unterkühlt. Durch jede ausfallende Bienen verstärkt sich das natürlich und übrig bleibt eine Hand voll Bienen am wärmsten oberen Rand die dann auch sterben. Von der Brut schlüpft natürlich nichts mehr.
Klappt alles gut, bekommt der Ableger Tag für Tag Verstärkung und die Brutfläche verkleinert sich, sodass sich die Lage stabilisiert. Vielleicht war also auch dein Ableger einfach etwas zu schwach und die Temperatur in den ersten Tagen zu kühl. (Erklärungsversuche eines Anfängers :-))
Ich werde Ableger nur noch bei angekündigtem Warmwetter und mit min. 2 Waben machen. Dieses Trauerbild möchte ich nicht noch mal sehen.
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Re: Hat Ableger noch eine Chance?

Beitragvon Buckfastfreund » 20. Mai 2013, 09:44

Hallo Achim. Deine Ableger sind ausgeraubt worden. Das kommt durch die zu frühe Zuckerwasser Fütterung.
Ableger bilden: Links/rechts je eine Futterwabe. Dazwischen dann die Brutwabe. Sollten keine ausreichende Anzahl Futterwaben zu Verfügung stehen ,nimm Brutwaben mit großer Monigkappe/Futterkappe in der Wabe. Flugloch verkleinern so das nur eine Biene dadurch kann. Und schüttel von drei Brutwaben mit jüngster Brut die Pflegebienen dazu. Diese Jungbienen erzeugen den Futtersaft. Keinesfall wie hier an anderer Stelle geraten mit Wasser die Bienen besprühen, oder Flugloch zu machen, weil nur die Flugbienen abfliegen und das ist ausdrücklich erwünscht. Mehrfach über den Stand im laufe des Tages verstellen und erst Abends nach Beendigung des Bienenflugs an den endgültigen Standplatz setzen. Ableger 3 Wochen beobachten und auf die Hände setzen.
Nach 3 Wochen schauen ob Du Stifte findest.Wenn ja, erst jetzt mit kleinen Portionen flüssig fütten und vorsichtig mit Mittelwand nach und nach erweitern. Verteidigen sich jetzt besser. Versuche mal mit Weitzensierup oder Maissierup zu füttern, weil das nicht so riecht. Ansonsten dünnflüssig 1X1 Zuckerwasser, das regt den Bautrieb an. Und immer erst spät Abends nach Beendigung des Bienenflugs füttern. Es ist darauf zu achten das immer genügend freie Zellen für die Eiablege der Königin zur Verfügung stehen.

Gruß Buckfastfreund
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Re: Hat Ableger noch eine Chance?

Beitragvon Achim » 20. Mai 2013, 20:19

Hallo,

vielen Dank für Eure Antworten. Nachdem ich den Beitrag von Lukas gelesen habe, denke ich jetzt auch, dass es wohl an den niedrigen Temperaturen kombiniert mit zu geringer Bienenzahl gelegen hat. Warum sonst hat der von Anfang an stärkere Ableger scheinbar alles problemlos überstanden.

Da die Ableger ca. 4 km entfernt von meinen anderen Bienen aufgestellt sind, glaube ich eher nicht an Räuberei von außen her. Wobei ich nicht ausschließen kann, dass der starke Ableger den Schwachen ausgeraubt hat.

Ich werde es nächstes Wochenende noch einmal probieren und nochmals zwei Ein-Waben-Ableger machen. Auf eine andere Ablegermethode möchte ich dieses Jahr nicht umstellen. Beim nächsten Ableger werde ich aber genau darauf achten, dass die Wabe auf beiden Seiten wirklich gut mit Bienen besetzt ist.
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Re: Hat Ableger noch eine Chance?

Beitragvon Simon » 20. Mai 2013, 20:55

Wer auf Nummer sicher geht, nimmt eine Brutwabe und zusätzlich eine besetzte Randwabe mit Futter. Ein Brutbrett mit den ansitzenden Bienen kann zu wenig sein, vor allem wenn man beim Schröpfeingriff zu lange wartet und Bienen von den Waben flüchten. Immer kontrollieren ob die Wabe genügend Bienen enthält, lieber ein paar Bienchen mehr, mehr Brut ist nicht notwendig.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Hat Ableger noch eine Chance?

Beitragvon Simon » 21. Mai 2013, 12:46

Bienenfreund hat geschrieben: Ich persönlich halte von solchen Tips und Ratschlägen vom erstellen von Ablegern mit einer Brutwabe nicht für empfehlenswert wenn gerade wie bei Anfängern die nötige Praxiserfahrung sowie Bienenlebenskenntnisse und Bedürfnisswissen fehlen.

Grundlage dieser Methode ist diese Veröffentlichung von Pia Aumeier: http://www.imkerschule-sh.de/sites/defa ... n_Volk.pdf
Leider gibt es oft erst Rückmeldungen wenn etwas nicht funktioniert, dass diese Methode gut funktioniert und für "Kleinimker" eine gute Möglichkeit der Vermehrung ist, habe ich selbst schon mehrfach getestet. Vielleicht berichtet Achim noch wie stark seiner Einschätzung nach die Brutwabe bei der Bildung besetzt war. Auch ich werde von der Aufteilungsaktion eines abgeschwärmten Volkes berichten, 9 Ableger aus einem abgeschwärmten Volk sind sicherlich kein Problem; stark gebildete Ableger machen mehr Arbeit, mehr Varroa, mehr Risiko.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Hat Ableger noch eine Chance?

Beitragvon Joachim » 21. Mai 2013, 14:00

Ich stimme da Simon voll und ganz zu. Eine gut besetzte Brutwabe (damit meine ich dickvoll) sowie eine Randwabe (Futter) die mit Bienen besetzt ist reicht vollkommen aus um ein überlebensfähigen Ableger zu erstellen, der es schafft bis Sepmteber Überwinterungsstärke zu erreichen.

Ich setze diese "art" der Bildung in meiner Imkrei schon mehrere Jahre erfolgreich ein - ich muss sagen, dass das Aussfallrisiko im Bezug "nach der Bildung" nahezu gen Null geht.

Ein weitaus größeres Risiko besteht darin, dass die vom Ableger gezogene und selbst selektierte Königin nicht vom Begattungsflug heimkehrt oder es bei der Begattung zu Probelemen gekommen ist, was dann zu einem Ausschluss führen würde.

Wenn in der Abelgerbildung 3 oder sogar mehr Brutwaben vom "Spendervolk" zum Einsatz kommen muss man sich, und das möchte ich hier deutlich sagen, im klaren sein, dass dies zu lasten des Honigertrages des/der Wirtschaftsvolkes / völker geht.

Groß gebildete Ableger brauchen mehr Zuwendung in Form von Futter und Kontrollen; sollten die Abelger nicht gleich in der endgültigen Zarge erstellt worden sein kann es sogar passieren, dass der Abelger abschwärmt - dann war die ganze Mühe und der ganze Einsatz umsonst.

Ein aus 1 Brutwabe, 1 Futterwabe 1 Baurahmen sowie einer Mittelwand erstellter Abelger ist "pflegeleicht" - Man erweitert diesen auf Bedarf. Das einzigste was auf jeden Fall beachtet werden muss sind folgende Punkte:

> Brutwabe direkt an die Beutenwand, dann Baurahmen, dann Mittelwand, dann Futterwabe
> Flugloch maximal daumendick
> Abelgerbildung bis ende Mai mit 1 gedeckelten und dick mit Bienen besetzte Brutwabe; ab Juni müssen/sollten es 2 Brutwaben sein um genug Bienenmasse zu haben
> Behandlung des Ablegers mit 15% Milchsäure (Sprühverfahren) sobald alle Brut geschlüpft ist um die Milbenzahl im Abelger gering zu halten
> regelmäßige kleinere Futtergaben mit Zuckerwasser - dies regt den Bautrieb des Abelgers

so kann man, wenn alle Faktoren mitspielen, ein Überwinterungsfähiges Volk bis Semptember großziehen, und das mit wenig Einsatz an Material und ohne dass die Bildung des Abelgers sich negativ auf den Honigertrag auswirkt.
Viele Grüße
Joachim
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Re: Hat Ableger noch eine Chance?

Beitragvon Michael » 21. Mai 2013, 18:24

ich bilde gerne Ableger aus drei,vier Waben letztes Jahr sogar nen SBA aus sechs Waben. Wenn es genügend Nahrungsangebot gibt braucht man diese Völker bis zur Winterfütterung rein garnichts zu füttern....

Die Sache mit der Varroa kann ein Problem sein ist aber kein muss. Es kommt darauf an wieviele Milben im Witschaftsvolk sind. Ich hatte nur einmal ein Problem bei Jungvölkern im Herbst wegen Varroa hatte damals dann bedampft es sind bei einem 2500 Milben und beim anderen 1500 Milben gefallen.

Ich bilde lieber Ableger die stark genug sind um sich selbst zu versorgen. Mir ist es zu umständlich noch bei den Einwabenablegerchen mit nen Tertrapack hinterherzurennen.....

Grüße
Michael ;)-
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Re: Hat Ableger noch eine Chance?

Beitragvon Plonsi » 21. Mai 2013, 18:41

Ich denke, dass man die Ableger auch größer bilden kann damit sie sich selbst versorgen können. Aber wenn man seinen bestand aufstocken will, sind die Einwabenableger echt ne sehr gute einfache Sache finde ich!
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Re: Hat Ableger noch eine Chance?

Beitragvon Manuel79 » 21. Mai 2013, 19:15

Ist es jetzt eigentlich noch früh genug für Ein-Waben-Ableger? Ich wollte nächstes Wochenende einen erstellen, aber Pia Aumeier schreibt ja, dass man ihn bis Mitte Mai machen soll. Nur dieses Frühjahr ist ja alles etwas später. Außerdem hab ich bislang auch keinen Außenstand, auf den ich den Ableger bringen könnte. :hmm:
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Re: Hat Ableger noch eine Chance?

Beitragvon Achim » 21. Mai 2013, 19:27

Hallo Simon,

im Nachhinein muss ich sagen, dass der verunglückte Ablege zu schwach gebildet war. Sowohl was die Bienenzahl, als auch die verdeckelte Brut betrifft, war er nur ca. ½ so groß wie der andere, stärkere Ableger, den ich am gleichen Tag unmittelbar zuvor gebildet habe. Die Brutwabe des ersten Ablegers war vorschriftsmäßig mit 2/3 verdeckelter Brut gefüllt und sogar fast vollständig mit Bienen bedeckt.

Da ich den starken Ableger zuerst gebildet habe, hatte ich danach das Gefühl sparsamer mit der mir zur Verfügung stehenden „Bienenmasse“ umgehen zu müssen. Schließlich wollte ich den Honigertrag meiner Völker nicht unnötig mindern und von den Völkern 14 Tage später noch je einen 2. Ableger bilden. Hier muss der Schwabe in mir durchgebrochen sein ;)

Ich dachte, dass ein Anfang/ Mitte Mai gebildeter Ableger ja noch reichlich Zeit zum Entwickeln hat und daher ruhig knapp gebildet werden kann. Auf die Idee, dass die Großwetterlage auf Dauer so schlecht wird und sich ein so kleiner Bienenhaufen dabei unterkühlen könnte, wäre ich im nie gekommen.

Die Angabe von Pia Aumeier, eine Wabe mit 2/3 verdeckelter Brut und zu ½ mit Bienen bedeckt zu erstellen, ist als Untergrenze zu sehen. Ein noch schwächerer Ableger hat wohl bei besserem Wetter durchaus eine Überlebenschance, aber nicht bei den diesjährigen dauerhaft kühlen Wetterverhältnissen.

Über meinen weiteren – hoffentlich- Erfolg oder Mißerfolg bei der Ablegerbildung werde ich euch berichten.
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Re: Hat Ableger noch eine Chance?

Beitragvon Plonsi » 21. Mai 2013, 20:55

Manuel79 hat geschrieben:Ist es jetzt eigentlich noch früh genug für Ein-Waben-Ableger? Ich wollte nächstes Wochenende einen erstellen, aber Pia Aumeier schreibt ja, dass man ihn bis Mitte Mai machen soll. Nur dieses Frühjahr ist ja alles etwas später. Außerdem hab ich bislang auch keinen Außenstand, auf den ich den Ableger bringen könnte. :hmm:


Is ja auch immer die frage ob mit oder ohen SZ oder ob ne Königin beigesetzt wird.
Wenn man eine SZ dabei hat welche schon recht weit ist, wäre es ja genauso, als hätte man einen Ableger ne woche eher gebildet ohne SZ. Ich glaube nicht das jemand sowas auf 2-3 Wochen genau festlegen kann oder?! sonst würde ich 2 einwabenableger machen und wenn ich im Sep/Okt merke das sie zu schwach werden vereinigen dann habe ich immer noch ein starkes Wintervolk oder habe ich jetzt da einen Denkfehler?
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Re: Hat Ableger noch eine Chance?

Beitragvon Buckfastfreund » 22. Mai 2013, 17:33

Plonsi hat geschrieben:
Manuel79 hat geschrieben:Ist es jetzt eigentlich noch früh genug für Ein-Waben-Ableger? Ich wollte nächstes Wochenende einen erstellen, aber Pia Aumeier schreibt ja, dass man ihn bis Mitte Mai machen soll. Nur dieses Frühjahr ist ja alles etwas später. Außerdem hab ich bislang auch keinen Außenstand, auf den ich den Ableger bringen könnte. :hmm:


Is ja auch immer die frage ob mit oder ohen SZ oder ob ne Königin beigesetzt wird.
Wenn man eine SZ dabei hat welche schon recht weit ist, wäre es ja genauso, als hätte man einen Ableger ne woche eher gebildet ohne SZ. Ich glaube nicht das jemand sowas auf 2-3 Wochen genau festlegen kann oder?! sonst würde ich 2 einwabenableger machen und wenn ich im Sep/Okt merke das sie zu schwach werden vereinigen dann habe ich immer noch ein starkes Wintervolk oder habe ich jetzt da einen Denkfehler?


Hallo Manuel. Natürlich kannst Du jetzt noch 1 Waben Ableger bilden. Flugloch darf nur eine Biene durchkönnen. Zwei Ableger gibt dann natürlich mehr Sicherheit wenn eine Königin mal nicht vom Begattungsflug zurück kommt. Dann kannst Du die Ableger vereinigen. Vor Flugloch abfegen und die Bienen einlaufen lassen. Regelmäßige kleine Futtergaben 1X1 fördert den Bautrieb und die Legeleistung der Jungkönigin aber erst flüssig füttern wenn die Jungkönigin legt und immer Abends nach Beendigung des Bienenflugs. Es ist darauf zu achten das die Königin genügend leere Zellen für die Eiablage hat. Notfalls kann der Ableger auch durch die Gabe von einer schlüpfenden Brutwabe aber ohne ansitzende Bienen verstärkt werden.

Gruß Buckfastfreund
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