Wie "schlimm" ist Schwarmlust?

Wie "schlimm" ist Schwarmlust?

Beitragvon Nils » 9. Mai 2014, 19:30

Hallo,

mal eine ganz dumme Frage. :D Wie "schlimm" ist es eigentlich die Schwarmlust wirklich?

Ich habe in diesem Jahr keine Drohnenbrut geschnitten, nicht geschröpft, weder Brut noch Bienen entnommen. Dafür sind meine Völker in den letzten Wochen so stark gewesen, daß ich fast schon Angst davor hatte. Alle Zargen bummvoll. Sie haben in diesem Frühjahr 20 Waben ausgebaut (2 BR, HR) und die HR sind schon relativ schwer! Bei jeder Nachschau bemühte ich mich zusätzlich Platz zu schaffen durch Entnahme von Pollenwaben, verhonigten Brutwaben etc. (Leider hatte ich aber nur MW).

Natürlich ziehen sie jetzt Schwarmzellen. Und zwar alle Völker, egal welches Alter die Königin hat. Auch die vom letzten Jahr. Aber ist das so schlimm? Der Raps wird bald verblüht sein und dann ist Trachtpause. Ist das eigentlich nicht die optimale Zeit für den Schwarmtrieb?

Wenn ich nun die alte Königin in einen Ableger entnehme, im Muttervolk 1 Zelle stehen lasse (oder die eine oder andere Zelle für einen kleinen Ableger oder Apidea nutze), dann sollten die Völker doch theoretisch in 2-3 Wochen wieder durchstarten mit einer jungen Königin - und das Schwarmthema wäre erledigt. In 4-5 Wochen stünden dann neue Sammlerinnen bereit - also Anfang/Mitte Juni. Passend zur Waldtracht?

Jetzt bin ich aber absoluter Greenhorn und Anfänger - sind meine Gedanken so falsch? Was meint ihr dazu?

Danke :-)

Nils
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Re: Wie "schlimm" ist Schwarmlust?

Beitragvon Simon » 9. Mai 2014, 21:33

Nils hat geschrieben: im Muttervolk 1 Zelle stehen lasse

Hallo Nils,
mit der Schwärmerei lernt man die Bienen und das Imkern kennen, mir schwärmte gestern ein Volk ohne gedeckelte Schwarmzellen, alle Schwarmzellen wurden ein Tag vorher gebrochen (nach heutiger Kontrolle war das so), wenn die mal drauf sind machen die das. Wenn du eine Zelle übersiehst bei deiner Aktion, kann es einen Schwarm geben. Der Schwarmimpuls steckt in der Bienenmasse und in der Königin, man muss die beiden trennen.

Ein Schwarm ist was tolles wenn man ihn erwischt.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
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Re: Wie "schlimm" ist Schwarmlust?

Beitragvon Martin » 10. Mai 2014, 00:37

Seit mehreren Jahren lassen wir die Bienen schwärmen, wenn sie möchten. Die Weiselzellenbrecherei ist eigentlich nur nervig und führt oft nicht zum erwünschten Erfolg. Auch ist dieser Massiveingriff vollkommen wider der Natur der Biene. Für die Bienen ist das Schwärmen ein wesentliches Ziel ihres Daseins. Es ist der Höhepunkt im Jahr, auf den sie zufiebern. Unsere fünf Völker sind knackig kräftig. In zehn Jahren hatten wir nur einen Verlust. Wenn wir einen Schwarm fangen, versuchen wir ihn möglichst zurückzukippen oder später im Jahr zu vereinigen. Klar hat man weniger Honig - aber uns gehts um die Bienen.

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Re: Wie "schlimm" ist Schwarmlust?

Beitragvon indi » 10. Mai 2014, 05:21

Martin hat geschrieben:Seit mehreren Jahren lassen wir die Bienen schwärmen, wenn sie möchten. Die Weiselzellenbrecherei ist eigentlich nur nervig und führt oft nicht zum erwünschten Erfolg. Auch ist dieser Massiveingriff vollkommen wider der Natur der Biene. Für die Bienen ist das Schwärmen ein wesentliches Ziel ihres Daseins. Es ist der Höhepunkt im Jahr, auf den sie zufiebern. Unsere fünf Völker sind knackig kräftig. In zehn Jahren hatten wir nur einen Verlust. Wenn wir einen Schwarm fangen, versuchen wir ihn möglichst zurückzukippen oder später im Jahr zu vereinigen. Klar hat man weniger Honig - aber uns gehts um die Bienen.

Martin


hm...
jetzt hab ich es 5 mal gelesen und es steht immer noch da.
es geht euch um die bienen?
welche?
die, die geschwärmt sind und ihrem nahe zu sicherem Tod entgegen fliegen?
naja, wenigstens hat ab und zu mal ein schwarm das glück und darf weiter leben.
"Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann" weisheit der Indianer
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Re: Wie "schlimm" ist Schwarmlust?

Beitragvon Martin » 10. Mai 2014, 22:31

indi hat geschrieben:es geht euch um die bienen?
welche?
[/color]


Hi Indi,

wie so oft in der Natur primär um die weiblichen.

Tschüß
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Re: Wie "schlimm" ist Schwarmlust?

Beitragvon hobbee » 11. Mai 2014, 06:38

Danke indi!
Genau so ist es, wir lieben die Natur..... Eingriffe des Menschen sind wieder die 'Natur des biens', usw. und so fort, etc. pp. Ich kann es echt nicht mehr hören.
Und weil wir respektive ich gerade dabei bin: Die allergrößten Delinquenten sind einige Bioimker, die auf "Pestizide" rumreiten und jedes Fleckchen Raps abgrasen. Mir hat gerade so ein Ochse 200 m vor einen 20er Stand 15 Völker gestellt (natürlich DIREKT an den Rapsschlag), aber diese 'Bio-Bienen' dienen ja der Natur und meine werden 'ausgebeutet'. Diese Biobienen dürfen hübsche Holzbeuten bewohnen, meine hausen in Chemiebeuten aus Polystyrol, meine müssen für mich schuften, die Bio-Bienen dürfen sich des Müßigganges befleißigen. Und wenn ich Raps-Biohonig lese, verzweifle ich an der grenzenlosen Dummheit der Menschheit.

Mit anderen Worten, ein gewisser Teil der Imkerschaft, geht mir zunehmend gehörig auf den Zeiger. Bio-Honig ist aus fachlicher Sicht eine reine "Verarsche", wenn ich das mal so deutlich ausdrücken darf.

Und erst die Horrorgeschichten mit den Winterverlusten.... Ich bin drei Jahre bei meinem Paten bei durchschnittlich 45 WV mitgegangen. In den Jahren 2009-11 hatte er insgesamt 2 Drohnenbrütige und 2 Totalverluste. Macht 4 auf 135 Völker. Aber die Säurebehandlungen wurden generalstabsmäßig durchgeführt. Und die Völker wurden immer in den Raps gestellt und alle Schläge wurden blütengespritzt. Manche suchen sich tausend Ausreden für ihre eigene Unfähigkeit: "Wenn der Imker nicht schwimmen kann, liegts an der Badehose."
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Re: Wie "schlimm" ist Schwarmlust?

Beitragvon HaroldBerlin » 29. Mai 2014, 12:23

hobbee hat geschrieben:Mit anderen Worten, ein gewisser Teil der Imkerschaft, geht mir zunehmend gehörig auf den Zeiger. Bio-Honig ist aus fachlicher Sicht eine reine "Verarsche", wenn ich das mal so deutlich ausdrücken darf.


Hallo Hobee,

eigentlich wollte ich im ersten Moment einen ironischen Beitrag schreiben, aber es kam etwas anderes bei raus :)

Bio-Imkern sind Biowachs oder eigener Wachskreislauf, unlackierte Holzbeuten und Bio-Zucker für die Überwinterung mindestens vorgeschrieben. Bei entsprechenden Verbänden wie Demeter und C. kommen dann nach Auflagen für die Königinnenzucht, Schwarmbehandung und Überwinterung auf Eigenhonig hinzu... Das alles ist teurer genau wie die Zertifizierung. Ob es soviel teurer ist, wie der Bio-Honig dann erlöst, ist die Frage. Das ist dann eben Marketing. In Berlin gibt es Imker, die für das 500gr-Glas 5,50 Euro und mehr erlösen - und welche, die es wohl für 3,50 Euro inkl. Glas verramschen... Sehe ich persönlich so.

Was mich daran stört ist, dass es - und das zum Glück - in der Imkerei einen viel kleineren Unterschied zwischen konventionell und Bio-konform erzeugten Produkt gibt, der aber extrem betont wird. Udn das stört wohl auch Dich.
Bio-Wachs aus Afrika und Bio-Zuckerrohr aus Südamerika, für den Regenwälder abgeholzt werden machen für mich persönlich gar keinen Sinn und pervertieren den Gedanken von Bio. Genau wie Versandschwärme aus Italien und Massenabschwefeln von Völkern, weil die Winterpflege zu teuer ist, schlimme Entwicklungen sind!

Da ich mit Holzbeuten arbeite und keine Versandschwärme nutze und seit diesem Jahr auch eigene Kömniginnen ziehe, sind die Unterschiede gering:

Beuten bei mir lackiert - aus Spaß an der Farbe und weil ich sie als Eigenproduktion möglichst lange erhalten will ;), Biofarben sprengen mein Budget.
kein Biowachs - war mir zu teuer neben all den andern Anschaffungen und ich strebe irgendwann einen eigenen Wachskreislauf und
kein Biozertifizierung an - für eine kleine Imkerei meiner Meinung nach zu teuer und zu aufwendig sowie weniger Kunden die bereit sind, den höheren Preis zu bezahlen.
kein Biozucker - ist ein Kostenpunkt und da er eh nicht mit dem späteren Produkt in Berührung kommt, ist es mir nicht wichtig. Sirup aus Genpflanzen lehne ich aber auch ab!

Als einzigen kritischen Punkt sehe ich bei meiner Betriebsweise das Wachs - da könnte ich mir Bio - wenn es nicht aus Afrika kommt - sehr gut vorstellen, weil es mit dem Honig in Berührung kommt und zudem ein ungutes Gefühl bleibt, was wohl in den verschiedenen Chargen drin ist!
Noch hier? Wir sind doch alle da: http://dreilichs.de/if/
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Re: Wie "schlimm" ist Schwarmlust?

Beitragvon bivypirat » 29. Mai 2014, 19:58

Hallo HaroldBerlin!

Du sprichst mir quasi aus der Seele!
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