Es gibt kein zu früh -

Es gibt kein zu früh -

Beitragvon Nils » 10. März 2014, 11:01

sondern nur ein zu spät!
Die Rede ist vom erweitern.

Ich frage mich: ist das wirklich so? Kann ich Völker, die jetzt schon 8 Rähmchen besetzen (tagsüber, Einzarger) jetzt schon erweitern ohne Schaden anzurichten?
Und wie schädigt man Völker durch ein zu früh? (Gesetz den Fall daß man nur aufsetzt ohne (!) Brutwaben hochzuhängen).
Entsteht durch den zusätzlichen (evtl. überflüssigen) Raum über der Brut wirklich so eine große Temperaturbeeinträchtigung? Oder isolieren die Bienen durch die Bienenmasse so gut, daß hier kein Schaden entsteht?

Letztes Jahr war ich zum erweitern zu spät dran (es war die erste Erweiterung meines Lebens ;) und das soll mir nicht mehr passieren. Ich war zu zögerlich, den "armen Bienen" sollte es nicht zu kalt werden! Simons Spruch "kein zu früh nur zu spät" geht mir dabei ständig durch den Kopf. Zwei Völker sind schon recht stark - beim Blick durch die Folie. Keine Ahnung wieviel Brut sie haben, ich traute mich noch nicht reinzuschauen. Trotzdem überlege ich, ob ich nicht bald aufsetzen soll/muß? Dieses Jahr muß es mir gelingen die Schwarmstimmung etwas einzubremsen!!

Die Salweide fängt an zu blühen, gibt aber wohl noch keinen Nektar. Die Bienen summen im Baum, bleiben aber nur kurz auf den Kätzchen sitzen. Es dürfte die nächsten Tage Nektar geben.

Was meint ihr?

Danke,

Nils
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Re: Es gibt kein zu früh -

Beitragvon Bienefix » 10. März 2014, 12:41

Hallo Nils,

wenn Du jetzt erweiterst, wirst Du kein Volk damit schädigen.
Dies würde nur dann passieren, wenn das Volk plötzlich anfängt in der Erweiterungszarge enorm zu brüten und es dann einen sehr krassen und andauernden Kälteeinbruch gäbe.
Dann könnte die noch relativ kleine Bienenmasse nicht mehr die gesamte Brut wärmen und diese müsste wieder ausgeräumt werden.
Ich glaube zum jetzigen Zeitpunkt jedoch weder an das eine (plötzliche enorme Brut in der Erweiterungszarge) noch das andere (Kälteeinbruch).

Aber schau Dir auch mal das Thema: "Leichter Imkern - Erweiterung nach unten" an: http://einfachimkern.de/viewtopic.php?f=12&t=552
So werde ich das dieses Jahr machen. Dann hast Du auch noch Zeit mit dem Erweitern.

Grüße
Dietmar
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Re: Es gibt kein zu früh -

Beitragvon Simon » 10. März 2014, 13:14

Die Befürchtungen von verkühlter Brut durch Erweiterung wird regelmäßig vorgebracht, beobachtet habe ich das noch nie, egal unter welchen Wetterbedingungen. Die Brut nimmt nur dann Schaden wenn es kein Futter mehr gibt. Ich sehe die Erweiterung mehr aus der Sichtweise der Zweckmäßigkeit der Völkerführung, bei starken Völkern gibt es kein zu früh, innerhalb einer Woche mit Tracht sind meist 3/4 der Zarge ausgebaut und die Kernwaben bestiftet. Bei schwächeren Völkern kann man auch schadlos aufsetzen, allerdings passiert da lange nichts, die Brut bleibt bei der Brut und wandert schleppend hoch, Erweiterung nach unten (später) macht da mehr Sinn.

- Frühe Erweiterung zur Salweide nach oben bei starken Völkern (gefüllte Kiste).
- Erweiterung nach unten bei schwächeren Völkern (5/6 Wabengassen) zur Kirschblüte, dann gleich mit HR.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
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Re: Es gibt kein zu früh -

Beitragvon Silversurfer » 10. März 2014, 17:04

Nils hat geschrieben:Es dürfte die nächsten Tage Nektar geben.

Es gibt Nektar. Bei meiner heutigen Durchsicht habe ich schon mehrere Waaben angetragen vorgefunden.

Cu
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Re: Es gibt kein zu früh -

Beitragvon Nils » 10. März 2014, 20:12

Danke für Eure Antworten und Dir Simon für diese gute Zusammenfassung!
Dann hoffe ich es richtig gemacht zu haben: 9 Rähmchen sind besetzt, das 10te nur ein wenig und auf 6-7 Rähmchen gibt es Brut (habe nicht alles durchgeblättert), auf der äussersten Brutwabe ist gut eine Handfläche verdeckelt. Im Überbau gibt es bereits (wenige) Larven, ca. 2-3 Tage alt.

Also habe ich erweitert, obwohl es heisst man muß warten bis sie unten durchhängen. Andere sagen dann sei man schon zu spät dran. Da sollst mal wissen wie's richtig ist ;)

Ich hoffe es paßt, obwohl mich die Minustemperaturen auf der Nachtwetterkarte ein wenig besorgt machen.

Danke Euch,

Nils
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Re: Es gibt kein zu früh -

Beitragvon Goran » 11. März 2014, 09:05

Hallo

Wo Ich das erste mal gehört habe ,habe ich mich auch gedanken gemacht,in regel passiert nichst weil die Bienen wärmen so viel Brut wieviel sie können,dazu die wärme weicht immer nach oben daher wenn es auch kalt ist wird es nichts passieren ,und so lange wie der Frost Nachtsüber ist und minus Temperatur,werden die ganz langsam und vorsichtig nach oben klettern ,die werden sich nicht ausdenen so lange bis nicht ausreichend Junge Bienen geschlüpft sind ,es kann nur zu spät sein ,dazu hast du oben denn warmen Luft welche die Beute warm hält ,und kann nicht ausweichen.

Mfg

Goran
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Re: Es gibt kein zu früh -

Beitragvon Buckfastfreund » 16. März 2014, 12:25

Nils hat geschrieben:sondern nur ein zu spät!
Die Rede ist vom erweitern.

Ich frage mich: ist das wirklich so? Kann ich Völker, die jetzt schon 8 Rähmchen besetzen (tagsüber, Einzarger) jetzt schon erweitern ohne Schaden anzurichten?
Und wie schädigt man Völker durch ein zu früh? (Gesetz den Fall daß man nur aufsetzt ohne (!) Brutwaben hochzuhängen).
Entsteht durch den zusätzlichen (evtl. überflüssigen) Raum über der Brut wirklich so eine große Temperaturbeeinträchtigung? Oder isolieren die Bienen durch die Bienenmasse so gut, daß hier kein Schaden entsteht?

Letztes Jahr war ich zum erweitern zu spät dran (es war die erste Erweiterung meines Lebens ;) und das soll mir nicht mehr passieren. Ich war zu zögerlich, den "armen Bienen" sollte es nicht zu kalt werden! Simons Spruch "kein zu früh nur zu spät" geht mir dabei ständig durch den Kopf. Zwei Völker sind schon recht stark - beim Blick durch die Folie. Keine Ahnung wieviel Brut sie haben, ich traute mich noch nicht reinzuschauen. Trotzdem überlege ich, ob ich nicht bald aufsetzen soll/muß? Dieses Jahr muß es mir gelingen die Schwarmstimmung etwas einzubremsen!!

Die Salweide fängt an zu blühen, gibt aber wohl noch keinen Nektar. Die Bienen summen im Baum, bleiben aber nur kurz auf den Kätzchen sitzen. Es dürfte die nächsten Tage Nektar geben.

Was meint ihr?

Danke,

Nils


Hallo Nils. Erweitert werden Einzarger immer bei der Weidenblüte. Es werden aber keine Waben hochgehangen. Die Bienen werden schon in den Raum gehen wenn er gebraucht wird. Wärmeverluste entstehen nicht, weil die Bienen nur die Brut wärmen und keine Räume. Die Bäume mit Kätzchen geben sowiso keinen Nektar weil es männliche Pflanzen sind. Nur die grün bleibenden Kätzchen geben Nektar, denn das sind die weibliche Pflanzen. Und zur Kirschblüte gibt es dann den Honigraum.

Gruß Buckfastfreund
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Re: Es gibt kein zu früh -

Beitragvon Simon » 16. März 2014, 23:04

Es gibt kein zu früh, rechtzeitig erweitern!


Starke Völker zur Salweidenblüte aufsetzen, schwächere Völker später zur Kirschblüte erweitern, dann den Honigraum und Brutraum geben.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
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Re: Es gibt kein zu früh -

Beitragvon Florian82 » 17. März 2014, 09:51

Hallo Simon

Wenn beim 2-zarger die untere Zarge leer ist bis auf 2-3 handflächengroße Futterstellen dann untere entfernen und oben aufsetzen oder so lassen?

MfG Flo
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Re: Es gibt kein zu früh -

Beitragvon Simon » 17. März 2014, 11:39

Florian,
mein Tipp: so lassen wie es ist, der Brutsitz in der zweiten Zarge ist vorteilhaft für den Einsatz des Absperrgitters.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
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Re: Es gibt kein zu früh -

Beitragvon Nils » 17. März 2014, 17:15

Danke Simon
für das Video, paßt gerade genau für mich :-)

Was würde passieren, wenn man eines der schachen Völker vom Anfang des Videos (7 Gassen) nach oben erweitern würde?

Florians Frage ist auch gut: bei einem Zweizarger mußte ich heute unten 4 Schimmelwaben entfernen (pfui-deibel...). Es war keine Brut aber noch ordentlich Futter und Pollen sowie frischer Nektar in den restlichen Waben. Ich wollte ihnen das nicht wegnehmen und habe Leerwaben zugehängt.
Die Brut ist oben, geschätzt auf 5 Rähmchen (habe nicht alles gezogen).

Frage:
wenn ich ohne Absperrgitter arbeiten will, wie gehe ich dann vor?
Brüten sie mir wieder "runter" - oder dann in den HR???

Danke,

Nils
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Re: Es gibt kein zu früh - Salweide

Beitragvon Bogli » 8. September 2014, 09:22

Bin beim Stöbern auf dieses informative und freundliche Forum gestoßen. Gefällt mir als Laien sehr gut. Und muss auch gleich mal dazwischen grätschen.

@Buckfastfreund:
Natürlich geben männliche Salweiden auch Nektar. Und zwar nicht zu knapp:
http://www.botanik-bochum.de/html/pflan ... caprea.htm
http://www.uni-bayreuth.de/pressemittei ... index.html

Man kann übrigens sehr einfach eigene Weiden ansiedeln. Nach dem Laubfall rund 50 cm lange, junge Triebe schneiden und 40 cm tief in den Boden stecken. Bis zum Frühjahr dürften die meisten bewurzelt sein. Und wer seine Umgebung beobachtet, wird wissen, wo die männlichen Weiden stehen. Wenn man die nah am Stand ansiedelt, freuen sich die Sammlerinnen. ;)
Gruß Bogli
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