Räuberei!

Räuberei!

Beitragvon Simon » 27. Februar 2010, 20:40

raeuber.JPG

An einem Standort gab es heute ganz schönen Futterneid, ein paar Völker haben ein schwaches ausfindig gemacht und bedienten sich hemmungslos. :o
Am Flugloch sieht man schmierige Wachsbrösel, die Futterwaben waren fast leergeräumt, das Volk befand sich in Auflösung, die Königin war aber noch vorhanden.
raeuber2.JPG

Manchmal hilft es ein Brett vor das Flugloch zu stellen, nicht aber in diesem Fall. Das beräuberte Völkchen wurde dem starken Nachbarn über Absperrgitter aufgesetzt. Das Flugloch des Nachbarvolkes wurde mit einem Schaumstoffstreifen eingeengt, er wird einfach hinter das Gitter klemmt. Die Räuberei löste sich zum Glück schnell auf.
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Re: Räuberei!

Beitragvon Immenfreund » 9. Juli 2011, 12:28

Habe heute auch eine Räberei beobachtet.

Mir war Flüssigfutter durch den Gitterboden getropft.
Habe sie dann mit 6 Giesskannen Wasser aufgelöst.

Was passiert da genau?
Die knabbern sich an den Hinterleibern den Lack ab?
Wer kämpft da in Überzahl gegen eine Biene? Die Verteidiger oder können das auch die Angreifer sein?
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Re: Räuberei!

Beitragvon Simon » 9. Juli 2011, 14:11

Immenfreund hat geschrieben:Was passiert da genau?
Die knabbern sich an den Hinterleibern den Lack ab?
Wer kämpft da in Überzahl gegen eine Biene? Die Verteidiger oder können das auch die Angreifer sein?

Die Räuber sind die abgekämpften schwarzleibigen Bienen. Die gierigen Räuber verlieren die Behaarung im hektischen Zweikampf, im wuseligen Gedränge und beim durchwaten der aufgerissenen schmierigen Vorräte. Es ist schwierig zu unterscheiden wer nun Räuber und Verteidiger ist, die Kämpfe finden auch auf dem Gitterboden statt, wenn die Folie abgenommen wird, fliegen die Räuber hektisch auf. Vielleicht kann man mit dieser Beobachtung das Verhältnis herausfinden.
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Re: Räuberei!

Beitragvon Karlheinz » 10. August 2015, 12:52

Hab den alten Fred aus aktuellem Anlass mal hervorgekramt.
Um 6:00 Uhr morgens im Bienenhaus nachgesehen, weil ich gestern spät Abends einen schwachen Ableger mit Api Invert flüssig gefüttert hatte (o,5l). Garantiert nicht gekleckert, weil bereits zuhause abgefüllt. Deckel auf, reinstellen, Deckel zu. 10 Sekunden.
Aber weil "jeder Räuberei meist eine Eselei des Imkers vorangeht"..... was hab ich falsch gemacht?
Flugloch 2 Finger breit, und heute morgen war die Hölle los. Das Volk wurde beräubert. Ich hab dann den Deckel geöffnet, die Räuber waren not amused..
Heute Mittag dann nochmal nachgesehen: Alles ruhig, Futter weg, der Ableger sitzt auf leeren Waben. Ich habe einen halben Liter Sirup nachgefüttert und das Flugloch noch weiter auf 1 Bienenbreite eingeengt.
Notfalls stelle ich noch einen Deckel vors Flugloch......
Kann es daran liegen, dass ich 2 Tage zuvor Waben zum putzen bei 3 anderen Völkern eingehängt habe?
Gruß
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Re: Räuberei!

Beitragvon Nigra » 10. August 2015, 13:37

Karlheinz hat geschrieben:Kann es daran liegen, dass ich 2 Tage zuvor Waben zum putzen bei 3 anderen Völkern eingehängt habe?


Jede Fütterung mit Honig oder Zuckerwasser verstärkt die Sucherei (versuchte Räuberei) in der direkten Umgebung.
Schwache Ableger stellt man spätestens nach der Sommersonnenwende besser nicht mehr in der Nähe von Wirtschaftsvölkern auf.
Ein separater Jungvolkstand in mehr als 3km Entfernung ist auch für den kleinen Imker oft eine Erleichterung. Ich habe Kollegen, die zusammen einen gemeinsamen Jungvolkstand betreuen, das hat auch seine Vorteile.
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Re: Räuberei!

Beitragvon FranzBurnens » 10. August 2015, 13:52

Karlheinz hat geschrieben: Ableger mit Api Invert flüssig gefüttert (o,5l).

Find ich bemerkenswert, weil es doch immer heißt: Sirup lockt nicht durch Geruch die Suchbienen an. Im Gegensatz zu Zuckerlösung.

Da bleib ich wohl der Einfachheit halber bei letzterem...
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Re: Räuberei!

Beitragvon FranzBurnens » 10. August 2015, 14:26

Karlheinz hat geschrieben: nochmal nachgesehen: Alles ruhig, Futter weg, der Ableger sitzt auf leeren Waben.


Vielleicht sitzen da auch nur noch die letzten Raubimmen, die noch nicht richtig kapiert haben, dass die Party erstmal vorbei ist.
Schwerlich vorstellbar, dass sich nach so einem Überfall die Ableger-Belegschaft zurücksortiert, als wäre nichts geschehen.
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Re: Räuberei!

Beitragvon Lukas » 10. August 2015, 18:47

FranzBurnens hat geschrieben:Vielleicht sitzen da auch nur noch die letzten Raubimmen, die noch nicht richtig kapiert haben, dass die Party erstmal vorbei ist.
Schwerlich vorstellbar, dass sich nach so einem Überfall die Ableger-Belegschaft zurücksortiert, als wäre nichts geschehen.


Kann mir das gut vorstellen. Hatte heuer einen Fall, dass ein Jungvolk ausgeraubt wurde. Als ich zufällig nachgesehen habe, lagen im Gitterboden 1cm hoch die Bienenbestandteile. Die Waben restlos ausgeräumt, das Volk am verhungern, aber zumindest noch da, auch die Königin. Keine Räuber in Sicht. Hab das Volk erstmal ganz verschlossen und gefüttert, am nächsten Tag das Flugloch einen Bienenbreit geöffnet. Das Volk entwickelt sich seitdem gut.
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Re: Räuberei!

Beitragvon Karlheinz » 10. August 2015, 21:44

heute Nachmittags wieder versuchte Räuberei. Ich hatte nun doch eine Schublade vors Flugloch gestellt, durch die (neue Folie) gesehen, keine Räuberei drinnen. Aber vor der Schublade und unter dem Gitterboden waren viele, die versuchten reinzukommen. Ich dachte auch, den Sirup würden sie nicht riechen....
Könnte man das Flugloch mit Schaumstoff ein zwei Tage verschließen? Macht sowas Sinn? Derzeit passt max. eine Biene durch.
Gruß
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Re: Räuberei!

Beitragvon waldimker » 10. August 2015, 22:54

Hatte die Jahre zuvor auch immer mal wieder Räuberei am Stand.
Dieses Jahr trotz erheblich schlampigerem Vorgehen und bei meisten Ablegern auf ganzer Breite geöffnetem Flugloch: Kein Thema. Selbst bei größeren Kleckereien, herumstehenden Futterwaben, offenen Futterzargen, keiner Tracht usf....
Was ist anders?!
Ein "Volk" wurde wohl beräubert: ein schöner KS, dessen Kö offensichtlich einen Macken hatte: Sie stiftete ordnungsgemäß, aber kein Stift entwickelte sich weiter....??? (stille, nicht wirklich zu sehende Räuberei, einfach: Futter weg, Volk wird langsam schwächer)
Saßen immer auf trockenen Waben, bis ich mangels Königin aufgelöst habe. Seltsames Bild.

Ansonsten sind überall gute Königinnen drin. Und nicht die Spur von Räuberei, obwohl die Bienen seit Wochen nur Kreise fliegen. Könnten die Königinnen der alles entscheidende Unterschied sein?

Auch Ableger, die weit weit weg ohne Betreuung standen mit ganz geöffnetem Flugloch: Kein Thema.

???
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Re: Räuberei!

Beitragvon Simon » 11. August 2015, 06:44

waldimker hat geschrieben:Auch Ableger, die weit weit weg ohne Betreuung standen mit ganz geöffnetem Flugloch: Kein Thema.
Du liebst die Herausforderung für deine Bienen? Die verteidigungsbereiten Wächterbienen hängen wie ein zweiter Vorhang hinterm Flugloch, man kann es ihnen einfacher machen, Wirtschaftsvölker haben bei mir alle ein Schaumstoffstreifen drinn, beim Arbeiten merkt man wie nervös die Völker auf Zuflug der Räuber reagieren. Räuberei beobachte ich nur an schwachen Völkern und dies sehr selten und manchmal nicht einfach zu erklären. Betroffen waren dieses Jahr bisher 4er Böden, schwach besetzte sind gerne Opfer von Wespen, heute löse ich eines auf welches lethargisch und futterlos zitternd in den Gassen sitzt, eine gute Möglichkeit diese Königin zu testen? Ich wollte es eigentlich verstellen um die Fluglochwache neu zu etablieren, nichts ist schlimmer als die Gewohnheit der eingeflogenen Räuber.
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Re: Räuberei!

Beitragvon Simon » 11. August 2015, 07:03

Karlheinz hat geschrieben:Könnte man das Flugloch mit Schaumstoff ein zwei Tage verschließen? Macht sowas Sinn? Derzeit passt max. eine Biene durch.
Ich würde das Volk verstellen falls die übliche Räuberminimierung nichts bringt.
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Re: Räuberei!

Beitragvon HaroldBerlin » 11. August 2015, 16:14

Lukas hat geschrieben:Kann mir das gut vorstellen. Hatte heuer einen Fall, dass ein Jungvolk ausgeraubt wurde. Als ich zufällig nachgesehen habe, lagen im Gitterboden 1cm hoch die Bienenbestandteile. Die Waben restlos ausgeräumt, das Volk am verhungern, aber zumindest noch da, auch die Königin. Keine Räuber in Sicht. .


Das hatte ich dieses Jahr auch zum ersten Mal beim einem mittleren Ableger... Bienenflug war irgendwann geringer, sonst keine Auffälligkeiten... Als ich reinschaute, leere Waben und unten zwei Handvoll Wachsmehl. Verstärkt, Futter gegeben und das Flugloch auf Bienenbreite verengt, zwei Wochen später war alles paletti.

Sucherinnen gerade überall und viel im Haus, ich mache mir gerade Sorgen, wie ich Auffüttern, Durchsehen und den letzten Honig (natürlich mit Bienenflucht) in Ruhe ernten kann.
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Re: Räuberei!

Beitragvon Simon » 11. August 2015, 19:02

diegier.JPG

Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!
O du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
steh doch wieder still!

Manchmal kommt der Imkerlehrling ins Schwitzen wenn er mit einer Problemlösung ein größeres auf den Tisch bringt. Zwei zusammengelegte 4er Böden stehen nebeneinander, einer wurde sichtbar beräubert, die Königin legte munter weiter, nebenan wurde Brut rausgebissen, also Königin raus, Volksgemenge abschütteln. Wehe! Wehe! Stürzen sich die erfolgsverwöhnten auf das Nachbarobjekt, wieder Hunderte die von unten reinwollen. Besser wäre es gewesen die leere Beute weiter als Räuberhöhle stehen zu lassen. Die Fluglochwache war sehr viel wehrhafter und sicherte die runden 4er Boden Fluglöcher mit einem stabilen Abwehrteppich an Bienen, Glück gehabt.
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Re: Räuberei!

Beitragvon Simon » 12. August 2015, 06:33


https://www.youtube.com/watch?v=Ck3RvN9C0YM
Wer räubert und wer wird beräubert, gehts nur raus, raus oder rein, rein?
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Re: Räuberei!

Beitragvon Karlheinz » 12. August 2015, 08:49

das sieht ja aus wie bei meinem Ableger. In meiner Not hab ich sogar die Schublade eingeschoben. So ist mehr "Personal" als Fluglochwache frei.
Gestern Abend bei Dunkelheit nachgefüttert, nur 0,5L. Ich füttere jetzt nur noch kleine Mengen, die sie über Nacht aufräumen.
Die Fluglochgröße ist auf eine Bienenbreite reduziert und eine Schublade vor dem Flugloch. Es ist noch nicht ganz vorbei, aber die Chancen sind besser.
Nächstes Jahr werde ich die Ableger grundsätzlich an einem anderen Stand, außerhalb anderer Völker bringen.

Begonnen hat die ganze Räuberei, wie mein Bienenfreund 2 Ableger außerhalb seines Flugradius in die Nähe meiner Völker gebracht hat. Das war wohl keine gute Idee....
Gruß
Karlheinz
PS
Die heftigen Attacken gegen die Wespen habe ich bei meinen Völkern auch beobachtet. Sieht lustig aus, wie wehrhaft und mutig die Bienen sind.
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Re: Räuberei!

Beitragvon Simon » 12. August 2015, 12:07

Schon zum zweiten mal festgestellt, bei Hitze (ca. 35°C) stellen die Bienen den Flug ein, keine neugierigen Bienen, keine Fliegerei. Wabenhygiene bei vier Völkern ohne jeglichen Ansatz einer Räuberei, ein Traum zum Arbeiten, nur eben etwas warm, normalerweise gehts nach dem ersten Volk schon los. Nur gut wer den besten Imkeranzug hat.
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Re: Räuberei!

Beitragvon Magnia » 12. August 2015, 21:06

Hallo,

ich habe das "Problem", dass die Jungvölker sich den Schaumstoffstreifen immer wieder auf ca. 3-5 cm auffressen.
Das bedeutet ja, dass sie ein größeres Flugloch haben wollen.
Mittlerweile sitzen sie auf 10 Waben. Soll ich es dabei belassen oder wieder auf Fingerbreite einengen?

Vielen Dank

VG
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Re: Räuberei!

Beitragvon Karlheinz » 13. August 2015, 08:07

Magnia hat geschrieben:Hallo,

ich habe das "Problem", dass die Jungvölker sich den Schaumstoffstreifen immer wieder auf ca. 3-5 cm auffressen.
Das bedeutet ja, dass sie ein größeres Flugloch haben wollen.
Mittlerweile sitzen sie auf 10 Waben. Soll ich es dabei belassen oder wieder auf Fingerbreite einengen?

Vielen Dank

VG
Magnia

Das Problem habe ich auch. Meine öffnen die mit festen Schaumstoffstreifen verkleinerten Fluglöcher nach 3-4 Tagen. Ich muss regelmäßig kontrollieren und nachbessern. Ich enge in jedem Fall wieder ein, auch die Wirtschaftsvölker. Gestern Abend bin ich mit dem beräubertem Ableger umgezogen. Alle Maßnahmen gegen die Räuberei waren für die Katz.
Nächste Woche hat unser Imkerladen wieder auf, dann werde ich mal klären was das für Sirup war. Beim Kauf hatten sie gesagt Api Invert. Ich kann das nicht glauben. Wenn ich den Kanister öffne, sind sofort mehrere Wespen am Einfüllstutzen. Die Immen benötigen auch keine Futterspur um es zu finden. Sie riechen es definitiv. Man möchte fast meinen, die hätten billig Zucker eingekauft und selbst gemischt, so gierig sind die Bienen danach. Ich möchte niemand was unterstellen, aber die Lieferpapiere will ich jetzt schon mal sehen.
Gruß
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Re: Räuberei!

Beitragvon waldimker » 13. August 2015, 08:13

Zu meinen "ganz offenen Fluglöchern" muss ich vielleicht noch hinzufügen:
Das gros der Böden hat einen nur 7-8 mm hohen Fluglochschlitz, ganze Breite. Dieser ist unverschlossen, auch wenn die Ableger nur auf wenigen Rähmchen sitzen.
Bei den "alten" Hohenheimer Böden, die allerdings nur ca. 20% der Ableger ausmachen, die nach wie vor mit Schaumstoff verschlossen werden, hatte ich eine ca. 5 cm breite Fluglochöffnung an der Seite des Ablegers.

Interessanterweise kein Problem gewesen. Herausfordern möchte ich`s nicht, dafür sind mir die Bienen zu kostbar. Aber das Experiment ist geglückt. Auf Außenständen werd ich vorsichtig sein, zuhause darf das Experiment weitergehen.
Ich denke, es ist ausschlaggebend, dass die Waben von Bienen belagert werden. Denn schließlich verteidigen sie DIESE, nicht notwendigerweise einen Riesenhohlraum, den sie gar nicht in Besitz nehmen können.
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Re: Räuberei!

Beitragvon FranzBurnens » 13. August 2015, 12:15

Karlheinz hat geschrieben:Wenn ich den Kanister öffne, sind sofort mehrere Wespen am Einfüllstutzen. Die Immen benötigen auch keine Futterspur um es zu finden. Sie riechen es definitiv. Man möchte fast meinen, die hätten billig Zucker eingekauft und selbst gemischt, so gierig sind die Bienen danach.

Ob wirklich nachgewiesen wurde, dass Bienen den Weizensirup nicht riechen, Zuckerlösung dagegen wohl - das entzieht sich meiner Kenntnis. Nehme an, das ist einfach imkerliches Erfahrungswissen und alle glauben daran.
Immerhin heißt es auf der Südzucker-Website "Apiinvert ist ein flüssiges Produkt aus Saccharose und ihren Bausteinen Fructose und Glucose". Warum sollte also die Saccharose im Sirup sich dem Riechorgan entziehen, während derselbe Stoff in aufgelöster Raffinade magische Anziehungskräfte ausübt?

Habe selbst gelegentlich einige Portiönchen 2:1 Z:W gegeben - ohne nachteilige Effekte. Allerdings besteht der Eindruck, dass hier zu Lande eigentlich keine Nahrungsergänzung benögigt wird. Cum grano salis können sich die Völkchen wohl auch selbst versorgen.

Was aber auffällig ist: nach Futtergabe entsteht seitens des Empfängervolks oft eine große Unruhe. Eine Art Kommunikationspanne. Irgendwie kommt auf bzw. verbreitet sich das Gerücht: viel Futter in der Nähe / Entfernung + Richtung nicht spezifiziert.
Dann stürzt alles aus der Beute und sucht wie bekloppt nach dem, was sich eigentlich im Innneren befindet. Und die Nachbarvölker werden darauf aufmerksam und heften sich an die so gelegte Fährte.

Oder so ähnlich...
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Re: Räuberei!

Beitragvon HaroldBerlin » 13. August 2015, 14:57

FranzBurnens hat geschrieben:Was aber auffällig ist: nach Futtergabe entsteht seitens des Empfängervolks oft eine große Unruhe. Eine Art Kommunikationspanne. Irgendwie kommt auf bzw. verbreitet sich das Gerücht: viel Futter in der Nähe / Entfernung + Richtung nicht spezifiziert.
Dann stürzt alles aus der Beute und sucht wie bekloppt nach dem, was sich eigentlich im Innneren befindet. Und die Nachbarvölker werden darauf aufmerksam und heften sich an die so gelegte Fährte.


Das hatten wir hier im Board schon ein paar Mal diskutiert: Tracht taucht ja üblicherweise nicht im Stock auf, Duft und Futterproben, die weitergereicht werden, weisen aber auf eine ergiebige Quelle hin... Klingt plausibel, die von Simon angesprochene Fütterung am frühen Abend hilft aber auch dabei.
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Re: Räuberei!

Beitragvon Simon » 13. August 2015, 21:52

FutterzargeDD.JPG
Das beste Futtergerät auf Markt, versorgt alles und jeden, über Jahre.
Bild


https://www.youtube.com/watch?v=kTT7g2nEito
Sozialfütterer
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Re: Räuberei!

Beitragvon waldimker » 14. August 2015, 06:16

Was für eine Bauweise hat die korkgefüllte Futterzarge? Ist auf dem Bild nicht zu erkennen (für mich wenigstens nicht).
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Re: Räuberei!

Beitragvon Simon » 14. August 2015, 06:59

Die Dadant Beute ist ausm Staatsbetrieb, ausgegossen mit Bottichlack oder ähnlichem, als Aufstieg gabs Lochblech, da dies nicht praktikabel war wurde umgerüstet, auf Korken. Das ging dann auch schneller einzufüttern und es blieb weniger für die Wespen übrig.
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Re: Räuberei!

Beitragvon hobbee » 15. August 2015, 08:35

Ich habe heuer ganz andere Probleme. Eine wirklich unglaubliche Wespenplage, die nicht nur einige M+Begattungeeinheiten ausgehoben haben, sondern sogar vier spät gebildete Ableger zerlegten. Zum Teil habe ich über 150 tote Wespen gezählt, bis die Völker ihrer Abwehrkraft beraubt waren.
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Re: Räuberei!

Beitragvon FranzBurnens » 31. Mai 2016, 13:12

Die letzte (längere) Zeit war ich wohl etwas nachlässig im Beseitigen bzw. Lagern von süssen Sachen wie Futterwaben, Baurahmen mit Honigecken etc. Hat sich keine Biene drum gekümmert, waren alle sonstwie beschäftigt.

Jetzt tritt offenbar Trachdepression ein. Robinienblüte vorbei, alles andere zu wenig, um die Völker komplett zu beschäftigen. Sucherei geht los, Bienen fallen über alles her, was ihnen irgendwie ins Näschen gerät, egal ob sie drankommen oder nicht (z.B. luftig, aber Fliegen-dicht Gelagertes). Zum Glück bisher noch keine Räuberei der Völker untereinander ...

... kann aber schnell passieren, etwa bei Schwarmstimmungs-Kontrolle. Abgehobene Honigräume dürften lebhaftes Interesse wecken.

Was auffällt: das Räuberische scheint ein ganz anderer Modus zu sein, als die normale Sammelaktiviät auf den Blüten. Diese aggessive Gier kommt bei Nektar sammelnden Bienen nicht vor.
Mir fehlen Vergleichsbeobachtungen bei anständiger Tau-Tracht. Gibt es da evtl. ein vergleichbares Phänomen, oder geraten die Flugbienen erst bei allgemeiner Unterforderung in so einen brutalen und rücksichtslos-kämpferischen Zustand? Gibt es Untersuchungen über physiologische/hormonelle Veränderungen in dieser Situation?
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