Auswinterung 2016

Re: Auswinterung 2016

Beitragvon Lukas » 14. April 2016, 07:53

Waldi hat geschrieben:Das Problem ist das 95 % von meinen Honig an Bekannte und Verwandte weggeht :bll:


Bei dem Preis kann ich mir das gut vorstellen! Das sollte aber ein Warnsignal sein. Ich verschenke Honig an gute Freunde und innerhalb der Familie oder verkaufe ihn um den normalen Preis. Dazwischen gibts nichts. So muss ich keine teure Flasche Wein mitbringen wenn ich zu Besuch bin und jeder hat das Gefühl, dass ich da etwas wertvolles verschenke und nicht den nebenbei anfallenden Honig loswerden will.

Waldi hat geschrieben:meine Sorge ist ob ich mein Honig loswerde.
[...]
Wie das jetzt mit dem Verkauf lauft habe ich kein Problem 230 Kg Raps Honig in 3-4 Wochen zu Verticken


Honig im Keller zu haben ist kein Nachteil, denn mit dem Preis runtergehen kannst du immer. Ihn möglichst schnell zu verkaufen solltest du nicht als primäres Ziel sehen - das Jahr ist noch lange, nachdem die meisten Imker ihren Honig verschleudert haben. Es ist rentabler seinen Honig etwas anzupreisen, die Preisdiskussion mit dem Vergleich zu einer Flasche Mineralwasser oder ähnlichem von vorne herein abwürgen und stattdessen auf die Vorzüge des eigenen Honigs zu lenken. Kommt mir der Kunde verständnisvoll mit dem Bienensterben, rede ich ihm das nicht aus. Jeder Kunde hat so seine Schwachstelle: den Eitlen verweist man auf den Honig für kleine Geldbeutel im Supermarkt, den Biokunden mit der vielfältigen Natur im Flugradius, den Geniesser bekommt man mit dem Verweis, dass nur noch ganz wenig Honig da ist und meine Frau noch etwas für ihre Eltern beiseite legen wollte. Es macht auch nichts, wenn man mal nichts verkauft ... dann ist wenigstens der Honig noch da. Bei Honig hat man ja bekanntlich sehr viel Zeit, sich interessantere Abnehmer zu suchen, denn die gibt es. Wenn nicht bei dir im Dorf, dann woanders - selbst auf Ebay geht Lindenhonig für 7 € weg.
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Re: Auswinterung 2016

Beitragvon propolis » 15. April 2016, 10:32

Kann ich voll und ganz unterschreiben. Bei meiner Wolle sag ich immer, die richtigen Kunden werden mich finden, nicht umgekehrt. Das hat sich bisher mehr als bestätigt, ich lege sehr viel Wert auf Top-Qualität und vertrete das selbstbewusst und könnte viel mehr verkaufen (was ich nicht tue, muss ja ständig in meine Bienen ;D). Wer diese Qualität für den angemessenen Preis nicht haben will, kann sich gerne Billig-Filz beim Konkurrenten kaufen, manche kommen dann irgendwann bekehrt zurück. Das Schlimmste, was man machen kann, ist sich für den Preis der angebotenen Ware zu entschuldigen oder zu rechtfertigen. Stell dir vor, das Iphone würde für seinen eigentlichen Sachwert im Supermarkt verkauft und die Kassiererin würde sagen: "Tut mir leid, aber wir haben noch so viele davon im Lager, wissen sie was, ich geb ihnen nochmal 20 Euro Rabatt." Du verkaufst ja nicht nur Honig, sondern auch einen ideelen Wert: Ich kaufe etwas Wertvolles, Regionales, Besonderes, aus der Natur, abseits der Massenproduktion, tue was gegen das Bienensterben und mir etwas ganz besonders Gutes. Soviel Mehrwert gibt es doch nicht für 3,50 Euro ;) .
LG, propolis
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