Volk verhungert

Volk verhungert

Beitragvon Simon » 15. Januar 2013, 22:43

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Immer wieder traurig wenn ein Volk verhungert und noch trauriger wenn sich das Futter in direkter Nähe zum Bienensitz befindet. Aber man kann beruhigt sein, dies ist der zweite Fall den ich bisher beobachtet habe, dass ein Volk nicht nach oben zieht.
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Das Volk war kein Schwächling, trotzdem hat sich die Masse nicht nach oben begeben. Die Königin saß mitten im Zentrum. Die Waben neben dem Wintersitz waren alle leer.
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Eine Ursache könnte in der Art der Spätsommerpflege liegen, das Volk wurde nicht gefüttert, der Sommerhonig wurde nicht geerntet und durch die fehlende Fütterung wurde kein Futter um den Sitz der Wintertraube getragen. Ich verbuche es unter Selektion.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Volk verhungert

Beitragvon Rudi » 16. Januar 2013, 12:21

Fragt man sich: ist das Risiko bei einzargiger Überwinterung geringer ?
gruss
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Re: Volk verhungert

Beitragvon Simon » 16. Januar 2013, 13:11

Rudi hat geschrieben:Fragt man sich: ist das Risiko bei einzargiger Überwinterung geringer ?

Hi Rudi!
Wenn man schaut wie viele Völker den Winter nicht überstehen, dann kann man diesen Einzelfall nicht als Risiko einstufen. Hätte ich ein paar Kilo nachgefüttert, wäre es nicht passiert. Generell halte ich die zweiräumige Überwinterung bei Zander für weniger problematisch als auf einer Zarge. Die Bevorratung ist besser und die Zehrung nach oben nach meiner bisherigen Einschätzung weniger problematisch als Wabengassen seitlich überspringen. Vielleicht war es ein Unvermögen des Volkes, bedingt durch eine jahrelange Einraumselektion der Herkunft? Die Selektion ging nun in eine andere Richtung.
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Re: Volk verhungert

Beitragvon indi » 16. Januar 2013, 14:51

also, ich für meinen teil, werde vermutlich nie wieder auf einer zarge überwintern.
1. halte ich die einfütterung fürs sehr schwierig, da man den bienen brutraum lassen sollte.
2. kann ich im 2 zarger mehr einfüttern, um z.B futterwaben für ableger zu haben.
3. sehe ich es genauso wie simon, daß es für die bienis einfacher ist, von unten nach oben, als von einer wabengasse zur andern zu wandern.
zumal ich durch meine notfütterung gesehen hab, daß es sehr einfach ist, die bienen von unten nach oben zu locken.
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Re: Volk verhungert

Beitragvon Joachim » 16. Januar 2013, 16:14

Ein nicht zu kalkulierendes Risiko stellt auch das Wetter dar. Ist es so wie um Weihnachten 2012 fangen die Bienen sehr früh wieder mit dem Brutgeschäft an - und verbrauchen dadruch auch mehr Futter. Kommt es dann wieder zu einem Kälteeinbruch ist es meißt schwer dann noch Handeln zu können, um den Völkern genügend Futterreservern zu geben.

Eine zweiräumige Überwinterung ziehe ich grundsätzlich einer einräumigen Überwinterung vor. Ich habe alle zweiräumigen mit insgesamt 24kg (Trockenmasse) Winterfutter versorgt. Von dem her brauche ich mir derzeit noch keine Gedanken machen ob meine Völker noch genug Reserven haben...

Bei einräumiger Überwinterung ist, wie indi schon gesagt hat das Risiko aus meiner Sicht zu groß dass die Völker in Futternot kommen.

Nach wie vor sollte man 2013 auf der Hut sein was die Futtersituation betrifft.
Viele Grüße
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Re: Volk verhungert

Beitragvon Nils » 16. Januar 2013, 20:31

Könnten hier vielleicht auch die modifizierten Oberträger eine Mitschuld am nicht-nach-oben-wandern haben?

Servus,

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Re: Volk verhungert

Beitragvon Simon » 16. Januar 2013, 21:15

Nils hat geschrieben:Könnten hier vielleicht auch die modifizierten Oberträger eine Mitschuld am nicht-nach-oben-wandern haben?

Das wäre möglich und würde auch klären warum es nicht so über das Absperrgitter wollte. Das würde dann auch zur Pressing Selektion von Bienenvölkern passen. Ich hoffe es kommt die nächsten 10 Jahre nicht noch ein drittes mal vor. ;)
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Volk verhungert

Beitragvon honigmaul » 16. Januar 2013, 21:36

Hallo Simon!

Ich bin mir nicht sicher, ob du die mod. Zanderrähmchen hast oder nicht. Bei ein oder zwei Bildern sind welche zu sehen, in der Zarge eher wieder nicht. Bei mod. Zanderrähmchen darf man die Gesamthöhe nicht unterschätzen, 19 mm Oberträger, 8 mm Zwischenraum und 10 mm Unterträger, das sind gesamt 37 mm von Wabe zu Wabe. Wenn dann noch die oberen Waben nicht ganz bis zum Unterträger hinunter gebaut sind, wird der Abstand noch weiter vergrößert. Die Bienen kommen de facto in eine Sackgasse, können nicht mehr weiter und verhungern.

Ich bin da einen anderen Weg gegangen und habe bei den Ober- und Unterträgern innen die Leisten schräg gefräst. Dadurch bauen die Bienen annähernd bis zum Rähmchenholz und der Abstand verringert sich enorm. Der Nachteil, ist, dass die Rähmchen wesentlich mehr verbaut werden.

MfG
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Re: Volk verhungert

Beitragvon Simon » 16. Januar 2013, 22:12

honigmaul hat geschrieben: Wenn dann noch die oberen Waben nicht ganz bis zum Unterträger hinunter gebaut sind, wird der Abstand noch weiter vergrößert. Die Bienen kommen de facto in eine Sackgasse, können nicht mehr weiter und verhungern.

Ich verwende ausschließlich modifizierte Rähmchen mit dickem Oberträger und dieses einzelne Volk ist eigentlich der Beweis, dass die Rähmchenhölzer kein Problem darstellen, denn die vielen zweizargigen Überwinterungen der letzten 10 Jahre waren kein Problem. Es sind vermutlich ein paar Dinge zusammengekommen, dass die Distanz zum Futter möglicherweise doch zu groß war. Die Waben sind im unteren Drittel nicht richtig gefüllt und teils geräumt, als ob sich die Traube schon mal ausgedehnt hatte bzw. im Herbst viel verbraucht wurde, aber die Traube nicht nachgerückt ist, muss noch genauer kontrolliert werden. Füttert man in das schrumpfende Brutnest, landet genügend in der ersten Zarge. Hier wurde eine nicht ganz volle Honigzarge aufgesetzt, das war zu wenig. Das war etwas zu extensiv und wesensgemäß, ich gestehe den Fehler. ;)
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Volk verhungert

Beitragvon Plonsi » 18. Januar 2013, 22:39

Lieber Simon,
ich mag deine kommentare eigentlich sehr gerne, ich schätze und betreibe (als neuimker) Liebigs bzw Aumeiers "Betriebsweise".
Aber warum in "diesen Kreisen" und von den beiden selber immer wieder Bio/Wesensgemäß etc. verteufelt und ins (auf groteske weise) lächerliche gezogen wird verstehe ich nicht. Vor allem da sie Bio SIND!!!
Ich frage, da ich mit deinem satz
[quote=Simon]Das war etwas zu extensiv und wesensgemäß, ich gestehe den Fehler.[in bezug auf das das Volk gestorben ist][/quote]
nicht einverstanden bin. (und ja ich weiss das er nicht 100% ernst gemeint war, aber um genau die art geht es mir in diesem Zusammenhang)

Gruß Stefan
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Re: Volk verhungert

Beitragvon Simon » 19. Januar 2013, 00:01

Plonsi hat geschrieben:... immer wieder Bio/Wesensgemäß etc. verteufelt und ins (auf groteske weise) lächerliche gezogen wird verstehe ich nicht.

Hallo Plonsi,
man mag mir den schlechten Stil nachsehen, aber in der Imkerei muss man viele Dinge auf den Kopf drehen, um zu sehen ob sie dadurch wirklich auf dem Kopf stehen. Im Grunde hatte ich mich ziemlich gefreut, dass dieses Volk ohne Fütterung auf ca. 17kg eigenem Honig überwintert und wollte auch nichts weiter hinzufügen, das Volk sollte auf dem Honig überwintern den es gesammelt hat. Die Überwinterung auf Honig bzw. hoher Anteil davon im Winterfutter ist wesentlich in der wesensgemäßen Bienenhaltung, und dies wollte ich geradlinig in vollem Umfang mit der Fütterei durchziehen. Nun ist die Sache gescheitert und man fragt sich, wie es andere mit der wesensgemäßen Fütterung halten und an welcher Stelle diese nur scheibchenweise von der verteufelten konventionellen Imkerei entfernt ist, die Schieflage der Definition "wesensgemäß" ist sicher der Grund warum es damit so viele Reibereien gibt.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Volk verhungert

Beitragvon beehart » 20. Januar 2013, 22:48

Die Betrachtungsweise anderer Lebewesen von uns "Menschen" ist unseres Wesens gemäß ;-).

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Re: Volk verhungert

Beitragvon Plonsi » 21. Januar 2013, 12:27

@Simon:
genau darauf wollte ich auch hinaus. Die Definition in der Imkerei was "Bio"; "Wesensgemäß", "Demeter" ist, ist totaler müll (meines erachtens).
Jedoch verstehe ich nicht, warum trotz bewusstsein desselben so auf Bio generell von Imkern rumgehackt wird. z.B. sagte P. Aumeier in dem Kurs, (nicht genau der wortlaut) " die "Bios" nehmen immer diesen braunen Zucker, empfehle ich nicht da er nicht besser, teurer und einfach dreckiger ist"!
Für sowas habe ich einfach absolut kein Verständnis, da in der Landwirtschaft meines erarchtens Bio sehr wichtig und sehr gut ist.
Gruß Stefan
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Re: Volk verhungert

Beitragvon Rudi » 22. Januar 2013, 08:05

ähm, verstehe ich jetzt nicht,
würde unser Zuckerrübensaft nicht gereinigt (raffiniert) dann wäre er doch auch "Bio-dreckig"
Ist etwas, was ich reinige also nicht mehr Bio !! ?? !!
oder wie, jetzt?
gruss
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Re: Volk verhungert

Beitragvon Plonsi » 22. Januar 2013, 11:12

Ja diese aussage fand ich auch sehr unprofessionel von Pia Aameier! aber nobodys perfect ;)
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Re: Volk verhungert

Beitragvon Simon » 22. Januar 2013, 13:09

Plonsi hat geschrieben:Ja diese aussage fand ich auch sehr unprofessionel von Pia Aameier! aber nobodys perfect ;)

Vermutlich bezog sich die Aussage auf braunen nicht raffinierten Zucker, diesen würde ich meinen Bienen nicht aktiv füttern wollen, außer sie stehen gerade an einem abgeernteten Zuckerrohrfeld. Im braunen Zucker stecken unnötig belastende unverdauliche Mineralstoffe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Bio-Richlinie eines Verbandes gibt, die Fütterung mit dieser Plörre vorschreibt? Unter "Bio-Zucker" verstehe ich die Anbaubedingungen der Zuckerrüben/rohre unter bestimmten Vorschriften (EG-Öko, Bioland,...).
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Volk verhungert

Beitragvon Plonsi » 22. Januar 2013, 16:01

ne verhielt sich etwas anders ( ich rede auch nicht von vollrohrzucker sondern den Biozucker der nicht ganz so schneeweiss ist).
aber ist auch nicht so wichtig, ich hätte das Thema lieber gar nicht anschneiden sollen sowas kann man in einem Forum nicht richtig diskutieren, ich wette würden wir alle miteinander zusammensitzen, wären wir am ende ganz einer Meinung ;)!
Also vergessen wir es lieber
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