Milder Winter- Bienen im Stress

Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon oagi » 14. Januar 2014, 12:57

Hier ein Beitrag vom Bayerischen Fernsehen bezüglich Bienen im diesjährigen Winter:

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/abendschau-der-sueden/bienen-winter-stress-100.html

Wie ist eure Meinung dazu? Ist ein milder Winter wirklich problematischer für die Bienen als ein durchschnittlicher?

mfg

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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Beernd » 14. Januar 2014, 19:16

Keine Panik, es wird schon klappen!
Wer die Varroa Probleme im Griff hat und genügend Futter in die Kisten getan hat, braucht sich noch keine Sorgen zu machen.
Viel mehr Stress für die Bienen ist die unnötige Herumrührerei in den Völkern zur Unzeit, nur um festzustellen ,dass eigentlich alle schon Brut haben.Wow--was für eine Erkenntnis!
Entscheidender dürfte die Witterung im März/April sein, wenn die Völker schon stärker brüten.
Richtige Extreme sind gut für die Selektion, Schwächlinge werden gnadenlos eleminiert. Aus den Starken kann man weitervermehren!
Grüße aus dem Enzkreis.
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Simon » 14. Januar 2014, 20:38

Genau, keine Panik, aber das genau will doch dieser Beitrag im Bezahlfernsehen aus erster Hand vermitteln?
Der Imkerkollege hat ausreichend starke Völker, die Futterversorgung passt soweit auch, der Rest regelt sich selbst. Vielleicht sollte er mal üben wie man vor der Kamera TBE Dadant-Waben zieht, nicht einfach so rausrupft, so ganz sachte. ;)
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Joachim » 15. Januar 2014, 22:08

vorallem zieht man, wie in dem Beitrag gezeigt, jetzt keine Waben aus den Völkern. Wenn's darum geht festzustellen, ob genügend Futter vorhanden ist reicht eine "Kippkontrolle" ... Ob die Völker schon wieder in Brut sind (wovon man bis auf extrem exponierten Standortalgen) ausgehen kann ist jetzt nicht relevant.

Man sollt nicht immer auf solche panikmachenden Infos hören sondern auf sein eigenes Gefühl vertrauen, und lieber mal auf die Hände sitzen. Es geht wieder früh genug los mit tatkräftigen Eingriffen in das Völkergeschen...
Viele Grüße
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon HaroldBerlin » 16. Januar 2014, 13:11

Joachim hat geschrieben:vorallem zieht man, wie in dem Beitrag gezeigt, jetzt keine Waben aus den Völkern. Wenn's darum geht festzustellen, ob genügend Futter vorhanden ist reicht eine "Kippkontrolle" ....


Das hat er ja auch gemacht - und aus beruflicher Erfahurng sage ich jetzt mal, das Team hat stark gedrängelt, dass es keinen Beitrag über Bienen machen kann, die man nicht sieht.
Ich hätte damals als Redakteur den Reporter auch die Ohren langgezogen, wenn er ohne reichliche Bienen-Aufnahmen - auch von toten Bienen - zurückgekommen wäre!!! :vr: L)
Noch hier? Wir sind doch alle da: http://dreilichs.de/if/
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon hummelimker » 16. Januar 2014, 20:47

Die im Film gezeigten Blütenkätzchen der Hasel blühen NICHT! So sahen die schon letzten Herbst aus... vielleicht erst mal ein bißchen Phänologie lernen, bevor man lostrompetet?
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Bernhard » 16. Januar 2014, 22:03

Ich bekämpfe die Varroa mit AS und OS zur richtigen Zeit.
Doppelt so viele Völker wie ich im Folgejahr brauche.
Genügend Futter.
Futterkontrolle nochmals je nach Wetter Ende Oktober.
Vogelnetz darüber.

Dann ist Pause bis Ende März. Da mach ich garnix.

Der Film wär ja ganz ok, wenn der Teil von 1:36 bis 2:03 nicht mit dabei wäre.
Aber das Bienensterben bringts halt.

Ich würde nie und nimmer einer Zeitung oder dem Fernsehen eine Gelegenheit zur Berichterstattung geben.
Es muss halt alles ein Sensationsbericht werden.
Vieles wird verdreht und falsch wiedergegeben.
Hauptsache Quote.
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Plonsi » 16. Januar 2014, 22:22

Bernhard hat geschrieben:Ich bekämpfe die Varroa mit AS und OS zur richtigen Zeit.
Doppelt so viele Völker wie ich im Folgejahr brauche.
Genügend Futter.
Futterkontrolle nochmals je nach Wetter Ende Oktober.
Vogelnetz darüber.

Dann ist Pause bis Ende März. Da mach ich garnix.

Der Film wär ja ganz ok, wenn der Teil von 1:36 bis 2:03 nicht mit dabei wäre.
Aber das Bienensterben bringts halt.

Ich würde nie und nimmer einer Zeitung oder dem Fernsehen eine Gelegenheit zur Berichterstattung geben.
Es muss halt alles ein Sensationsbericht werden.
Vieles wird verdreht und falsch wiedergegeben.
Hauptsache Quote.

Gebe ich dir ganz und gar recht, aber da genausoviel vertuscht wird is alles im Lot und der Bürger hat kann sich keine Meinung bilden von Fakten die Stimmen da sowohl presse als auch Hersteller/Firmen/Politik bescheisst wo es geht und wo es nicht geht... Alles im Lot könnten man alos meinen :pillepalle: :hmm:
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Bernhard » 16. Januar 2014, 22:28

Ich hab gerade ein Video vom 3. Januar 2002 von mir angesehen, da sind die Bienen geflogen wie im schönsten Sommer und haben mächtig Pollen eingetragen.
Sie haben den Winter trotzdem gut überstande.

Weiss leider nicht wie ich den Film hier ins Forum stellen kann.

Also entspannt zurücklehnen. ß)
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon oagi » 18. Januar 2014, 17:03

Das stimmt mich ja schon mal positiv was ihr so schreibt!
Abgesehen davon denk ich, sind mir die Varrobekämpfungsmaßnahmen letztes Jahr durch dieses Forum sehr gut gelungen (erstes mal mit Liebig Dispenser). Heute sind bei knappen 10 Grad alle eingewinterten Völker flott geflogen. :thumbsup:
Dennoch mach ich mir oft Gedanken über die Völker und freu mich schon riesig aufs Frühjahr, wenns dann wieder so richtig los geht! Morgen steht Altwaben ausschmelzen am Programm.

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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Bernhard » 18. Januar 2014, 21:00

Hallo Titus,

was du jetzt machen kannst ist folgendes:

Ich stell mich seit 20 Jahren bei jedem Besuch bei den Bienen seitlich neben die Beute (hinten),
immer gleich und kippe mit einer Hand die Beute an.
So bekommst du im laufe der Zeit ein sehr gutes Gefühl über den Futtervorrat, die ganz leichten Völker markiere ich,
ebenso die ganz schweren. Die schweren müssen dann Waben für die leichten spendieren.
Wenn du dann ab und zu deine Ergebnisse durch Nachsehen überprüfst funktioniert das sehr gut.

Dann kannst noch im Baumarkt einen Meter 8 mm Schlauch kaufen (gibts von der Rolle, durchsichtig).
Dann noch von einer Silikontube die Spitze (hat man meistens noch eine übrig) etwas abschneiden und
in den Schlauch stecken, das ergibt ein Bienentelefon.

Schlauch ins Flugloch stecken und du kannst zuhören.

Noch nen Tipp:

Ich habe schon, bis auf die Zuchtleisten alles fertig.
Honigräume vorbereitet, Waben eingelötet, alles geputzt.
Material in großer Menge bereitgestellt.
Ist schön, wenn den ganzen Sommer über immer genügend bereitsteht und nicht noch mit der
Autobatterie am Bienenstand Mittelwände eingelötet werden müssen. :thumbsup:
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon oagi » 20. Januar 2014, 16:54

Hallo Bernhard,

danke für deine guten Ratschläge! Ich werde sie mal ausprobieren. Eher bei Temperaturen um +5 °C als -5 °C um die Bienen nicht in ihrer Ruhe zu stören. ;)

Noch nen Tipp:

Ich habe schon, bis auf die Zuchtleisten alles fertig.
Honigräume vorbereitet, Waben eingelötet, alles geputzt.
Material in großer Menge bereitgestellt.
Ist schön, wenn den ganzen Sommer über immer genügend bereitsteht und nicht noch mit der
Autobatterie am Bienenstand Mittelwände eingelötet werden müssen. :thumbsup:


Da geb ich dir recht, auch wenn ich dir zeitlich noch hinterherhinke. Immerhin hab ich gestern 150 Altwaben ausgeschmolzen und gereinigt. Mit Drahtspannen und Mittelwände einlöten steht mir noch reichlich Arbeit bevor.

Zum Glück nimmt Liebig's aktueller Newsletter die Angst vor falsch vermittelten TV-Beiträgen.

Siehe: http://www.immelieb.de/?p=1070#more-1070

Mit freundlichen Grüßen

Titus
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon halloersmal » 20. Januar 2014, 18:10

Naja, ob der Winter stressig für die Bienen ist oder nicht, die Würfel sind gefallen. Jetzt kann man nur noch warten was im Frühjahr wieder erwacht und was nicht. Die Völker jetzt zu stören wäre verhängnisvoller als einfach zu warten und maximal mit der Varroawindel zu diagnostizieren.
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon carnica56 » 21. Januar 2014, 17:46

Liebe Kollegen,
ich habe mir am letzten Samstag - neugierig wie ich war - die Mädels mal angeschaut. Ableger, Jung- und Wirtschaftsvölker sehen gut aus. Bei den letztbeiden genannten Völkern sitzen die Biene in der Traube auf der 1. Zarge oben bzw. der 2. Zarge unten. Bei den Ablegern sitzen die Mädels entweder oben auf der Zarge oder in der Zarge.
Jetzt soll es langsam kälter werden. Vir Mitte Februar werde ich wohl nicht mehr nachschauen.

Grüß
Peter
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Angie » 27. Januar 2014, 21:58

Auch ich habe einen Artikel zum Thema Panikmache beizusteuern.
Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Jungimker auf diesen Artikel panisch zu ihren Völkern gestürzt sind, was im Zweifelsfalle zu tun wäre verrät der Artikel aber nicht. Als wäre alles höhere Gewalt.
Und dieser Imker gibt auch Kurse.....
Vielleicht hat man ihn aber auch nur falsch zitiert, wer weiß das schon.

http://www.merkur-online.de/aktuelles/bayern/bienen-ganzen-voelkern-droht-tod-3325807.html
Simon fehlt. RIP
Angie
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Angie » 27. Januar 2014, 22:19

Nachtrag:

Auch ich war 2012 schon Imker, da war der Januar auch immer um die 5°C über und unter 0°C, dann kam im Februar der Frost für zwei Wochen bis auf -15°C runter in der Nacht, wir haben vorher zur Sicherheit eine Futtersitzkontrolle gemacht, es gab keinen Futterabriss bei keinem Volke, alle haben überlebt. Danke Herr Liebig(!)

Mittlerweile fragen uns die älteren Imker des Vereins, wie wir das denn immer so machen, das finde ich einen schönen Erfolg. Wir Jüngeren haben nicht so viele Winterverluste wie sie (seit 4 Jahren keine mehr) und sie merken langsam, das dies wohl doch nicht mehr nur Zufälle sein können.

Da die meisten Völker am Vereinsbienenstand betreut werden, kann auch nicht gemogelt werden.

Also an alle Nachwuchsimker, mit Liebig fahrt ihr gut und Simon´s Videos helfen uns auch wirklich gut.
Auch dafür an dieser Stelle ein Lob.
Lasst euch keine Panik machen.
Simon fehlt. RIP
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon indi » 28. Januar 2014, 08:41

hallo angie,
der nachtrag ist mir nicht ganz klar.
was macht ihr anders?
oder was machen die älteren imker anders?
ich geh davon aus, daß ihr, wenigenstens anfangs das gleiche gemacht habt, wenn die bienen am selben Standort sich befinden.
als Neuling wird man kaum den älteren widersprechen.
an der Tatsache, daß es "ältere imkernde" sind, kann es ja nicht liegen.
wo genau lag der unterschied?
"Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann" weisheit der Indianer
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon dellal78 » 28. Januar 2014, 10:09

indi hat geschrieben:hallo angie,
der nachtrag ist mir nicht ganz klar.
was macht ihr anders?
oder was machen die älteren imker anders?
ich geh davon aus, daß ihr, wenigenstens anfangs das gleiche gemacht habt, wenn die bienen am selben Standort sich befinden.
als Neuling wird man kaum den älteren widersprechen.
an der Tatsache, daß es "ältere imkernde" sind, kann es ja nicht liegen.
wo genau lag der unterschied?


Hallo,
Auch bei uns Imkern die alten Hasen bißchen(!) anders.
zB:
-Die meisten benutzen kein Absperrgitter.
-Wenn es zu kalt ist wird der Boden geschlossen.
-Oxalsäure wird erst Ende Dezember geträufelt. Ich denke das jedes Jahr anders ist, und dass man sich nicht auf feste Termine fixieren darf. Dezember 2013 hatten die meisten Völker wieder Brut.
-In Spätsommer werden die Brutwaben auf 2 Zargen mittig verteilt, damit die Bienen oben und unten sitzen. Die behaupten dass die Bienen sonst nicht nach oben gehen weil die Waben aus dem ehemaligen Honigraum unbebrütet sind. Die legen wenig wert auf Wabenhygiene.
usw...
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Waldi » 28. Januar 2014, 12:03

Macht vieleicht auch Sinn bei Kälte den Boden zu Schliesen, oder ?
Gruss

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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon dellal78 » 28. Januar 2014, 12:19

Waldi hat geschrieben:Macht vieleicht auch Sinn bei Kälte den Boden zu Schliesen, oder ?
Gruss

Waldi

Kommt darauf an, wann??
Bestimmt nicht vor der Oxalsäurebehandlung;)
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Puschkin » 28. Januar 2014, 12:23

Sinn kann nichts machen. Sinn kann nur etwas ergeben.
Und es ergibt keinen Sinn den Gitterboden zu schließen. Die Witterung die Draußen herrscht soll durch den Imker nicht verfälscht werden. Ist geprüft und für richtig befunden worden.
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon YoYo » 28. Januar 2014, 13:12

Puschkin hat geschrieben:Sinn kann nichts machen. Sinn kann nur etwas ergeben.
Und es ergibt keinen Sinn den Gitterboden zu schließen. Die Witterung die Draußen herrscht soll durch den Imker nicht verfälscht werden. Ist geprüft und für richtig befunden worden.


Für den Gitterboden spricht die Tatsache, dass ein besserer Luftaustausch stattfindet, damit gibt es dann weniger verschimmelte Randwaben im Winter. Ansonsten leben die Bienen ja mit offenem Flugloch, also die Witterung die draußen herrscht kommt dadurch an die Bienen heran. Wäre es anders würden Bienen auf Gitterboden früher ausfliegen bei schönem Wetter im Winter. Das lässt sich aber nicht feststellen.
Im Sommer hat der hohe Gitterboden den Vorteil, dass er das Wandern erleichtert, weil er ein gut gelüfteter Trommelraum ist. Weitere Maßnahmen braucht man nicht, also weitere Leerräume, Lüftungsgitter oben, etc.
Als Betriebsmittel hat er sich aber eigentlich erst durch die Varroabehandlung und -kontrolle durchgesetzt, weil ein stationäres Gitter dies vereinfacht.
Den Bienen ist es wohl egal, denn auch ein hohler Baum in der Natur hat keinen Gitterboden. Bienen sind sehr anpassungsfähig.
Nachteil des Gitterbodens ist ein etwas höherer Futterverbrauch. Das spielt in unserer Überflussgesellschaft heute keine Rolle mehr. Starke Völker verbrauchen sowieso mehr Futter. Aber es gab Zeiten, da waren die Völker noch nicht so groß und Zucker war teuer und manchmal auch rationiert. Da haben die Imker ihre Völker gut eingepackt um auch etwas Futter zu sparen und natürlich hatten die Beuten auch keinen Gitterboden. Im Bienenhaus standen die Beuten dicht an dicht und im Warmbau, so dass sich häufig die Völker gegenseitig durch die Beutenwand wärmten (deshalb die Bezeichnung als Warmbau), was man am Sitz der Völker durchaus sehen konnte. Daraus kann man auch ableiten, dass es Bienen im Winter durchaus warm mögen.

Viele Grüße
YoYo
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Simon » 28. Januar 2014, 16:51


Zeigt her eure Waben... zum Küssen sind die allerdings nicht. Die Wabenfärbung kommt definitiv vom Münchner Feinstaub unter dem die Stadtbienen leiden? :black:
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Michael » 28. Januar 2014, 17:10

erinnern mich an deine Blackies Simon :bigrin:
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Plonsi » 28. Januar 2014, 17:56

Simon hat geschrieben:

Zeigt her eure Waben... zum Küssen sind die allerdings nicht. Die Wabenfärbung kommt definitiv vom Münchner Feinstaub unter dem die Stadtbienen leiden? :black:

Der Artickel ist aber schon ernster gemeint als der oder?
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon HaroldBerlin » 28. Januar 2014, 19:16

Simon hat geschrieben:Zeigt her eure Waben... zum Küssen sind die allerdings nicht. Die Wabenfärbung kommt definitiv vom Münchner Feinstaub unter dem die Stadtbienen leiden? :black:


Ich hatte auch mal solche Waben: Beim Versuch einen Schwarm aus einem SCHORNSTEIN zu retten :black: Kein Witz!
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Simon » 29. Januar 2014, 19:38

Gestern um 22 Uhr meldete die Stockwaage -3,0°C, der Kälterekord im Januar 2014.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Lukas » 29. Januar 2014, 19:57

Simon hat geschrieben:Gestern um 22 Uhr meldete die Stockwaage -3,0°C, der Kälterekord im Januar 2014.


Mein Thermometer meldete heute -13° C. Bisheriger Kälterekord in diesem Winter. Meine armen ;)- ;)- ;)- Die haben sicher kalte Füße :?
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Simon » 29. Januar 2014, 20:02

Ein bischen Kälte würde ich prima finden, ein Februar mit strengem Frost senkt die Heizkosten im Bienenvolk dramatisch.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Milder Winter- Bienen im Stress

Beitragvon Angie » 29. Januar 2014, 21:59

@indi
indi hat geschrieben:hallo angie,
der nachtrag ist mir nicht ganz klar.
was macht ihr anders?
oder was machen die älteren imker anders?
ich geh davon aus, daß ihr, wenigenstens anfangs das gleiche gemacht habt, wenn die bienen am selben Standort sich befinden.
als Neuling wird man kaum den älteren widersprechen.
an der Tatsache, daß es "ältere imkernde" sind, kann es ja nicht liegen.
wo genau lag der unterschied?


Also die älteren haben keine Gitterböden(dafür können sie nichts, wurde damals nicht gebaut)
Sie nehmen in der Mehrheit das Schwammtuch 3-4 mal in unterschiedlichen Abständen, einer schwört immer noch auf Perizin. (trotz eigener Völkerverluste.)
Sie sind nicht offen für neue Wege und können sich vieles nicht mehr so schnell merken.
Sie machen keine Gemülldiagnosen, nicht vorher, nicht nachher, grundsätzlich nicht, bei manchen Beuten wäre es auch echt kompliziert,
sie glauben überwiegend, man dürfe die Bienen zwischen Dezember und März grundsätzlich nicht stören, auch nicht zur Futtersitzkontrolle,
Einer konnte auf Grund seiner Sehschwäche letztes Jahr die Varroamilben nicht von den Drohnenaugen unterscheiden. Er hatte die Wabe dabei und wollte uns seine Milben zeigen. Wir haben das dann schonend mit einer Lupe geklärt, er hatte Humor und war nicht gekränkt.

Aber versteht mich nicht falsch, wir verstehen uns alle trotzdem gut und wir lernen andere Sachen von ihnen.
Sie wissen zum Beispiel, dass früher eine Behandlung im Winter ausgereicht hat, die Milbe in Schach zu halten, Auch die Ameisensäure hat einmal gelangt. Deswegen meinen sie es kann nicht an der Behandlung liegen.

Einer mag auch nicht die 85 prozentige Ameisensäure mit Dispenser nutzen,( jetzt ist sie ja auch nur im Notfall zugelassen, ) da er meint, wenn die 60 prozentige nicht ausreichend wirkt, soll die Natur entscheiden.

Das heißt also auch, dass die Milben gegen die Ameisensäure schon etwas abgehärtet sind.
Aber das soll reichen, sonst wird das Thema hier verfehlt, wäre aber eine Idee für einen neuen Threat.

P.S.
Ich habe übrigens tatsächlich den älteren Imkern nicht widersprochen, aber im zweiten Jahr das Liebig Buch gehabt, mein Instinkt sagte mir, dass ein modernes Lehrbuch nicht verkehrt sei,
habe dann danach geimkert, im zweiten Jahr wird man ja auch nicht mehr so kontrolliert.
Mein Imkerpate fand es auch nicht schlimm, denn ich sollte aus meinen Fehlern lernen...er war dann der erste, der nach 4 Jahren kritischer Beobachtung sich den Liebig Dispenser hat erklären lassen.
Simon fehlt. RIP
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