Darwinistische Betriebsweise

Was Imker machen und Bienen (nicht) tun

Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon beeo » 7. Oktober 2017, 12:09

Da braucht man gar keine eigenen Themen hervorzubringen, sie werden serviert :-)
Seeleys darwinistische Bienenhaltung...

Seine 10 Vorschläge:

1. Standortangepasste Bienen
Dieser Vorschlag wird im Sinne einer Landrasse bereits großflächig umgesetzt.
Immer wieder andere Königinnen ausprobieren muss sich aus meiner Sicht nicht widersprechen. Wenn man berücksichtigt dass die sich daraus ergebenden Drohnen auch in den Genpool einmischen werden... Man braucht ja nicht jeden Schrott einzubauen und sollte auf die Herkunft achten.

2. Bienenstöcke weiträumig verteilen
Seeley empfiehlt einen Abstand von 25 Metern, um Verflug und damit Verteilung von Krankheiten und Milben zu reduzieren.
Ich würde behaupten, dass problemlos 2er-Gruppen aufgestellt werden können. Auch wenn Gerstung die einzelne Biene als dummes Wesen bezeichnet bin ich davon überzeugt, dass sie in einer Doppelaufstellung problemlos in den eigenen Kasten findet. Größere gleichmäßige Reihen stelle ich mir dabei schon kritischer vor (vgl. Bruder Adam).

3. Kleine Beuten nehmen
Weder in der b&n noch in der originalen Quelle (http://www.naturalbeekeepingtrust.org/d ... beekeeping) geht er dabei auf bestimmte Wertbereiche ein.
In seinem Buch "Bienendemokratie" zeigt er eine Tabelle die besagt, dass die Versuchsschwärme am liebsten Hohlräume mit einem Innenvolumen von 30 bis 60 Litern ausgesucht haben. Im Angebot waren 10 bis einige hundert Liter. Zum Vergleich: Eine Zanderzarge hat bereits ziemlich genau 40 Liter...
Die Völker in kleineren Beuten sollen weniger Probleme mir Parasiten haben, z.B. der Varroa. Anzeichen dafür meine ich sogar nachvollziehen zu können, zumindest hatte ich in zweiräumig Zander mehr Milbenfall als in einräumig. Wobei ich weder A/B-Vergleiche habe, noch Kontrollvölker, ist also nur ein Gefühl.
Wie wirkt sich hier das Schied aus? Ergibt das quasi eine kleinere Beute? Bezieht sich Seeley praktisch auf das "Wohnvolumen"? Oder wirklich auf das Innenraumvolumen?

4. Innenwände aufrauhen
Damit die Bienen die Innenwände mittels Propolis hygienisch machen. Das wird bestimmt lustig in Styroporbeuten ;-)
Ich bin da dieses Jahr an einen Schwarm geraten, der kleistert wie ein Weltmeister... Bin davon überzeugt, dass ich die Bienen darin irgendwann mit Maurerkellen erwische, wie sie fein säuberlich Innenwände einziehen oder kleine Balkone an die Beute bauen...
Aber im Grunde ist diese Forderung nachvollziehbar und logisch - auch wenn es zur Bearbeitung blöde ist...

5. Gute Isolation der Beute
Er führt dabei an, dass Völker in Beuten 4-7 fachem Wärmeverlust ausgesetzt sind, als Völker in Baumhöhlen.
Das ist mit Sicherheit stark standortabhängig. Avignon muss hier mit anderen Umständen arbeiten, als norwegische Kollegen.
Und eine kältebedingte Brutpause liefert wiederum andere Vorteile...

6. Völker höher stellen
Auch hier nennt er keine Werte, im Gegenteil, er empfiehlt hier dringend zu forschen.
Dem ganzen sind leider gewisse praktische Grenzen gesetzt. Um nochmal sein Buch zu zitieren mögen Bienen lieber 5 Meter Höhe als 1 Meter Höhe. Das kann man auch nachvollziehen, wenn man sich überlegt, wo die Baumhöhlen in der Natur zu finden waren. Aber mit Leiter oder Hubschrauber Honig zu ernten birgt wiederum Risiken bzw. Kosten...
Standimker mit Hanglage haben hier gewisse Möglichkeiten...

7. 10 bis 20% Drohnenwaben zulassen
Er weist dabei direkt auf die Varroaproblematik hin. Allerdings rechnet er einfach (und nachvollziehbar): Die gesündesten und stärksten Völker bringen die meisten Drohnen hervor. So setzen sich bei der Begattung statistisch eher Drohnen von gesunden Völkern durch. Das muss natürlich nicht heißen, dass damit auch die vom Menschen geforderten Eigenschaften gefördert werden...

8. Eingriffe minimieren
Ja klar. Ist denke ich nicht zu diskutieren. Eher die Aussage, dass eine Brutraumordnung nicht gestört werden soll. Das beißt sich mit dem Zwischenhängen von MW und anderen Maßnahmen, die verschiedentlich vorgeschlagen werden...

9. Wandern vermeiden
Damit sind wir bei der Unterscheidung zwischen Intensiv und Extensiv. Wird wohl jeder für sich beantworten müssen. Sicherlich ist es für manche Bienen ein Segen, in interessante Gebiete gefahren zu werden. Aber dann stehen sie vermutlich grundsätzlich in Gegenden, die einfach nicht wirklich geeignet sind, bzw. einfach nicht für Honigüberschussproduktion geeignet sind.

10. Unterlassen Sie die Behandlung gegen Varroa
Auch hier weiß er um die Gefahren! Er meint auch nicht, in blindem Gottvertrauen gar nichts zu machen, sondern gezielt zu beobachten, welche Populationen ohne auskommen. Völker die zu kippen drohen, müssen aus dieser Beobachtung aussortiert und behandelt werden.
Ist natürlich eine anspruchsvolle Aufgabe. Wer es methodisch draufhat und die Zeit dazu, kann sich dem Zählen bedienen a la Simon, Liebig,...
Wer ein wirklich extrem gut geschultes Auge hat kann das vll. mit einem Blick ins Volk und auf die Windel. Letzteres ist natürlich ein stets heißes Eisen, dass eventuell die eine oder andere Nacht Schlaf kostet...


Hobbyimker können mit diesen Vorschlägen sogar etwas anfangen, wenn sie nicht eh schon einiges davon umsetzen. Berufsimker haben hier bestimmt einige Interessenskonflikte...

Gruß, beeo
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon VoBee » 7. Oktober 2017, 15:29

2. Bienenstöcke weiträumig verteilen


Wie akut ist denn nun wirklich der Verflug von Bienen, wenn mehrere Völker direkt nebeneinander stehen. Gibts hierfür auch belegbare Erkenntnisse?
Gleicht sich der Verlust durch den Verflug von Bienen nicht aus, weil tendenziell Bienen aus anderen Völkern sich auch verfliegen. Wie eine Art dynamisches Gleichgewicht?
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon Karlheinz » 7. Oktober 2017, 18:26

...mit Punkt 10, Völker nicht zu behandeln habe ich ein Problem. Imker in meiner Nähe, die nicht behandeln bekommen richtig Ärger. Garantiert
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 7. Oktober 2017, 18:51

Nun, ich denke man muss der Redaktion der Bienenzeitung, die das gedruckt hat, vorwerfen, dass sie einen US-amerikanischen Artikel für ebenjenes Publikum ziemlich kommentarlos hier gebracht hat.
Die meisten Imker, die dortzulande "darwinistisch" nicht behandeln, dürften in ziemlich abgelegenen Regionen imkern.
Nicht alle, das ist auch klar. Aber WESENTLICH mehr als hierzulande.
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon Epoché » 7. Oktober 2017, 19:26

Aber es geht doch gar nicht um gar nicht behandeln, sondern um bedarfsorientiertes, wobei man die wenig bis nicht bedürftigen zur Nachzucht nimmt und die anderen versucht "auszusortieren". So habe ich es zumindest in der Zusammenfassung oben verstanden. Setzt natürlich eine konsequent an jedem Volk angewendete und dazu verlässliche Diagnosemethode voraus, was insbesondere bei größer werdenden Imkereien schwierig werden dürfte. Ob praktisch umsetzbar oder nicht mal dahingestellt - klingt doch nach einem guten Ansatz, der auch hier im Forum schon öfter und immer wieder auftaucht!?
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon beeo » 7. Oktober 2017, 20:55

Naja, Seeley empfiehlt tatsächlich eine wesentlich krassere Methode, die ich nicht übers Herz brächte.
Man "will need to monitor closely the mite levels in all your colonies". Die aber, die offensichtlich nicht alleine mit der Varroalast zurecht kommen, sollen übern Jordan geschickt werden, bevor der Befall Größenordnungen annimmt, die dazu führen können, das andere, für sich betrachtet vielleicht sogar reichlich varroatolerante/-resistente Völker, unter dieser Zusatzbelastung ebenfalls zusammenbrechen.

Ich würde diese behandeln, wohlwissentlich, dass ich damit wieder Drohnen im Genpool habe, von nicht varroatoleranten/-resistenten Bienen.

Man kann sich da aber reinsteigern... Angenommen jemand hätte per Zufall eine Königin, die ein Volk auf die Beine stellt, das aus eigener Kraft mit der Varroa zurecht kommt. Dieses Volk weiselt still um, die Thronfolgerin wird von varroasensiblen Drohnen begattet. Die Chance ist groß, dass die Eigennschaft dann im weiteren auf der Strecke bleibt.
Andersrum betrachtet: Ich hätte bis dato alle Völker vernichten müssen...
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon beeo » 7. Oktober 2017, 20:58

VoBee hat geschrieben:
2. Bienenstöcke weiträumig verteilen


Wie akut ist denn nun wirklich der Verflug von Bienen, wenn mehrere Völker direkt nebeneinander stehen. Gibts hierfür auch belegbare Erkenntnisse?
Gleicht sich der Verlust durch den Verflug von Bienen nicht aus, weil tendenziell Bienen aus anderen Völkern sich auch verfliegen. Wie eine Art dynamisches Gleichgewicht?

Da habe ich vor kurzem etwas gelesen, ich weiß aber nicht mehr genau wo. Das schien mir aber übertrieben, es ging da um zweistellige Prozentzahlen an Flugbienen, die am Abend dann im falschen Kasten sind. Wobei man da aber mit Sicherheit streng unterscheiden muss, ob da jetzt 3, 10 oder 30 Kästen nebeneinander stehen, ob sie exakt identisch sind oder doch gewisse Unterschiede aufweisen, etc.

Falls ich mich nochmal an die Quelle erinnere werde ich sie hier benennen.
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon beeo » 7. Oktober 2017, 21:26

beeo hat geschrieben:4. Innenwände aufrauhen
Damit die Bienen die Innenwände mittels Propolis hygienisch machen. Das wird bestimmt lustig in Styroporbeuten ;-)
Ich bin da dieses Jahr an einen Schwarm geraten, der kleistert wie ein Weltmeister... Bin davon überzeugt, dass ich die Bienen darin irgendwann mit Maurerkellen erwische, wie sie fein säuberlich Innenwände einziehen oder kleine Balkone an die Beute bauen...
Aber im Grunde ist diese Forderung nachvollziehbar und logisch - auch wenn es zur Bearbeitung blöde ist...

Auf naturalbeekeepingtrust.org ist die Info vollständiger:
For example, worker in colonies without a propolis envelope invest more in costly immune system activity (i.e., synthesis of antimicrobial peptides) relative to workers in colonies with a propolis envelope (Borba et al. 2015).
Wir haben also eine direkte Auswirkung auf die Langlebigkeit der Bienen.
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 7. Oktober 2017, 21:33

vielleicht hat der forscher das auch falsch herum gesehen: meiner beobachtung nach propolisiert ein angeschlagenes volk nicht mehr oder sehr wenig. das merkt man schon beim deckel losmachen.
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon 14301 » 7. Oktober 2017, 21:34

beeo hat geschrieben:
VoBee hat geschrieben:
2. Bienenstöcke weiträumig verteilen


Wie akut ist denn nun wirklich der Verflug von Bienen, wenn mehrere Völker direkt nebeneinander stehen. Gibts hierfür auch belegbare Erkenntnisse?
Gleicht sich der Verlust durch den Verflug von Bienen nicht aus, weil tendenziell Bienen aus anderen Völkern sich auch verfliegen. Wie eine Art dynamisches Gleichgewicht?

Da habe ich vor kurzem etwas gelesen, ich weiß aber nicht mehr genau wo. Das schien mir aber übertrieben, es ging da um zweistellige Prozentzahlen an Flugbienen, die am Abend dann im falschen Kasten sind. Wobei man da aber mit Sicherheit streng unterscheiden muss, ob da jetzt 3, 10 oder 30 Kästen nebeneinander stehen, ob sie exakt identisch sind oder doch gewisse Unterschiede aufweisen, etc.

Falls ich mich nochmal an die Quelle erinnere werde ich sie hier benennen.


Hier werden Sie geholfen

https://www.mellifera.de/blog/freibeute ... aerme.html
Viele Grüße, 14301
www.hommel-blechtechnik.de
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon beeo » 7. Oktober 2017, 21:38

Passt. Es ist zwar nicht diese Quelle, aber eben dieser Text :-)
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon Karlheinz » 8. Oktober 2017, 09:37

Das Interview mit Seeley ist recht interessant. Leider kann ich nicht beurteilen, wieviel Wahrheit und wieviel Vermutungen es enthält. Allein das Thema Verflug erscheint mir sehr “vermutet“.
Es gibt leider mehr Guru's unter den “Bienenforschern“ als ich für nötig erachte... ;)
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 8. Oktober 2017, 09:39

Karlheinz hat geschrieben:Es gibt leider mehr Guru's unter den “Bienenforschern“ als ich für nötig erachte... ;)

unterschreib ich.
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon hummelimker » 8. Oktober 2017, 11:32

Mag sein, aber Thomas Seeley ist nun wirklich nicht dazuzurechnen! Da genügt ein kurzer Blick in seine vielen hervorragenden wissenschaftlichen Veröffentlichungen und populärwissenschaftlichen Bücher...
Was das Verfliegen angeht, kann man sich leicht selbst ein Bild davon machen: einfach mal eine größere Anzahl Bienen eines Volkes markieren und dann überraschen lassen, wie viele davon sich in Nachbarvölkern wiederfinden. Haben meine Tocher & ich mal mit Drohnen gemacht; zumindest im direkten Nachbarvolk (Zweieraufstellung) waren erstaunlich viele "gelandet".

Weiterforschen! ;)
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 8. Oktober 2017, 12:47

hummelimker hat geschrieben:Mag sein, aber Thomas Seeley ist nun wirklich nicht dazuzurechnen! Da genügt ein kurzer Blick in seine vielen hervorragenden wissenschaftlichen Veröffentlichungen und populärwissenschaftlichen Bücher...


Das gilt auch für viele andere Bienen-Gurus!
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon beeo » 8. Oktober 2017, 13:00

Karlheinz hat geschrieben:Das Interview mit Seeley ist recht interessant. Leider kann ich nicht beurteilen, wieviel Wahrheit und wieviel Vermutungen es enthält.

Das wissen wir letztlich nie, wenn man sich nicht die Mühe macht, dabei zu sein.
Seeley zeigt zB wie er Spurbienen verfolgt indem er sie markiert. Dann verfolgte er, welche Spurbienen sich von einem besseren neuen Nistplatz überzeugen lassen und ihren Favoriten ändern. Da wurde schon immenser Aufwand betrieben, alleine, dass er dafür eine Insel benutzte, die grundsätzlich bienenleer ist und überschaubare naturgegeben Nistplätze bot.
Seeley kann man aus meiner Sicht zu den seriösen Forschern zählen. Allerdings forscht er nicht für die Imkerschaft, sondern für die Biene, da unterscheidet er sich ganz gravierend von anderen.
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon imkerber » 8. Oktober 2017, 15:33

hummelimker hat geschrieben:Mag sein, aber Thomas Seeley ist nun wirklich nicht dazuzurechnen! Da genügt ein kurzer Blick in seine vielen hervorragenden wissenschaftlichen Veröffentlichungen und populärwissenschaftlichen Bücher...
Was das Verfliegen angeht, kann man sich leicht selbst ein Bild davon machen: einfach mal eine größere Anzahl Bienen eines Volkes markieren und dann überraschen lassen, wie viele davon sich in Nachbarvölkern wiederfinden. Haben meine Tocher & ich mal mit Drohnen gemacht; zumindest im direkten Nachbarvolk (Zweieraufstellung) waren erstaunlich viele "gelandet".

Weiterforschen! ;)


Apidologie (2015) 46:716–727, Crowding honeybee colonies in apiaries can increase their vulnerability to the deadly ectoparasite Varroa destructor, Thomas D. SEELEY, Michael L. SMITH:
In the present study, when colonies were housed in ways that are typical for apiculture—in hives painted the same color, arranged in a row and facing the same direction, and spaced tightly—it was found in both years that approximately 35 % of the drones entering each colony’s hive did not match the color morph produced by the colony. Clearly, there was a high level o f drones drifting among the crowded colonies.

Bei den Drohnen landen 35% im "falschen" Kasten. Leider wurde nicht überprüft, wie es sich bei den Arbeiterinnen verhält.
Freundliche Grüße
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon beeo » 8. Oktober 2017, 15:44

Interessant. Man könnte vermuten, dass Arbeiterinnen nicht sonderlich intelligenter sind, aber häufiger fliegen, und der Prozentsatz bei vergleichbar ungünstiger Aufstellung nicht besser wird...
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 8. Oktober 2017, 15:51

Die Volksstärke der Völker müsste sich nach und ausgleichen, wenn dem so wäre.
Tut es aber nicht.

Woanders habe ich gelesen, dass Drohnen sowieso ein bisschen wie Prinzen behandelt werden und daher auch ohne weiteres in jedem Stock einkehren können. Insofern wäre hier auch nicht von Verflug zu sprechen. Zumindest nicht von unwillkürlichem.
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon Hamamelishonig » 8. Oktober 2017, 16:32

waldimker hat geschrieben:Das gilt auch für viele andere Bienen-Gurus!

... und es ist sicher, dass diese auch Imker sind oder nur aus mehreren Artikeln was zusammenschreiben, was grade vom Professor zu lesen gewünscht wird?
Wichtig: Dieses Forum wird demnächst abgeschaltet - komm mit rüber ins neue Forum "Einfaches Imkern" unter http://dreilichs.de/if
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon beeo » 8. Oktober 2017, 16:39

waldimker hat geschrieben:Die Volksstärke der Völker müsste sich nach und ausgleichen, wenn dem so wäre.

Ich glaube eher, dass es sich nach außen hin verstärkt und ggf. zentral ebenfalls, aber die Halbpositionen das nachsehen haben. Hab da aber keine Erfahrungen mit...
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 8. Oktober 2017, 17:08

ich sag aus meiner Erfahrung: tut es aber nicht.
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon beeo » 8. Oktober 2017, 17:32

Bist du auch zu so einem Reihenparker geworden? ;-)
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon VoBee » 8. Oktober 2017, 18:51

beeo hat geschrieben:Ich glaube eher, dass es sich nach außen hin verstärkt und ggf. zentral ebenfalls, aber die Halbpositionen das nachsehen haben. Hab da aber keine Erfahrungen mit...


Wäre nur interessant, um welche Größenordnung es sich hier handelt und über welchen Zeitraum.
Wenn täglich 200 Bienen sich verfliegen und durch anderen Verflug nicht mehr ausgeglichen werden, ist das schon eine Behinderung und ein größerer Verlust...
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon beeo » 8. Oktober 2017, 18:55

Bruder Adam hatte damit jedenfalls ein Problem und dann seine Taktik angepasst.
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 8. Oktober 2017, 21:25

beeo hat geschrieben:Bist du auch zu so einem Reihenparker geworden? ;-)


Meine Ableger stehn in Reih und Glied.
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon andreasE » 9. Oktober 2017, 23:03

Hallo beeo,
hier mal kurz ein Anfang und kurz deshalb, weil ich grad " vonner Maloche" gekommen bin.
Zu 1:
Das ist wohl der richtige Weg, insofern ist auch die Geschichte mit den Belegstellen nur eine Wegmarke und nicht Selbstzweck.

Zu 2:
Einzelausstellung ist aus Sicht der Bienen und Forscher ideal, aber für den Imker nicht praktikabel. Insofern ist auch die Suche nach einer varroatoleranten Biene in der üblichen Imkerei eine Unmöglichkeit, da, wenn ich mehr als ein Volk auf dem Stand habe, ich von einer Population sprechen muss und Einzelvölker nicht mehr wirklich zu beurteilen sind. (Da komme ich in einem anderen Sinne aber gleich noch mal darauf zurück.)

Zu 4:
Glatte Beutenwände werden ebenfalls propolisiert. Vielleicht findet dies verstärkt an rauher Wandung statt, weil die Bienen sich sonst in die Füße pieksen...

Zu 5:
Das wäre, wie einige andere Dinge hier, eigentlich auch ein eigenes Thema wert.
Die Bienen versuchen schon Wärme zu "sparen" bzw. suchen sie sich warme Areale in der Beute auf. Andrerseits hatte Bruder Adam in seiner "Betriebsweise" beschrieben, was mit Völkern passiert, wenn sie übermäßig warm gehalten werden.

Zu 7:
Zum Drohnenschneiden hatten wir ja mal eine spannende Diskussion. Ich bin natürlich froh darüber, dass viele Imker mit deutscher Gründlichkeit ihre Drohnen herausschneiden... ich mache es jedenfalls nicht (... einer der "Eckpunkte"!)

Zu 8:
Eingriffe minimieren fällt schwer, wenn man zu wenig Bienen hat, da ein den Umständen angepasstes Arbeiten notwendig wäre. Dafür haben aber die allermeisten Imker zu wenig Völker.

Zu 9:
Ich denke, da können wir zwischen Skylla und Charybdis wählen.
Völker die wenig bis keine Tracht über das Jahr haben machen nicht nur dem Imker keine Freude, nein, sie sind auch krankheitsanfälliger. Weniger hat es wohl mit extensiv und intensiv zu tun.

Zu 10:
Die Völker mit zu vielen Milben sollten behandelt werden!
Weiter oben schrieb ich ja schon, dass, wenn mehr als ein Volk auf dem Bienenstand steht, wir von einer Population sprechen müssen und die Milben sich auch durch den Verflug in den Völkern verbreiten.
Zudem reicht es völlig aus, wenn nach einzelnen Behandlungen auf der Windel geschaut wird, ob es weniger Milben werden.
Der Versuch zu zählen und anschließend hochzurechnen funktioniert nicht. Diese Diagnosemodelle taugen nichts, weil allenfalls Vermutungen über die Dynamik der Milben vorhanden sind.

Soweit und vorläufig.
Gruß
Andreas
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Zu 5:

Beitragvon beeo » 10. Oktober 2017, 11:31

andreasE hat geschrieben:Zu 5:
Das wäre, wie einige andere Dinge hier, eigentlich auch ein eigenes Thema wert.
Die Bienen versuchen schon Wärme zu "sparen" bzw. suchen sie sich warme Areale in der Beute auf. Andrerseits hatte Bruder Adam in seiner "Betriebsweise" beschrieben, was mit Völkern passiert, wenn sie übermäßig warm gehalten werden.

Machen wir mal ein Thema im Thema :-)

An Bruder Adam musste ich auch zuerst denken. Sinngemäß formulierte er, dass selbst die einfachsten Kisten für den Wärmehaushalt ausreichend und erfolgreich waren. Amtlicher zu bauen ergab sich demnach einfach nur aus dem Zweck der Investitionssicherung, das Material soll auch ne Zeit lang halten.
Es ist nun natürlich alles abhängig von dem übers Jahr vorhandenen Klima. In der maritim beeinflussten Ecke Englands kämpfte Bruder Adam bestimmt nicht gegen kontinentale -20 Wintergrade an. Unter Null gabs aber durchaus, zumal er noch lange nicht in dem heute vorhandenen Klimawandel lebte. (Trump meint zwar das gäbe es nicht, er verwechselt aber die emotionale und soziale Kühle seines Handelns mit dem Weltklima.)
Für 99% von Deutschland gesprochen wage ich zu sagen, dass jede Holzhütte mit 20mm Stärke für die Bienen ausreichend ist. Interessanter ist ab diesem Level wohl eher, WO stelle ich meine Völker hin. Zugige Ecke, Kaltluftsee,...? Dann kann ich den Kasten dick machen wie ich will, die kalte Luft kommt einfach rein. Ich würde in unserer Gegend diesem Punkt zuerst die Aufmerksamkeit schenken. Die Zargen sollten dann einfach dauerhaft stabil sein, wenn diese Anforderung erfüllt ist, ist vermutlich auch eine ausreichende Stärke vorhanden.

Dazu aus dem Kasseler Vortrag:
Bruder Adam hat geschrieben:Die Beute ist ein gar wichtiges Problem, praktisch und wirtschaftlich betrachtet - weniger, was die Bedürfnisse der Bienen selbst anbelangt. In der Tat, ein Bienenvolk ist äußerst anspruchslos und anpassungsfähig, was Wohnungsbedürfnisse anbelangt. Ein hohler Baum, eine Kluft in Fels oder Mauer, bieten ihm die naturbedingte Unterkunft seit seiner Schöpfung. Eine moderne Bienenwohnung ist, praktisch gesehen, ein Werkzeug des Imkers. Je bequemer, mit je weniger Mühe und Zeitverbrauch er mittels einer Beute die jahreszeitlich bedingten Arbeiten an einem Bienenvolk verrichten kann, desto zweckentsprechender und wirtschaftlicher sein Werkzeug. Vollkommenheit einer Beute ist nicht zu haben in einer kostspieligen Konstruktion, in einer Vielfalt von Zubehör, sondern eher in einer extremen Einfachheit. Es ist wirklich erstaunlich, wie man mit allerbestem Erfolg imkern kann, mit denkbar einfachsten Beuten. Ich mußte mich mit den bescheidensten Notbehelfsbeuten einst begnügen. Der Brutkasten und die Aufsätze bestanden aus 1,3 cm dünnem Holz. Boden und Deckbrett wurden verfertigt aus Kisten aller Art. Das Dach aus Dachpappe. Nur zwischen Dach und Deckbrett wurden Zeitungspapiere eingelegt, um einen übermäßigen Verlust von Wärme zu verhüten. Zur Winterzeit wurden diese Notbehelfsbeuten auch seitlich in Dachpappe gehüllt, der Trockenheit halber.
Ich konnte nie einen wahrnehmbaren Unterschied im Ertrag bemerken zwischen den Völkern in doppelwandigen Schutzbeuten und jenen in den dürftigen Notbehelfsbeuten. In dieser Beziehung ließen die Notbehelfsbeuten wenig zu wünschen.
(...)
Obwohl ich großen Wert lege auf extreme Einfachheit einer Beute, so lege ich nicht weniger Gewicht auf eine solide, dauerhafte Konstruktion aller Beutenbestandteile, insbesondere auf jene der Wabenrahmen. Ein Sparen ist hier am falschen Platz angebracht. Es gibt gewiß nichts Ärgerlicheres und Zeitraubenderes in der Imkerei als Rähmchen, die ihre richtige Form nicht beibehalten, oder Beutenteile, die vorzeitig versagen.


Zusätzlich interessant ist aus meiner Sicht, was eine leere Zarge über dem Volk (und evtl. auch eine unterhalb) bewirken könnte. Wirkt der Raum wärmeraubend, weil selbige nach oben steigt (negativ) oder wirkt er isolierend, weil der Bien weiter vom kältetransportierenden Deckel entfernt ist, während Luft ein schlechter Wärmeleiter ist (positiv)?


Gruß, beeo
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon beeo » 10. Oktober 2017, 13:34

waldimker hat geschrieben:
beeo hat geschrieben:Bist du auch zu so einem Reihenparker geworden? ;-)


Meine Ableger stehn in Reih und Glied.


ich kann nicht mitreden, aber Bruder Adam (in seiner Kasseler Rede):
Bruder Adam hat geschrieben:Sonderbar besteht überall der Brauch - wo Freiaufstellung Verwendung findet - die Bienenstöcke in langen Reihen aufzustellen und alle mit derselben Flugrichtung. Ich machte es einst auch so, entdeckte jedoch alsbald, daß diese Anordnung recht unliebsame wirtschaftliche und betriebstechnische Nachteile besaß. Das Verfliegen der Bienen ist gewiß viel allgemeiner, als man bisweilen annahm. Es bestehen Unterschiede in dieser Beziehung zwischen den verschiedenen Rassen und Stämmen; aber sie verfliegen sich alle. Wo Krankheiten vorhanden sind auf einem Stand, ob bei der Brut oder den erwachsenen Bienen, fördert die Stapelung und Reihenaufstellung deren Verbreitung von Volk zu Volk auf die schnellste Weise. Es wird jetzt auch weitgehendst erkannt, daß eine zuverlässige Leistungsbewertung wirklich unmöglich ist mit dieser Art von Aufstellungen. Das volle Ausmaß des Verfliegens kommt am krassesten zum Vorschein nach einer Wanderung in die Heide. Ich erkannte dort
den vollen Umfang aller Nachteile einer Reihenaufstellung und deren Folgen. Seit 1922 verwende ich die Gruppenaufstellung. Meistens je vier Völker einer Gruppe. Jedes Volk in einer Gruppe hat eine andere Flugrichtung. Ob Süd, West, Ost oder Nord, macht im Ertrag absolut keinen Unterschied. Völker, so aufgestellt, verhalten sich ruhiger, es gibt weniger Streitereien, insbesondere im Herbst. Ein Abstechen oder Einknäulen der Königin - verursacht durch das Verfliegen der Bienen - ist uns mit dieser Aufstellung fast unbekannt.

Es waren aber in dem Fall Wirtschaftvölker, k.A. wie viele, vermutlich 320 Wirtschaftsvölker geteilt durch 9 Stände, also ca. 35.
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Re: Darwinistische Betriebsweise

Beitragvon andreasE » 10. Oktober 2017, 14:36

Hallo miteinander,
ganz kurz: Bruder Adams Aufstellung war gut, so ganz stimmt es aber nicht, was er zu den Erträgen und den Himmelsrichtungen sagte. Die Völker, welche nach Norden ausflogen, hatten immer am wenigsten Honig. Dies teilte mir mal Thomas Rüppel mit, der bei Bruder Adam elf mal mitarbeitete.

Gruß
Andreas
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