2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Was Imker machen und Bienen (nicht) tun

2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon ulf » 9. August 2017, 11:35

Hallo liebe Imkerfreunde,

wir sind immer noch am Schleudern in den deutschen Mittelgebirgen und wie es so aussieht, dürfte 2017 ein sehr gutes Honigjahr werden!
Honigraum, es gibt kein zu früh?
Wage ich zu bezweifeln!
Je früher umso besser?
Nein, wir machen es anders !!!!
Nachdem das Frühjahr weitgehend ein Ausfall war (die "Frühtracht" ist bei uns eh nur eine Entwicklungstracht!) hat sich das Blatt im weiteren Verlauf zum Positiven gewendet.
In unserer Gegend gibt es zum Glück keine monotonen Rapsfelder und somit keinen monofloralen Honig vom Raps. Rapshonig kennen die Leute hier gar nicht.
Mitte bis Ende Mai kommen bei uns die Honigräume drauf (vorher brauchts das nicht). Danach öffne ich die Völker erst wieder zur Honigernte. Durch großzügige Raumgabe fällt das Schwärmen bei uns aus.
Es folgt in aller Regel eine wunderbare Tracht aus Himbeere + Faulbaum + Klee + x :thumbsup:
In vielen Jahren - so auch diesmal und das nicht schlecht - honigt der Wald. Richtig schön dunkler Honig läuft aus der Schleuder Und da sind wir immer noch dabei.:thumbsup:

Die Ableger entwickeln sich nach Milchsäurebehandlung prächtig!

Die abgeschleuderten Völker werden 2 x im Abstand einer Woche mit Ameisensäure behandelt. Im Dezember, wenn unsere Völker alle brutfrei sind, erfolgt eine Milchsäurewinterbehandlung gegen die Varroa. Da man dabei die Völker auseinander nimmt, erhält man einen guten Einblick bzgl. Futtervorrat, Stärke und Sitz der Völker usw.
Das läßt einen im Winter ruhig schlafen :thumbsup:
Erstaunlich wenig bemerkt man dieses Jahr von der Varroa. Interessant!
Behandelt wird trotzdem wie immer. Deshalb spar mich mir das Milbenzählen :thumbsup:

so läßt sich jetzt schon sagen: Das Jahr 2017 war ein sehr gutes Honigjahr und der Honig ein feiner dunkler Jahrgang :thumbsup: :thumbsup:

Wir imkern in einem kleinen Dorf mit 8 ortsansässsigen Imkern.
In diesem Jahr kam doch glatt, erstmals seit ich denken kann, ein ortsfremder Imker auf die Idee, in unseren Sprengel einzuwandern :( :o
Rechtlich hatte er alles richtig gemacht. Doch die Aufregung war so groß, dass er nach 2 Wochen wieder abgezogen ist :thumbsup: :thumbsup:
angefangen hab ich am Fuß der dt. Mittelgebirge auf Freudensteinmaß, heute Carnica erfolgreich in Segeberger Beuten auf Deutschnormalmaß (DNM) :bigrin:
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon Goran » 9. August 2017, 11:57

Servus

Das kann Ich nur Bestätigen
Aktuell alle Völker sind geteilt Bienenmaße ist ziemlich Groß ,Bienen tragen Springkraut ein ,ab nexte Woche sollte richtig Honigen ,bin bei gerade Einfüttern Jungvölker alle wohl auf werden Locker in Winter gehen .

Mfg

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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon FranzBurnens » 9. August 2017, 12:29

ulf hat geschrieben:
Wir imkern in einem kleinen Dorf mit 8 ortsansässsigen Imkern.

Wie vermarktet ihr die Ernte?
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon waldimker » 9. August 2017, 14:14

na, jeder kauft beim andern...

hab grad die letzte Wabe geschleudert.
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon Goran » 9. August 2017, 15:50

Servus

Ich warte immer bisAnfang des Winters ca.Mitte Januar bis ende März dann verkaufe Ich in Großen Mengen da der Honig in die Zeit eher Mangel Ware wird.
Sonst über bekannten oder auf eBay

Mfg

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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon FranzBurnens » 10. August 2017, 11:11

Goran hat geschrieben: ca.Mitte Januar bis ende März dann verkaufe Ich in Großen Mengen

Also das meiste an Weiterverarbeiter in Eimer für Kilopreis um/unter 5,-€ ?

Das wäre mir eigentlich zu wenig angesichts der ganzen Arbeit, die man damit hat. Andererseits muss ich auch feststellen, dass Abfüllen in Gläser und Direktverkauf ab einer gewissen Menge nicht mehr hinzukriegen ist. Bin deshalb ganz froh über bescheidene Ernte 2017 ... :(
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon waldimker » 10. August 2017, 12:21

man soll ja bekanntlich das Gute in Allem sehen. Aber ganz so euphemistisch würd ich eine schlechte Ernte nun auch nicht beurteilen...

Wir sind zufrieden. Schnitt auf die eingewinterten Völker 2016: 35 kg Honig und zwei Ableger.
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon Goran » 10. August 2017, 13:46

Servus
Ich verkaufe nicht mal Raps unter 6 Euro das Kilo in den Zeit
Hab letzte Winter bzw. Februar dieses Jahres für 6 euro das Kilo Verkauft 200 kg, alles anderes wie Wald Honig oder Löwenzahn Honig verkaufe Ich nie unter 8 bis 9 Euro das Kilo ,ab 100 kg Menge.

Mfg

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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon ulf » 11. August 2017, 21:14

FranzBurnens hat geschrieben:
ulf hat geschrieben:
Wir imkern in einem kleinen Dorf mit 8 ortsansässsigen Imkern.

Wie vermarktet ihr die Ernte?


die die nur wenige Völker haben, imkern für Eigenbedarf, Verwandtschaft und Freunde

ich z.B. bringe meinen Honig in Hotels
da wird der Honig morgens zum Frühstück probiert und dann an der Rezeption verkauft, z.B., läuft gut!
oder vor Weihnachten stecken verschiedene Firmen meinen Honig zu den Weihnachtspräsenten, z.B.
bin froh über das gute Honigjahr, da werde ich nicht "trockenfahren" bis zur nächsten Ernte Juni/Juli/August 2018 :thumbsup:
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon HaroldBerlin » 14. August 2017, 09:05

In Berlin sieht es anders aus... Nach einigen unrepräsentativen Meldungen war die Linde insgesamt nicht gut.
Und der Rest der Saison lief bei mir auch nicht rund. Erst Frost bis Mai und kleine Völker, im Raps kaum auch wenig rein und die Reste der Robinie dann im Gewittersturm mit Hagel zerfetzt.... Mich freut es für Euch - und ich hoffe auf ein besseres Jahr 2018, genügend Völker dafür stelle ich gerade bereit.
Dann einen kurzen Winter und ein mildes Frühjahr ohne Wettereinbrüche - das wäre doch mal was!
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon waldimker » 14. August 2017, 09:30

tröste Dich, Frank, bei uns war`s letztjahr fast desaströs.
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon BieneMoni » 14. August 2017, 11:06

Hallo Harold,
obwohl du in Berlin wirklich Hunderte Kilometer von hier weg wohnst, ist es bei mir ähnlich. So wenig wie dieses Jahr hatte ich noch nie in den Beuten. Im Frühjahr erfror bei einer Woche Spätfrost bei minus 7 Grad (!) die gesamte Frühtracht, ganze Äste sind gut 50 cm abgefroren: Kirsche, Mirabelle, Äpfel, Pflaume, Akazie, Raps, Schlehe, Birne, Linde......... eigentlich ging einfach alles kaputt. :auge:

Den Notaustrieb der Akazie hat es im Gewittersturm zerfetzt.

Dann war ich in der Eßkastanie 2 Wochen lang gestanden und was war? Zwei Wochen über 35 Grad und starker Wind die ganze Zeit. Die Blütchen hat es regelrecht gegrillt und die Bienen konnten nichts eintragen. Die Kästen kamen leichter nach Hause als ich sie hingefahren habe.

Es kam noch ein wenig Sommertracht, das wars für dieses Jahr.

Hoffentlich bekommen wir nächstes Jahr nicht wieder so einen verheerenden Spätfrost. Das Frühjahr hatte sooo schön angefangen. Ich kam nämlich mit ALLEN Völkern prima durch den Winter! Und dann das.

Aber so ist es halt.

Lg, Moni
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon HaroldBerlin » 15. August 2017, 08:00

waldimker hat geschrieben:tröste Dich, Frank, bei uns war`s letztjahr fast desaströs.

Ich gönne es auch Euch allen von ganzen Herzen!

Ich werde es kommendes Jahr dann - hoffentlich - umso mehr zu schätzen wissen - und zum Glück ist es mir nicht gleich am Anfang passiert :bigrin:

BieneMoni hat geschrieben:Hallo Harold,
obwohl du in Berlin wirklich Hunderte Kilometer von hier weg wohnst, ist es bei mir ähnlich. So wenig wie dieses Jahr hatte ich noch nie in den Beuten.


Ja, es zeigt mir immer wieder, wie wie immer noch von der Natur abhängig sind. Und unsere Bienen haben trotzdem Hunderttausend Jahre ohne uns überlebt - mich macht das immer ein wenig nachdenklich. Birnen dieses Jahr nur drei Stück , Pflaumen vergammeln alle im Regen - dafür Pfirsiche nach wirklich einem einzigen (!) sind dieses Jahr eimerweise. Es hilft also nur eins: Möglichste viele verschiedene Pflanzen. Als Tracht, aber auch als Obst und als Nahrung....
Zuletzt geändert von HaroldBerlin am 22. August 2017, 08:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon keinimker » 18. August 2017, 20:50

Hallo,
lassen wir also dieses "Futtereinerlei" im Supermarkt links liegen und essen nurnoch abwechslungsreich und BIO! Geht nicht!!! Vielzuwenig Biobauern, vielzuviele Billigkäufer.
Aber die Artenvielfalt, auch in der landwirtschaftlichen Fruchtfolge, kommt nur wenn die Bauern /Agrarbetriebe andere Wirtschaftsbedingungen vorfinden. Andere Nachfrage, andere Preise ab Hof.
Wir können lange und viel auf alle schimpfen, ändern wird es aber nichts. BTW2017: ~70% GRÜNE, und wenn sies nicht geregelt bekommen dann hilft nurnoch die Straße.
ärgerlich, :auge:
Harald
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon Avignon » 19. August 2017, 00:45

FranzBurnens hat geschrieben:
Goran hat geschrieben: ca.Mitte Januar bis ende März dann verkaufe Ich in Großen Mengen

Also das meiste an Weiterverarbeiter in Eimer für Kilopreis um/unter 5,-€ ?

Das wäre mir eigentlich zu wenig angesichts der ganzen Arbeit, die man damit hat. Andererseits muss ich auch feststellen, dass Abfüllen in Gläser und Direktverkauf ab einer gewissen Menge nicht mehr hinzukriegen ist. Bin deshalb ganz froh über bescheidene Ernte 2017 ... :(



Wenn Ihr 1 KG Honig (selbst im 300 kg-Fass) NUR für 5 € verkauft, dann frage ich mich, warum Ihr überhaupt imkert???? Hier in FR bringt selbst ein normaler Blütenhonig 7 - 8 €/kg (im 300 kg-Fass). Edelkastanie um die 8 €/kg wie auch der Rosmarin. Lavendel geht zwischen 10-11 €/kg. Aber in unseren Supermärkten ist französischer Honig viel viel teurer, denn in einer "Geiz ist geil"-Welt frisst man halt auch "Geiz ist' geil"-Food-Scheisse!

Frankreich konsumiert um die 40.000 Tonnen Honig/Jahr. Wir franz. Imker produzieren je nach Saison nur zwischen 10 bis in guten Jahren 15.000 Tonnen. Also ist ca. 2/3 der Honige nichts anderes als Importware, die oft nicht einmal über 2,50 €/kg gehandelt wird. Also hier in FR ist es einfach. Wenn jemand im Supermarkt ein Glass Honig unter 15 €/kg kaufen möchte, dann frisst der Käufer halt einen Import-Dreck!
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon waldimker » 19. August 2017, 07:13

wir wissens mittlerweile, danke.
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon keinimker » 19. August 2017, 14:56

wers glaubt! :bll:
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon Selurone » 19. August 2017, 19:04

Hier, im schwäbischen Teil Bayerns sah es nach dem verspäteten Wintereinbruch ebenfalls sehr übel aus.
Danach bombten die Bienen aber die Honigwaben voll. Blütenhonig mit Waldhonig in rauhen Mengen. Vor 3 Wochen konnte ich noch ein zweites Mal schleudern. Jede Menge dickflüssigen Waldhonig.
Dieses Jahr ist besser als das Honigjahr 2011.

Mich verwundern ebenfalls diese niedrige Honigpreise. Hier verlangen wir für 500g Blütenhonig 5,-€ und 500g Waldhonig zu 6,50€. Sogar Nachbarimker aus dem gleichen Dorf und aus umliegenden Ortschaften verkaufen ihren Honig billiger und trotzdem bringe ich meinen Honig an.
Vor gut 4 Jahren fuhr ich noch für die Brauerei Rapp im Heimdienst in BW und By und konnte meinen Honig an die Getränkekunden verkaufen. Zum selbigen Preis. Jetzt im Innendienst der Brauerei habe ich es wegen dem kleineren Kundenstamm etwas schwerer und trotzdem geht der Honig recht gut weg.

Mit den Menschen muß man reden. Dann gehts.
Liabe Grüaß
Peter

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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon Nils » 21. August 2017, 11:41

Servus Peter,

ich habe das Problem daß ich nicht weiß mit wem ich reden muß :)
Kannst du mir da Tipps geben?

Ich möchte nicht auf Wochenmärkte etc. fahren - aber meinen Honig muß ich trotzdem unters Volk bringen bevor der nächste zum schleudern ist!
Nur wie?

Ciao,

Nils
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon Epoché » 21. August 2017, 16:21

Nils Problem hab ich auch. Es gibt ein paar Stammkunden, die sich immer mal wieder melden. (Übrigens: 500g zu 7€ für Frühling und Sommer und ich hab nur ein einziges mal einen Kommentar zum Preis gehört. Hab sogar schon aufgerundete Beträge bekommen... Halt typisch unfranzösisch deutsche Dumpingramschmentalität...) Ansonsten kenne ich einen Haufen Leute die generell keinen Honig mögen oder schon ihren Honigdealer haben. In allen möglichen Geschäften, Bäckern und so steht auch schon Honig von anderen. Ich habe nun jedoch viel mehr, als ich so auf die Art wegbekomme. Von letztem Jahr habe ich leider auch was über... insgesamt habe ich so einige Eimer über, als ich in den nächsten 12 Monaten auf diese Weise verkauft bekomme...
Haustürverkauf und Märkte kommen bei mir auch nicht in Frage. Kniffe diesbezüglich fänd ich also auch super...
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon Joachim » 21. August 2017, 17:08

Epoché hat geschrieben:Nils Problem hab ich auch. Es gibt ein paar Stammkunden, die sich immer mal wieder melden. (Übrigens: 500g zu 7€ für Frühling und Sommer und ich hab nur ein einziges mal einen Kommentar zum Preis gehört. Hab sogar schon aufgerundete Beträge bekommen... Halt typisch unfranzösisch deutsche Dumpingramschmentalität...) Ansonsten kenne ich einen Haufen Leute die generell keinen Honig mögen oder schon ihren Honigdealer haben. In allen möglichen Geschäften, Bäckern und so steht auch schon Honig von anderen. Ich habe nun jedoch viel mehr, als ich so auf die Art wegbekomme. Von letztem Jahr habe ich leider auch was über... insgesamt habe ich so einige Eimer über, als ich in den nächsten 12 Monaten auf diese Weise verkauft bekomme...
Haustürverkauf und Märkte kommen bei mir auch nicht in Frage. Kniffe diesbezüglich fänd ich also auch super...


Ich weiß, das mang man so hier nicht lesen - aber - wenn der Honig nicht weggeht (zu fairem Preis für den Imker, kein Dumpingpreis!) dann könnte man den Honig den Bienen verfüttern - oder - überhaupt nicht alles aus den Völkern rauspressen, was landauf landab in vielen Imkereien so betrieben wird.

Es ist ein heikles Thema - aber erst alles wegnehmen und dann zu Invertzucker oder Zuckerwasser zu greifen und als fehlenden Wintervorrat zu ersetzen/aufzufüllen, welches zusätzlich für teuer Geld zugekauft werden muss, ist keine passende Praktik.

Da lobe ich mir doch eher die natürliche Überwinterung auf Honig. Ja Ja - zu viele Ballaststoffe führt zu Durchfall - steht in jedem Imkerbuch und wird auch jedem Imker von allen kommerziellen Seiten eingebläut - der Aufschrei wird laut sein (ich ertrag das Echo aber ohne Probleme) - ist aber anders als man Denkt wenn man selber entsprechende Versuche dahingehend unternommen hat.....
Viele Grüße
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon Actionmichel » 21. August 2017, 17:23

gallery/image.php?mode=medium&album_id=2&image_id=1018
:no: also so ein Scheiß brauch ich nicht mehr!!!
Völker wurden auf reinem Waldhonig überwintert!!!
Alle ortsansässigen Imker hatten diese Probleme!!!
Bei uns hatte die Linde im September noch mal extrem stark gehonigt.
Ich bleib bei meiner Zuckerlösung!!!

LG Michael
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon Joachim » 21. August 2017, 17:56

Actionmichel hat geschrieben:http://www.einfachimkern.de/gallery/image.php?mode=medium&album_id=2&image_id=1018
:no: also so ein Scheiß brauch ich nicht mehr!!!
Völker wurden auf reinem Waldhonig überwintert!!!
Alle ortsansässigen Imker hatten diese Probleme!!!
Bei uns hatte die Linde im September noch mal extrem stark gehonigt.
Ich bleib bei meiner Zuckerlösung!!!

LG Michael


Änderung in der Betriebsweise und nachhaltiges Imkern hätten dies verhindert. Die von mir geschilderte Maßnahme als "Scheiß" zu bezeichnen deutet darauf, dass es nur drum geht jegliches durch die Bienen gesammelte Gramm Honig abzuschöpfen - koste es was es wolle ...
Viele Grüße
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon waldimker » 21. August 2017, 18:08

Es gibt prinzipiell drei Möglichkeiten (neben der von Joachim beschriebenen!), mit zuviel Honig umzugehen:

1. weniger Bienen halten
2. Vermarktung ausbauen
3. im Großhandel verkaufen
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon Joachim » 21. August 2017, 18:13

waldimker hat geschrieben:Es gibt prinzipiell drei Möglichkeiten (neben der von Joachim beschriebenen!), mit zuviel Honig umzugehen:

1. weniger Bienen halten
2. Vermarktung ausbauen
3. im Großhandel verkaufen


@waldimker:

- weniger Völker halten ist eine nachhaltige Option
- Vermarkung ausbauen ist für die Imker sicherlich schwer, da es m.E. zu viele Imker gibt ... (schießen wie Pilze aus dem Boden)
- Vermarktung über den Großhandel ist für Imker (im Hobbybereich) schwer, da dieser Zweig entsprechende Ansprüche stellt, und sicherlich für 500gr nicht den gewünschten Preis anbieten ....
Viele Grüße
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon FranzBurnens » 21. August 2017, 20:08

4. Ableger produzieren statt Honig. Überwintern und im Frühjahr verkaufen


Es gibt zwar zu viele (neue!) Imker - aber nicht zuviel Honig.
Das ist ein bisschen wie beim Wein: zu viele Winzer (sogar zu viel Wein zusätzlich). Die Einfallslosen liefern zu Ramschpreisen an schlecht geführte Genossenschaften (noch schlimmer: Essig, Brennereien). Andererseits findet man auch in jedem Preis-/Qualitätsssegment Erzeuger, die prima über die Runden kommen. Weil sie die Kundenansprüche hinsichtlich Geschmack, Präsentation, Erreichbarkeit, CI etc. erfassen und zu erfüllen wissen.

Jeder muss, wenn die Erntemengen zunehmen, das Vermarktungsgeschehen m.o.w. mühsam anleiern. Wer eine stattliche Anzahl Praxisjahre vorzuweisen hat, weiß meistens auch, wie er seine Produkte verkauft bekommt. Es gibt natürlich genauso eine Menge Ausnahmen, die einfach keinen Zugang zum "Markt" finden. Aber viele Imker kaufen sogar noch Ware zu, weil im April spätestens ausverkauft und wollen keine Stammkunden enttäuschen.

Der meiste Honig wird über Lebensmittelgeschäfte (u. Bäckereien) umgesetzt. Man muss v.a. einen umsatzstarken Laden auftreiben, der in Eigenregie des Händlers betrieben wird - und nicht in Konzernregie. Zentral z.B. von Rewe betriebene Filialen gehen nur, wenn Zulieferer Qualitätszertifiziert sind. Das und weitere Auflagen verursacht Kosten, die nur bei größeren Mengen vertretbar sind.
Selbständige Rewe-Läden sind da flexibler und haben Verhandlungsmöglichkeiten. Man sollte allerdings rund ums Jahr die Nachfrage befriedigen können. Wo der Einzelne die Mengen nicht aufbringt, wäre eine Vermarktungsgemeinschaft zu überlegen:

http://www.sommerbluete.de/index.php?id=22

Wer mal durch eine Einkaufsstraße läuft und sich die Leute anschaut, sieht überall eine Menge potenzielle Kunden, die nicht auf flinke Flasche oder Billigkram aus EU- + nonEU-Ländern stehen. Die muss man für sich gewinnen, doch zugegebenermaßen: nicht so ganz einfach ...
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon Epoché » 21. August 2017, 22:52

Vöker habe ich bereits reduziert. Dies Jahr habe ich doppelt so viele verkauft, wie ich selber behalten habe. Nächsten Frühling wird es - ähnlich gute Überwinterung vorausgesetzt - ähnlich aussehen. Ich vermehre bereits immer sehr stark. Gegen die HEG hier sträube ich mich ehrlich gesagt... Ich bin denke ich mengenmäßig auch genau so in einem Übergangsbereich. Für das eigene Umfeld, Familien etc zu viel. Für REWES in der Regio-Abteilung sicher deutlich zu wenig.

Auf jeden Fall kann man feststellen, dass man zu ähnlichen "zweifelhaften" Versicherungen zum Jungimker rekrutieren (warum eigtl immer so zwanghaft?) hinzufügen kann: Honig geht schneller weg als man gucken kann und man hat immer zu wenig. Trifft sicherlich für manche zu, aber die Regel ist es sicherlich nicht.

Honig zukaufen, um "seine Kunden nicht zu enttäuschen" wäre für mich übrigens nichts. Und ehrlich gesagt finde ich es auch daneben, sofern es nicht transparent gemacht wird. Denn eigtl. kauft man als Kunde direkt beim Imker doch, weil man dessen Honig möchte und nicht Honig von irgendeinem anderen Imker. Und ich weiß von niemandem, der das dazu sagen würde...
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon Actionmichel » 22. August 2017, 08:03

Joachim hat geschrieben:
Actionmichel hat geschrieben:http://www.einfachimkern.de/gallery/image.php?mode=medium&album_id=2&image_id=1018
:no: also so ein Scheiß brauch ich nicht mehr!!!
Völker wurden auf reinem Waldhonig überwintert!!!
Alle ortsansässigen Imker hatten diese Probleme!!!
Bei uns hatte die Linde im September noch mal extrem stark gehonigt.
Ich bleib bei meiner Zuckerlösung!!!

LG Michael


Änderung in der Betriebsweise und nachhaltiges Imkern hätten dies verhindert. Die von mir geschilderte Maßnahme als "Scheiß" zu bezeichnen deutet darauf, dass es nur drum geht jegliches durch die Bienen gesammelte Gramm Honig abzuschöpfen - koste es was es wolle ...


Ich bezeichne nicht die von dir geschilderten Maßnahmen als " Scheiß",
sondern dass was meine Bienen im Januar in den Schnee abgegeben haben!!! :puke:
Nur mit der Entnahme von Futterwaben (Inhalt mit Waldhonig) und einer Notfütterung durch Zuckersirup über Futtertaschen,
konnte ich die Völker über den Winter bringen. Sie waren zwar schwächer als meine anderen, aber sie haben überlebt. Und nein, daran war nicht die Varroamilbe oder belastetes Bienenwachs schuld, sondern nur das Futter!!!!
Dieses Jahr werde ich vor dem Winter nochmals genauer die Futterwaben einzelner Völker kontrollieren und Waben mit dunklem
Waldhonig sofort entfernen.
Es wird nicht umsonst davor gewarnt, dass Waldhonig die Kotblase belastet!!!
Wer einmal so ein "Scheiß" hatte und tagelang verkotete Rähmchen einschmelzen musste,
der überlegt sich zweimal, ob er seine Betriebsweise umstellt, oder am Futter was ändert!!!
Honig würde ich als Futter nur für meine Ableger im Sommer verwenden, wobei mir da schon wieder
die Räubereigefahr zu hoch wäre!!!

Gruß Michael
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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon Waldi » 22. August 2017, 09:20

Hallo,
das ist aber interessant, verkaufe den meisten Honig an Imker. :bll:
Vor 2 Wochen ruft mir ein Bekannter Imker an und frägt nach 30 Kg Lindenhonig, habe natürlich gerne verkauft man will ja bekannten nicht im Stich lassen.
Am Freitag ruft sein Schwager an, auch Imker und holt 3 Kisten Lindenhonig für seine Kunden ab, und bestellt 10 Kisten Feldbohnenhonig den er in 2 Wochen Abholen wird. :rofl:
So haben mehrere Imker bei mir Honig Kistenweise abgeholt.
Fazit. Lindenhonig ist bei mir ausverkauft. :lol:
Interessanter verkaufszweig. :hmm:

Es Grüßt

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Re: 2017 wird ein sehr gutes Honigjahr

Beitragvon Avignon » 22. August 2017, 20:40

@Waldi, genau so soll es doch laufen! Entweder ist man Imker = Honigproduzent oder Honighändler!

Käme mir nie in den Sinn, meine Zeit mit dem Abfüllen unseres Honigs in Gläser zu vergeuden und dann auch noch dafür Kunden zu suchen. Ich brauche meine Zeit, um bei meinen Bienen zu sein. Für die Vermarktung unseres Honigs haben wir hier sehr kompetente und seriöse Grosshändler. Klar kommen die nicht für ein paar 40 kg-Eimer, da wird nur im 300 kg-Fass abgeholt. Und für jedes 300 kg-Fass stellen sie einem sofort ein neues in den Hof. Bezahlt wird direkt am LKW.

Für einen korrekten Blütenhonig oder Sonnenblume wir um die 8 €/kg gezahlt. Fülle ich den Honig in 500 g-Glas bekomme ich 7,50 € = 15 €/kg. Dafür muss ich mir die Arbeit des Abfüllens machen (auch diese meine Zeit hat seinen Preis), muss Glas, Deckel kaufen, Label aufkleben etc.

Persönlich verkaufe ich viel Honig in 40kg-Eimer an bekannte "kleine" Imker, die sich gerne die Beine auf Wochenmärkten in den Bauch stehen, sich einen Kundenstamm aufgebaut haben, jedoch nicht selber genug Honig produzieren, um ihren Bedarf zu befriedigen.

Jeder sollte einfach seine persönliche Lösung finden. Doch Honig zu produzieren, den ein Imker dann nicht unter die Leute bringen kann zu einem korrekten Preis, das ist doch eine totale Lachnummer!
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