Dadant platzt aus allen Nähten - was tun?

Was Imker machen und Bienen (nicht) tun

Dadant platzt aus allen Nähten - was tun?

Beitragvon Berlinerjung » 31. Juli 2017, 11:54

Hallo liebes Forum,
ich habe letztes Jahr einen Schwarm eingefangen und führe diesen seitdem auf einer 10er-Dadantbeute. Das Volk hat sich prächtig entwickelt und da ich die Frühjahrsernte ausgelassen habe, konnte ich drei Honigzargen ernten (15. Juli). Wie gewohnt habe ich die Zargen nach der Ernte zum "ausschlecken" wieder aufgesetzt. Nach drei Tagen habe ich die drei Honigzargen dann wieder entfernt, allerdings war die Brutraumzarge dann so voll, dass einige tausend Bienen sich draußen rings um die Beute breit machten. Ich habe dann wieder eine Honigzarge aufgesetzt (bisher ohne Absperrgitter) und frage mich jetzt, wie es weitergehen kann/soll? Dadant wird ja in der Regel einzargig überwintert. Soll ich die Honigzarge den Winter über drauf lassen - dann allerdings mit Absperrgitter, damit die Königin keine Eier legt? Funktioniert dann das "Nest"? Oder die Honigzarge (die sich jetzt wieder zusehens mit Honig füllt) entfernen und warten, dass das Volk sich von alleine einschrumpft? Bin etwas ratlos...
Ich habe bisher weder mit dem Füttern begonnen, noch eine AS-Behandlung gestartet, da ich beim Test mit den Windeleinschüben (2x3 Tage) keine, bzw. fast keine Milben feststellen konnte.
LG Peter
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Re: Dadant platzt aus allen Nähten - was tun?

Beitragvon Tobi » 31. Juli 2017, 12:01

Überwintern mit Absperrgitter...?
Wie kommt die Traube MIT KÖNIGIN nach oben ans Futter...?!?
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Re: Dadant platzt aus allen Nähten - was tun?

Beitragvon Karlheinz » 31. Juli 2017, 12:38

Mach Dir Keine Sorgen, Berliner Jung.
Die werden schon ganz von selbst weniger im Herbst, so dass Du locker mit einer Brutraumzarge auskommst. ;)
Unwissenheit erzeugt viel mehr Sicherheit, als es das Wissen tut. (Charles Darwin)
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Re: Dadant platzt aus allen Nähten - was tun?

Beitragvon waldimker » 31. Juli 2017, 13:57

Entnimm das Brutnest, häng es in den Kasten "nebenan" oder bring es woanders hin (besser).
Den übriggebliebenen Flugbienen gibtst Du eine neue Königin und Du hast zwei Völker.
Ein erfahrener Imker könnte dadraus vermutlich auch 3 oder 4 machen. Aber: Besser zwei.
Der Irrtum - insbesondere der gewohnheitsmäßige - ist wohl der größte Verursacher von Elend.
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Re: Dadant platzt aus allen Nähten - was tun?

Beitragvon Berlinerjung » 1. August 2017, 10:08

Ich danke Euch - werde dann einfach warten, bis es weniger werden und dann auf einer Zarge einwintern, allerdings wollte ich demnächst mit dem Einfüttern beginnen, was mit aufsitzender Honigzarge die später entfernt wird, vermutlich auch nicht so eine gute Idee ist. Zwei Völker aus dem einen machen geht nicht, da ich am gegenwärtigen Standort keine weiteres Volk aufstellen kann.
Gruß, Peter
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Re: Dadant platzt aus allen Nähten - was tun?

Beitragvon kurt » 1. August 2017, 10:19

Berlinerjung hat geschrieben:[....] allerdings wollte ich demnächst mit dem Einfüttern beginnen, was mit aufsitzender Honigzarge die später entfernt wird, vermutlich auch nicht so eine gute Idee ist.

Was hindert Dich denn daran, die aufsitzende "Honigzarge" jetzt schon zu entfernen und durch eine aufsitzende "nicht-Honigzarge" zu ersetzen?
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Re: Dadant platzt aus allen Nähten - was tun?

Beitragvon Berlinerjung » 1. August 2017, 14:25

ich habe keine Brutraumzarge mehr übrig und möchte mir nicht extra zu diesem Zweck eine kaufen, die ich dann nicht mehr brauche...außerdem würde ich diese - dann mit Honig befüllte Zarge - ja auch entfernen.
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Re: Dadant platzt aus allen Nähten - was tun?

Beitragvon Tobi » 1. August 2017, 14:52

"Zarge" und "nicht mehr brauchen" passen irgendwie nicht zusammen in einen Satz... :mrgreen:
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Re: Dadant platzt aus allen Nähten - was tun?

Beitragvon Finvara » 1. August 2017, 15:43

Hallo,
nimm die Honigzarge wieder runter . Das wird nichts.
Und wie Karl-Heinz schon sagt : " die werden von allein weniger ".

gruß Finvara

Ps.: Bei so einem Volk hätte sich totale Brutentnahme mit gleichzeitiger OS-Behandlung angeboten !
... man kann ohne Bienen leben , ... aber es lohnt sich nicht.
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Re: Dadant platzt aus allen Nähten - was tun?

Beitragvon HaroldBerlin » 2. August 2017, 15:40

Tobi hat geschrieben:"Zarge" und "nicht mehr brauchen" passen irgendwie nicht zusammen in einen Satz... :mrgreen:


DAS dachte ich auch gerade... Ich bin gerade dabei, meine diesjährigen zu streichen...
Nichts schmeckt so gut wie der eigene Honig!
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Re: Dadant platzt aus allen Nähten - was tun?

Beitragvon Berlinerjung » 7. August 2017, 14:21

Habe jetzt die Waben der Honigzarge entfernt, die Zarge selbst aber drauf gelassen, da ich nun mit der Auffütterung beginnen möchte. Die Damen haben jetzt nur noch den Brutraum, bzw. die Waben ebendort zur Verfügung (10er-Dadant). Ich schätze mal, dass sich ca. 1000 Bienen ausserhalb der Beute aufhalten, der vordere Bereich ist zur Hälfte mit mehreren "Etagen" von Bienen bedeckt, ausserdem sind alle Wände der leeren Honigzarge mit Bienen besetzt. Könnte ich diese vielleicht mit einem Ableger von diesem Jahr vereinigen, oder wäre das keine gute Idee? Der Ableger entwickelt sich bis jetzt ganz gut, sieben Waben sind besetzt, drei weitere im Ausbau begriffen ein "Plus" an Bienen würde ihm aber glaube ich nicht schaden...
VG Peter
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Re: Dadant platzt aus allen Nähten - was tun?

Beitragvon HaroldBerlin » 7. August 2017, 15:08

Berlinerjung hat geschrieben:Könnte ich diese vielleicht mit einem Ableger von diesem Jahr vereinigen, oder wäre das keine gute Idee?


Hallo Peter,

das Problem - zu viele Bienen im Kasten - habe ich gerne!

Natürlich könntest Du versuchen, damit einen Ableger oder ein schwächeres Volk zu verstärken... Aber warum? Deine anderen Völker scheinen ja nicht gerade zu mickern, und auch dann wäre die Frage zu klären, ob das nicht an etwas anderem als mangelnder Bienenmasse liegt.
Wenn Du die Bienen einem andern Volk zusetzt, geht das - wegen der aktuellen Neigung zur Räuberei (zumindest hier bei mir) - nur mit viel Rauch und einigem Gerühre in den Beuten. Dann fliegt ein großer Teil der Bienen wieder zurück in die alte gelernte Beute - oder Du verstellt um Kilometer - und wenn Du viel Pech hast, bringen sie die Nachricht mit, wo es noch ordentlich Futter, aber weniger Gegenwehr gibt...
Ich hatte von ca 12 Tagen versucht, aus den stärksten Völkern eine kleine Brutscheune wie bei TuB zu bilden... Sagen wir es so, es hat nicht wie geplant funktioniert und im schlimmsten Falle Brut und einige Bienen vorzeitig das Leben gekostet - trotz Rauch, minimalem Flugloch und Futtergabe.

Ich würde sagen, Aufwand, eine mögliche Gefahr und kaum ein Nutzen - nicht machen. Das werden schon noch weniger, die eher starken Völker reduzieren auch früher die Bruttätigkeit als die Ableger.

Eine Alternative - mit noch einer legenden Königin - wäre die Bildung eines Kunstschwarms, aber mehr Völker willst Du ja nicht, wenn ich mich recht entsinne...
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Re: Dadant platzt aus allen Nähten - was tun?

Beitragvon Finvara » 10. August 2017, 20:32

Hallo,
Wir schreiben den 10. August.
Lass deine Bienen in Ruhe , gieb ihnen Futter ( wenn nötig) , behandle sie gegen die Milbe , ... und gut.
Und sei froh das du so starke Völker hast ! :thumbsup: Genau so muß das nämlich sein um diese Zeit. Füttere mit Gefühl, so das genug Platz für ein großes Brutnest bleibt. ( Es sind reichlich Pflegebienen vorhanden.) Das giebt starke Wintervölker. Also auch starke Völker im Frühling !!! ( Wenn du alles richtig machst ! )

Gruß Finvara
Ps.: Die Bienen die außen vorlagern sind in der Regel nur beschäftigungslose Altbienen. Die leben nicht mehr lange.
... man kann ohne Bienen leben , ... aber es lohnt sich nicht.
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Re: Dadant platzt aus allen Nähten - was tun?

Beitragvon ulf » 11. August 2017, 11:03

ja gieb ihnen Zucker :bigrin:
angefangen hab ich am Fuß der dt. Mittelgebirge auf Freudensteinmaß, heute Carnica erfolgreich in Segeberger Beuten auf Deutschnormalmaß (DNM) :bigrin:
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