Einräumige Betriebsweise (Zander) und die Wabenhygiene

Was Imker machen und Bienen (nicht) tun

Einräumige Betriebsweise (Zander) und die Wabenhygiene

Beitragvon Nils » 22. Mai 2017, 11:17

Hallo miteinander,

aus gesundheitlichen Gründen mußte ich heuer meine Betriebsweise ändern. Bisher arbeitete ich 3-Zargig ohne ASG, die Bienen bauten jedes Jahr den 2 BR und den HR neu aus (mit Ausnahme weniger gegebener LW). Ich hatte also immer relativ viele frisch schöne Waben zur Verfügung.

Des Kreuzes wegen arbeite ich dieses Jahr erstmals mit nur 1 Zander Zarge als Brutraum, ASG und 2-3 halben Zargen als Honigraum.
Diese Betriebsweise ist in unserer Gegend weit verbreitet (allerdings mit Vollzargen als HR).

Man merkt im Laufe der Zeit, daß man sich schon etwas umstellen muß. Ein mir wichtiger Punkt ist die Wabenhygiene, die mit dieser Methode jedoch gar nicht so einfach zu sein scheint. Bisher gelang es mir nur mal eben 2-3 Mittelwände im Brutraum zu geben. Der Rest ist bebrütet und kann kaum entnommen werden. Für Ableger entnahm ich jeweils nur 1 Brutwabe, mehr Ableger kann ich aus Platzgründen nicht machen.

Um saubere Waben zu bekommen habe ich mir folgendes ausgedacht und würde gerne wissen was ihr davon haltet. Ob das klappt?


Nach dem Abschleudern die halben HR komplett abräumen, das ASG belassen, eine (Brut)wabe mit der Königin unten raus nehmen und oben in eine neue Vollzarge einhängen. Den Rest dieser neuen Zarge mit MW oder Leerwaben auffüllen. Nun von oben langsam einfüttern. (Ich füttere immer sehr langsam ein mit 1-1,5 Liter Sirup pro Tag).

Was soll passieren:
Brut läuft unten aus, wandert nach oben, baut die obere Zarge frisch aus und nach gut 3 Wochen kann man die untere Zarge mit den alten Waben einschmelzen.

Was wird passieren?
Das frage ich Euch ;)

Einziges Problem dabei ist für mich, daß ich die obere Zarge nach 3 Wochen abheben muß und ich arge Kreuzprobleme habe. Da dann schon ein Teil des Winterfutters drinnen ist, könnte das ein Grund sein, mir was anderes aus zu denken...

Danke für Eure Meinung,

Nils
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Re: Einräumige Betriebsweise (Zander) und die Wabenhygiene

Beitragvon bob » 22. Mai 2017, 11:42

Hallo Nils, schau dir einmal das Video von "BienenGarten" an.
Der macht vor dem letzten Abschleudern eine totale Brutentnahme und wirft die alten Brutwaben nach dem Auslaufen heraus.
Ich denke, dass ich den Ablauf hier nicht näher beschreiben muss, weil es im Video und dem Folgevideo auschaulich erläutert wird.
Ich praktiziere das auch so, mache jedoch die Brutentnahme bereits etwa 2 Wochen vor dem Abschleudern.

https://www.youtube.com/watch?v=URiSz0UXzOs
Gruß bob
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Re: Einräumige Betriebsweise (Zander) und die Wabenhygiene

Beitragvon Epoché » 22. Mai 2017, 11:52

Schau mal nach totaler Brutentnahme beziehungsweise totaler Bauerneuerung. Ich imkere auch einräumig, habe das letztes Jahr gemacht und es funktioniert sehr gut. Werde das auch wieder machen. Habe es testweise mit hauptsächlich sauberen Leerwaben, aber auch mit Mittelwänden gemacht. Wenn noch Eintrag ist oder Du fütterst, bauen sie Dir auch eine Zarge voll Mitelwände aus. Und Du kannst nebenbei vermehren und die Hälfte auch brutfrei gut mit MS behandeln. :)
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Re: Einräumige Betriebsweise (Zander) und die Wabenhygiene

Beitragvon summserum » 22. Mai 2017, 12:46

Hallo Nils,

Ich imkere im Zander Originalmaß. Aus 2-Waben-breiten Holz Futtertaschen habe ich mir mit Hilfe eines Holzdeckels, der die Futtertasche komplett verschließt Boxen gebaut. Mit Polsternägeln bewahre ich Wandabstand und Rähmchenabstand. Im oberen Brutraum befindet sich eine Box und 8 Rähmchen. Im Honigraum befinden sich zwei Boxen (Pos.1+2 sowie 9+10) und 6 Rähmchen. Bei Bedarf kommt ein zweiter Honigraum drauf.
Ich habe nur ein Zargenmaß, ich habe nur ein Rähmchenmaß.
Die Wabenhygiene funktioniert wie gehabt, nach dem Abschleudern kommt der untere Brutraum weg, der ehemals obere Brutraum wird der Untere und der ehemalige Honigraum wird zum oberen Brutraum. (Bis auf einzelne Brutwaben, die werden nach oben an den Rand umgezogen und erst im Frühjahr entnommen.)
Den Bienen ists recht so. Mit Schimmel habe ich keine Probleme, wenn ich den Wandabstand einhalte. (Polsternägel)
Ich überlege, ob ich zur Verbesserung der Isolation die leeren Boxen mit Montageschaum ausschäumen soll.
Die Boxen haben auch den Vorteil, dass ich für Zuchtrahmen und dergleichen völlig problemlos Platz schaffen oder einengen kann. Das Handling der Boxen ist völlig unproblematisch. In den Ohren der Boxen ist ein Loch. Damit kann ich eine Zarge die nicht komplett mit Waben gefüllt ist (Ableger), mit Hilfe zweier Spax-Schrauben transportfähig machen.
Meine Bandscheiben sind mit dieser Lösung einverstanden.

Viele Grüße
summserum
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Re: Einräumige Betriebsweise (Zander) und die Wabenhygiene

Beitragvon Finvara » 22. Mai 2017, 17:02

Hallo,
warum so kompliziert.
Nach der letzten Schleuderung, ( bei mir so etwa 20-25 Juli) werden den Völkern ALLE Waben entnommen. ( Sind ja bei Dadant ohnehin bloß 5-7 Waben ).

- Das Volk wird einfach komplett abgeschüttelt. Wenn die ganze Gesellschaft im Boden liegt, ( Flugloch vorher verschließen !!! ) , mit OS einsprühen. ( ca 40-50 ml / Volk)
Danach werden je Volk sofort neun Mittelwände gegeben , die Futterzarge aufgesetzt und das Einfüttern beginnt. Immer in mehreren kleinen Portionen. Die Bienen sollen Zeit haben zu bauen und ein ordentliches Brutnest anzulegen.
Das Volk wird sozusagen in einen Kunstschwarm verwandelt, und es verhält sich auch so, und muß auch so behandelt werden.
Warum sollte das nicht mit Zander auch gehen ? Sind halt nur vier/fünf Waben mehr.
Gruß Finvara

Wichtig ist hierbei zügig zu arbeiten. Und sich alles Griffbereit zu stellen. ( Mittelwände , Beuten zur Aufnahme der BW, Sprühflasche ... usw. Ehe die Damen merken was abgeht sind auch schon wieder die Mittelwände drin und der Futtertrog drauf. Mit einem Helfer gehts noch besser.
Die Altwaben kann man Abseits des Standes ( Gefahr der Reinfektion beachten ! ) auslaufen lassen und noch einmal zu einem KS abfegen. ( Gleiche Behandlung wie oben.)
In den Altvölkern haben diese Bienen nichts mehr verloren !
... man kann ohne Bienen leben , ... aber es lohnt sich nicht.
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Re: Einräumige Betriebsweise (Zander) und die Wabenhygiene

Beitragvon Sanny » 23. Mai 2017, 07:11

Hallo,

funktioniert das auch nur mit Anfangsstreifen oder ist es dazu Mitte Juli zu spät?
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Re: Einräumige Betriebsweise (Zander) und die Wabenhygiene

Beitragvon Nils » 23. Mai 2017, 08:02

Vielen Dank für Eure Antworten!

Die Brutentnahme klingt schon interessant und reizt mich seit Jahren. Aber jedes Jahr im Spätsommer ist es das Gleiche: mir fehlt das Material und ich brauche keinesfalls noch mehr Völker.

Das Video ist sehr gut, danke dafür! Schaut eigentlich gar nicht so wild aus. Ich staune, daß sie die MW so spät dann noch ausbauen...


Servus,

Nils
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Re: Einräumige Betriebsweise (Zander) und die Wabenhygiene

Beitragvon Tom » 23. Mai 2017, 08:35

Finvara hat geschrieben:Die Altwaben kann man Abseits des Standes ( Gefahr der Reinfektion beachten ! ) auslaufen lassen und noch einmal zu einem KS abfegen. ( Gleiche Behandlung wie oben.)
In den Altvölkern haben diese Bienen nichts mehr verloren !


Servus,
wie lässt du diese KS dann zu ihrer Königin kommen? Nachschaffen lassen und im Folgejahr ggf. umweiseln? Wie sicher würden solche Kö noch begattet (Williabtrieb ab Anfang August)?
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Re: Einräumige Betriebsweise (Zander) und die Wabenhygiene

Beitragvon Epoché » 23. Mai 2017, 21:26

Nils hat geschrieben:Vielen Dank für Eure Antworten!

Die Brutentnahme klingt schon interessant und reizt mich seit Jahren. Aber jedes Jahr im Spätsommer ist es das Gleiche: mir fehlt das Material und ich brauche keinesfalls noch mehr Völker.

Nils



Du musst ja nicht vermehren. Kannst den Spaß auch einfach zur Königinverjüngung machen. Oder einfach Rückvereinigen. Und was fehlt Dir denn an Material? So provisorische Böden baust Du Dir in einer Stunde für paar € das Stück ganz fix mit Dachlatten aus dem Baumarkt. Viel mehr brauchts doch gar nicht.
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