Verhonigter BR selbst verschuldet

Was Imker machen und Bienen (nicht) tun

Verhonigter BR selbst verschuldet

Beitragvon Zazinikki » 9. Mai 2017, 12:06

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

das Thema "verhonigter Brutraum - was tun?" ist sicherlich in den meisten Imker Foren immer wiederkehrend, dennoch habe ich mich entschieden meine jüngsten Erfahrungen mit euch zu teilen obgleich diese sicherlich nicht die glanzvollsten sind.



Am 28.04. habe ich in der oberen Brutraumzarge mittels Durchschau folgende Wabensituation vorgefunden:

Pos. 1: Beidseitig verdeckelte Futterwabe
Pos. 2: Drohnenrahmen
Pos. 3 - 8 Brutwaben
Pos. 9 - 10 Futterwaben

In der unteren Zarge habe ich noch 2 weitere Brutwaben auf Pos. 4 - 5 gesehen. Der Honigraum wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht angenommen, das ASG hatte ich bereits eine Woche vorher entfernt.

Folgendes ist dann geschehen:

Ich habe mich entschlossen die Futterwaben von Position 9 - 10 hoch und Mittig in den Honigraum zu hängen und zwei MW an Position 4 und 6 in den Brutraum gehangen. die anderen BWs habe ich entsprechend "zur Seite" geschoben bzw. etwas aufgefächert.

Dabei habe ich 2 Ziele verfolgt:

1. Ziel: Die Annahme des HR zu unterstützen.
2 Ziel: Den Bautrieb der Bienen zu befriedigen in der Hoffnung die neuen MW würden schnell ausgebaut und bebrütet werden.

Das erste Ziel wurde erreicht, die Bienen sitzen nun im HR und haben auch angefangen benachbarte Waben auszubauen. Die Futterwaben im HR wollte ich bald zur Ableger Bildung verwenden, sprich demnächst wieder entfernen.

Ziel 2 wurde nur teilweise erreicht. Ich war ab dem 29.04. für eine Woche im schönen Norwegen, am Sonntag habe ich nach meiner Rückkehr einmal (Stichprobenmäßig) reingeschaut, die MW wurden wie erwartet beidseitig ausgebaut und es war auch schon was drin, allerdings nur Nektar U) jetzt habe ich die Befürchtung dass mein Vorhaben ein Schuss ins eigene Bein war und das verhonigen des Brutraums vorangetrieben bzw. gefördert wurde.

Noch ist nichts verdeckelt, bei der Kippkontrolle konnte ich diesmal keine Spielnäpfe finden (am 28.04. hatte ich vorher noch Schwarmkontrollen durchgeführt) aber auch kein hinweis auf ein abgeschwärmtes Volk oder weiselunruhe.

Das Volk selbst sitzt auf 2 x Zargen auf allen Waben und breitet sich nun im HR aus.

Frage: Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht bzw. hat jemand einen guten Rat für mich? Würdet ihr es einfach so laufen lassen oder sollte man nochmal eingreifen? Hatte selbst überlegt die frischausgebauten MW mit Nektar in den HR hochzuhängen und das Brutnest wieder "zusammenzuschieben" und neue MW am Rande zu platzieren. Aber nach knapp einer Woche dort wieder "umzustellen" wollte ich den Tieren nicht antun, :hmm: ;)-

Ich hoffe ich ernte nicht zuviel Spott und Schande, würde mich über kollegialen Rat und Meinung von euch freuen OO;

Schöne Grüße

Jan
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Re: Verhonigter BR selbst verschuldet

Beitragvon waldimker » 9. Mai 2017, 13:17

Wenn es "genug" (im Auge des Biens) Brut gibt, werden MW auch nicht bebrütet. Du hast somit ein zweigeteiltes Brutnest hergestellt, was letztendlich etwas ungünstig ist. Am Besten, Du hängst die beiden Waben in den HR und legst das ASG wieder ein. Wenn Du mit MW "erweitern" möchtest, würde ich Dir raten, diese an den Rand des Brutnestes zu hängen, nicht mittenrein.
Sobald genug Bienen im Kasten sind und im BR "alles voll" Nektar ist und weiter was von außen reinkommt, gehen die ohne weiteres in den HR (mind. eine ausgebaute Wabe dort ist allerdings hilfreich). Alles andere ist vergebne Liebesmüh. Wenn Du sie schneller im HR haben willst, dann lass einen BR weg.
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Re: Verhonigter BR selbst verschuldet

Beitragvon beeornottobe » 14. Mai 2017, 17:07

Hallo zusammen,

ich habe ein ähnliches Problem: verhonigter Brutraum
Ich imkere mit 2 Zargen Zander als Brutraum, 1 Zarge Zander auf Absperrgitter als Honigraum.

Bei uns war es sehr lange kalt, aber der Raps hatte schon angefangen zu blühen, nur die Bienen konnten nicht fliegen wg. der Kälte.
In dieser Zeit wurden die Honigräume nur schleppend angenommen.

Dann wurde es plötzlich warm, Raps auf vielen Feldern ringsherum in voller Blüte, Nektar ohne Ende.
Ein Blick in die Beute bei der Schwarmkontrolle: Honigräume sind zu 70%-80% ausgebaut, bereits Nektar eingetragen. Leider sind aber auch die Bruträume voller Nektar. Ich hatte schon ein vollgetragenes Rähmchen gegen eine Mittelwand getauscht, um der Königen Platz für die Eiablage zu geben.
Bei der nächsten Schwarmkontrolle ist nun auch dieses Rähmchen gut ausgebaut, aber wieder voll mit Nektar. Eier habe ich nur im Drohnen-Baurahmen gesehen.

Was kann ich dagegen tun? Muss ich etwas dagegen tun?
Wäre für Eure Tipps dankbar.

Grüsse
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Re: Verhonigter BR selbst verschuldet

Beitragvon Epoché » 14. Mai 2017, 17:26

Dass sie bei guter Tracht die neuen MW direkt mit Nektar füllen ist meiner Erfahrung nach bisher eigtl immer so. Leerrähmchen, wenn geht leicht braun, abends oder nach Trachtschluss eingehangen funktioniert schon eher.

Aber wenn Du Platz im HR hast, brauchst Du Dir gar nicht so viele Gedanken machen. Die tragen das ja alles noch um. Irgendwann landet es oben. Habe mir da auch immer Gedanken gemacht.

Wenn sie allerdings anfangen den Spaß großflächig zu verdeckeln oder Du dicke verdeckelte Futterkränze unterm ASG bekommst, werden die kaum umgetragen. Da hilft nur Lücke schaffen.
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Re: Verhonigter BR selbst verschuldet

Beitragvon beeornottobe » 14. Mai 2017, 17:41

@epoché
OK, vielen Dank für den Tipp und die Beruhigung ;-)! Bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt.
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Re: Verhonigter BR selbst verschuldet

Beitragvon Epoché » 14. Mai 2017, 22:03

Und wie waldimker schon geschrieben hat: am Brutnestrand erweitern und nicht mitten rein.
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Re: Verhonigter BR selbst verschuldet

Beitragvon waldimker » 15. Mai 2017, 06:48

@beeornottobee:
wenns lang kalt war, war das Brutnest auch nicht so ausgeprägt groß. Kein Wunder also, dass freie Zellen nicht bestiftet werden, sondern mit Nektar gefüllt. Die Bienen sind da viel pragmatischer als wir. Bei größeren Temperaturen wird auch wieder ordentlich bestiftet, der Nektar umgetragen. Ich orakel mal: sogar wenn der HR voll wäre, würde zunächst Wildbau entstehen bevor das Brutnest eingeschränkt wird (ich rede von Blütentrachten, nicht Tau). Wenn das Problem mit (zuviel) Nektar im Brutnestbereich weiter besteht, gibts ein Problem mit der Kö. Anhaltende Schwarmstimmung bei Zellenbrechen oder eine schwächliche Königin.
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Re: Verhonigter BR selbst verschuldet

Beitragvon keinimker » 16. Mai 2017, 22:55

Hallo,
der unerfahrene hat nun ein Volk mit dem 2. HR. Der erste ist nahezu (3/4)voll und z.T. verdeckelt. Im Brutraum auf 9 von 11 Waben von Holz zu Holz Brut.
Als Grund sehe ich neben anderen folgenden: In 2016 habe ich einen guten Schwarm einlogiert, der die 35 L Brutraum und einen kompletten HR ausgebaut hat. Den HR habe ich mit 16 kg Honig über den Winter als "Futterreserve" drauf gelassen. Bis weit in den Frühling hinein haben sie diesen geleert und reichlich Brut aufgezogen. Nachdem nun ein paar Flugtage waren hat sich der HR wieder gefüllt und ich habe den 2. aufgesetzt. Nach dem Raps kommen Buchweizen und Weißklee, natürlich auch die üblichen Gehölze. Einen HR behält das Volk und wird sicher damit über den Winter kommen.
Gruß
Harald
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Re: Verhonigter BR selbst verschuldet

Beitragvon Zazinikki » 12. Juni 2017, 08:54

Besser spät als nie, vielen Dank für eure Rückmeldungen.

Letzlich hat die Königin doch noch angefangen die zugesetzten MW zu bestiften.

Schöne Grüße und schöne KW 24

Jan
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