Flugloch verdrehen

Was Imker machen und Bienen (nicht) tun

Flugloch verdrehen

Beitragvon kiste » 22. August 2016, 16:27

Moin,

man startet ja mit den besten Vorsätzen in die Imkerei und stellt dann fest, dass man verkehrt angefangen hat. Ich würde meine Damen gerne das Flugloch um 180° drehen, damit ich Platz habe, um von hinten an den Beuten zu arbeiten. Aktuell habe ich vor dem Flugloch 1,5m Platz und dahinter nur knapp 70cm.

Kann man das machen oder sollte ich das erst nach dem Winter tun?

Gruss

Kiste
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Re: Flugloch verdrehen

Beitragvon BieneMoni » 22. August 2016, 16:43

Hallo Kiste,

wie sind denn die Himmelsrichtungen bei deinem Bienenstand?

Viele Grüße, BieneMoni
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Re: Flugloch verdrehen

Beitragvon FranzBurnens » 22. August 2016, 17:59

Das geht nur in vielen kleinen Schritten, so dass die Bienen die Veränderung kaum bemerken bzw. nachvollziehen können.

Ob der Winter geeignet ist, das Gedächtnis für Ein- und Ausflugsrichtung zu löschen, hängt wohl davon ab, wie lange sie den Stock nicht verlassen können. In unseren Gefilden sind das ja immer nur höchstens ein paar Wochen - also doch wohl zu kurz.
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Re: Flugloch verdrehen

Beitragvon Epoché » 22. August 2016, 18:09

70cm klingt doch noch ok.

Unspektakulärer als Drehen wäre es vielleicht, wenn Du die Beuten einfach stückchenweise so weit vorrückst, bis Dir der Platz hinter den Beuten bequem ausreicht. Je nachdem wie Du die Beuten aufgestellt hast geht das mehr oder weniger kleinschrittig und nebenbei. Einfach Stückchenweise 10-20cm vor wird die kaum interessieren.

Aber auch ein Drehen würde denke ich nur ein kurzfristiges Tohuwabohu auslösen. Ich habe es noch nicht probiert, aber beim TuB wird als Variante ja auch ein aufgesetzter Brutling mit nach hinten gerichtetem Flugloch beschrieben und dass nach der Vereinigung das Chaos schnell vorüber sei. Also vielleicht auch Imkers Lieblingsvorgehen: Versuch macht kluch und mit einem Volk einfach probieren und schauen was passiert?
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Re: Flugloch verdrehen

Beitragvon Immenfreund » 22. August 2016, 19:08

mehr als 70 cm benötige ich auch nicht; habe alle Beuten im 2-er-Pack mit 90-110 cm Abstand zw. den 2er-Packs aufgestellt und außer der Kippkontrolle arbeite ich immer von der Seite; ist auch ergonomischer. Wichtig finde ich auch die Frage obige nach der Ausflug(Himmels)richtung.
Mit freundlichen Grüssen

Helmut

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Re: Flugloch verdrehen

Beitragvon AngoraAngy » 22. August 2016, 22:48

Die Himmelsrichtung ist doch völlig bimbo, die drehen sich den hohlen Baum ja auch nicht zurecht...
Ich hab eine Beute drehen müssen, weil ich die dämlicherweise mit dem Rücken gegen die Nachbarbeute stehen hatte und so die Windel nicht einschieben konnte. Hab sie um etwa 45° gedreht, bis die Windel rein ging. Haben die Damen problemarm verpackt. Die nächsten 45° wirds geben wenn ich wieder dran muss um Windel und Verdunster rauszunehmen. Dann steht die Beute so wie ich sie haben will.
Beste Grüße von Angela und der Bauernhofmeute
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Re: Flugloch verdrehen

Beitragvon Lukas » 23. August 2016, 08:57

AngoraAngy hat geschrieben:Die nächsten 45° wirds geben wenn ich wieder dran muss um Windel und Verdunster rauszunehmen. Dann steht die Beute so wie ich sie haben will.


2 x 45° sind aber keine 180 :-) Allgemein gilt: beim Drehen und Verschieben in Schritten ist vorher angebrachte "Deko" sehr hilfreich. Je stärker sich das Bild ums Flugloch von der Umgebung bzw. den restlichen Beuten und Beutenteilen abhebt, desto größere Schritte kann man machen. In Ausflugrichtung kann man große Verschiebungen machen, quer dazu sehr viel weniger.
Heuer hatte ich hinter meinem Stand einen Beutenbock mit 4 Begattungseinheiten in 2 Doppelböden, die sich arg gut entwickelten und die ich in die Reihe der großen Völker verschieben wollte. Abstand 4 Meter, 2 Völker baubedingt um 180° verdrehtes Flugloch zum Zielort. Mit großen, knallbunten Blenden fürs Flugloch und abstehenden Hühnerfedern am Rand hab ich erstmal für Orientierung gesorgt, sodass ich die Völker Tags darauf in richtige Beuten übereinander verfrachten konnte, wobei ich die Blenden an die neue Beute genagelt habe. Für die oberen Völker ergab sich dadurch eine vertikale Fluglochverschiebung um fast 20 cm ohne Problem. Danach habe ich jeden Tag um die 60 cm geschoben und die oberen Völker gleichzeitig gedreht, versetzt und schrittweise nach unten gesetzt, nach einer Woche standen die Völker in der Reihe. Unberechtigt viel Aufwand, aber spannende Sache :bigrin:
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Re: Flugloch verdrehen

Beitragvon propolis » 23. August 2016, 14:07

Hab ich auch am Anfang gemacht und alle paar Tage um so 10 Grad gedreht, bis die Richtung stimmte.
LG, propolis
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Re: Flugloch verdrehen

Beitragvon Epoché » 23. August 2016, 17:03

Lukas hat geschrieben: Heuer hatte ich hinter meinem Stand einen Beutenbock mit 4 Begattungseinheiten in 2 Doppelböden, die sich arg gut entwickelten und die ich in die Reihe der großen Völker verschieben wollte. Abstand 4 Meter, 2 Völker baubedingt um 180° verdrehtes Flugloch zum Zielort. Mit großen, knallbunten Blenden fürs Flugloch und abstehenden Hühnerfedern am Rand hab ich erstmal für Orientierung gesorgt, sodass ich die Völker Tags darauf in richtige Beuten übereinander verfrachten konnte, wobei ich die Blenden an die neue Beute genagelt habe. Für die oberen Völker ergab sich dadurch eine vertikale Fluglochverschiebung um fast 20 cm ohne Problem. Danach habe ich jeden Tag um die 60 cm geschoben und die oberen Völker gleichzeitig gedreht, versetzt und schrittweise nach unten gesetzt, nach einer Woche standen die Völker in der Reihe. Unberechtigt viel Aufwand, aber spannende Sache :bigrin:
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Re: Flugloch verdrehen

Beitragvon oschell » 23. August 2016, 18:00

Von April bis Dez. ist die Himmelsrichtung bei der Ausrichtung des Flugloches nicht so entscheidend.
Von Januar bis bis Mitte/Ende März sollte die Ausrichtung Richtung Süden sein.
Mehr Chancen zum Reinigungsflug bei milderen Temp. an einem kälteren Standplatz in dieser Zeit, verhindert Probleme wie Nosema bzw. Ruhr.
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Re: Flugloch verdrehen

Beitragvon BieneMoni » 23. August 2016, 20:45

Ich habe nach der Himmelsrichtung gefragt, denn wenn man jetzt sowieso umstellen möchte, dann sollte man das langfristig mit in Betracht ziehen.

Lieber arbeite ich etwas beengter, dafür müssen meine Mädels im Frühjahr nicht nach Norden oder Nordwesten fliegen...

Interessant ist auch die Wetterseite, sprich, Hauptwindrichtung.

Aber mir ist schon klar, daß die örtlichen Gegebenheiten nicht immer so sind, wie man sie gerne hätte.

LG, Moni
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Re: Flugloch verdrehen

Beitragvon Lukas » 24. August 2016, 08:33

BieneMoni hat geschrieben:Lieber arbeite ich etwas beengter, dafür müssen meine Mädels im Frühjahr nicht nach Norden oder Nordwesten fliegen...


Die Ausrichtung des Fluchlochs sollte deinen Bedürfnissen entsprechen, den Bienen ist sie absolut schnuppe. Eine ausgeprägte Wetterseite würde ich in Betracht ziehen, vermutlich aber durch eine Hecke, die wirkt dann gleich in mehrere Richtungen :-)
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Re: Flugloch verdrehen

Beitragvon BieneMoni » 24. August 2016, 13:47

Habe von meinem mittlerweile alten Vadder gelernt, daß die Bienen morgens früher - und lieber? - aufstehen, wenn ihnen die Morgensonne ins Flugloch scheint. :)

Südost ist bei uns gut, denn die Wetterseite ist West. Bei mir stehen die Hälfte nach Süden und die andere Hälfte nach Osten. Die Ostbienen sind früher wach und gehen früher ins Bett als die Südbienen, fällt mir gerade auf. Geht ca. um 1/4 bis 1/2 Stunde.
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Re: Flugloch verdrehen

Beitragvon Lukas » 24. August 2016, 14:32

BieneMoni hat geschrieben:Habe von meinem mittlerweile alten Vadder gelernt, daß die Bienen morgens früher - und lieber? - aufstehen, wenn ihnen die Morgensonne ins Flugloch scheint.


Mein alter Vadder meinte das auch immer. Trotzdem scheint die Ausrichtung keine Auswirkung auf Honigertrag und Volksentwicklung zu haben. Bei Massentracht fliegen die Bienen schon lange vor bis lange nach Sonnenuntergang. Die restliche Zeit im Jahr scheint die Dauer des Flugbetriebs nicht der begrenzende Faktor für die Volksentwicklung zu sein: im Frühjahr entwickeln sich Völker, die täglich eine Stunde fliegen können, genau gleich wie andere, die viele Stunden länger fliegen können.
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