Futterannahme verweigert

Was Imker machen und Bienen (nicht) tun

Futterannahme verweigert

Beitragvon THIBEE » 17. August 2016, 20:52

Hallo zusammen,

meine beiden Schwärme nehmen kein Futter an. Beide sind auf 2 Zargen und haben nicht alle Waben ausgebaut, obwohl eigentlich ausreichend Bienen da sind. Kann es sein das sie schon ausreichend Futter haben? Geschwärmt sind sie im Mai und habe noch keinen Honigraum bekommen.

Danke schon mal für eure Antworten.


VG
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Re: Futterannahme verweigert

Beitragvon honigmaul » 20. August 2016, 12:52

Hallo Thibee!

Das ist kein besonders gutes Zeichen, da dürfte etwas nicht stimmen. Ich würde auf Weisellosigkeit oder auf Varroaschaden tippen. Vorausgesetzt, das Futter und der Futterzugang sind in Ordnung. Unter normalen Umständen dauert die Abnahme von 5 Liter Futter höchstens einen Tag und gebaut wird wie wild, wenn der Futterdruck vorhanden ist.

MfG
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Re: Futterannahme verweigert

Beitragvon FranzBurnens » 20. August 2016, 16:33

Könnte es sein, dass die Völker noch auf eine Spättracht fliegen (Balsaminen, Blatthonigtau ...) und sich dort versorgen? - Dann haben sie vlt. kein Interessse, die Quelle vor der Nase zu suchen.

"Ausreichend Futter" gibt es aus Sicht der Bienen nicht. Solange sie fliegen können, suchen sie nach Süssem.
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Re: Futterannahme verweigert

Beitragvon waldimker » 20. August 2016, 17:50

das futter könnte vergoren sein. ist mir neulich passiert. geschmacklich kaum wahrnehmbar, aber die bienen fandens gleich schlecht.
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Re: Futterannahme verweigert

Beitragvon Epoché » 20. August 2016, 18:39

Was heißt denn "auf zwei Zargen" Snd denn schon nennenswert Bienen in der zweiten Zarge oder ist da halt einfach ne zweite Zarge drauf? Und womit fütterst Du? Futterspur gelegt? Vielleicht haben sie es einfach nicht gerafft, dass Futter da ist, wenn sie gerade erst Richtung zweite Zarge gehen, dann noch ne hohe Futterkiste draufsteht und dann noch keine Futterspur gelegt wurde. Insbesondere das mit der Futterspur sollte man meiner Meinung nach nicht unterschätzen. Bei mir waren letztes Jahr auch welche, die erst nicht essen wollten, weil ich wohl zu wenig gekleckert habe und nicht genug Aufstiegsmöglichkeit da war. Jetzt schieb ich die Futterboxen direkt an die Zargenwand, stopf mit Ästen und Gräsern voll, klecker etwas mehr herum auf die Oberträger und Zargenwand und jetzt schlürfen sogar Einzarger 8kg in 4 Tagen staubtrocken weg trotz zwischengepackter Zarge Mittelwände und bauen nebenbei gleich mal 4 Waben als Futterlager darin komplett aus.

PS: 20 Minuten nach Futtergabe einfach noch mal den Deckel lupfen und kurz gucken. Da sollten dann schon einige Kolleginnen am Schlürfen sein und die Masse wird bald folgen. Sonst läuft irgendwas nicht so optimal.
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Re: Futterannahme verweigert

Beitragvon cooper » 21. August 2016, 10:38

Versuch macht kluch - dreh das ganze mal um und stell das Futter nach unten.
Also leerzarge auf den Boden und die Futterschüssel rein,darauf dann die beiden besetzten Zargen.

Gruß Dieter
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Re: Futterannahme verweigert

Beitragvon Lukas » 21. August 2016, 11:15

cooper hat geschrieben:Versuch macht kluch - dreh das ganze mal um und stell das Futter nach unten.


Das klingt nach einem Kickstart für Räuberei. Ich würde erstmal auf Weiselrichtigkeit kontrollieren, und dann wie Epoché schon schrieb, Box an die Beutenwand schieben, ggf. weitere Aufstiegshilfen, Futterspur legen.
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Re: Futterannahme verweigert

Beitragvon waldimker » 21. August 2016, 11:37

das mit dem von unten füttern funktioniert super. auch bei kleineren einheiten keine probleme gehabt. (räuberei halte ich für ein problem der königin. jedes beräuberte volk erleidet daher einen royalen tausch bei mir (1 Ableger diesjahr) oder wird aufgelöst.
leider kann ich das so nicht weiter führen, da erstens meine kästen dafür nicht gut geeignet sind und allerwichtigstens - jedes Familienmitglied füttern können muss. das ständige schwer heben ist auch ein nachteil.
das füttern von unten hat den großen vorteil, dass das futter nicht warm wird. und dass die bienenmasse eigentlich sogar beim abhängen reinhängt.
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Re: Futterannahme verweigert

Beitragvon Simon » 21. August 2016, 11:54

Bei Schwierigkeiten der Futterabnahme würde ich das schon beschriebene abchecken, Volksstärke, Weisellrichtigkeit, Varroadruck, Futterspur, Futterqualität. Von unten füttern ist ein Notbehelf zu passenden Zeit, im Herbst oder Winter nimmt die durchhängende Traube das Futter dann auf wenns von oben nicht mehr erschlossen werden kann, ich habe im Sommer damit schon ein Volk "abgeschossen" also Vorsicht, schnell kanns schief laufen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
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Re: Futterannahme verweigert

Beitragvon Lukas » 21. August 2016, 12:13

waldimker hat geschrieben:räuberei halte ich für ein problem der königin.

Eine gewagte Aussage! Den Imker, der Zucker unters Volk stellt würde ich da nicht ganz ausser Acht lassen. :bigrin:
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Re: Futterannahme verweigert

Beitragvon waldimker » 21. August 2016, 13:09

ja, das mach ich ja.
das einzige volk, das mir diesjahr beräubert wurde, hatte aber einen top-fütterer drauf....

ist ne hypothese mit der kö, klar.
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Re: Futterannahme verweigert

Beitragvon Epoché » 21. August 2016, 19:02

Aufgrund akuten Zargenmangels (oder Völkervermehrungssucht, ächem) hab ich auch ein paar Völker in flachen Schalen im Boden aufgefüttert (sonst halt von oben in Kunststoffboxen). Bisher alles überall immer gut gegangen und so ein paar Liter ohne kleckern fix gegeben und dann noch unter einer starken Bienentraube dürften denke ich jetzt auch nicht wirklich lange oder stark auffällig sein für Fremdbienen. Kann mir ehrlich gesagt aber auch nicht vorstellen, wieso das reizvoller sein sollte für fremde Spür- und potentielle Räuberbienen. Wie gesagt, kleckerfrei Arbeiten vorausgesetzt.
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Re: Futterannahme verweigert

Beitragvon waldimker » 22. August 2016, 07:13

ich hab dabei auch schon großzügig gekläkkert... und durch den Gitterboden geschüttet. auf die windel, das unterlager, das gras....
(das soll keine Aufforderung sein!)
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Re: Futterannahme verweigert

Beitragvon Epoché » 22. August 2016, 17:59

^^ Ok, ich habs nicht absichtlich ausprobiert und diesbezüglich dann doch mal ungefragt übernommen. :D

Aber allgemein sieht man da denke ich auch mal wieder, dass man sich oft einen größeren Kopf macht, als nötig. Klar, vorsichtiges Arbeiten und vorher und nachher Denken ist das A und O, aber oft sind besonders unabsichtliche Schnitzer dann doch gar nicht so schlimm, wie man sie sich vor allem als Anfänger oft einredet oder eingeredet bekommt. Ich weiß noch letztes Jahr Anfang April bei einer meiner ersten Aktionen an den Bienen am Notfüttern, wie mir etwas Zuckerlösung daneben gegangen ist und die Beutenwand herablief und ich dann ein paar Tropfen auf dem Balken unter dem Gitterboden erspähte. Ogott, Ohnein, Räubereivorstellung hier Völkertod da, schnell ordentlich Wasser über den Balken Kippen und so Sirup verdünnen und zu Hause die Ganze Zeit daran denken, dass man das Volk dadurch vielleicht dem Ende ausgeliefert hat. Natürlich ist nichts passiert.

Vorletzte Woche hatte ich dann ein viel unschöneres Erlebnis mit einem auf dem Weg kaputtgegangenen Transportbehälter fürs Futter. Das war echt bitter, aber ich find es erstaunlich und angenehm wie schnell man gelassener wird mit unvorhergesehenen Sachen bei, an und mit den Bienen. Letzlich auch da keine Räuberei oder dergleichen. Aber sicher lenke ich die Mädels immer nur mit meiner wohlduftenden Arbeitskiste ab, die unglaublich verführeisch zu sein scheint.

Aber wie auch immer - da auf jeden Fall kein Mehrwert am Futterverschütten außerhalb der Beute zu erwarten ist, schadet ein auf Nummersichergehen was Kleckerfreiheit angeht zumindest nicht. :bigrin:
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Re: Futterannahme verweigert

Beitragvon THIBEE » 6. September 2016, 18:40

Danke für die hilfreichen Antworten.

VG THIBEE
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