Jungvolk noch erweitern?

Was Imker machen und Bienen (nicht) tun

Jungvolk noch erweitern?

Beitragvon habe » 5. August 2016, 20:40

Moin,

mein Jungvolk was ich am 25.06. auf 5 Waben DNM bekommen habe, sitzt mittlerweile auf 10 Waben und hängt abends wenn die Flugbegleiterinnen zu Hause sind leicht durch. Es sind so 2,5 Waben mit verdeckelter Brut, einiges an offener Brut und Stiffte vorhanden. Das Futter (1:1), was ich dosiert gebe wird wohl alles in Brut umgesetzt, da nicht übermäßig viel eingelagert wird.
Sollte ich noch eine Zarge draufsetzten? Hab allerdings nur Mittelwände
Ich hab gelesen, das Mittelwände zu dieser Jahreszeit nicht mehr ausgebaut werden.

Gruß Hans
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Re: Jungvolk noch erweitern?

Beitragvon Lukas » 6. August 2016, 07:52

Wo wohnst du? Ich möchte deine durchhängenden Flugbegleiterinnen (blond?) gerne mal kennenlernen :bigrin:

Wenn du jetzt Mittelwände aufsetzt und dosiert weiter fütterst, werden diese nicht mehr ausgebaut. Wenn die Kiste wirklich voll ist (also auch die Randwaben voll besetzt, durchhängend auf mindestens 5 Waben) würde ich trotzdem erweitern und einfüttern, je nach Futtermenge musst du mit halb und nicht ausgebauten Waben rechnen. Beim Einfüttern muss man aber darauf achten, dass das Brutnest nicht vollgetragen wird und ggf. gegensteuern.
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Re: Jungvolk noch erweitern?

Beitragvon habe » 6. August 2016, 13:54

Moin,

Danke für die Antwort!

Wohne südliches Niedersachsen und du hast recht alle blond :bigrin:
Werde morgen eine Zarge mit 10 Mittelwänden draufsetzen und kontinuierlich dünn füttern.
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Re: Jungvolk noch erweitern?

Beitragvon rita » 24. August 2016, 14:45

Hallo,

ich habe einen Ableger, der die Kiste füllt und auf die beschriebene Weise durchhängt.

Er hat bereits gut Futter drin, ist aber n.n. eingefüttert oder As-behandelt.
Vielleicht wäre es gut, den vorm Einfüttern mit einer Kiste ausgebauter geschleuderter Waben aufzustocken, damit das Brutnest nicht vollgetragen wird?

Oder verkompliziert das alles und ich lasse die Waben lieber bis zum Frühjahr im Haus stehen?
Ab demnächst müssten das ja wieder weniger Bienen werden...

Danke für Euren Rat,
Grüße

Astrid
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Re: Jungvolk noch erweitern?

Beitragvon BieneMoni » 24. August 2016, 21:42

Ich habe hier ein ähnliches Problem.

In einer Langstroth-Zarge sitzt ein Fegling, der aus einer zugegebenen Brutwabe sich eine Kö nachgezogen hat.

Inzwischen hängt das Volk durch, die Zarge ist knallvoll. Es sind richtige Brutbretter dabei. Die Bienen sitzen auf 7 Brutwaben! die 3 anderen sind Pollen und Honig.

Habe heute 3 Spielnäpfchen entdeckt! :shock:

Eigentlich wollte ich heute den Liebig-Dispenser geben, habe das aber verschoben. In der Windel liegen nur 5 Varroen.

Einfüttern geht auch nicht, weil so viel Brut da ist. Gibt keine leeren Zellen mehr. Nur auf einer Randwabe ist auf der Außenseite noch ein klein wenig Platz.

Soll ich eine Zarge aufsetzen?

Ich tendiere schon dazu, denn ich habe keine Lust, dieses Jahr noch einen Schwarm zu fangen... :shock:

Wie ist eure Meinung dazu?

LG, BieneMoni


Hallo Astrid,
als ich deinen Bericht gelesen habe, hatte ich ein deja-vu-Erlebnis. ( siehe oben...)
Ich tendiere zur Erweiterung...
Im Moment sammeln sie wie verrückt Goldrute und Springkraut. Wetter ist auch gut.
Sollte also klappen.
Bin gespannt, wie du dich entscheidest.
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Re: Jungvolk noch erweitern?

Beitragvon Lukas » 25. August 2016, 08:26

Ein über die ganze Zarge stark durchhängendes Volk kann und sollte man erweitern. Weniger um einem Schwarm vorzubeugen (die Zeit ist glücklicherweise vorbei), sondern um ausreichend Futter einbringen zu können und der starken Wintertraube Platz zu geben. Falls du nur Mittelwände hast, unbedingt mit großen Portionen und wenn möglich in einem Zug einfüttern, dann wird die Zarge auch noch sauber ausgebaut. Übrigens solltest du auf keinen Fall den Dispenser direkt aufsetzen, wenn die Brut bis an die Oberträger geht. Abstandhalter oder eben die Erweiterung helfen, um Brutschäden zu minimieren.
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Re: Jungvolk noch erweitern?

Beitragvon BieneMoni » 25. August 2016, 11:09

Danke Lukas für deinen Rat.
Dann gehe ich heute abend gleich ran.
Grüße, Moni
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Re: Jungvolk noch erweitern?

Beitragvon BieneMoni » 25. August 2016, 11:11

Danke Lukas für deinen Rat.
Dann gehe ich heute abend gleich ran.
Würdest du von unten Waben hochhängen?
Ich mache bei der "normalen" Erweiterung 2-3 Waben nach oben und unten wieder Mittelwände rein.
In dem Fall jetzt auch?
Grüße, Moni
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Re: Jungvolk noch erweitern?

Beitragvon ulf » 25. August 2016, 11:36

Es ist fast September ... :hmm:
Von den Bienen, die durchhängen, werden viele vor dem Winter abgehen.
Ich würde, wenn überhaupt, nach unten erweitern.
Dann nimmt sich das Volk unten, was es braucht.
Wichtig: Das Futter muß für den Winter brutnestnah sitzen und nich irgendwo oben.
Wo die letzte Brut sitzt, bildet sich die Wintertraube.
angefangen hab ich am Fuß der dt. Mittelgebirge auf Freudensteinmaß, heute Carnica erfolgreich in Segeberger Beuten auf Deutschnormalmaß (DNM) :bigrin:
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Re: Jungvolk noch erweitern?

Beitragvon Simon » 25. August 2016, 12:09

Eine Erweiterung oben wäre brutschonend bei einer AS Behandlung sofern sie aktuell nötig ist, dazu müsste man aber ordentlich füttern gibt man jetzt noch Mittelwände. Die Traube eines genügend starken Volkes wandert immer nach oben in eine gut gefüllte Zarge mit Futterwaben. Bei Einzargern kann Futterbevorratung im Frühjahr immer ein Mangelthema sein. Möglicherweise hält sich die Volksstärke in einem gut gefüllten zweizargig eingewinterten Völkern etwas länger in den Winter hinein. Ich überwintere Jungvölker grundsätzlich einzargig, dies liegt an der pflegeleichten Volksstärke im Sommer.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
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Re: Jungvolk noch erweitern?

Beitragvon Lukas » 25. August 2016, 16:48

ulf hat geschrieben:Wichtig: Das Futter muß für den Winter brutnestnah sitzen und nich irgendwo oben.
Wo die letzte Brut sitzt, bildet sich die Wintertraube.


Wenn wir von Brutbrettern reden, ist Futter in der oberen Zarge MAXIMAL brutnestnah. Näher geht nicht. Stell dir mal vor was es für den Zehrweg bedeutet, ein auf 7 Waben teilweise in die Ränder brütendes Volk mit einer ordentlichen Menge Winterfutter zu beglücken. Das Futter landet zur Hälfte links, zur Hälfte rechts und die Traube sitzt von Anfang an an der Folie. Das Gegenteil von dem, was ich im Winter haben möchte.

Aja Moni, auf keinen Fall würde ich Waben umhängen! Einfüttern in wuchtigen Mengen, sobald der Eimer leer ist gleich nachfüllen. Kleckereifüttern führt dazu, dass nur frei werdende Brutfläche unten befüllt wird, die Erweiterung bleibt dann sehr wahrscheinlich leer und unausgebaut. Ziel sollte es sein, großflächig verdeckelte Futterwaben direkt über der Brut zu haben. Es gibt nichts beruhigenderes für den Winter.
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Re: Jungvolk noch erweitern?

Beitragvon Beernd » 27. August 2016, 20:36

https://youtu.be/b5VTDzyABKA
Bild

Bei diesem Ableger habe ich mir auch überlegt, ob es nicht besser ist zu erweitern, wenn alle gedeckelte Brut schlüpft.
Grundsätzlich überwintere ich Ableger einzargig, also auch diesen.
Was noch fehlt ist die Restauffütterung so gegen Mitte September und die Diagnose des natürlichen Milbenfalls zu diesem Zeitpunkt.
Über- und Unterbau sind Zeichen von Vitalität und verbleiben bis zur Erweiterung im Frühjahr.
Das Problem bei so starken Jungvölkern ist oft die explosionsartige Varroaentwicklung im Spätherbst und die recht späte Einstellung der Eiablage.
Futterverbrauch ist ebenfalls deutlich überdurchschnittlich und muss beobachtet werden.
Grüße aus dem Enzkreis.
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