Ableger verstärken schiefgegangen

Was Imker machen und Bienen (nicht) tun

Ableger verstärken schiefgegangen

Beitragvon Sauzahn » 25. Juli 2016, 19:30

Hallo,

ich hatte noch einen Ableger, der leider aus verschiedenen Gründen leider sehr schwach war. Da die Königin aber einen recht fidelen Eindruck macht habe ich mich entschlossen, den Ableger weiterzupflegen und wollte ihn verstärken.

Als für mich einfachste Maßnahme kam das Verstellen eines starken Volkes in Frage, an dessen Platz der Schwächling gesetzt wurde.

Als ich heute jedoch reinschaute musste ich leider feststellen, dass die neuen Bienen diejenigen des Schwächlings weitestgehend getötet hatten - der Boden war voll mit toten und verendenden Bienen. Die Königin lag ebenfalls auf dem Boden und war in einem Knäuel wild wuselnder Bienen eingeschlossen, aber anscheinend unversehrt.

Die vorhandene Brut wird weitergepflegt, das Futter ist ebenfalls noch vorhanden, also keine Räuberei.

Ich habe die Königin rausgefischt und mit ein paar Begleitbienen im Käfig wieder zugesetzt. Das Flugloch habe ich verschlossen und werde es erst morgen wieder öffnen.

Was ist da schiefgegangen bzw. was habe ich falsch gemacht. Ist das Zufliegenlassen um diese Jahreszeit keine geeignete Methode zur Verstärkung?

Danke für euren Input und viele Grüße
Sauzahn
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Re: Ableger verstärken schiefgegangen

Beitragvon Lukas » 25. Juli 2016, 20:20

Wenn der Zuflug fremder Flugbienen friedlich verlaufen soll, muss das Zielvolk imstande sein, sein Flugloch zu verteidigen. Ist das Volk zu schwach und/oder das Flugloch zu groß, gibst Stress und Stechereien.

Die sicherste Art Ableger zu verstärken ist meiner Meinung nach das Einhängen von Brutwaben mit verdeckelter Brut, dazu sollte man am Spendervolk aber erstmal den Varroadruck feststellen.

Man sollte aber immer überlegen, warum das Volk sich nicht richtig entwickelt. Ich habe oft und gerne verstärkt und habe dabei niemals ein gutes Volk bekommen. Ein Ableger der sich nicht gut entwickelt geht daher bei mir direkt zurück zur Startlinie: Königin raus, auf der Jahreszeit entsprechende Größe bringen, neue Königin rein.
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Re: Ableger verstärken schiefgegangen

Beitragvon Bienenwolf » 25. Juli 2016, 20:37

Hallo Sauzahn,

warum machst du denn so etwas,
ich bin hier in Sachsen Anhalt, bei mir ist die Tracht vorbei, ich muss schon etwas füttern um die Bruttätigkeit anzuregen, ich würde nie ein starkes Volk jetzt die Flugbienen wegnehmen.
Eine Königin kann man nicht nach Schönheit beurteilen ob sie was taugt oder nicht, nun gut, du hast dich entschieden den Ableger zu verstärken, warum gibst du nicht gedeckelte Brutwaben ohne Bienen von anderen Völker dazu, flüssig füttern gehört dazu.
Mit freundlichen Grüßen der Bienenwolf

Ich wünsche Euch immer gesunde Bienenvölker!!!
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Re: Ableger verstärken schiefgegangen

Beitragvon Sauzahn » 27. Juli 2016, 11:09

Lukas hat geschrieben:Wenn der Zuflug fremder Flugbienen friedlich verlaufen soll, muss das Zielvolk imstande sein, sein Flugloch zu verteidigen. Ist das Volk zu schwach und/oder das Flugloch zu groß, gibst Stress und Stechereien.


So war es auch. Über 50 % des Ursprungsvolkes lagen bei der gestrigen Kontrolle tot auf dem Beutenboden. Das Flugloch war zwar eingeengt, aber gegen die Masse an einfliegenden Bienen hatten die anscheinend trotzdem keine Chance.

Lukas hat geschrieben:Man sollte aber immer überlegen, warum das Volk sich nicht richtig entwickelt.

Die Königin ist ja erst ein paar Wochen alt. Bei dem Ableger hat es ein paar Anläufe gebraucht mit dem Staatsoberhaupt. Bis es dann soweit war, war von dem Ursprungsvölkchen aber nicht mehr ganz so viel übrig. Da die Königin aber optisch gefiel und ein tolles Brutnest anlegte kam die Idee mit dem Verstärken. Von selbst wären sie mangels Masse nie auf Einwinterungsstärke gekommen.

Und das Spendervolk kann es auch vertragen: Ebenfalls ein Abler aus diesem Jahr, aber schon Brut auf sieben Zanderwaben. Die erhalten so einen kleinen Dämpfer und ich muss sie nicht noch um einem 2. BR erweitern.

Trotz des kleinen Rückschlags scheint es aber funktioniert zu haben: die aggressive Stimmung war gestern verflogen, die Königin wurde gut versorgt im Käfig, daher habe ich sie wieder ins Volk entlassen; mit MW erweitert, Flugloch geöffnet und gefüttert.

Wieder was gelernt.

Viele Grüße
Sauzahn
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Re: Ableger verstärken schiefgegangen

Beitragvon Sauzahn » 9. August 2016, 19:40

Hallo!

Mal ein kurzes Update: dem verstärkten Ableger geht es gut, durch die zahlreichen neuen Bienen wurde das Brutnest ausgedehnt und mit Futtergabe wird auch schöner Naturbau angelegt. Bin ganz zuversichtlich, dass ich den Kandidaten auf Winterstärke bekomme.

Nächstes Mal probiere ich aber die Brutwabenmethode :roll:

Viele Grüße
Frank
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