Futterwaben lüften nach Lagerung mit Essigsäure?

Was Imker machen und Bienen (nicht) tun

Futterwaben lüften nach Lagerung mit Essigsäure?

Beitragvon Epoché » 19. Juni 2016, 22:56

He!

Dieses Jahr habe ich, um meine Wachsmottenerfahrungen vom letzten Jahr nicht zu wiederholen, meine im Frühjahr entnommenen Futterwaben lose im Zargenturm samt Schälchen mit Essigsäure 60% gelagert. Motten blieben fern, hat also gut geklappt. Jetzt will ich die Tage meine Ableger damit aufstocken und habe die Waben nun essiglos über Leerzarge und Gitterboden stehen und mit einem weiteren Gitterboden abgedeckt. Sind alle verdeckelt, bis auf eine, die halbseitig voll, aber offen ist. Sie rochen auf jeden Fall nach Säure, wenn auch es schwer war die Stärke zu bestimmen, da ja noch Restsäure in der Nähe stand und in der Luft lag. Wie lange sollte man die jetzt auslüften lassen, bis man sie ruhigen Gewissens den Ablegern geben kann? Oder ist das gar nicht nötig? AS60% verdunstet bei der Varrohandlung ja auch im Volk und bei vorhandenem offenen Futter. Würde dennoch aber lieber Erfahrungswerte von euch haben. In Anleitungen steht ja immer nur die Anwendung, nie aber genaueres zum Auslüften oder der Schädlichkeit von Restdunst oder eventuell ins Futter gelangten Bestandteile.

Viele Grüße und bereits Dank!
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Re: Futterwaben lüften nach Lagerung mit Essigsäure?

Beitragvon HaroldBerlin » 22. Juni 2016, 22:36

Epoché hat geschrieben: Wie lange sollte man die jetzt auslüften lassen, bis man sie ruhigen Gewissens den Ablegern geben kann? Oder ist das gar nicht nötig?


Ich habe die letztes Jahr direkt in die Völker gegeben - da ich nicht täglich nachgucke, habe ich keinen Unterschied zu nicht benebelten Wabenfeststellen können, bei der nächsten Kontrolle waren die voll belaufen.
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Re: Futterwaben lüften nach Lagerung mit Essigsäure?

Beitragvon Epoché » 1. Juli 2016, 00:01

Danke Dir für Deine Antwort! Ich habe sie nach einem Tag Lüftung mit Restgeruch eingehangen. Manchmal mit gedrahtetem Leerrähmchen dazwischen und manchmal auch an den gegenüberliegenden Beutenrand. Waren alle aufgegessen eine Woche später und die Ableger haben schöne große Brutflächen angelegt und gut weitergebaut. Nächstes Jahr fütter ich noch stärker ein, um gleich Futterwaben für die Ableger zu produzieren. Futterwaben zuhängen ist mir lieber als ständig diese Kleinmengen an Futter hin- und herzukarren.
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Re: Futterwaben lüften nach Lagerung mit Essigsäure?

Beitragvon waldimker » 1. Juli 2016, 06:51

aber ob das den gleichen effekt auf die volksentwicklung hat? wenn immer ein klein wenig tracht außerhalbdes stockes ist, mag das angehen. aber wenn da mal nix ist - werden die verdeckelten futterwaben das brutgeschehen genauso fördern wie "frisches" futter?
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Re: Futterwaben lüften nach Lagerung mit Essigsäure?

Beitragvon Epoché » 1. Juli 2016, 22:20

Joa, das frage ich mich auch (ernsthaft). Deine Frage klingt aber rhetorisch - also scheinst Du für Dich die Antwort zu haben. Mir fehlen noch ausreichend Vergleiche. Letztes Jahr habe ich von Bildung an flüssig gefüttert. Jetzt muss ich, nachdem meine Futterwaben alle sind, ein paar (die schwächeren, die Stärkeren sind längst Selbstversorger mit Überschuss) flüssig füttern. Aumeier hat in einer Monatsbetrachtung glaube ich geschrieben, dass egal ist, ob Waben oder Flüssigfütterung für die Entwicklung. Wenn ich nun aber gesehen habe, dass hier 2 Wochen Mistwetter bei meinen Wirtschaftsvölkern einen leichten Brutrückgang zur Folge gehabt haben, kann ich mir gut vorstellen, dass fehlender Tracht- / Futterfluss Schuld ist. Andererseits sind die auch auf der Höhe ihrer Volksentwicklung und das ist vielleicht nicht mit Ablegerchen zu vergleichen, die ja erstmal noch auf gute Überwinterungsstärke kommen müssen. Sprich, Ableger orientieren sich vielleicht für die Regulierung des Brutgeschäfts eher an der (zu erreichenden) Volksstärke und nicht am Trachtangebot. Aber ist nur Spekuliererei von mir.
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Re: Futterwaben lüften nach Lagerung mit Essigsäure?

Beitragvon waldimker » 1. Juli 2016, 22:36

ich hab hier massive brutrückgänge. 3 wochen mistwetter. zwischendrin sind sie auf den wald geflogen.
die jungvölker - was ich bisher gesehen habe - haben den brutrückgang nicht mitvollzogen. die hab ich nur EINMAL mit Honigwasser gefüttert zwischendrin. Und auch nur die richtig, die Mangel hatten.

Die Frage war insofern nicht rhetorisch.

Allerdings hatte ich schon Jungvölker auf haufenweise verdeckeltem Honig sitzen und im Spätsommer wars ein klägliches Häuflein. Vllt. wars aber auch schlechte königin?
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