Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Was Imker machen und Bienen (nicht) tun

Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Lukas » 12. Februar 2015, 21:04

Hi,

habe heute von einem Schweizer Züchter namens Jakob Künzle einen Film gesehen, in dem er sein System des "offenen Anbrüters" darstellt. Diese Zuchtvariante ist meiner Meinung nach zumindest bemerkenswert:

Ein Volk wird verstellt, der Honigraum auf neuem Boden auf den ursprünglichen Platz gestellt. Der Großteil der Bienen auf den Brutwaben werden in den Honigraum gestossen. Die Königin bleibt im Brutraum. 2 Stunden später wird umgelarvt und der Zuchtrahmen kommt mit bis zu 32 Zellen in den Anbrüter. Nach 22 Stunden werden die angebrüteten Zellen á 16 Stück im Honigraum von weiselrichtigen Völkern untergebracht, eine zweite Serie kann sofort begonnen werden. Nach maximal 48h wird das Volk wieder zusammengestellt und man hat bis zu 64 Königinnen in Pflege. Einfach!

Ersetzt natürlich keinen SBA. Aber für den Verkauf von unbegatteten Königinnen oder Zellen wäre das wohl die simpelste Aufzuchtart überhaupt, ohne zu Schröpfen oder dem Entweiseln von Wirtschaftsvölkern. Was haltet ihr davon?
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Thomas1950 » 12. Februar 2015, 23:12

Hallo
Das hört sich jedenfalls interessant an.
Wo kann man denn den Film sehen?

Gruß
Thomas1950
 
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Lukas » 12. Februar 2015, 23:24

Auf dieser Seite ist das Verfahren beschrieben und die interessante Stelle dazu im Film markiert: http://www.igbiene.ch/imker-handwerk/mai-2/

Gruß
Lukas
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Cabovelas » 12. Februar 2015, 23:59

Das mit der Königinnenqualität haben wir ja jetzt hoch und runter durchgekaut aber rein vom Gefühl her kommt die 64te Königin dann mit nur 3 Beinen auf die Welt oder so. Ganz schön viel Arbeit für den Anbrüter.
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon beeo » 13. Februar 2015, 09:37

Soweit muss es ja nicht kommen. Der im artikel benannte kursleiter empfiehlt dieses verfahren kleinimkern. Da sind 64 neue kös wohl eher die ausnahme ;-)
Kuck mal, ein neues Forum :-) Infos: http://einfachimkern.de/viewtopic.php?f=28&t=2729
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Lukas » 13. Februar 2015, 09:43

Cabovelas hat geschrieben:Ganz schön viel Arbeit für den Anbrüter.


Ja natürlich, sehr viel Arbeit... :hmm:

Anbrüter: Volk verschieben, Honigraum runter, 1x Königin suchen und 6 Brutwaben abschütteln, Deckel drauf, 2 Stunden später Zuchtrahmen.
SBA: ganze Beute und Zarge mit Futterwaben anschleppen, 10 Völker öffnen und vermutlich 50 Waben ziehen um 10 geeignete Schröpfwaben zu finden, 10x die Gefahr die Königin mitzunehmen, 9 Tage Wartezeit notwendig, Zellen ausreissen, dann erst Zuchtrahmen.

Mir ist schon klar, dass bei der Schwarmkontrolle ein SBA nebenher gemacht ist. Aber es geht um die Methode als solches, und für sich gesehen erscheint mir der Schritt bis zur schlupfreifen Zelle mit dieser Methode genial einfach. Zudem gefällt mir der Gedanke, dass hier immer eine möglichst natürliche Konstellation vorherrscht, soweit man bei derartigen Eingriffen überhaupt von Natürlichkeit reden kann.

Cabovelas hat geschrieben:aber rein vom Gefühl her kommt die 64te Königin dann mit nur 3 Beinen auf die Welt oder so.


Das mit den Gefühlen ist immer so eine Sache :bigrin: Gibts dazu auch konkrete Kritikpunkte, oder wollen wir hier ausschliesslich einfach imkern und uns mit solchem Scheiss nicht abgeben? ß)

beeo hat geschrieben:Der im artikel benannte kursleiter empfiehlt dieses verfahren kleinimkern. Da sind 64 neue kös wohl eher die ausnahme ;-)


Das wäre der Fall, wenn du 2 von maximal 2 Serien machst. Zudem, wie viele begattete Königinnen hast du denn, wenn du 64 Zellen umlarvst? 40? Also bei einer Serie ca 20. Klingt jetzt auch für den Kleinimker nicht zu viel, wobei der Begriff aus Sicht eines großen Erwerbsimkers sicher anders definiert ist als wie hier. Du könntest als Kleinstimker mit 4 Wirtschaftsvölkern bis zu 60 Königinnen züchten (z.B. weil du das gerne für den Verein machst) OHNE deine Völker schröpfen oder gar entweiseln zu müssen. Von daher absolut etwas für kleinere Imker. Große Zuchtbetriebe werden wohl kein System verwenden wollen, das sie nach 2 Tagen zurückbauen müssen.
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon beeo » 13. Februar 2015, 10:28

Ich bezog mich auf die 64. mit den 3 beinen ;-)
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon andreasE » 13. Februar 2015, 10:34

Hallo,

hier gibt es eine DVD über die Methode der Vermehrung von Königinnen bei Annette Guth mit der Starter/Finisher-Methode:

http://www.imkerei-technikshop.de/multimedia/index.html

...ist für Imker ab einem Volk anwendbar.

Gruß
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Cabovelas » 13. Februar 2015, 11:49

Lukas hat geschrieben:
Cabovelas hat geschrieben:aber rein vom Gefühl her kommt die 64te Königin dann mit nur 3 Beinen auf die Welt oder so.


Das mit den Gefühlen ist immer so eine Sache :bigrin: Gibts dazu auch konkrete Kritikpunkte, oder wollen wir hier ausschliesslich einfach imkern und uns mit solchem Scheiss nicht abgeben? ß)


Mit Gefühlen sollte man sich immer abgeben das ist ja das schöne am Mensch sein! Es sei denn du bist kein Mensch...Die natürlichsten Gefühle sind solche, die man sich nur mit größtem Widerwillen gesteht.
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Lukas » 13. Februar 2015, 12:24

Cabovelas hat geschrieben:Mit Gefühlen sollte man sich immer abgeben das ist ja das schöne am Mensch sein! Es sei denn du bist kein Mensch...Die natürlichsten Gefühle sind solche, die man sich nur mit größtem Widerwillen gesteht.


Wir können gerne deine Gefühle in einem anderen Thread besprechen. Beim Thema wär mir aber immer lieber, Meinungen mit sachdienlichen Argumenten zu stützen. Alles andere bringt einen einfach nicht weiter :hmm:
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Hössi » 29. April 2016, 07:14

Ich zieh das mal zur jetzt beginnenden Zuchtsaison wieder hoch. Hat das schon jemand ausprobiert?
In der Tat finde ich das Verfahren pfiffig. Mit den endgepflegten WZ können dann gleich schöne Begattungsableger erstellt werden.
Die notwendigen Brutwaben dazu einfach ein paar Tage zuvor in die Honigräume hochhängen. Wenn es soweit ist, 2 Brutwaben entnehmen, WZ andrücken, Futterwabe dazu und ab auf den Begattungsplatz.

Was mir daran auch gut gefällt ist die Spontanität des Verfahrens, keinerlei Vorlaufzeiten. Wenn es mir heute passt, Zeit vorhanden, Wetter ok, erstelle ich mit wenigen Handgriffen den Anbrüter. Gerade so ein schwarmtriebiges Volk erscheint mir dazu ideal. Dann wird losgelegt.
Ich weiss, dass ich 10 Tage später meine Ableger machen kann. Hänge also die nächsten Tagen von allen Völkern die Brutwaben spenden sollen in deren Honigräume 1-2 Brutwaben rauf und mache dann meine Ableger.

Im Vergleich zum SBA mach meiner Auffassung entschieden weniger Arbeit und ich kann die Bienenmasse zur Ablegerbildung genau nach Anzahl der WZ dosieren. Beim SBA geht sich das oft nicht aus, entweder zu viele Kö oder manchmal auch zu wenige. Nachteil an der Sache ist aber bestimmt, dass die Schröpfwirkung bei den Spendervölkern durch Hochhängen der Brutwaben nicht gegeben ist.

Ein Kollege von mir macht den SBA genau aus o.g. Gründen zur Ersparnis der Vorlaufzeiten auch immer so, dass er die Schröpfwaben entnimmt,
den SBA dann 2-3 Stunden weisellos lässt und dann gleich den Zuchtrahmen gibt. Am 5. Tag käfigt er und bricht Nachschaffungen auf den Brutwaben aus. Er hat Annahmen so um die 70-80 %, besser habe ich das mit 9 Tagen Vorlauf auch noch nicht hinbekommen. Außerdem ist die gesamte Bienenmasse jünger, was ich durchaus als Vorteil ansehe.
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon beeo » 29. April 2016, 08:12

Gerstung beschreibt es ähnlich. Dabei kommt ein ASG zum Einsatz.

Je nachdem was du erreichen willst kannst du zB junge Brut überm ASG sammeln. Nach 9 Tagen ist ausgeschlossen dass davon nachgeschafft werden kann. Dann nimmst diese Zarge runter und kannst nach ca. 2 Stunden Zuchtleiste einhängen. Vergleichsweise sollte die Annahme besser sein, vor allem aber brauchst nicht während der Aufzucht nach Nachschaffungen suchen.

Ist dann aber natürlich kein Ad-hoc Anbrüter mehr wie das Lukas hier beschrieben hat.
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Lukas » 29. April 2016, 08:21

Ich würde das so einteilen:
- SBA optimal wenn Völker zu schröpfen sind und das Ziel Jungvölker sind
- offener Anbrüter optimal wenn man nur Königinnen braucht

Auch hier gilt wieder wie beim SBA: es braucht richtig viele Bienen, also ein sehr starkes Volk. Das Verfahren kostet einiges an Flugbienen, die sich beim Teilen in andere Völker verabschieden und bei der Rückvereinigung gegenseitig abstechen - kann aber daran liegen dass ich den Anbrüter für 3 und 4 Serien verwendet habe, obwohl maximal 2 empfohlen werden. Ansonsten ist das Verfahren ziemlich frei von Tücken. Wichtig halte ich es, die Gasse für die Zuchtlatte gleich am Anfang freizuhalten. Man erkennt dann beim Umlarven sofort ob genug Bienen da sind, wenn die Gasse bis an die Folie komplett mit Bienen aufgefüllt ist. Der Zuchtrahmen wird dann nicht nur zwischen zwei besetzten Rähmchen platziert sondern sprichwörtlich in die Bienenmasse getaucht - was IMHO ein großer Vorteil für die Annahme ist.
Der Arbeitsaufwand ist minimal, anders als manchmal bemängelt. Man öffnet ein Volk und sucht eine Königin. Wenn man es das erste mal macht, sollte man sich die Vorgänge aber gut im Kopf durchspielen, damit die richtigen Sachen dann auch in der richtigen Kiste landen :bigrin:
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon propolis » 29. April 2016, 10:16

Hallo,

das Verfahren habe ich auch letztens auf einer deutschen Seite angesehen und kann mir gut vorstellen, dass das für die Umweiselung also nach der Honigernte super wäre, wenn Schröpfen weder notwendig noch sinnvoll ist. Entweder das oder TuB...
LG, propolis
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Hössi » 30. April 2016, 07:36

Das erscheint mir jetzt die beste Lösung zu sein. Probiere ich heuer mit einer späten Zuchtserie die ich dann zur Umweislung hernehmen kann.
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon andreasE » 30. April 2016, 20:09

Paul Jungels hat mir letztes Jahr gesagt, er würde die die frisch umgelarvten Larven gleich in den Honigraum über das Absperrgitter geben. Für kleine Serien und Hobbyimker sei dies eine sehr gute Methode.
Gruß
Andreas
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon beeo » 30. April 2016, 20:48

Kann ich bestätigen. Der Annahmegrad ist zwar moderat, aber für den beschriebenen Einsatz gut.
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Mel » 30. April 2016, 21:21

Hab die Methode letztes Jahr auch probiert. Allerdings nur mit je einer Serie à 20 Königinnen pro Anbrüter.
Hat wunderbar funktioniert. Eine zweite Serie müsste problemlos möglich sein.
Reiner Schwarz beschreibt das Verfahren auch.
http://www.imkerei-schwarz.de/Rationell ... ucht.phtml
Ist wirklich simpel.
Die Königinnen habe ich Kunstschwärmen zugesetzt und zum Begatten drei Kilometer weg gestellt. Sind jetzt ein paar prächtige Jungvölker.
Mel
 
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Dechniga » 3. Mai 2016, 22:01

Lukas hat geschrieben:Auf dieser Seite ist das Verfahren beschrieben und die interessante Stelle dazu im Film markiert: http://www.igbiene.ch/imker-handwerk/mai-2/

Gruß
Lukas


Was mir nicht ganz klar ist, nachdem die Zellen in einen HR gekommen sind, werden sie nach 5 Tagen geschützt (wir sind bei Tag 8 vor der Verdeckelung -okay ist klar), und nach weiteren 5 Tagen aus dem Volk genommen, sonst schwärmt das Pflegevolk!

- wenn ich richtig gerechnet habe, sind wir bei Tag 13, wohin soll ich dann die Kö geben?
- abgesehen davon, dass bei Tag 13 die Kö bewegungsempfindlich ist!?
- warum schwärmt das Pflegevolk, es wird immer behauptet, dass bei der Pflege im weiselrichtigen Volk im HR das Volk nicht schwärmt, was stimmt jetzt und wie ist die Begründung?


Mfg
Dechniga
Viele Grüße

Dechniga
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Mel » 4. Mai 2016, 07:36

Hallo Dechniga, ich glaub, deine Rechnung stimmt nicht ganz.

3-5-8 Königin gemacht.
3 Tage Ei
5 Tage Made
8 Tage Puppe

Beim Umlarven der 1,5 Tage alten Made sind 4,5 Tage seit Eiablage vergangen.
Wenn man dann nach 5 Tagen käfigt, sind 9,5 Tage vergangen. Die Zelle ist verdeckelt. Es fehlen noch 6,5 Tage bis zum Schlupf.
Man soll am fünften oder am zehnten Tag nach dem Umlarven käfigen, da sind die Puppen am wenigsten empfindlich.
Da können sie auch am besten bewegt werden.

Dass die Königinnen nicht im HR schlüpfen dürfen, weil sonst das Volk schwärmt, kann ich aus meiner Erfahrung nicht bestätigen. Aber vielleicht hängt das auch von der jeweiligen Volksstärke ab.
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Lukas » 4. Mai 2016, 09:38

Dechniga hat geschrieben:warum schwärmt das Pflegevolk, es wird immer behauptet, dass bei der Pflege im weiselrichtigen Volk im HR das Volk nicht schwärmt, was stimmt jetzt und wie ist die Begründung?


Das stimmt wohl beides ein wenig. Ein Volk das nicht schwärmen will, wird das auch nicht tun. Aber ein starkes Volk im Mai wird sich die Gelegenheit einer tütenden Königin im Honigraum in der Regel nicht entgehen lassen. Ich habs nur einmal "versucht", in Wirklichkeit hab ich mich einfach um einen Tag vertan: das Volk war termingerecht am Apfelbaum.
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon bivypirat » 4. Mai 2016, 23:08

Hallo!
Ein Pflegevolk das nicht in Schwarmstimmung ist wird auch bei 10 bis 15 geschlüften und gekäftigen Königinnen im HR nicht schwärmen. Ich arbeite schon länger nach dem oben beschrieben Verfahren und habe es noch nicht erlebt.
Alternativ kann man die Zellen auch direkt nach der Verdeckelung in eine Brutschrank stellen, hier gebe ich aber einen Tag vor dem Schlupf in jeden Käfig 5-7 Pflegebienen und etwas Honig als Futter mit hinein. Und die frisch geschlüften Damen sollten spätestens nach einem Tag verwertet werden.

Das Startervolk kann problemlos 30-50 Zellen anpflegen, aber nicht alle bis zur Verdeckelung versorgen. Darum nehme ich nach spätestens 1 Tag die Zellen raus und verteile sie auf andere Pflegevölker, immer maximal 10-15 Zellen. Diese werden im HR zwischen 2-3 offenen Brutwaben plaziert und gut weitergepflegt.

Ziel dieser Variante ist die die "Erzeugung" von Königinnen währdend der SBA mehr auf Völkervermehrung und Ablegerbildung aus ist. Je nachdem was man möchte.
Der offenen Anbrüter ist leicht erstellt und genauso schnell wieder zusammengebaut ohne das das Volk gewächt wird. Auch lässt er sich mit ein und dem selben Volk immer wieder im Abstand weniger Tage bilden. So könnte man regelmäßig namenhafte Stückzahlen an Kös ziehen.
Einfach mal ausprobieren :-))

Gruß
Stephan
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon VoBee » 3. Dezember 2016, 20:08

Ich krame das hier mal wieder vor, da ich von den unzähligen Möglichkeiten der Königinnenzucht in der Literatur "erschlagen" werde...

Was ist gute Literatur für die Königinnenzucht? Können mir Erfahrenere ein paar Tipps hierzu geben?

Kurz zu meinen Plänen:
Ich bin Anfänger in der Königinnenzucht und möchte gerne nächste Saison meine erste Zuchtserie ansetzen.
Ich werde in den nächsten Jahren sicherlich nie mehr als 20 Kö's pro Jahr brauchen (äußerstes Maximum); nur um mal die Größenordnung festzusetzen :)

Danke!
VoBee
 
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon kamikaze » 4. Dezember 2016, 16:00

macht jemand und hat Erfahrung mit der Vermehrung nach Stahl, wie es auch von Karl Weiß
im Buch "Der Wochenendimker" beschrieben wird?
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon bivypirat » 9. Dezember 2016, 20:04

Hallo kamikaze!

Die Methode nach Stahl funktioniert recht gut, allerdings nicht mit jedem Volk. Sie ist gut geeignet um geringe Stückzahlen von Kös zu ziehen oder aber kleine Ableger zu bilden.
Die meisten Völker ziehen aus im Honigraum angebotenen Larven Königinnnen. Allerdings selten mehr als 2-3 Stück gleichzeitig aus 5-6 angebotenen Larven und manche Völker wollen auch gar nicht. Keine Ahnung warum. Manchmal klappt es auch erst beim 2. oder 3. Mal. Da ein Volk nicht zwingend eine neue Kös braucht ist die Annahme etwas begrenzt.
Dieses Verfahren hat bei mir auch noch nie zu Schwärmen geführt, das würde nur passieren wenn es vorher schon in Schwarmstimmung war.

Wie bei Weis beschrieben hängt man 2-3 Waben mit offener Brut in den Honigraum und steckt belarvte Näpfchen an den Rand des Brutnestes.
Ich habe einfach Nicot-Näpfchen mit der Heißklebepistole auf Büroklammern geklebt. Anschließend schiebt man die Brutwaben zusammen so dass die Zellen in der enstehenden Gasse hängen. Dann ist die Pflege entsprechend gut.

Wichtig ist, das die Kös nicht im HR schlüpfen! Die Erste sticht alle anderen ab. Es gibt zwar Aufsteckkäfige, wie gut die sind weis ich aber nicht.

Die verdeckelten Zellen kann man entweder direkt nach dem Verdeckeln oder aber einen Tag vor dem Schlupf einzeln entnehmen und in Ableger oder Begattungskästen geben. Meist werden sie von den Bienen ordentlich in die Wabe eingebaut und lassen sich nur mühsam mit einem erwärmten Federmesserchen freischneiden. Oder aber man kann mit den Brutwaben aus dem HR 2-Wabenableger bilden und je eine Zelle pro Ableger belassen. Das ist für mich die einfachere Variante.

Die weitere Verwendung hängt dann davon ab ob man Völker oder nur Kös zum Umweiseln braucht.

So lassen sich auch als Imker mit nur 2-3 Völkern ohne großen Aufwand eigene Kös ziehen.

Einfach ausprobieren!

Gruß
Stephan
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Brucki112 » 16. April 2017, 10:54

Frohe Ostern allen zusammen!

Ich will dieses Jahr etwa 20 Jungvölker erstellen. Je nachdem wie es geht. Allerdings will ich mit den Queens auf die Belegstelle.

Was wäre am geschicktesten?
Sammelbrutableger erstellen und diesen dann auf die Begattungskästchen (12 Apideas) aufteilen
Oder
Königinnen im HR ziehen und vor dem Schlupf Begattungskästchen erstellen und die schlupfreife Zelle dazugeben?

Danke!
Gruß Thomas
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Actionmichel » 17. April 2017, 07:42

https://www.youtube.com/watch?v=RmJqN_Jqiqs

versuch es mal hiermit!!! :thumbsup:

Gruß Michael
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon YoYo » 17. April 2017, 10:42

Brucki112 hat geschrieben:Sammelbrutableger erstellen und diesen dann auf die Begattungskästchen (12 Apideas) aufteilen
Oder
Königinnen im HR ziehen und vor dem Schlupf Begattungskästchen erstellen und die schlupfreife Zelle dazugeben?


Willst du deine Völker schröpfen, dass sie nicht schwärmen, dann eher der SBA. Der SBA hat natürlich wesentlich mehr Bienen, als du für die Apideas brauchst.
Die Königinnen im Honigraum zu ziehen ist auch elegant, vor allem wenn man es so macht, dass man den Honigraum auf den Platz des Volkes stellt und noch Jungbienen dazu kehrt. Nachdem die Zellen verdeckelt sind, kann der Honigraum wieder auf das Volk, oder du hängst die Zellen bis zum Schlupf oder Schlupfreife einem anderen Volk in den Honigraum und machst gleich noch eine Serie im Honigraum.
Es gibt unzählige praktikable Verfahren und deren Abwandlungen. Such dir eines aus, das am besten zu deiner Betriebsweise passt und perfektioniere es, so dass du immer gute Ergebnisse bekommst.

Viele Grüße
YoYo
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Re: Königinnenzucht mit offenem Anbrüter

Beitragvon Brucki112 » 18. April 2017, 20:23

Naja schröpfen werd ich schon irgendwann müssen. Aber SBA erstellen, diesen dann in die Apideas aufteilen und dann irgendwann neue Völker erstellen, wird schon bissl viel Bienenmasse, oder?
Habe 7 Völker, auf 2 BR mit je 10 Zander
Brucki112
 
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