"Dadant"-Beute und Betriebsweise

Was Imker machen und Bienen (nicht) tun

Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon andreasE » 24. Februar 2017, 23:46

Hallo Karlheinz,

Die Themenbeiträge hier finde ich sehr interessant. Schade nur, dass man manch guten Rat oft nur schwer wiederfinden kann. Vielleicht gibt es von Andreas ja mal einen geprinteten Ratgeber.

Diesen Ratgeber wird es nicht geben. Ein Buch wird aber noch ein wenig dauern, da ich noch enige Dinge am ausprobieren bin.
Bis dahin mußt Du wohl oder übel Fragen stellen, Dir meine "alten" Beiträge raussuchen und Dir diese kopieren.

Gruß
Andreas
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 25. Februar 2017, 08:54

andreasE hat geschrieben:
IMG_2767.JPG



Ich würd sagen, so hat ich noch kein Volk. Ob das an der Tracht-Lage im Süden oder meinem Unvermögen liegt.´? Vermutlich beides. Günter Friedmann (500 Völker Demeter) wandert seit ein paar Jahren in die Akazie und Linde nach Ostdeutschland. Er sagte: So vitale und starke Völker hatte er zuvor noch nie.
Naja, man arbeitet dran, die Völker so gut wie möglich zu führen...

Andreas: Ist das ein Volk ganz normal in der Tracht oder war da zuvor irgendeine Maßnahme, die die Bienen nach draußen getrieben hat? Warum werden die bei mir nicht so stark? Du gibst ihnen ja auch kein Wunderelixier, sondern lässt sie sich ganz normal entwickeln. Merkst Du einen Unterschied ob die Honig oder Zucker als Winterfutter hatten?

Aber: Das Foto gibt Hoffnung, denn wenn Du das hinkriegst, krieg ich das irgendwann auch hin.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon FranzBurnens » 26. Februar 2017, 18:01

- wie viele Brutwaben entnimmst Du aus dem schwarmlustigen Volk? Eine, zwei, alle?

andreasE hat geschrieben:Es kommt wie immer drauf an. Je mehr desto besser, am besten aber alle, denn dann habe ich auch gesunde Spättrachtvölker. Wichtig ist das die Ableger groß genug sind, damit die auch noch eine Zarge sammeln können.

Wenn alle Brutwaben entnommen werden und einen Ableger bilden sollen (bzw. in Sammel-Ableger aus mehreren Völkern eingehen), hat man als Ergebnis eine Brutling-/Flugling-Variante. Der Flugling, also der zurückbleibende Volks-Rest, hat kurzfristig keine Brutpflege zu leisten, kann mithin in der Zeit mehr sammeln. Energie wird absorbiert durch neuen Wabenbau (= Honigverbrauch). Bis der erste Brutsatz schlüpft, werden auf dieser Seite eine Menge Flugbienen sterben, das Volk taucht vorübergehend in eine Depression ab. In dieser Phase kann kaum gesammelt werden.

Der "Brutling" bekommt die Varroa überproportional mit, hat zunächst alle Drüsen voll mit Brutaufzucht zu tun und wird nur für den Eigenbedarf sammeln können (mglw. auch das nicht, hängt z.B. vom Wetter ab). Es wird wohl eine Zeit dauern, bis endlich soviel Schwung auf die Orgel kommt (Volksentwicklung), dass davon Honig geerntet werden kann. Wegen des erhofften Ertrags kann allerdings keine Milbenbehandlung bei diesem Ableger vorgenommen werden.

Es dürfte somit durchaus ein Verfahren sein, dass für Imker ohne Spättracht nicht besonders vielversprechend ausgeht.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon no21 » 1. März 2017, 23:31

@FranzBurnens

Danke für die Zerstörung der Illusion, Imkern könnte einfach sein :bigrin: ;)
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon no21 » 23. März 2017, 18:29

Huhu, heute war Mal wieder kontrollieren und erweiterern an der Reihe.

Mir ist aufgefallen, dass manche Völker eine komplette Wabe als Vorratswabe nutzen. Es ist keine Brut darauf enthalten.

Gehört das so oder hab ich was falsch gemacht bei der Erweiterung oder Einengung?!

Oder ist es gar möglich, dass sie den Pollen und das Futter bei Platzbedarf Ausräumen?

Drei Waben waren mit Brut und Stiften zum größten Teil belegt und die vierte Wabe war dieses Futter/Pollenbrett.
Ich hab mit einer Mittelwand erweitert. Hätte ich warten sollen?

Gruß Lukas
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon Avignon » 24. März 2017, 09:55

Hier geht es ja um die Dadant-Beute und dessen Betriebsweise.

Selber erhöhe ich jährlich die Anzahl meiner Dadant-Blatt, da sich meine Aktivität immer mehr auf die Produktion von Ablegern konzentriert, was hier bei den Hobbyimkern zu 90% die Beute ist.

In meinem Betrieb habe ich die Umstellung von 10 ha bestes Ackerland (bewässerbar) in eine Bienenweide (mehr als 30 Sorten Blumen und Pflanzen speziell für Bienen) in Angriff genommen. Momentan sind es die ersten 4 ha, die im Umstellungsjahr 2016 dann Anfang Oktober als Phacelie-Monokultur eingesät wurden. Diese Flächen beginnen gerade zu blühen.

Ebenfalls werden im Mai 2017 die erste Serie von 1.200 Sylphie gepflanzt.

Um aber den Übergang nicht zu verpassen, haben wir eines der 4 Parzellen vor 2 Wochen vor der Blüte gemulcht und die definitive vorerwähnte Bienenweide gesät.

Bild

Hier wird die Saat angedrückt.

Ich kalkuliere dieses Jahr erst einmal 15 Völker/ha. Dies sind 2 solcher Bienenstände, die in einem Abstand von 200 m eingerichtet werden. Bei den 4 ha handelt es sich um 4 Parzellen, die mit langen Zypernhecken von Osten nach Westen unterteilt sind, um denn hier dominanten Mistral aus dem Norden zu brechen:

Vorgestern wurde der erste 30er Stand beendet. Hier sind es immer 3er Gruppen, um jeder Beute eine leicht andere Flugrichtung/Orientierung zu geben (südosten - süd - südwesten). Man sieht, dass die Phacelie gerade beginnt zu blühen:

Bild

Ich erwarte von diesen Völkern keinen Honigertrag sondern die Produktion von 5-6 Ablegern mini pro Saison und einer Völkerteilung Anfang September zum Beginn der Efeu-Tracht. All die Völker auf dem Foto mit 1 HR sitzen auf min. 8 BW, die 5 Völker mit bereits 2 HR auf 9 bis 10 BW (also full). Ohne aufgesetzte HR wäre dies natürlich nicht möglich. Möchte erwähnen, dass ich nicht nur mit schwarmträge Buckfast-Linien züchte sondern auf nur mit jungen Kö arbeite.

Da meine ersten Serien an begattete Kö erst ab dem 20 April verfügbar sind - Startschuss für die Ablegerproduktion - so bekommen diese Völker HR, um mir einige Hunderte von MP-Rähmchen zu produzieren (sowohl Futter- als auch Bruträhmchen), denn bis Mitte April muss ich damit zusätzliche 300 meiner insg. 500 Begattungskästen bevölkern. Deshalb habe ich 100 HR von 9 auf 10 Waben modifiziert, um das Aufsteigen der Kö zu beschleunigen und zu verhindern, dass die MP-Rähmchen zu dick werden.

Hier auf diesem Foto befinden sich im oberen HR 14 MP (zu 7 Waben zusammen gesteckt), die ausgebaut jedoch nur mit Honig voll gemacht wurden. Im 2. HR stiftet die Kö fleissig MP Rähmchen.

Bild


Bild

Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, meine Begattungskästchen nur mit solchen Honig-MP-Rähmchen zu füttern. Bei dem ausgewogenen Angebot von Pollen durch die Bienenweide wäre dies ein weiterer Punkt, einer optimalen Versorgung der Nucs (Begattungseinheiten), zwar teurer als Apifonda, doch wie sagt man hier bei uns "Wer liebt, zählt nicht!"

Warum Völker 1 und sogar 2 HR bereits haben, hängt damit zusammen, dass ich gewisse Bienenstände Anfang Februar gezielt stimuliert habe. Ist aber ein anderes Thema. Fällt mir nur ein, weil ich immer wieder den Nonsens lese, dass Stimulierung (Reizfütterung) nichts bringen würde. Man muss nur wissen, wie und vor allem wann (unter welchen Konditionen) es gemacht werden muss.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 24. März 2017, 10:26

Na, dann schieß mal los: Wie stimuliert man richtig? Gerne ein neuer Thread.

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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon Avignon » 24. März 2017, 12:18

waldimker hat geschrieben:Na, dann schieß mal los: Wie stimuliert man richtig? Gerne ein neuer Thread.

waldimker


Meine Absicht ist keineswegs, Euch von der Stimulation zu überzeugen! Wer der Ansicht ist, dass sie absolut nichts nutzt, darf sie gerne behalten.

Hier sind 4 weitere Dadant-Völker, die davon profitierten, auf dicke 8 und mehr BW sitzen und 50% des HR bebrütet haben:

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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 24. März 2017, 12:40

@Avignon: Du verstehst mich völlig falsch. ICH habe vor einer Woche "gereizt". So gut ich`s wusst, sozusagen. Mich würde interessieren, wie DU das machst.
Weiß nicht, wie oft ich noch nachfragen muss?!
Bloss weil man hier im "einfachimkern-Forum" liest und schreibt, heißt doch nicht, dass die hauseigene Bibel von Gerhard Liebig geschrieben wurde! Es gibt auch noch andere bekannte deutsche Imker, die durchaus das Reizen - in der einen oder andern Form - für sehr sinnvoll halten. Pfefferle z.B.

Also denn mal los: Nicht nur Töne spucken, auch mal Infos geben, bitte.

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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon Avignon » 25. März 2017, 00:00

Also, für mich ist eine Stimulation=Reizfütterung nur sinnvoll, wenn folgende Konditionen gegeben sind:

- das Wetter muss stimmen
- es muss ein gewisser Polleneintrag herrschen

Und die Stimulation soll nun und unter den gegebenen Bedingungen dem Volk vorgaukeln, dass es eine Tracht = Nektareintrag gibt. Und diese simuliere ich hier bei uns mit einem Sirup 30:70, in dem ich dem Volk jeden 2. Tag zwischen 200-250 ml gebe.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 25. März 2017, 08:08

Ok. Wetter muss stimmen heißt: Flug und Polleneintrag? Bin ich bei Dir.

Die winzigen Gaben sind natürlich nur für Imker interessant, die die Bienen quasi vor der Haustüre haben. Ich fahre (im Frühjahr/Winter) 2,5 h; da ist das natürlich Käse. Ich hab vor 10 Tagen mal bis zu 5 Litern gegeben. Und zwar vor einer kurzen Schlechtwetterperiode. Zuvor war Nektareintrag. Die Waben enthielten viel Pollen. Pollenflug war zumindest an manchen Tagen zu erwarten. Kein Frost o.dgl. Schönwetterperiode in Aussicht.

Wie ordnest Du Beginn und Ende der Reizung phenologisch ein? Haselblüte (falls vorhanden?), Weidenblüte oder...

Ich vermute, dass in Südfrankreich das Wetter (insb. Polleneintragmöglichkeiten sowie das Wasserholen) etwas stabiler zu prognostizieren ist als in Deutschland. Ich erinnere mich an mehrere Märze, in denen ich in nicht geringem Umfange Schnee geschaufelt habe. Einmal musste ich sogar eine halbe Nacht im Auto zubringen, weil sich jmd. im Schnee festgefahren hatte. Vermutlich ist das auch mit ein Grund, dass von vielen die Finger vom Reizen gelassen wird. Es kann in die Hose gehen.

Was ist 30:70-Sirup?
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon FranzBurnens » 25. März 2017, 08:54

Avignon hat geschrieben: die Stimulation soll nun und unter den gegebenen Bedingungen dem Volk vorgaukeln, dass es eine Tracht = Nektareintrag gibt.

Beiträgen hiesiger "Stimulations-Imker", die ihr Handwerk wohl bereits vor langer Zeit beigebracht bekommen haben, kann man entnehmen, dass sie die noch vorhandenen Futterwaben anritzen und sich über das dann folgende Umtragen freuen. Wie das Klima hier eben so ist, kann man dabei nicht solide auf Flugwetter und Polleneintrag setzen.

Nach mir bekannten Untersuchungen gibt es sicher einen Zusammenhang zwischen Trachtreiz und Bautrieb. Ob aber - bei noch voll ausreichendem Futtervorrat - eine deutliche Zunahme der Brutleistung durch Tracht(simulation) zu erwarten ist, habe ich noch nirgendwo Vergleichsstudien entnehmen können.

Man wird vorweg davon ausgehen müssen, dass die Fortpflanzungsdynamik von Genetik, Jahreszeit, Auswinterungsstärke, Brutraum etc. bestimmt ist, soweit die Witterung günstig verläuft.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 25. März 2017, 09:18

@Franz: Du wirst dazu nie belastbare Studien finden. Wenn Du nach Studien imkern willst, bist verloren. Es hilft ja nur, das VERNÜNFTIG selbst auszuprobieren.
Wenn z.B. ein Wissenschaftler XY seine Völker reizt während gleichzeitig Nektareintrag von der Weide da ist, er das aber nicht bemerkt oder nicht äußert, kriegt er natürlich keinen Effekt raus!
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon Avignon » 25. März 2017, 13:18

waldimker hat geschrieben:Ok. Wetter muss stimmen heißt: Flug und Polleneintrag? Bin ich bei Dir.

Die winzigen Gaben sind natürlich nur für Imker interessant, die die Bienen quasi vor der Haustüre haben. Ich fahre (im Frühjahr/Winter) 2,5 h; da ist das natürlich Käse. Ich hab vor 10 Tagen mal bis zu 5 Litern gegeben. Und zwar vor einer kurzen Schlechtwetterperiode. Zuvor war Nektareintrag. Die Waben enthielten viel Pollen. Pollenflug war zumindest an manchen Tagen zu erwarten. Kein Frost o.dgl. Schönwetterperiode in Aussicht.

Wie ordnest Du Beginn und Ende der Reizung phenologisch ein? Haselblüte (falls vorhanden?), Weidenblüte oder...

Ich vermute, dass in Südfrankreich das Wetter (insb. Polleneintragmöglichkeiten sowie das Wasserholen) etwas stabiler zu prognostizieren ist als in Deutschland. Ich erinnere mich an mehrere Märze, in denen ich in nicht geringem Umfange Schnee geschaufelt habe. Einmal musste ich sogar eine halbe Nacht im Auto zubringen, weil sich jmd. im Schnee festgefahren hatte. Vermutlich ist das auch mit ein Grund, dass von vielen die Finger vom Reizen gelassen wird. Es kann in die Hose gehen.

Was ist 30:70-Sirup?



Ich gehe ja auch nicht her und vergleiche unsere eher speziellen Konditionen mit anderen Regionen. Schon 100 km in Richtung Norden (bereits ab 40 km in Höhe von Orange) liegt die Vegetation bis zu 3 Wochen hinter uns.

Was Du jedoch mit den 5 Litern beschreibst, hat mit Stimulation absolut nichts zu tun sondern eher mit Notfütterung. Der wesentliche Effekt ist ja gerade durch die Gabe von kleinen Mengen in kurzen Abständen bewirkt. Ab Mitte Februar werden auch alle FW entnommen bis auf 2, die dann die Position der Randwabe einnehmen. Das Volk wird eingeengt und es gibt pro Woche eine MW ins Brutnest. Da die Völker zu diesem Zeitpunkt schon auf 3-4 BW sitzen, ist es wohl einfach, sich auszurechnen, dass Ende März nicht nur mind. 8 BW vorhanden sind sondern mit der Aprikosen- Pfirsich- und Nektarinenblüte ab Ende Februar die ersten HR mit ausgebauten Waben aufgesetzt werden, damit die Kö Platz nach oben hat.

30:70 heisst, 3 kg Zucker mit 7 Liter Wasser. Dieser Sirup wird lauwarm nur abends nach Flugende gegeben. Natürlich müssen die Völker nicht am Ende der Welt stehen. Ich bin in 20 Min. auf sämtliche meiner Bienenstände.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon biene100 » 26. März 2017, 13:04

Mich würde mal was interessieren:
Viele Schieder hatten bestimmt schon mal folgendes erlebt.
Ich schiede die Völker auf 4 Waben. Diese sind natürlich jetzt voll bebrütet. Hinter dem Schied sind die alten Waben. Darunter, ziemlich an der Außenwand der alte Baurahmen ist bebrütet. Wer kommt die Königin dort hin. Wird sie von den Arbeiterinnen dort hingeschoben, gezogen.
Das der Honigraum früher kommen hätte sollen ist klar. Aber das die Waben dazwischen erst nach und nach mitbebrütet werden finde ich schon seltsam
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon igbiene » 26. März 2017, 20:21

Ich möchte hier kurz Werbung in eigener Sache machen. Am 10. Juni 2017 starten wir in der Schweiz in Herisau eine neue, junge, moderne Imkerschule namens "Imker Academy". Da lehren wir die Betriebsweise von Bruder Adam, jedoch noch etwas modifiziert nach Hans Beer mit dem angepassten Brutraum. Es zeigt sich je länger je mehr dass sich diese Betriebsweise in Zukunft noch sehr stark durchsetzen wird.

Bei uns in der Schweiz ist es ähnlich wie in Deutschland, in den Instituten wird immer noch der geteilte Brutraum gepredigt. Das ist umso mehr befremdlich, weil viele Schweizer vom Bienenhaus "Schweizerkasten" umsteigen auf Magazine. Der Schweizerkasten hat wie Dadant eine grosse Brutwabe und halbhohe Honigwaben.

Infos und Anmeldung zum Imkerkurs findet ihr unter https://www.imkeracademy.ch

Es wäre toll sich im Kurs bald kennenzulernen.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon no21 » 19. April 2017, 18:21

Hallo Imkers,

@ AndreasE

Ich hatte die Tage eine interessante Unterhaltung mit einem langjährigen erfahrenen Imker.

Als ich ihm mitteilte, dass ich die komplette Brut bis auf ein Rähmchen in eine neue Beute einschlagen würde sobald ich in dem Volk Schwarmzellen entdecken würde, und würde ich der legenden Königin sämtliche Flugbienen und das eine Brutbrett belassen dann könnte es sein das sie sofort wieder in Schwarmstimmung gerät.

Wie sind hierzu deine Erfahrungen?

Ich ging davon aus, dass der Schwarmtrieb gebrochen ist wenn Sie nur noch eine alte Brutwabe behält.

Bin Mal gespannt.

Gruß Lukas
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon keinimker » 19. April 2017, 21:29

Hallo,
das ganze ist über Seiten ein gute Lektüre für somanchen Neuimker. Deshalb: " ... und stell nochmal dumme Fragen."
Meine Ansicht: Es gibt keine dummen Fragen, sondern nur Dumme, weil sie keine Fragen stellen!
Also weitermachen!!!!!!!!!!!
Ich möchte nur mal bemerken, dass ich ganz anders "vermehre". In meinen "Eigenbau"-Beuten mit einem Innenmaß von 300 x 300 x 190 mm überwintern die Völker auf 3 Zargen ~ 45 L. Wenn das Volk im Frühjahr alle 3 Zargen besetzt und in wenigstens zwei Zargen Brut ist, dann nehme ich die obere Zarge mit den Brutwaben und reichlich Futterwaben ab und wechsle gegebenenfalls eine leere Wabe gegen eine Brutwabe mit jüngster Brut aus.
Dabei wird nach der Königin in dieser Zarge gesucht. Dieser Ableger wird aus dem Flugbereich gestellt und zieht sich eine Jungkönigin. Spätestens dann (meistens aber schon früher) wird eine Zarge mit Leerrähmchen untergesetzt. Wenn alles normal läuft hat das Volk im Herbst 3 Zargen ausgebaut und etwa 15 bis 20 kg Winterfutter eingetragen.
Das so geschröpfte Volk kann später noch geteilt werden. Auf dem Volk mit der Königin bleibt der HR. Das Weisel lose Volk hat gegebenenfalls bereits beim Teilen Weiselzellen.
Gruß
Harald
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon Imka » 20. April 2017, 05:37

no21 hat geschrieben:Hallo Imkers,

@ AndreasE

Ich hatte die Tage eine interessante Unterhaltung mit einem langjährigen erfahrenen Imker.

Als ich ihm mitteilte, dass ich die komplette Brut bis auf ein Rähmchen in eine neue Beute einschlagen würde sobald ich in dem Volk Schwarmzellen entdecken würde, und würde ich der legenden Königin sämtliche Flugbienen und das eine Brutbrett belassen dann könnte es sein das sie sofort wieder in Schwarmstimmung gerät.

Wie sind hierzu deine Erfahrungen?

Ich ging davon aus, dass der Schwarmtrieb gebrochen ist wenn Sie nur noch eine alte Brutwabe behält.

Bin Mal gespannt.

Gruß Lukas


Hallo Lukas,

diese Befürchtung ist zutreffend. Ein Volk, welches sich in Schwarmstimmung befindet, ist hormonell so hochgefahren, dass selbst die totale Brutentnahme keine Sicherheit bringt. Solange die alte Königin und die Flugbienen zusammen sind und der Schwarmtrieb nicht gebrochen ist, kann es sein, dass sie schwärmen.

Etwa Mitte Mai bilde ich Fluglinge, in dem ich die Bruträume verstelle. Die Flugbienen, die auf den alten Platz zurück fliegen, bekommen eine neue, unbegattete Kö. oder die alte Kö. wird zugesetzt. Nach dem Verstellen der Bruträume kommt für einige Stunden eine gekäfigte Kö. in die neue Beute am alten Platz, bis sich der Flugling gebildet hat. Dann wird diese für etwa 2 Stunden entfernt, damit Weiselunruhe entsteht. Dies ist ganz wichtig, denn durch die Weiselunruhe wird die Schwarmstimmung gebrochen. Erst dann wird die gekäfigte Kö. endgültig unter Futterteigverschluss zugesetzt. Wenn im Flugling die ersten Waben bestiftet sind, wird zur Verstärkung eine Wabe mit auslaufender Brut gegeben, sonst würde ein zu großes "Brutloch" entstehen.

Ob ein Volk in Schwarmstimmung ist lässt sich nicht immer zweifelsfrei erkennen. Deshalb ist es besser, wenn man bei diesem Verfahren, immer erst einmal Weiselunruhe schafft, sonst kann es sein, dass das Volk nach Tagen schwärmt, auch wenn die Königin auf einer Bannwabe eingesperrt ist. In diesem Fall käme der Schwarm aber gleich wieder zurück.

LG
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 20. April 2017, 07:01

@no21:
Ich nehme an, ganz sicher wird das nicht sein. Ich würde daher die ersten Jahre dieser Praxis nach 6 oder spätestens 7 Tagen nochmal nachschauen und ggf. Zellen brechen.

Da unsere sprunghafte Erweiterung diesjahr nicht geklappt hat werd ich (mal wieder) den Honigertrag maximieren müssen. Daher habe ich mir folgendes Prozedere zurechtgelegt:
Die Völker wachsen dem Schwarmtrieb ungeschröpft entgegen. Sobald WSZ angelegt sind, entnehme ich 2 gute verdeckelte Brutwaben (Dadant), also so mit ca. 90% Brutanteil o.dgl. Der Rest der WSZ wird gebrochen und 1 oder 2 Mittelwände oder Leerrähmchen gegeben. Die entnommenen Brutwaben mit WSZ kommen in einen Brutsammler, denn bei ausreichender Überwachung müssten es sich um offene WSZ handeln. Brutsammler deswegen, damit die Wärme gehalten werden kann. Der Brutsammler bleibt am Stand und wird so gefüllt oder auch nicht, dass es beim Schlüpfen der Bienen der Deckel nicht irgendwann hebt, aber auch die Bienen die Waben sehr sehr gut belagern und vor allem die WSZ sehr gut pflegen und wärmen können.
Also vllt. 7 Brutwaben für meine 9er-Kästen. Vermutlich gehen aber auch 9 Brutwaben, denn ich habe einen sehr hohen Boden.
Nach 1 Woche sind die WSZ nun verdeckelt und ein guter Teil der Bienen geschlüpft (was mir sehr gut gefällt ist dass es nie eine Phase der Weisellosigkeit und damit des Heulens gegeben hat oder geben wird - zufriedene Bienen?). Nun werden die Brutwaben mit WSZ aufgeteilt in Ableger. Dabei kann man je nach Lust und Laune und Einstellung und Trachtgebiet und Kllima und Jahreszeit 1 bis unendlich dieser Brutwaben benutzen. Ich werde darauf achten , dass die WSZ aufjedenFall so eingehängt werden, dass sie in einer Wabengasse mit einer ausgebauten Wabe gegenüber hängen, am besten eine Brutwabe.
Die Restvölker werden spätestens 1 Woche später wieder auf WSZ kontrolliert, ggf. gebrochen. Sind zwei Wochen später noch Schwarmzellen zu finden, wird wieder eine Wabe geschröpft und der Rest gebrochen (oder eben anderweitig verwertet, das geht ja auch). Eine weiter Kontrolle lass ich mir nicht nehmen.
Das Ganze wird natürlich "irgendwie" funktionieren. Ich habs so noch nicht gemacht, außer in Einzelfällen.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon no21 » 23. April 2017, 10:42

Hallo Imkers, danke für die Antworten.

Es bleibt also dabei, dass ich die "Fluglinge" mit alter Königin weiter auf Schwarmzellen kontrollieren werde. Gestalltet sich wohl auch nicht allzu umständlich bei so wenig Brut. Müssen halt bloß die (hoffentlich) zahlreichen Honigräume runtergehieft werden. Im Verlauf des Jahres und mit der Erfahrung an mehreren Völkern bekommt man da auch nen Gefühl wann es nötig ist und wann nicht denke Ich. :thumbsup:

Jetzt hab ich noch eine Frage zur Verarbeitung der Brut.

Da hab ich insgesamt 2 gängige Vorschläge von AndreasE in den tiefen des Forum finden können.

1. Seine aktuellste:

Möglichst alle Brutwaben kommen in eine Beute. => Volk ist so stark das es sogar gut einen HR mit Spättracht füllen kann.
Geht stark in den Winter.
Eventuell sogar noch ein Kunstschwarm möglich im Anschluss nach der Tracht vor dem Einfüttern?!

2. Die bis dato Propagierte:

Brut wird entnommen und auf 2 Ableger verteilt. Ähnliches Verhältnis von Weisselzellen in jeder Beute von Vorteil. => Völker Wintern beide Stark ein, aber kein Kunstschwarm und kein nennenswert beerntbarer (gibt's das Wort??? :bigrin: ) Honigeintrag.

Wenn ich beide Vergleiche haben beide Vor- und Nachteile:

Zu 1:

+ Honigertrag zur Spättracht
+ Starkes Volk wird Eingewinterten
+ Eventuell weiteres Potential für einen Kunstschwarm

- Risiko das Königin nicht vom Begattungsflug zurückkommt und dann ein ganzes Volk erstmal wieder nur eine Nachschaffungkönigin erzeugen kann (z.b. Mit nem Eistreifen) und bis die dann stiftet ist das Volk wieder ziemlich gealtert. Spreche hier jetzt speziell von Imkern mit überschaubaren Völkerzahlen. Da ist nicht immer Mal kurz ne schlupfreife Schwarmzelle vorhanden.

Zu 2:

+ Die Chance das eine von beiden Königinnen erfolgreich begattet wird, ist wesentlich höher. Läufts bei einer schief kann vereinigt werden und man hat wieder ein starkes Volk.
+ Die Chance auf 2 starke Jungvölker
+ Eventuelle kann schon behandelt werden wenn die Brut ausgelaufen ist?! Da ja eh kein Honig erwartet wird.

- keine Spättracht Ernte

Und nun meine eigentliche Frage:

Wie wäre es, dass Beste aus beidem zu kombinieren?

- Gesammte Brut in eine 12er Dadant Beute.
- Brutraum mit Hilfe einer dichten Trennwand teilen.
- 2 Fluglöcher
- wenn beide Königinnen erfolgreich stiften, kommt ein Honigraum mit ASG drauf.
- Eingewintert werden schließlich beide auf 6 Waben.
- Im Frühjahr werden sie auf 2 Beuten verteilt.

Kann das funktionieren?
Ist die Ernte bei 2 stiftenden Kös nicht sogar größer, da das Volk ja doppelt so schnell zu Bienenmasse kommt? Wäre zudem nicht auch ein Kunstschwarm möglich, nach der Ernte?

Das hier nun einige Denkfehler drin stecken können möchte ich nicht ausschließen. L) Aber ich musste es Mal loswerden.

Liebe Grüße Lukas
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 23. April 2017, 13:36

Das geht. Wird praktiziert. Das ASG muss am Trennschied SEHR dicht sein, damit die Königinnen keinen Kontakt haben können.

Wegen Zeitpunkt des Aufsetzens kannst kaum allein nach dem Stiften gehen, davon werdens nicht mehr Bienen. Sind nach einer Woche soviele Bienen drin und die Tracht so gut, musst du aufsetzen. Wenns an Bienen oder Tracht fehlt, lässt Dus lieber. Idee: Enge die beiden Ableger zunächst auf sagen wir 4 Waben ein mittels normalem Schied.
Dann aber nach der Honigernte... Futter im Auge behalten!

Ist wie im realen Leben, nicht? Kochrezepte sind stets an den Kühlschrankinhalt anzupassen.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon YoYo » 24. April 2017, 08:16

no21 hat geschrieben:
+ Die Chance das eine von beiden Königinnen erfolgreich begattet wird, ist wesentlich höher. Läufts bei einer schief kann vereinigt werden und man hat wieder ein starkes Volk.

Die Chance, dass sich die Königinnen bei zwei Fluglöchern so nahe beieinander verfliegen, und bei der Rückkehr vom Hochzeitsflug abgestochen werden, ist auch wesentlich höher.

no21 hat geschrieben:Und nun meine eigentliche Frage:

Wie wäre es, dass Beste aus beidem zu kombinieren?

- Gesammte Brut in eine 12er Dadant Beute.
- Brutraum mit Hilfe einer dichten Trennwand teilen.
- 2 Fluglöcher
- wenn beide Königinnen erfolgreich stiften, kommt ein Honigraum mit ASG drauf.
- Eingewintert werden schließlich beide auf 6 Waben.
- Im Frühjahr werden sie auf 2 Beuten verteilt.

Kann das funktionieren?


Jungvölker zu pushen um mit ihnen eine Spättracht zu ernten ist nicht üblich, außer vielleicht in der Heide. Jungvölker sind die Rennpferde fürs nächste Jahr und werden nie in eine Spättracht gebracht. Das gilt auf jeden Fall für jede Waldtracht und auch schon zu Zeiten als es noch keinen Varroadruck im Spätsommer gab. Heute gilt das noch mehr, weil im Spätsommer der Varroa zu Leibe gerückt werden muss. Insbesondere sind die Jungvölker die Chance auf starke, gesunde Völker im nächsten Jahr.

Im Frühjahr die Völker aufzuteilen ist kontraproduktiv. Dann kannst du sie gleich beide getrennt einwintern.
Entweder man lässt beide Königinnen zusammen weiter arbeiten, oder man nimmt den Trennschied heraus und die Bienen trennen sich dann von einer der beiden. Auf jeden Fall macht die Zweiköniginnenbetriebsweise zusätzliche Arbeit, die sich erst mal rechnen muss. Mit erhöhtem Schwarmtrieb ist zu rechnen, vor allem mit der Carnica. Ich kenne einen Imker der das mit Buckfasts macht, nicht auf Dadant, sondern auf einer Zarge Zander. Die können das wohl ab.

no21 hat geschrieben:Ist die Ernte bei 2 stiftenden Kös nicht sogar größer, da das Volk ja doppelt so schnell zu Bienenmasse kommt? Wäre zudem nicht auch ein Kunstschwarm möglich, nach der Ernte?


Doppelt so schnell wächst die Bienenmasse nicht. Da du ja im Frühjahr die Völker aufteilen willst, sind sie ja auch nicht doppelt so stark, sondern eben zwei normal starke Völker im Anschluss. Da kannst du einen Kunstschwarm machen. Das geht immer nach der Ernte. Einen Kunstschwarm von deinen Zweiköniginnenablegern nach der Ernte der Spättracht zu machen, ist glaub illusorisch, weil du froh sein kannst, wenn du noch genug Bienen für eine Überwinterung drin hast, wenn die aus einer späten Waldtracht zurück kommen.

Mein Rat ist, nicht gleich im zweiten Jahr auf eine Extrembetriebsweise setzen, sondern erst mal die Völker normal führen und ihre Biologie verstehen lernen. Mach das 5 Jahre und dann kannst du das glaub auch schon selber viel besser einschätzen, ob Zweiköniginnenbetriebsweise für dich das Richtige ist.

Viele Grüße
YoYo
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 25. April 2017, 06:52

@no21:
Wenn ichs recht verstehe, willst Du nur zwei Ableger in einer Kiste großziehen? Das dürfte weder vom Flugloch her, noch vom gemeinsamen Honigraum ein problem sein. Im Zweiten Jahr wolltest Du die wohl zeitig umsetzen? Das gemeinsame Überwintern kann durchaus ein Vorteil sein. Das gemeinsame Aufwachsen zu Beginn "Seite an Seite" wärmetechnisch auch. Zum Einfüttern musst Dir was überlegen (z.B. ein HR mit einem Trennbrett drin).
eines wollte ich jedoch noch ergänzen: stell die Ableger nicht in eine (reine Waldtracht). Das wird nix. Schon gar nicht in die Tanne. Spätestens Dann musst du mit denen "abhauen". Oder du riskierst eben, dass Du zum Einwintern das Schied ziehen musst. Immerhin hättest du vermutlich wirklich mehr Brut in der Tanne mit zwei Königinnen. Obs am Ende wirklich mehr Bienen wären, bleibt dahingestellt, da die Anfangsentwicklung nicht so rasant ist wie bei einem sehr starken Ableger.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon no21 » 28. April 2017, 20:35

Mein Rat ist, nicht gleich im zweiten Jahr auf eine Extrembetriebsweise setzen, sondern erst mal die Völker normal führen und ihre Biologie verstehen lernen. Mach das 5 Jahre und dann kannst du das glaub auch schon selber viel besser einschätzen, ob Zweiköniginnenbetriebsweise für dich das Richtige ist.


Danke Yoyo, der Satz hat mich wieder geerdet. Nach "A" kommt "B". Ich war wohl schon bei "XY". Dementsprechend Handbremse! Fühlt sich richtig an!

Auch den anderen Mitimkern ein Dank für eure Antworten, bleibe jedoch dieses Jahr vorerst doch bei nem klassischen SBA mit Zuchtlatte was die Vermehrung anbelangt .


Liebe Grüße

Lukas
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon andreasE » 1. Mai 2017, 22:56

Hallo Lukas no21,

ohne jetzt einen Begeisterungsflash bei dir auslösen zu wollen, kann ich ich dich in der Schwarmfrage beruhigen: Jemand der meint, ein Volk ohne Brutnest würde schwärmen wollen irrt genauso, wie jemand der sagt, ein schwarmtriebiges Volk dem man alle Brut entnommen hat, sei hormonell weiterhin noch so hochgefahren, dass es dennoch schwärmen wollen würde... diese Aussage ist in sich schon nicht stimmig!
Beiden sei gesagt: Der Schwarm verfolgt keinen Selbstzweck (...im Gegensatz zu manchen Anwesenden hier!), es macht unter solchen Vorraussetzungen keinen Sinn für eine Population, wenn ein Volk dennoch schwärmt! Beim Schwärmen sind immer beide Parteien (Schwarm und Restvolk) gefährdet: Der Schwärm weiß nicht, wie sich das Wetter entwickeln wird und ob es sich noch genug Vorräte wird sammeln können. Das Restvolk weiß nicht, ob deren Königin in Eiablage gehen wird, zudem braucht auch dieses ein gewisses Maß an Vorräten. Schaue dir einfach mal das Brutnest eines angeschwärmten Volkes an und vergleiche es mit einem Volk, dem man alle Brut entnommen hat...
Nach eurer Denke wären bereits alle Arten ausgestorben

@ Franz Burnens
Vom Reizen der Bienevölker:
Es gibt hier zwei Parteien, die eine sagt, das Reizen der Bienenvölker funktioniert und die andere sagt das Gegenteil. Beiden gemeinsam ist die fehlende Möglichkeit das Beobachtete in einen größeren Zusammenhang zu bringen... das sieht man an den ewigen Streitigkeiten.
Das Reizen funktioniert nicht, wenn eine Tracht vorhanden ist, welche mindestens den Eigenbedarf deckt! Wintervorräte zählen nicht, da sie nur das Verhungern verhindern, aber nicht das Volk zu mehr Brut animieren.
Schaue ich es mir mal räumlich an, so kann man Völker sehr gut reizen, dort wo Völker freiwillig nicht oder nur ungern leben würden... ich schrieb schon mal an anderer Stelle, über die sogenannten Kerngebiete von Populationen im Zusammenhang mit dem Schwarmtrieb. Demzufolge kann man Völker in den Kerngebieten nicht Reizen, wenn es sich um "normale Jahre" handelt. Hier kommt nun noch die zeitliche Komponente dazu: In Jahren wie diesen, kann man auch die Völker in ihren Kerngebieten mit Erfolg reizen, weil wegen der schlechten Witterung nicht genügend Eintrag von außen kommt. Der Pollen ist aber in beiden Fällen notwendig.

Soweit zur Dadant-Betriebsweise.

Gruß
Andreas
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon no21 » 12. August 2017, 23:31

Huhu,

Wie verhält es sich nun mit dem Einfüttern. Ich habe die WVs auf 6 Rähmchen geführt. Da sie kaum Futter hatten, durch das enge Schieden, habe ich nach dem Abschleudern jeweils eine volle verdeckelte Futterwabe in die Völker. Dazu habe ich 2 Leerrähmchen ohne Anfangsstreifen an die passenden Stellen gehängt. Bis auf eine Ausnahme, bei der ich aber weiß warum es leichten Querbau gab, bauen sie es sauber aus. Ich wäre nun bei 9 Rähmchen. Ein 10tes soll folgen. 2 Mal 5 Liter (14 Kilogramm) Apiinvert wurden nun auch schon gegeben.

Wie viel sollten die Völker nun noch bekommen.

Gruß Lukas
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