"Dadant"-Beute und Betriebsweise

Was Imker machen und Bienen (nicht) tun

Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon Janos » 20. November 2015, 12:37

Ja - wird ja von einigen mir bekannten Dadantler so beschrieben, bzw. als erwünschtes Ziel sogar propagiert um eben die Futterkappe offen zu lassen.
Ich hatte sogar einiges an angeblasenen Weiselzellen an diesen Rähmchen, welche natürlich nicht bestiftet werden konnten. Aber zeigen, dass dies deutlich als Brutfläche von den Bienen wahrgenommen wird.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon andreasE » 20. November 2015, 15:12

Janos hat geschrieben:Ja -

Meinst Du mit diesem "Ja" es läge am Einengen, daß ich kein "virtuelles Brutnest" habe, Du aber schon?

Janos hat geschrieben:Ich hatte sogar einiges an angeblasenen Weiselzellen an diesen Rähmchen, welche natürlich nicht bestiftet werden konnten. Aber zeigen, dass dies deutlich als Brutfläche von den Bienen wahrgenommen wird.

Wenn Du angeblasene Weiselzellen im Honigraum hattest, waren dann auch welche im Brutraum?

Gruß
Andreas
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon Janos » 20. November 2015, 16:51

Ja - hast wohl nicht genug gepresst

teilweise auch Spielnäpfchen im Brutraum ja
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 20. November 2015, 17:00

Ich persönlich kenne keinen, der mehr "presst" als Andreas...
...oder besser gesagt: Die Brutnestgröße so optimal "einstellen" kann.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon andreasE » 20. November 2015, 18:18

@ Waldimker

Hast Du denn während der Kontrollen meiner Völker "vituelle Brutnester" entdeckt?
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 20. November 2015, 18:48

Nein, Andreas, hab ich nicht. Nicht ein einziges "virtuelles Brutnest"
Allerdings hab ich - Du warst schon wieder weg mit Deinen Bienen - beim Abschleudern meiner Honigräume welche entdeckt. Dabei waren die Bienen sicherlich weniger "gepresst" als Deine. Vermutlich war es, wie Du sagst: Es war eine Trachtlücke bzw. Trachtende und ich hab nicht rechtzeitig abgeerntet. In der Hoffnung, es käm noch was.
Wenn man nachdenkt, was passiert, ist es einleuchtend:
Der Honig verschwindet aus den absperrgitternahen Bereichen des HRs, weil die Bienen den zu sich runter holen. Da an der Grenzschicht/Reizzone Futter/Brutnest immer Pollen eingelagert wird sowie das Bestreben des Biens dahin geht, Futter/Pollen/Brut direkt im Anschluss aneinander zu haben und bei veränderten Bedingungen diesen Zustand wiederherzustellen, werden die Bienen anfangen, Zellen einzukürzen und Pollen am Honigrand einzulagern - in der Erwartung, dass nun das Brutnest mittels Königinneneierlegaktivitäten nach oben rutschen soll. Sie bereiten alles vor.

Während der Tracht im Juni hatte ich mal ein Zandervolk auf einer Zarge durchgesehen. Dabei hatte ich mittig zwei oder drei Waben verdeckelter Brut, die OHNE Futter und OHNE Pollen waren - mal wenigstens oben auf ziemlich ganzer Breite. Dennoch war oberhalb des ASGs nichts dergleichen zu finden. Nur Honig. Warum das so war, kann ich nicht sagen. Aber der Anblick eines solch krassen Übergangs hat mich damals in Erstaunen versetzt. Ich nehm mal an, dass nach dem Schlüpfen der Brut etwas Pollen dort eingelagert worden ist, habs aber nicht mehr nachgeprüft. Vielleicht auch nicht...

Es ist übrigens noch anzumerken, dass Deine Dadant-"Lappen" im Brutraum ... leicht waren. Die schwersten waren die mit verdeckelter Brut, ganz klar. "Futterreserven" im Brutraum fanden sich bei Dir so gut wie keine. In kg ausgedrückt? Schwer zu sagen. 1 bis 3 vielleicht? Sag Du selbst. Auch Pollen fand ich in überschaubaren Mengen.
Hätte mir das einer so erzählt, hätte ich`s vielleicht immer noch nicht glauben können. Aber ich durft`s "begreifen"...! :)

(mag es auch an "der Biene" liegen?)
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon Janos » 20. November 2015, 20:19

Hatte das in allen Völkern (3) von Anfang an
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon andreasE » 20. November 2015, 21:51

Janos hat geschrieben:Hatte das in allen Völkern (3) von Anfang an

... was?
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon Janos » 20. November 2015, 23:52

das virtuelle Brutnest - darum geht's doch grad
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon andreasE » 21. November 2015, 09:35

Janos hat geschrieben:das virtuelle Brutnest - darum geht's doch grad

... das ist mir schon klar!
Ich war nur ein wenig irritiert durch Dein "Völkern (3)" weiter oben. So lässig wie Du über das Tun und Lassen der Bienen schreibst, hatte ich gedacht, daß Du bestimmt 100 Völker hast... oder wenigstens 50. Aber 3 ?
Hast Du vielleicht ein oder zwei Nullen vergessen?

Gruß
Andreas
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 21. November 2015, 09:59

noch anzumerken:
Die Völker von Andreas, die ich "durchgesehen" habe (wir haben das zu zweit gemacht, ich hab nicht jede Wabe in jeden Winkel untersucht, das wäre sicherlich an einem Tag nicht zu bewältigen gewesen, auch wenn es im Schnitt nur 5 Brutwaben waren) waren 44 an der Zahl (das ist insgesamt nur ein kleiner Teil von seinen Völkern). Der durchschnittliche Honigertrag in der Fichte hat mich ein wenig neidisch gemacht bzw. mir vor Augen geführt dass ich da noch einiges zu lernen habe und Erfahrungen sammeln darf. Sowie mir eine gescheite Biene erzüchten muss. Auch die Massen von Bienen, die in warmen Nächten vor manchen Kästen hingen, obwohl darin sicherlich genügend Platz wäre für so ziemlich jedes Volk von mir...
Dabei waren die Bienen, die die lange Reise aus Meck-Pomm gemacht hatten, in keinster Weise ausgewählte oder gar verstärkte Völker. Eine Wandergruppe besteht aus soundsoviel Paletten mit soundsoviel Völkern. Da werden keine schwachen Völker ausgewechselt oder sowas. Die kommen, wie sie sind. Ein "repräsentativer" Ausschnitt aus seiner Population. Manche Völker haben einen Aufsatz vollgemacht, andere drei. Wie das eben so ist. Die Fichtentracht war diesjahr bei uns nicht einmal sonderlich ergiebig.... :oops: ... so im Vergleich der Jahre...

Dabei ist Andreas so ziemlich der realistischste Imker, den ich kenne, wenn es um die Schilderung von Honigerträgen geht. Keine Anglermentalität zu erkennen.

Ich hab insofern den AndreasE als sehr professionellen, nüchternen und sachlichen Imker kennengelernt.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon Janos » 21. November 2015, 13:33

@Andreas

ich beschreibe ja nur was ich sehe und gleichzeitig wohl noch viele andere (die dann einzeln mehr Völker haben) was also insgesamt durchaus eine nennenswerte Völkerzahl ergibt.
Das virtuelle Brutnest ist z.B. im "anderen" Forum regelmäßig Thema und da beteiligen sich nicht nur 3-4Leute dran, somit wohl doch ein Phänomen, welches beobachtbar ist.
Kann ja sein, dass du so anpasst, das es gerade nicht entsteht.

@waldimker
ich kenne hier (außer Simon und Salsa) niemand persönlich und ich habe niemand in Frage gestellt ;)
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 21. November 2015, 13:38

es geht mir nicht ums in Frage stellen, sondern um die dahinterstehende Erfahrung. Also die hinter den schriftlichen Äußerungen.
wie gesagt: auch bei mir hatte ich solche "Brutnester" schon gesehen und mir werden die selbstverständlich auffallen, wenn cih nächste Saison wieder welche haben sollte. Vermutlich denk ich aber nicht dran, wenns keine gibt...

für was soll denn dieses "Brutnest" gut sein? Du hast mal anklingen lassen, dass es "gewünscht" sei.
Und: auf wie viele Dadantwaben wird denn so "normal" erweitert für die Saison?
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon Janos » 21. November 2015, 13:50

mit denen ich so in Kontakt bin sind wir ca. bei einer Völkerführung über das ganze "Jahr" bei 4-5Waben Dadant plus Drohnenrahmen in Ausnahmen mal noch ne 6.Wabe

Es soll dazu gut sein, dass es nie zu einer geschlossenen Futterkappe kommt und somit "soll" der Schwarmtrieb noch weiter gedämpft werden. Ich habe nirgends geschrieben so und so ist das, sondern das ich dies jetzt schon mehrfach gelesen und gehört habe und so meine Völker dieses Jahr gut durchs Jahr führen konnte. Wenig bis keine Schwarmzellen.

Jetzt kommt sicher gleich einer um die Ecke, dass dies ja viele andere Faktoren haben kann, dass ist mir auch klar und da ich die Erfahrung nicht habe (wie euch ja jetzt auch klar ist) werd ich mich da halt auf welche verlassen, die das einfach mal auf Grund von Erfahrung behaupten ;)

Und da es hier im Forum so die "andere Seite der Macht" gibt - dachte ich ich stell das auch hier mal rein - denn auch hier ist Erfahrung vorhanden und ich als Anfänger kann da nur weiter dazu lernen, bzw. verschiedene Sichtweisen lesen.

Bisher habe ich gelesen:
- kenn ich nicht
- schon gesehen aber nicht interpretier
- messe ihm keine Bedeutung zu
- glaube nicht das es von Anpassung kommt
- ist ein Sonderphänomen und bei 3 Völkern nicht aussagekräftig
- ...

also ich bin lernender (der viel liest - was gut aber auch schlecht sein kann) ---nicht mehr aber auch nicht weniger ;)
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon Simon » 21. November 2015, 14:56

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Vielleicht interessant für die nicht-Virtualisierten visualisiert. Bei starker Einengung im Brutraum und/oder wenig Tracht gibt es über Absperrgitter leergeräumte Zellen. Ob nun das Phänomen ein Zeichen mangelnder Tracht und damit verbunden reduziertem Schwarmtrieb ist oder die leeren Zellen einen Einfluss auf die Volkentwicklung haben? Man müsste ein paar Jahre lang die virtuellen Ammenbienen die virtuellen Larven im virtuellen Brutnest pflegen lassen um es herauszufinden, eine Schwarmzellenliste führen. Das "virt. Brutnestes" und "Honigkappe" über dem Absperrgitter zeigen den direkten Sitz der Brut am Absperrgitter, das erleichtert den Völkern den Zugang zum Honigraum, umgedreht gibt es negative Effekte wenn sich unter dem Absperrgitter ein dicker Honigkranz befindet, dies führt zur schlechten Stapelung des Honigs im Honigraum, meist zu noch mehr Honig im Brutraum und evtl. folgender Schwarmstimmung.
Die ungleichmäßig gefüllten Waben machen zusätzliche Arbeit wenn man sie nicht im Brutraum nahtlos nutzen kann und Pollenwaben extra sortieren muss.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon Simon » 21. November 2015, 15:10

waldimker hat geschrieben:Während der Tracht im Juni hatte ich mal ein Zandervolk auf einer Zarge durchgesehen. Dabei hatte ich mittig zwei oder drei Waben verdeckelter Brut, die OHNE Futter und OHNE Pollen waren - mal wenigstens oben auf ziemlich ganzer Breite. Dennoch war oberhalb des ASGs nichts dergleichen zu finden. Nur Honig. Warum das so war, kann ich nicht sagen.
Die leergeräumten Zellen können auch bei Zandervölkern vorkommen, führt man die Völker mit flächig Brut unter dem Absperrgitter und ohne Honig auf den Außenwaben passiert dies.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 21. November 2015, 16:34

hab ich wohl missverständlich geschrieben: Die Waben waren VOLL Brut, verdeckelt. Bis Unterkante Oberträger. Über ASG: Honig, verdeckelt. KEINE leeren Zellen. Kein Pollen.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon Simon » 22. November 2015, 08:07

Hab das schon richtig eingeordnet, nichts muss, aber vieles kann leergehalten werden wenn das Brutnest nach oben strebt.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon andreasE » 22. November 2015, 15:49

Hallo Janos,

ich wollte Dir nicht zu nahetreten! Es hörte sich für mich nur einfach irgendwann... sagen wir mal... merkwürdig an. Vor allem die vielen Konjunktive irritierten mich.

Aber mal zur eigentlichen Sache: Das Phänomen, welches Du beschreibst, ist mir auch bekannt, ich denke aber es werden (...Du bist jetzt nicht angesprochen!) von den Imkern zu oft und zu schnell die falschen Schlüsse aus einem Phänomen gezogen. Schlüsse welche gar keine Aussagekraft aufgrung zu geringer Völkerzahl oder anderweitiger Einschränkungen haben.

Meine Beobachtungen sind, daß wenn über dem Absperrgitter leere Zellen und vielleicht sogar Pollen vorhanden sind, es an der Tracht liegt. Das sehe ich immer wieder: Letztes Jahr während der Lindenblüte in Berlin, hatten die Völker zu Beginn einen Aufsatz Honig. Dann kam das schlechte Wetter. Parallel hatte ich Völker in der Kornblume und der Phacelia in der Volltracht stehen.
Die Völker mit dem "virtuellen Brutnest" waren die Lindenvölker ohne Tracht. Nun kann man natürlich einwenden das Tracht vor Brut geht! Das trifft aber zu dieser Zeit noch nicht zu... würde ich erwidern.
Beobachte das doch einfach mal ein paar Jahre im Zusammenhang mit dem ganzen "Drumherum", und höre nicht zuviel auf die anderen Imker... auch nicht auf mich!

Janos hat geschrieben: ...im "anderen" Forum ...

Gibt es noch mehr Imkerforen?

Gruß
Andreas

P.S. "Virtuelles Brutnest" hört sich aber schon irgendwie klasse und nach ausgebufftem Profi an... besser als Trachtmangel auf jeden Fall.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon Lukas » 2. Dezember 2015, 19:39

Ich würde an dieser Stelle ganz gerne noch mal das Thema "Einengen" vertiefen. Im Grunde entfernt man im Februar alle unbesetzten (unbebrüteten?) Waben auf einer Seite, schiebt das ganze Brutnest an die Beutenwand und schliesst es mit dem Schied auf der anderen Seite ab. Futter gibt man hinter den Schied, vermutlich beginnend mit den schweren Waben. Leere Waben entnimmt man zum Einschmelzen. Das Brutnest wird somit in die Begrenzungen der Beute gelenkt und kann mit gegebener Bienenmenge eine größere Brutfläche unterhalten. Erweitert wird von da an immer mit Mittelwänden sobald die Bienen sichtbar über die Begrenzung hinausragen.
Nach der Honigernte entnehme ich den Schied, fülle den Kasten mit Mittelwänden/Waben auf und füttere für den Winter ein.

Hab ich das so richtig verstanden? Gibts da noch Feinheiten woran man denken muss?
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon andreasE » 2. Dezember 2015, 22:46

Lukas hat geschrieben:Ich würde an dieser Stelle ganz gerne noch mal das Thema "Einengen" vertiefen.

Gerne doch.

Lukas hat geschrieben: Im Grunde entfernt man im Februar alle unbesetzten (unbebrüteten?) Waben auf einer Seite...

Alle unbesetzten UND unbebrüteten Waben auf einer Seite und auf der anderen auch... hinter das Schied.
Eingeengt wird aber erst nach dem Reinigungsflug, und es bleiben mindestens drei Waben im "Brutraum"!

Lukas hat geschrieben:... schiebt das ganze Brutnest an die Beutenwand und schliesst es mit dem Schied auf der anderen Seite ab.

Ja.

Lukas hat geschrieben: Futter gibt man hinter den Schied, vermutlich beginnend mit den schweren Waben. Leere Waben entnimmt man zum Einschmelzen.

Ich achte nicht darauf, wie das Futter auf den Waben hinter dem Schied verteilt sind, sondern darauf, daß der Kasten möglichst schnell wieder zu ist. Die leeren Waben entnehme ich mit den Futterwaben, sobald die Tracht beginnt und ich die Honigaufsätze gebe.

Lukas hat geschrieben: Das Brutnest wird somit in die Begrenzungen der Beute gelenkt und kann mit gegebener Bienenmenge eine größere Brutfläche unterhalten.

Soweit die Theorie (... für Simon L) ).

Lukas hat geschrieben: Erweitert wird von da an immer mit Mittelwänden sobald die Bienen sichtbar über die Begrenzung hinausragen.

Erweitert wird mit Mittelwänden, sobald die Völker Waben zum Brüten brauchen.

Lukas hat geschrieben:Nach der Honigernte entnehme ich den Schied, fülle den Kasten mit Mittelwänden/Waben auf und füttere für den Winter ein.

Nach der Honigernte wäre es wohl besser den Kasten mit Mittelwänden aufzufüllen, sofern die Bienenmenge ausreicht. Es wird auf jeden Fall sofort gefüttert, und das Schied kann im Kasten bleiben.

Lukas hat geschrieben:Hab ich das so richtig verstanden?

Würde ich, bis auf die wenigen Anmerkungen meinerseits, so sagen.

Lukas hat geschrieben: Gibts da noch Feinheiten woran man denken muss?

Sehr viele wohl... aber die kann man nicht oder kaum beschreiben. Du bist aber in der Lage, diese selber herauszufinden, weil Du gut beobachtest.
Zudem stelle ich immer wieder fest, jedes Jahr auf`s neue, wie ich mich nach ein paar eingeengten Völkern eines Standes auf die bis dahin vorgefundenen Völker / Situationen neu "eingeschossen" habe und gewissermaßen in einem "dialektischen Prozeß" meine Völker neu anschaue... oder so... da fängt es mit den nicht oder kaum formulierbaren Feinheiten schon an...
Ansonsten stellst Du weiter Fragen!

Gruß
Andreas
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon Lukas » 3. Dezember 2015, 08:04

Hallo Andreas, danke schonmal für deine ausführliche Antwort. Gerne komme ich bei Fragen nochmal auf dich zurück! ;)-
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 3. Dezember 2015, 08:20

wenn ich mal kurz noch dazwischenquaken darf um einen Punkt zu verdeutlichen:

Wenn der Brutraum eine gewisse große Größe hat (z.B. Dadant nach Br. Adam) und das Volk kein Riese ist, muss der Kasten für den Winter nicht voller Waben sein. Es genügen bei Dadant auch 5 oder 6 Waben für einen Ableger z.B.
Bruder Adam berichtet: "überwintert wird auf 10 Waben" - was er sicherlich auch nicht durchgängig für jedes Volk gleich gemacht haben wird. Die Beutengröße also auch für den Winter wird mit dem Schied an die jeweilige Volksgröße/erforderliche Futtermenge angepasst.

@Andreas: Hattest Du nicht mal "als Hausnummer" angegeben: Du gäbest auf beiden SEiten je zwei MWe dazu vor der Einfütterung?
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon andreasE » 3. Dezember 2015, 10:08

Hallo Lukas,

noch ein Nachtrag zu den "Feinheiten", wofür ich ein Beispiel nehme aus einem anderen "Fachbereich":

Als wir noch unsere Gärtnerei hatten, haben wir unsere Möhren selber vermehrt, weil wir mit dem Geschmack trotz guter Ausgangsbasis nicht zufrieden waren. Die Möhren paßten einfach nicht zu unseren Böden. Nach der Selektion haben wir diese dann im Frühjahr im Folientunnel gesteckt und wachsen lassen. Nun ist es dabei so, daß die Blütenstände "ausgedünnt" werden müssen, damit die einzelnen Blüten von der Wurzel besser versorgt werden und auch einigermaßen zeitgleich abreifen.
Es gibt für das Ausdünnen gewisse Schemata... die kannten wir natürlich auch und fingen damit auch an. Nach der zehnten Möhre hat sich aber die Anschauung auf die Pflanze verändert und diese war dann anders geschnitten, als die erste. Nach der zwanzigsten Möhre sah diese wieder ein wenig anders aus, als die zehnte usw. So ging es weiter, der Unterschied war aber nicht mehr so gravierend, nahm immer mehr ab. Im Laufe der Arbeit hat sich in meinem Kopf ein "Bild" von einer "ideal geschnittenen Möhre" entwickelt. Als ich dann schließlich mich durchgearbeitet habe, fing ich nochmal von vorne an, um die ersten nachzuschneiden. Das ganze war sowas wie ein meditativ- intuitiver Prozeß, den ich aber kaum weiter zu erklären vermag und den ich auch nicht bewußt herbeigeführt habe. Das Bild war aber da, so wie ich mir immer Bilder "erstellt" habe, egal ob beim Obstbaum- oder beim Beerenschnitt auch. Es waren immer diese Bilder im Kopf, die ich versuchte in der Realität, was auch immer das sein mag, nachzubilden.

So habe ich auch mit den Jahren ein Idealbild beim und für das Einengen der Völker mir entwickelt, und wie ein einwinterungswürdiges Volk oder wie ein nachzuchtwürdiges Volk aussehen muß usw.

Das kannst Du aber nirgends nachlesen. Du kannst es nicht messen oder da irgendetwas zählen. Das ist eine Leistung die Du nur für Dich allein schaffen kannst.
Insofern muß ich auch die Aussage weiter oben relativieren, in der ich gesagt habe, daß ein Volk auf die Brutwaben eingeengt wird. Für den Anfänger ist das sicher zunächst sinnvoll, aber es gibt da eben diese Feinheiten...

Gruß
Andreas
Zuletzt geändert von andreasE am 3. Dezember 2015, 10:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon andreasE » 3. Dezember 2015, 10:10

waldimker hat geschrieben:@Andreas: Hattest Du nicht mal "als Hausnummer" angegeben: Du gäbest auf beiden SEiten je zwei MWe dazu vor der Einfütterung?

Ja. Ich wiederhole aber nicht noch mal, daß es die Ausnahme von der Regel gibt. :)

Gruß
Andreas
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 3. Dezember 2015, 21:27

@Andreas:
Ich denk, der Anfänger - egal mit was - braucht zunächst mal sowas wie ein Rezept oder Anhaltspunkte. Erst mit zunehmender Erfahrung kann er einen solchen "Blick" bekommen, der ihm sagt, wie`s "richtig" ausschaut.
Der Schritt ist aber wertvoll, denn dann interagiert man mit seinen Bienen (oder Karotten oder ...) wirklich und hantiert nicht nur nach Schema F.

Nun hantier ich schon "so lang" mit unserm ältesten Pferd und hab heut einen saftigen Kinnhaken bekommen. Sehe aus als wär ich in ne Schlägerei geraten. Das Richtige in falscher Reihenfolge getan weil ich mit den Gedanken noch beim Vorherigen war. So kann`s auch gehen.
Will sagen: Für den "Blick" oder das "Bild" muss man schon ziemlich bei der Sache sein...! ;)
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon waldimker » 10. Januar 2016, 23:00

hier der Bauplan zur beschriebenen Beute:

viewtopic.php?f=6&t=1932&p=23345#p23345
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon no21 » 5. März 2016, 09:39

@ AndreasE

Wann genau schröpfst du deine so eingeengten Völker.

Gruß Lukas ß)
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon no21 » 18. Februar 2017, 09:09

Hallo Andreas,

du schröpfst Ende April, Anfang Mai deine Völker um Ableger zu machen um so effektiv den Schwarmtrieb zu nutzen und sogleich zu dämpfen.

Was mir noch nicht ganz klar ist was du dann mit den so gewonnen Brutbrettern machst?

Einwabenableger (Brutwaben l Leerwabe l Futterwabe) ala Pia Aumeier mit anschließendem Umweißeln im Herbst? Oder weisselst du nicht um und begnügst dich mit der Nachschaffungskönigin?

Oder machst du mit den Brutbrettern Sammelbrutableger mit integrierter Königinnenzucht?

Oder nimmst du lediglich Schwarmzellen zum Umweiseln?

Oder lässt du still umweiseln.

Da ich meine Imkerei bei +- 10 Völkern haben möchte, wie wäre hier dein Tipp zur Vermehrung und Gesunderhaltung?

Liebe Grüße

Lukas
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Re: "Dadant"-Beute und Betriebsweise

Beitragvon FranzBurnens » 19. Februar 2017, 13:57

nur so'n Tip:

wenn man die Posts von Andreas hier im Forum mal gemütlich durchblättert, könnten sich Antworten auf die meisten Unklarheiten finden lassen.

Ist jedenfalls keine verlorene Zeit ...
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