Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milben

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Jeder Imker beachtet die gültigen Bestimmungen zur Varroabekämpfung und wendet die in seinem Land zugelassenen Behandlungsmittel an.

Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milben

Beitragvon Joachim » 4. Dezember 2016, 08:00

Unter der Internetplattform: https://resistantbees.com wurde ein Bericht zur "Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milben" abgestellt: https://resistantbees.com/blog/?page_id=3170 darin ist folgendes zu lesen:

Nach Untersuchungen eines Biologen einer spanischen Universität, hat sich das Verhalten der Varroamilben in den letzten Jahren verändert.
Das erklärt auch warum viele Behandlungsarten nicht mehr funktionieren können. Das Verhältnis der Milben, die sich in den Brutzellen aufhalten, zu denen, die sich auf den Bienen befinden, hat sich verändert. Gestern waren wir hier in La Palma auf einem Imkertreff wo 2 Profiimker vom Festlandspanien auch über das Varroaproblem Vorträge hielten.

Da berichtete der eine daß sich die Verhaltensweisen der Varroen in den letzten 30 Jahren entschieden verändert haben.
– Früher waren die phoretischen Varroen häufig auf dem Rücken der Bienen zu finden und jetzt bevorzugen sie die Brust der Bienen.
Somit können viele Varroen auf den Bienen sein und man sieht sie nicht so einfach.

– Und das noch wichtigere ist daß früher ca 2/3 der Varroen sich in den Brutzellen aufhielten und ein drittel auf den Bienen phoretisch waren.Das hat sich auch schrittweise verändert und jetzt sollen es 85% in der Brut sein und nur 15% auf den Bienen.
Das ist ungeheur wichtig auch für uns.
Bei der Puderzuckerbehandlung sind wir von dem Drittel ausgegangen die auf den Bienen sind und jetzt sollen es weniger als die Hälfte davon sein. Dann kann das nicht mehr so funktionieren.


Den Bericht mag ich so nicht zustimmen. Auch schon vor 30 Jahren waren die Milben mehr in der Brut zu finden als auf den Bienen. Die Zahlen sind eher an den Haaren herbeigezogen als valide erhoben.

Es ist zwar richtig, dass sich vieles verändert hat (Völkerführung, Wetterlage, Behandlungmittel etc). Trozdem bleibt dazu zu sagen, dass man im Bezug auf Diagnose sich nicht auf eine "Puderzuckerbehandlung", die zugegebener Maßen auch von einigen Bieneninstuten empfohlen wird, verlassen sollte sondern ausschließlich das Einlegen von Windeln, und Auszählen von Milben über einen bestimmten Diagnosezeitraumes. Eine Diagnose mit Puderzucker ist vergleichbar mit einer Fahrt mit einem Ozeandampfer ohne Navigationsgerät.

Fazit:
Oxalsäure und Chemiebehandlung der Bienenstöcke bei vorhandener Brut wird immer erfolgloser. Einzige Lösung ist daß sich die Bienen aus eigener Kraft wehren.


Ebenso stimme ich der gewonnenen Erkentnis des Fazits zu diesem Bericht nicht zu, denn dass Bienen sich aus eigener Kraft gegen die Varroa-Milbe wehren können ist absolutes Wunschdenken zumindest so lange, wie in der Zucht auf "Sanftmut" selektiert wird, was - mehrfach nachgewiesen sich negativ auf den Putztrieb der Völker auswirkt (was selbstverständlich nur ein einziger Bauteil der Strategie einnimmt).

Eine Oxalsäurebehandlung, zur richtigen Zeit in der richtigen Form ist nach wie vor wirksam, wenn die bereits bekannten Möglichkeiten eingehalten werden.

Das Thema Oxalsäurebahndlung ist, wie es sich zeigt erst am Anfang. Leider tritt man in der Erforschung der OS-Methoden seit dem Jahr 2001/2003 auf der Stelle und keiner mag daran weiter arbeiten. Dabei konnte doch, schaut man über den Tellerrand hinaus, aufgezeigt werden, dass viele Methoden der OS - Behandlung eine wunderbare alternative darstellen. Ich spreche hier von Sublimation, Sprühverfahren, OSinal-Tüchern etc.

Mein persönliches Fazit: man muss weg von starren und sturen Behandlungsformen & Vorgaben (=Behandlungskonzepten), die ledliglich ein Anhaltspunkt geben, aber schon lange eigentlich aufgearbeitet gehören. Den Bienen sich selbst der Milbe zu überlassen ist in der derzeitigen Situation ein großes wagnis.

Die Hauptarbeit des Imkers beginnt nach der Abschleuderung des Sommerhonigs mit Diagnosen, Behandlen zur richtigen Zeit mit richtiger Methode. Die Arbeiten davor an den Völkern ist reine "liebelei" ....
Viele Grüße
Joachim
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Re: Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milb

Beitragvon Simon » 4. Dezember 2016, 09:20

Leider wird gibt es keine Hinweise zur Quelle, so bleibts nur clickbaiting von den Resistenten. Eine Veränderung von 5% zu dokumentieren erfordert schon einiges und macht neugierig auf die Methode und Dauer der Untersuchung.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
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Re: Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milb

Beitragvon Karlheinz » 4. Dezember 2016, 10:29

Die beschriebene (angebliche) Verhaltensveränderung der Varroamilbe liegt in einem recht milden Bereich. Das könnte genau so gut eine statistische Streuung bei einer zu kleinen Beobachtungsmenge sein. Und dass die Puderzuckermethode nicht wirklich aussagekräftig ist, habe ich auch längst vermutet. Ebenso nicht neu ist, dass Oxalsäure bei vorhandener Brut suboptimal wirkt.
Vermutlich eine Luftnummer (Bienensauna, etc.), um sich wieder mal in´s Gespräch zu bringen.
Simon, wird das Oxalsäure-Sprühverfahren wirklich zugelassen? Gibt es hierzu neue Erkenntnisse? Und gibt es Erkenntnisse der Wirksamkeit im Vergleich zu Milchsäure?
Gruß
Karlheinz
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Re: Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milb

Beitragvon Joachim » 4. Dezember 2016, 10:51

Karlheinz hat geschrieben:Die beschriebene (angebliche) Verhaltensveränderung der Varroamilbe liegt in einem recht milden Bereich. Das könnte genau so gut eine statistische Streuung bei einer zu kleinen Beobachtungsmenge sein. Und dass die Puderzuckermethode nicht wirklich aussagekräftig ist, habe ich auch längst vermutet. Ebenso nicht neu ist, dass Oxalsäure bei vorhandener Brut suboptimal wirkt.


Man darf nicht vergessen, dass vor 30 Jahren Völker gehalten wurden, deren Brutumfang nicht an die Völker im "jetzt" heran kommen. Brutfreudige Völker haben - und das liegt in der Logik auch mehr Milben.

Karlheinz hat geschrieben:Simon, wird das Oxalsäure-Sprühverfahren wirklich zugelassen? Gibt es hierzu neue Erkenntnisse? Und gibt es Erkenntnisse der Wirksamkeit im Vergleich zu Milchsäure?
Gruß
Karlheinz


OS zum Sprühen soll zugelassen werden - dies wird derzeit "unter vorgehaltener Hand" berichtet. Ich rate dazu abzuwarten ob es wirklich kommt oder nicht.
Man redet ja davon dass 2 Verfahren auf Oxalsäure basierend in 2017 in Deutschland zugelassen werden soll. Man darf gespannt sein welche Verfahren kommen sollen.

OS wirkt im Sprühverfahren genau so gut oder genau so schlecht wie ein Einsatz von Milchsäure. Grundsätzich wird immer vergessen, dass die Haftung der Lösung stimmen muss. Bei einer "puren" Lösung OS zum sprühen wirkt diese nicht länger als 1 Tag im Volk - was das ganze (betrachtet aus der Anwendersicherheit) ad absurdum führt, da nicht der gewünschte effekt eintritt. Es wurden meins Wissens nach in der Schweiz Versuche mit zugabe von Zucker und Glyzerin unternommen. Ergebnis dazu war, dass Glyzerin im Vergleich zu einer "Null-Lösung ohne Zuatz" am besten gewirkt hat.

Strittig wird dann wieder bleiben, ob man Gylzerin als Trägerstoff zulassen möchte - oder ob da wieder die Oberbedenkenträger aus den Startlöchern kommen und sich den Rauschebart streicheln müssen .... Die Praxis bringt auf jeden Fall andere Eregbnisse zum Vorschein.

Wie ich in meinem Einstiegsposting zu diesem Thema geschrieben habe:

Joachim hat geschrieben:Das Thema Oxalsäurebahndlung ist, wie es sich zeigt erst am Anfang. Leider tritt man in der Erforschung der OS-Methoden seit dem Jahr 2001/2003 auf der Stelle und keiner mag daran weiter arbeiten. Dabei konnte doch, schaut man über den Tellerrand hinaus, aufgezeigt werden, dass viele Methoden der OS - Behandlung eine wunderbare alternative darstellen. Ich spreche hier von Sublimation, Sprühverfahren, OSinal-Tüchern etc.


man tritt sich gegenseitig auf die Füße. Das vermutlich weil an einer weiteren (Er)forschung zur Wirskamkeit OS nichts zu verdienen ist.
Viele Grüße
Joachim
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Re: Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milb

Beitragvon YoYo » 4. Dezember 2016, 11:05

Karlheinz hat geschrieben: Und gibt es Erkenntnisse der Wirksamkeit im Vergleich zu Milchsäure?


Das ist eigentlich auch physikalisch und chemisch einfach zu erklären. Erstens ist die OS die viel stärkere Säure. Selbst wenn man sie nur 3%ig verwendet ist sie stärker als 15%ige Milchsäure. Zweitens kann die Milchsäure, die ja eine Flüssigkeit ist, nur solange wirken, wie sie nicht verdunstet ist. Das ist in der Regel nicht lange. Die OS ist dagegen in wässriger Lösung vorliegend. Ist das Wasser verdunstet, dann bleibt zunächst immer noch OS feinst verteilt auf allen getroffenen Flächen. Auch auf den Bienen. Es ist anzunehmen, dass die Bienen die OS-Kristalle abputzen wollen, dabei werden die Milben zusätzlich aufgescheucht, sie verlassen die Trachäenöffnungen und belaufen vermehrt die Bienen, und kommen so verstärkt mit der Säure in Kontakt. Beim Träufeln dürfte der Effekt derselbe sein. Beträufeln von Milchsäurelösung bringt bekanntlich überhaupt nichts.

Das Träufeln von OS-Lösung ist so erfolgreich, wenn die Bienen besonders eng sitzen und so die Säurelösung zwischen den Bienen regelrecht zerrieben wird. Beim Sprühen sorgt eine feine Düse für die Erfassung fast aller Bienen. Bei Ausflügen können die Bienen wohl am Besten die Säurekristalle wieder los werden, das erklärt für mich auch die schwächere Wirkung im Sommer und warum man zum Beispiel ohne Probleme auch zweimal besprühen kann, aber nicht träufeln. Wenn man träufelt ist eben kein Flugwetter. Besprühen wird man eher in wärmeren Phasen, wo die Bienen noch Ausflüge machen können, wenn es ihnen danach ist.
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Re: Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milb

Beitragvon Karlheinz » 4. Dezember 2016, 11:23

Wenn man "ökologisch sauber" arbeiten will, bleiben bisher leider nur die 3 Säuren, Chemie mag ich nicht in die Kästen geben. Das mögen Einige anders sehen, ok.
Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Oxalsäure-, oder Milchsäure beim Sprühen im Ergebnis nicht großartig unterscheiden. Und wenn ich mich da nicht irre, dann frage ich mich warum der Zulassungsaufwand für ein zusätzliches Mittel, welches keinen Mehrwert bringt, betrieben wird.
Gibt es niemand, der wenigstens aus Enthusiasmus an wirksameren Applikationsformen, oder anderen Substanzen forscht? Die Milbe gibt´s ja immerhin seit mehr 40? Jahren. Und seitdem treten wir mehr oder weniger auf der Stelle?
Gruß
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Re: Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milb

Beitragvon mariamathilde » 4. Dezember 2016, 12:43

Zu der Anmerkung:
"Man darf nicht vergessen, dass vor 30 Jahren Völker gehalten wurden, deren Brutumfang nicht an die Völker im "jetzt" heran kommen. Brutfreudige Völker haben - und das liegt in der Logik auch mehr Milben."
eine Frage:

Steigt der Anteil der Milben, die in die Brut gehen, zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr mit der Größe des Brutnestes an: gehen also bei doppelt so großem Brutnest z.B. 10 % mehr Milben in die Brut? Dann würden stärkere Völker als vor 30 Jahren zu einer stärkeren Vermehrung führen.
Ich war davon ausgegangen, dass der Anteil der Milben auf den Bienen einerseits und in der Brut andererseits vore allem im Jahresablauf unterschiedlich ist, also im Winter der Anteil geringer ist (siehe die Infos von Liebig, Aumeier und Co zur Zahl der Milben im Winter: man kann auch bei Restbrut mit Oxalsäure behandeln, weil die meisten Milben nicht in der Brut sind).
Wenn gerade im Frühjahr die Zahl der Milben noch gering ist, z.B. 50 Stück insgesamt mit einer bestimmten Verteilung in der Brut und auf den Bienen, dann habe ich vermutet, dass es nicht relevant für die Entscheidung der phoretischen Milben (das sind ja z.B. ca. 10 bis 15) zur Einnistung in eine Brutzelle ist - heute oder morgen oder in 3 Tagen? -, ob ihr als Brutumfang gerade 300 oder 1000 Zellen angeboten werden, in die sie hineingehen könnte. Sie wird auf alle Fälle eine finden.
Wichtiger ist doch, ob sie früh anfangen können mit ihrer Vermehrung, abhängig von der "saisonale" Brutfreude der Völker: und das ist vor allem wetterbedingt. War es vor 30 Jahren so, dass bei gleichem Wetter die Völker 1 Monat später mit dem Brüten angefangen sind, weil sie schwächer überwintert haben?
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Re: Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milb

Beitragvon kurt » 4. Dezember 2016, 13:38

Simon hat geschrieben:Leider wird gibt es keine Hinweise zur Quelle ...

Ist eventuell das hier die Quelle? http://www.elgon.es/diary/?p=799
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Re: Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milb

Beitragvon Joachim » 4. Dezember 2016, 13:58

Während des Jahres nimmt die Varroa-Befallsstärke zu und erreicht im Spätsommer ihren Höhepunkt, wobei berücksichtigt werden muss, dass
die Befallsstärke vom Ausmaß der Brutaufzucht des Bienenvolkes abhängig ist. Grundsätzlich speilt es sehr wohl eine entscheidend große Rolle,
wie viele Milben im Volk überwintern, und somit mit einsetzen des Brutgeschäftes eines Bienenvolkes dieses parasitieren.

Man geht (bis heute) aus den erfolgent Forschungen davon aus, dass < = 50 Milben tragbar seien, bzw. bis zur nächsten Möglichkeit einer systematischen
Behandlung ein Bienenvolk nicht gefährden würde. Natürlich muss in solch einem Fall das/die Entahme von Drohnenbrut erfolgen um nicht Gefahr zu laufen, dass solche Völker bereits im Mai/Juni erste "sichtbaren" Schäden (Deformed wing virus (DWV), Kalkbrut, Sackbrut etc.) zeigen.

Zum Thema Volksstärke (ich spreche hier von der Anzahl gepflegter Brutzellen im Jahresverlauf) liegt dies in der Biologie: je mehr Wirtstiere
(Bienen/Brut) in Verbindung mit vorhandner Milbenpopulation vorhanden sind, desto größer liegt die Fruchtbarkeit und die Reproduktion von Milben.

Vergleichbar in der Imkerei wäre dies so: Es ist ein überschuss an Trachtangebot vorhanden - was die Königin animiert mehr Eier zu legen. In der Folge
daraus steigt die Anzahl der schlüpfenden Wirtstiere ab dem 21. Tag nach Beginn dieser Situation.

Ohne Zweifel schafft es auch die Varroa sich dieser Situation anzupassen und zu Nutze zu machen.

Ab/in den '80ger Jahren wurden überwiegend noch melifera melifera Bienen gehalten. Die melifera melifera zeichnet sich u.a. mit kleinerem Brutvolumen
aus, in der die Varroa weniger Chancen zur Reproduktion hat(te). Der wirtschaftliche Ansporn und das Verhalten (u.a. stechlust, geringer Honigertrag)
der melifera melifera war somit nicht mehr zeitgemäß. Aus diesem Grund erfolgte ab den 80'gern auch die sukzessive Umstellung auf die Carnica bzw.
Buckfastbiene mit dementsprechenden Verhalten (sanftmut, ausgezeichnetem und großem Brutverhalten).

Nebeneffekt:
Auch wurde mehrfach schon bewiesen, dass züchterische Anstrengungen der wie ich sie bezeichne "Badehosenbienen", die in selbiger bearbeiter werden
können (sanftmut etc.) auch zu lasten von anderen Verhalten wie Hygiene (putzverhalten) geht.

Fazit/Schlussbemerkung:
Aus meiner persönlichen Sicht sollte man alles daran setzen, den Grundfaktor 50 Milben bei der Überwinterung weit zu unterschreiten. Man legt bereits ab
dem Spätsommer die Grundsteine für das Folgejahr. Man sollte alles Daran setzen keine Drohnenrahmen schneiden zu müssen, und seine Völker so halten
zu können dass diese nicht im Frühsommer schon "leidend" dem Tode geweiht sind. Geeignete Maßnahmen sind im Netz oder Büchern mehrfach zu finden.

Man muss es nur tun.
Viele Grüße
Joachim
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Re: Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milb

Beitragvon Simon » 4. Dezember 2016, 14:30

Ist der Brutumfang der limitierende Faktor? Wo liegt der Unterschied ob ein Volk max. 25000 Brutzellen pflegt oder 45000? Bei selber Startgröße ist die Verdoppelung pro Monat unabhängig von der Brutleistung.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milb

Beitragvon Karlheinz » 4. Dezember 2016, 14:40

Die "Profis" hier werdens vermutlich schon kennen. Für mich ist diese Dissertation lehrreich.
https://edoc.ub.uni-muenchen.de/12025/1 ... Verena.pdf
Unwissenheit erzeugt viel mehr Sicherheit, als es das Wissen tut. (Charles Darwin)
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Re: Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milb

Beitragvon Distelbauer » 4. Dezember 2016, 22:01

@mariamathilde das finde ich eine interessante Hypothese. Das würde evtl erklären warum die Schwärme in Baumstämmen immerhin 1-2 Winter überleben ohne Behandlung. Ich denke es könnte für die Milben doch eng werden wenn sie sich lange nicht verkriechen können.

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Re: Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milb

Beitragvon Simon » 4. Dezember 2016, 22:20

Distelbauer hat geschrieben:Das würde evtl erklären warum die Schwärme in Baumstämmen immerhin 1-2 Winter überleben ohne Behandlung.
Ein Winter wäre ja noch zu erklären, denn dies würden im Vergleich auch viele Völker in Imkerhand unbehandelt überstehen, aber ein zweiter Winter? Ich kenne Schwärme mit hunderten bis tausend Milben.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milb

Beitragvon ulf » 5. Dezember 2016, 00:00

Schwärme in Baumstämmen immerhin 1-2 Winter überleben ohne Behandlung.

ich war erstaunt, daß ein Schwarm in einer Mauerspalte einer Kirchenmauer bei uns sogar 3 Winter überlebt hat!
Wollte mir die Königin schon zur Nachzucht "besorgen"
angefangen hab ich am Fuß der dt. Mittelgebirge auf Freudensteinmaß, heute Carnica erfolgreich in Segeberger Beuten auf Deutschnormalmaß (DNM) :bigrin:
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Re: Verhaltensänderungen der Varroamilben – phoretische Milb

Beitragvon Distelbauer » 5. Dezember 2016, 21:31

Ich glaub das Ulf, aber vermutlich wäre genau das Problem. Du würdest das Volk wieder vergrößern und das Problem ginge wieder von vorne los. So meine Einschätzung.

Schöne Grüße

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