Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Rückstandsfreies Imkern mit organischen Säuren
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Jeder Imker beachtet die gültigen Bestimmungen zur Varroabekämpfung und wendet die in seinem Land zugelassenen Behandlungsmittel an.

Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon Manuel91 » 23. November 2016, 15:21

Hallo zusammen,

darf man Oxalsäuredihydrat-Lösung eigentlich weiterverkaufen? Ich vermute mal eher nicht, da sie ja apothekenpflichtig ist.

Es ist nur so, dass ich vom Imkerverein dieses Jahr mehr bekommen habe als ich wirklich brauche. Zurückgeben macht keinen Sinn, da
mein (alter) Imkerverein im Ruhrgebiet ist und ich seit kurzem in Baden-Württemberg wohne. Würde sich durch die Versandkosten eh nicht
lohnen, denke ich.
Einen noch ungeöffneten Behälter (500ml) für 10 Völker hätte ich übrig. Haltbar ist die Lösung im nicht-angerührten Zustand bis November 2018.
Auch im nächsten Winter (2017) werde ich diesen Behälter wohl nicht brauchen.

Viele Grüße
Manuel
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon waldimker » 23. November 2016, 16:00

nein, natürlich darf man nicht. aufgrund der subventionen wird auch drauf geachtet, dass keiner zuviel subventioniertes abbekommt, DAMIT ers nciht verkauft.

mach doch einfach! ist keine halbe Tonne...nur ein halber liter.
Dieses Forum wird bald abgeschaltet. Wir starten ein neues, wo wir User uns neu sammeln können. URL: http://dreilichs.de/if/
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon Nils » 23. November 2016, 17:02

Oxuvar ist doch nicht apothekenpflichtig!?
Somit kannst du es jederzeit weiterverkaufen - würde ich vermuten...
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon Angie » 23. November 2016, 17:33

Wenn Du bezuschusstes, also subventioniertes Oxuvar bekommen hast, hast Du einen Begleitzettel mit Abgabenummer bekommen.
Du hast dann auch viel weniger als in der Apotheke bezahlt und darst es auch nicht weiterverkaufen.

Die Abgabe ist mit dieser Nummer und Deinem Namen registriert und die Behörde weiß, dass Du Oxuvar bekommen hast. Sie geht davon aus, dass Du es für Deine Bienen brauchst und dies in Deinem zu führenden Bestandsbuch dokumentiert wird.

Stichprobenartig könnte geprüft werden, was Du mit dem Oxuvar gemacht hast.
Daher musst du es strenggenommen, wenn Du es nicht brauchst mit Abgabebeleg zurückgeben. Zumindestens an den Vereinsvorstand zurück.

Wenn Du es nun nicht brauchst würde ich den Abnehmer/Käufer unterschreiben lassen, dass er es bekommen hat. Den Abgabebeleg würde ich ihm dann mitgeben.
Ist er Imker und behandelt er seine Völker damit, sollte die Abgabenummer dann in seinem Bestandsbuch auftauchen.

Soweit die Theorie.
Mir ist aber noch kein Fall bekannt, wo die Behörden mal bei einem Imker geprüft haben, was er mit der subventionierten Oxalsäure gemacht hat. Möglich wäre es aber.
Hat jemand so etwas schon erlebt oder davon gehört?
Würde mich interessieren.
Simon fehlt. RIP
Angie
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon Manuel91 » 23. November 2016, 19:03

Ich glaube nicht, dass die Oxalsäuredihydrat-Lösung von Serumwerk (die ich hier habe) bezuschusst ist. Also nicht, dass ich wüsste :hmm:
Einen Begleitzettel und Abgabenummer habe ich ebenso wenig.
Ich werde es mir noch überlegen, ob ich es versuche weiterzuverkaufen. Die Chancen es loszuwerden sind denke ich sowieso relativ gering.
Danke für eure Antworten! :)

Auch wenn ich nicht glaube, dass Behörden Imker in dieser Hinsicht kontrollieren, kann ja vielleicht doch jemand etwas dazu berichten.
Manuel91
 
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon Manuel79 » 25. November 2016, 22:40

Nein :no: . Das Medikament ist in Deutschland apothekenpflichtig. Das heißt, es darf nur von Apothekern und Tierärzten an den Tierhalter abgegeben werden. Der Bienenhalter muss den Zahlungsbeleg o.ä. der Apotheke bzw. den Abgabebeleg vom Tierarzt 5 Jahre aufbewahren und eine Eintragung im Bestandsbuch machen. Auf Verlangen sind diese Dokumente vorzuzeigen. Eine Weitergabe der Mittel an Dritte ist nicht gestattet. Angebrochene Restmengen sollten entsorgt werden. Wenn eine komplette Fertigpackung übrig ist und entsprechend lange haltbar, kann sie ja für das kommende oder übernächste Jahr für die eigenen Völker aufbewahrt werden.
Diese Regelung ist unabhängig davon, ob die Oxalsäure bezuschusst wird oder nicht.
Ich persönlich kenne bisher niemanden, der in dieser Hinsicht kontrolliert wurde, aber man weiß ja nie...
Gruß Manuel
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon Joachim » 26. November 2016, 09:03

Manuel91 hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass die Oxalsäuredihydrat-Lösung von Serumwerk (die ich hier habe) bezuschusst ist. Also nicht, dass ich wüsste :hmm:
Einen Begleitzettel und Abgabenummer habe ich ebenso wenig.
Ich werde es mir noch überlegen, ob ich es versuche weiterzuverkaufen. Die Chancen es loszuwerden sind denke ich sowieso relativ gering.
Danke für eure Antworten! :)

Auch wenn ich nicht glaube, dass Behörden Imker in dieser Hinsicht kontrollieren, kann ja vielleicht doch jemand etwas dazu berichten.


im LV Würtemberg ist die Oxalsäuredihydratlösung ad us. vet. 3,5 % bezuschusst. Der Preis bei einer Bestellung über meinen Imkerverein betrug dieses Jahr 4,80€ für 1 Gebinde bestehend aus 2 x 500 ml Lösung. Der Marktwerkt im EK über eine Apothekte unter PZN: 07005213 beträgt (stand heute) 28,37 € für 1 Gebinde bestehend aus 2 x 500 ml Lösung. Da ist ein himmelweiter Unterschied.

Grundsätzlich darf das erworbene Produkt nicht durch Dich selbst weiterverkauft werden, außer du bist Tierarzt oder Apotheker. Rechtliche Grundlage dazu: Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz - AMG) § 43 Apothekenpflicht, Inverkehrbringen durch Tierärzte

Link: https://www.gesetze-im-internet.de/amg_1976/__43.html

Du machst dich also strafbar, wenn du es weiterverkaufst ....

Im Übrigen, warum willst Du es verkaufen? es wenn es nicht angemischt ist kannst Du es doch im kommenden Jahr bei Dir selber einsetzen?!
Viele Grüße
Joachim
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon Joachim » 26. November 2016, 09:07

Manuel79 hat geschrieben:Ich persönlich kenne bisher niemanden, der in dieser Hinsicht kontrolliert wurde, aber man weiß ja nie...
Gruß Manuel


Ich hatte merhfach das Verterinäramt da, die alles geprüft haben. Dies hängt allerdings mit der Einrichtung zusammen, wo ich meine Bienen halte.
Man darf sich trozdem nicht in Sicherheit wiegen. Vor allem gibt es genügtend die in den virtuellen Medien stöbern und da fündig werden. Wenn schon sollte man solche Dinge nicht immer, auch wenns halt locker einfach ist in die virtuelle Welt posaunen, sondern andere Wege suchen, wenn es denn schon sein muss.
Viele Grüße
Joachim
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon Manuel91 » 26. November 2016, 11:00

Dann lasse ich wohl lieber die Finger vom Weiterverkauf.
Ich wollte sie weiterverkaufen, da ich bis zum Ablauf des MHDs das zweite Behältnis (500 ml) wohl nicht anbrechen werde. Von meinen 6 Völkern muss ich im Winter nur ca. 2-3 Völker behandeln und somit komme ich mit 1 Behälter locker 3 Jahre aus, da ja einer für mind. 10 Völker dient (je nach Stärke).

Joachim hat geschrieben: Der Preis bei einer Bestellung über meinen Imkerverein betrug dieses Jahr 4,80€ für 1 Gebinde bestehend aus 2 x 500 ml Lösung. Der Marktwerkt im EK über eine Apothekte unter PZN: 07005213 beträgt (stand heute) 28,37 € für 1 Gebinde bestehend aus 2 x 500 ml Lösung.

Aber jetzt weiß ich wenigstens auch, dass mein Gebinde nicht bezuschusst ist. Ich habe knapp 30 € dafür gezahlt. Das sind die Luxusprobleme des Imkers :bigrin:

Viele Grüße
Manuel
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon Simon » 26. November 2016, 11:02

Dann hilft nur portionieren und mundgerecht eingefroren neben den Spinat parken. Oho, ich merke das war eine Anleitung zum strafbaren Falschparken.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon Finvara » 27. November 2016, 11:31

Hallo,
bleib ruhig !
Noch nicht angerührte OS ist faktisch unbegrenzt haltbar ! Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nur drauf weil der Gesetzgeber es so will.)
Wenn du das ganze schon eingerührt hast, dann frier das ganze ein und es ist ebenfalls unbegrenzt haltbar. ( Entscheidender Faktor für die Haltbarkeit ist der Zucker im Wasser.)

gruß Finvara
... man kann ohne Bienen leben , ... aber es lohnt sich nicht.
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon Joachim » 27. November 2016, 12:20

Finvara hat geschrieben:Wenn du das ganze schon eingerührt hast, dann frier das ganze ein und es ist ebenfalls unbegrenzt haltbar. ( Entscheidender Faktor für die Haltbarkeit ist der Zucker im Wasser.)

gruß Finvara


hier liegst Du leider falsch. Es bildet sich auch im "gefrorenen Zustand" der OS - Lösung mit Zucker HMF (Hydroxymethylfurfural) was für Bienen in bestimmten Dosen tödlich wirkt.

Weiter Regelt die Zulassungsbestimmung, dass nach Ablauf des Verfallsdatums das Produkt nichtmehr angewendet werden darf:

http://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&bk=Bundesanzeiger_BGBl&start=//*%255B@attr_id=%2527bgbl106s2287.pdf%2527%255D#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl106s2287.pdf%27%5D__1480245275521

....so ist die gesetzliche Lage ... wenn man nun sagt ich sei da sehr Überkanditelt und würde nicht die Kirche im Dorf lassen ... der Gesetzgeber will es so.
weniger reden einfach tun ...
Viele Grüße
Joachim
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon Manuel91 » 27. November 2016, 12:47

Finvara hat geschrieben:Noch nicht angerührte OS ist faktisch unbegrenzt haltbar ! Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nur drauf weil der Gesetzgeber es so will. (

Das wäre klasse, ich rühre nämlich immer nur so viel an, wie ich auch wirklich brauche.
Also bei einer Lagerungstemperatur von ca. 15-20°C ist die im Wasser gelöste Oxalsäure also länger haltbar als angegeben? Macht ja eigentlich auch Sinn. Womit soll die Säure schon reagieren? Ist ja nichts anderes im Wasser gelöst... Und der Zucker wird schon nicht schlecht werden in der Tüte :thumbsup:
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon Manuel91 » 27. November 2016, 13:22

Joachim hat geschrieben:Weiter Regelt die Zulassungsbestimmung, dass nach Ablauf des Verfallsdatums das Produkt nichtmehr angewendet werden darf:

Das habe ich gerade leider überlesen...
Wie würdet ihr in meinem Fall verfahren? Die Säure dennoch nach Ablauf des MHDs anwenden?
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon Joachim » 27. November 2016, 18:16

Joachim hat geschrieben:weniger reden einfach tun ...
Viele Grüße
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon Manuel91 » 28. November 2016, 20:58

Okay, wird gemacht :bigrin:
Vielen Dank für die Tipps und Ratschläge! :thumbsup:
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon FranzBurnens » 28. November 2016, 22:05

Manuel91 hat geschrieben:Die Säure dennoch nach Ablauf des MHDs anwenden?

Falls es ein "MHD" wäre, könnte man eigenverantwortlich die Unverdorbenheit abschätzen und dementsprechend anwenden.
Verfallsdatum würde dagegen bedeuten: nach Ablauf zu entsorgen.
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Re: Oxalsäure-Weiterverkauf erlaubt?

Beitragvon Manuel91 » 29. November 2016, 10:20

Es scheint wohl eher ein Verfallsdatum zu sein und kein MHD. Auf der Verpackung steht: "Verwendbar bis..."
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